{"id":9477,"date":"2003-06-07T19:49:54","date_gmt":"2003-06-07T17:49:54","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9477"},"modified":"2025-05-07T16:48:48","modified_gmt":"2025-05-07T14:48:48","slug":"sommernachtspredigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/sommernachtspredigt\/","title":{"rendered":"Lukas 16,19\u201331"},"content":{"rendered":"<h3>1. Sonntag nach Trinitatis | 22. Juni 2003 | Lk 16,19\u201331 | Erik H\u00f8egh-Andersen |<\/h3>\n<p>Die Zeit der hellen N\u00e4chte. Die Zeit der Tr\u00e4ume. Wenn man<br \/>\ndie d\u00e4nischen Sommerlieder singt, liegt immer etwas Traumhaftes \u00fcber<br \/>\nder d\u00e4nischen Sommernacht. Als habe die Natur den Pfingstprediger<br \/>\nPetrus beim Wort genommen. Der Apostel Petrus sagt in seinem Bericht \u00fcber<br \/>\ndas Pfingstwunder: Wenn der Geist \u00fcber uns kommt, dann werden die<br \/>\nJungen Gesichte sehen und die Alten Tr\u00e4ume haben. Eben dies geschieht<br \/>\nnach Grundtvig in der hellen Sommernacht:<\/p>\n<p>Die kurze Sommernacht durchschallen<br \/>\ndes Friedenswaldes Nachtigallen,<br \/>\nda\u00df alles, was dem Herrn geh\u00f6rt,<br \/>\ndarf schlummern still und ungest\u00f6rt,<br \/>\ndarf tr\u00e4umen s\u00fc\u00df vom<br \/>\nParadeis<br \/>\nund wachen auf zu Jesu Preis.<\/p>\n<p>Wie sch\u00f6n, an einem Sommermorgen aufzuwachen, mit Tr\u00e4umen<br \/>\nin uns, die unseren Sinn \u00f6ffnen, und mit einer ganzen Welt um uns<br \/>\nmit Farben und Stimmen und Leben, an dem wir teilhaben und das wir wahrnehmen<br \/>\nund sehen. Herrlich, schlafen zu k\u00f6nnen und dann ausgeruht aufzuwachen<br \/>\nmit neuen Visionen und Kr\u00e4ften, die zum Leben erwachen.<\/p>\n<p>Aber es ist ja keineswegs sicher, da\u00df wir so erwachen. Es geschieht,<br \/>\nda\u00df uns unangenehme Tr\u00e4ume bedr\u00fccken und einen dunklen<br \/>\nSchatten \u00fcber unser Leben werden. Es geschieht, da\u00df die Nacht<br \/>\nin uns sitzt, nicht wie s\u00fc\u00dfe Tr\u00e4ume, sondern wie ein<br \/>\nbedr\u00fcckender Alptraum, von dem wir uns nicht befreien k\u00f6nnen.<br \/>\nWir wollen es am liebsten vergessen, aber wir k\u00f6nnen es nicht aus<br \/>\nunserem K\u00f6rper kriegen, aus unserem Sinn.<\/p>\n<p>Man kann sehr wohl das Gleichnis vom reichen Mann und Lazarus als einen<br \/>\nsolchen alptraumhaften, \u00e4u\u00dferst unangenehmen Traum auffassen,<br \/>\nden der reiche Mann einmal hatte. Im Traum sah er den Bettler, der t\u00e4glich<br \/>\nvor seiner T\u00fcr lag und die Hand austreckte, ohne da\u00df er reagierte.<br \/>\nSelbstverst\u00e4ndlich hatte er den Bettler bemerkt, wenn er an ihm<br \/>\nvorbeiging, aber er hatte ihn dennoch nicht als einen Menschen angesehen,<br \/>\nder ihn etwas anging. Er hatte ihn so gesehen, wie er die Stra\u00dfe<br \/>\nmit all dem Unrat gesehen hatte, der herumlag, und so wie er die Hunde<br \/>\ngesehen hatte, die \u00fcberall waren und die Wunden des Bettlers leckten.<br \/>\nAber einen Menschen, der ihn etwas anging, hatte er nicht gesehen.<\/p>\n<p>Ja, er hatte ja vielleicht gedacht, da\u00df es furchtbar war, tragisch,<br \/>\nda\u00df ein Mensch nur dasa\u00df und verfiel. Aber was sollte er<br \/>\ntun? Der Mann, Lazarus hie\u00df er, war ja nur einer unter vielen Armen.<br \/>\nUnd der reiche Mann hatte sein Leben, an das er zu denken hatte, so wie<br \/>\nder Bettler das seine hatte. Er hatte ein paar Mal seine Diener veranla\u00dft,<br \/>\nden Bettler zu entfernen, aber am n\u00e4chsten Tag war er wieder da.<br \/>\nDer reiche Mann ging also an ihm vorbei, er sah an ihm vorbei, er wollte<br \/>\nauch nicht sein Leben st\u00f6ren lassen von einem armen Kerl wie ihm.<br \/>\nWenn er damit anfing, hier zu helfen, waren ja keine Grenzen mehr f\u00fcr<br \/>\ndas, wof\u00fcr er seine Zeit verwenden konnte und was er sich in seinem<br \/>\nLeben vornehmen sollte.<\/p>\n<p>Es geschieht, da\u00df uns pl\u00f6tzlich deutlich wird, wie die Dinge<br \/>\nzusammenh\u00e4ngen. Es geschieht, da\u00df eine Klarsicht bei uns einschl\u00e4gt,<br \/>\nund wir wissen sofort, wie blind und t\u00f6richt wir gewesen sind. Es<br \/>\ngeschieht, da\u00df wir auf einem Mal wissen, da\u00df wir versagt<br \/>\nhaben und da\u00df wir das nicht wieder gut machen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es kann sein, da\u00df wir in derselben Weise wie der reiche Mann<br \/>\nTag f\u00fcr Tag an einem Menschen vorbeigegangen sind, als s\u00e4hen<br \/>\nwir ihn nicht. Und eines Tages ist er nicht mehr. Vielleicht war es nicht<br \/>\ndirekt unsere Aufgabe zu sehen und zu helfen. Aber es war offenbar auch<br \/>\nnicht die Aufgabe anderer. Und wir wissen, da\u00df wir mit unserer<br \/>\nUnaufmerksamkeit und unserem Wegsehen dazu beigetragen haben, eine Mauer<br \/>\nvon Gleichg\u00fcltigkeit und K\u00e4lte zwischen dem einsamen Menschen<br \/>\nund uns aufzubauen.<\/p>\n<p>Oder es kann ein Mensch sein, mit dem wir wirklich viel zu tun hatten.<br \/>\nAber wir hielten die Verbindung nicht fest, wir riefen vielleicht einmal<br \/>\nan, aber dann nicht mehr, weil es zu beschwerlich war, und es war in<br \/>\nder Situation vielleicht auch nicht weiter ergiebig. Es vergingen also<br \/>\nMonate und es vergingen Jahre, wo es mit der Zeit immer mehr unnat\u00fcrlich<br \/>\nund peinlich f\u00fcr uns wurde, den Kontakt aufzunehmen, weil wir es<br \/>\nl\u00e4ngst h\u00e4tten tun sollen. Und eines Tages erhalten wir die<br \/>\nNachricht, da\u00df unser Bekannter oder Freund unter die R\u00e4der<br \/>\ngekommen ist. Keiner rief an. Niemand kam. Niemand f\u00fchlte wirklich,<br \/>\nda\u00df ihn das etwas anging. Solche Geschichten kennen die meisten<br \/>\nvon uns in irgendeiner Weise.<\/p>\n<p>Und dann sehen wir vielleicht in einer unbarmherzig klaren Sicht, wie<br \/>\nunser Leben geworden ist. Wie wir uns selbst wahrnehmen, Arbeit, Freizeit,<br \/>\nvielleicht Familie und Freunde. Aber im \u00dcbrigen sind wir umgeben<br \/>\nvon einer Wolke der Gleichg\u00fcltigkeit. Und vielleicht verstehen wir:<br \/>\nWenn unser Mitf\u00fchlen und Mitleben im Leben anderer nicht da ist,<br \/>\ndann sind wir in Wirklichkeit dabei, auch uns selbst zu isolieren. Dann<br \/>\nist das letzten Endes auch niemand mehr da, der von uns etwas will, der<br \/>\nin unserem Leben mitlebt, der mit uns f\u00fchlt, wir haben uns vielmehr<br \/>\nin einer Welt eingerichtet, wo wir nur aneinander vorbeigehen, ohne einzuhalten,<br \/>\nohne uns hineinziehen zu lassen, ohne zu sehen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den reichen Mann zeigte sich die Klarsicht in einem alptraumhaften<br \/>\nTraum. Er sah nicht nur den bittenden Blick des Lazarus, w\u00e4hrend<br \/>\ner selbst unterwegs war zu all dem, was sein Leben erf\u00fcllte, endlose<br \/>\nEmpf\u00e4nge und \u00fcppige Feste, pr\u00e4chtige Ereignisse. Nein,<br \/>\ner sah in einer Summe, wie sein Leben gewesen war, egoistisch, selbstgef\u00e4llig,<br \/>\ner hatte sich in der Bewunderung der anderen gebadet und war selbst eins<br \/>\ngeworden mit der Pracht des Reichtums, aber das war ein Leben ohne das,<br \/>\nwovon wir Menschen leben, ohne Liebe, ohne aufrichtige N\u00e4he, ohne<br \/>\nMitgef\u00fchl. Und &#8211; aus der Sicht der Ewigkeit &#8211; was war das alles<br \/>\neigentlich wert? Er sah sich in einer Vision selbst im Reich der Toten<br \/>\nals der Arme, als der Durstende, als der, der nichts hatte und an dem<br \/>\nalle die anderen blind und teilnahmslos vorbeigingen. Er wu\u00dfte,<br \/>\nda\u00df nichts mehr zu tun war. Er wu\u00dfte, da\u00df es zu sp\u00e4t<br \/>\nwar. Zwischen ihm und Lazarus war nun ein tiefer Abgrund, und Lazarus<br \/>\nsa\u00df auf der anderen Seite in Abrahams Scho\u00df. Lazarus ruhte<br \/>\nnun in der Liebe, die letztlich das einzige ist, was z\u00e4hlt in unserem<br \/>\nLeben.<\/p>\n<p>Und die Kluft zwischen ihnen, das war dem reichen Mann klar, hatte<br \/>\ner selbst mit gegraben. F\u00fcr den Zynismus, die Feigheit und die Gleichg\u00fcltigkeit<br \/>\neines jeden Tages war die Kluft tiefer geworden. Und nun war sie nicht<br \/>\nmehr zu \u00fcberwinden. Lazarus sa\u00df an der Quelle, von der wir<br \/>\nleben sollen, aber nicht einmal ein Tropfen auf dem Finger konnte der<br \/>\ndem durstenden reichen Mann bringen.<\/p>\n<p>So einen Alptraum m\u00f6chten wir am liebsten von uns absch\u00fctteln.<br \/>\nWir m\u00f6chten am liebsten sagen k\u00f6nnen: das war nur ein Traum.<br \/>\nUnd das ist es ja auch, ein h\u00f6chst unangenehmer Traum. Aber deshalb<br \/>\nkann in ihm dennoch Wahrheit sein. Eine Wahrheit, die wir eben nicht<br \/>\nvergessen k\u00f6nnen, sondern die nicht aufh\u00f6rt, uns zu st\u00f6ren.<\/p>\n<p>Und der reiche Mann hatte also im Traum die Wahrheit gesehen \u00fcber<br \/>\nseine eigene kurzsichtige, egoistische Weise zu leben. Er hatte gesehen,<br \/>\nwie er sich in einer H\u00f6lle eingerichtet hatte, in einem Todesreich,<br \/>\nund nun gab es keinen Weg zur\u00fcck zur Liebe, zum Land der Lebenden.<\/p>\n<p>Aber dann ist da ein merkw\u00fcrdiger Zug im Gleichnis oder Traum,<br \/>\nden wir nicht \u00fcbersehen d\u00fcrfen. Es geschieht n\u00e4mlich dies,<br \/>\nda\u00df der reiche Mann im letzten Augenblick faktisch von Mitgef\u00fchl<br \/>\nergriffen wird. Mit ihm selbst war es zu sp\u00e4t, das wu\u00dfte er.<br \/>\nAber was mit seinen f\u00fcnf Br\u00fcdern? Die waren in vieler Hinsicht<br \/>\nwie er selbst. Sie k\u00f6nnten sich vielleicht noch besinnen. Jedenfalls<br \/>\nbittet der reiche Mann im Traum Abraham, Lazarus zu seinen Br\u00fcdern<br \/>\nzu schicken und sie zu warnen, da\u00df sie nicht genauso kurzsichtig<br \/>\nund zynisch oder eigens\u00fcchtig wie er selbst w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Aber Abraham wollte ihm nicht helfen: &#8222;Sie haben Moses und die<br \/>\nPropheten&#8220;, sagt er, &#8222;die k\u00f6nnen sie h\u00f6ren&#8220;.<br \/>\nAber der reiche Mann wei\u00df, da\u00df das nicht hilft. Die f\u00fcnf<br \/>\nBr\u00fcder haben die alten Propheten so oft geh\u00f6rt, Moses, Jesaja,<br \/>\nJeremia. Aber umsonst. Nur wenn einer zu ihnen kommt von den Toten, werden<br \/>\nsie sich bekehren lassen, sagt er. Und Abraham antwortet schlie\u00dflich,<br \/>\nwenn das nicht geholfen hat und wenn sie im \u00dcbrigen nicht haben<br \/>\nlernen k\u00f6nnen, worum es im Leben geht, dann n\u00fctzt es auch nichts,<br \/>\nwenn man einen von den Toten schickt.<\/p>\n<p>Und hier kann man sich vorstellen, da\u00df der reiche Mann erwachte.<br \/>\nEr hatte eine furchtbare Vision. Ein Alptraum, der seinen Stachel in<br \/>\nihn gebohrt hat, o da\u00df er sich nicht absch\u00fctteln l\u00e4\u00dft.<br \/>\nDas \u00f6ffnet bestimmt nicht den Sinn, so wie dies die s\u00fc\u00dfen<br \/>\nTr\u00e4ume tun. Im Gegenteil: Das l\u00e4hmt uns. Das sperrt uns ein<br \/>\nin das Todesreich, das wir mit geschaffen haben. Das erz\u00e4hlt uns<br \/>\nmit gnadenloser Konsequenz: Wir ernten so, wie wir ges\u00e4t haben.<\/p>\n<p>Aber die Frage ist nun: Ist das wirklich Christentum? Mag sein, da\u00df in<br \/>\neiner solchen Vision Wahrheit enthalten ist. Aber ist es dies, was Jesus<br \/>\nuns sagen will? Ist dies das Evangelium?<\/p>\n<p>Hierauf mu\u00df man klar antworten: Nein, das ist nicht das Evangelium.<br \/>\nDas ist nicht Christentum. Isoliert betrachtet ist das Gleichnis vom<br \/>\nreichen Mann und Lazarus eine unchristliche Geschichte. Es ist vermutlich<br \/>\neiner Wandergeschichte, die die j\u00fcdischen Pharis\u00e4er schon gekannt<br \/>\nhaben.<\/p>\n<p>Dennoch hat man sie Jesus in den Mund gelegt. Ob er sie selbst gebraucht<br \/>\nhat, und wie das geschehen ist, kann man nicht wissen. Aber wenn wir<br \/>\nsie h\u00f6ren, m\u00fcssen wir unter allen Umst\u00e4nden mit bedenken,<br \/>\nda\u00df Jesus selbst der ist, der uns die Geschichte erz\u00e4hlt.<br \/>\nEr ist der, der von den Toten auferstanden ist und uns eine Botschaft<br \/>\nbringt, die wir nicht \u00fcberh\u00f6ren d\u00fcrfen. Er ist der, der<br \/>\nwei\u00df, da\u00df wir unverbesserlich sind wie der reiche Mann und<br \/>\nseine Br\u00fcder, zugleich erz\u00e4hlt er von einer Liebe, die uns<br \/>\naush\u00e4lt und die keine Mauer und kein Abgrund zur\u00fcckhalten kann.<\/p>\n<p>Ja, die Geschichte von Jesus, wie wir sie aus den Evangelien kennen,<br \/>\ndas ist die Geschichte von einer Liebe, die alle Abst\u00e4nde \u00fcberwindet,<br \/>\ndie wir kennen und sehen und mit schaffen in unserem Leben. Jesus ist<br \/>\nder, der an Gottes statt seinen reichtum fortgibt, um zum Armen zu gehen<br \/>\nund seine Wunden zu heilen und seinen Hunger und seinen Durst zu stillen.<br \/>\nUnd Jesus ist der, der keinen Menschen, reich oder arm, in der lieblosen<br \/>\nWelt bleiben l\u00e4\u00dft, in der er sich befindet.<\/p>\n<p>Wir h\u00f6ren also das Gleichnis von dem reichen Mann und Lazarus<br \/>\nim Hinblick auf die Abgr\u00fcnde, die wir selbst mit geschaffen haben<br \/>\nund die wir nun selbst nicht \u00fcberbr\u00fccken k\u00f6nnen. Aber<br \/>\nzugleich weckt der Erz\u00e4hler, also Jesus, einen Traum in uns von<br \/>\neiner Liebe, die \u00fcber alle die Kluften reicht, die wir sehen. Ja,<br \/>\nvon den Toten zur\u00fcckgekehrt, verstehen wir, da\u00df hier in Christus<br \/>\neine Liebe ist, die auch den Abgrund \u00fcberbr\u00fccken kann, den<br \/>\nder Tod darstellt.<\/p>\n<p>Das ist Christentum. Das ist Evangelium. Da\u00df es eine himmlische<br \/>\nLiebe gibt, die nichts wissen will von einem &#8222;zu sp\u00e4t&#8220;,<br \/>\ndie uns erreicht, auch wenn wir wie der reiche Mann in den Qualen der<br \/>\nH\u00f6lle sind. Es gibt eine Liebe, die uns stets fordert, unseren Glauben,<br \/>\nund wenn Glaube und Liebe sich begegnen, dann ist der Abgrund \u00fcberbr\u00fcckt<br \/>\nmit einer Br\u00fccke, die aus dem Reich der Toten in das Land der Lebenden<br \/>\nf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Deshalb sollen wir nicht zugrunde gehen in der Furcht, die der Alptraum<br \/>\nder Nacht oder die unangenehme Klarsicht in uns wecken. Wir sollen vielmehr<br \/>\nschlafen und morgens aufstehen im Vertrauen, da\u00df dort, wo die Liebe<br \/>\nGottes ist, grundlegend nichts zu f\u00fcrchten ist. Wir h\u00f6ren dar\u00fcber<br \/>\nim ersten Johannesbrief: &#8222;Gott ist Liebe&#8220;, steht hier, &#8222;und<br \/>\nwer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm&#8220;. Und<br \/>\nweiter: &#8222;Darin ist die Liebe v\u00f6llig bei uns, da\u00df wir<br \/>\nZuversicht haben am Tage des Gerichts &#8230; Furcht ist nicht in der Liebe,<br \/>\n&#8230; denn die Furcht mu\u00df vor Strafe zittern &#8230; aber die vollkommene<br \/>\nLiebe treibt die Furcht aus&#8220;.<\/p>\n<p>Das Evangelium pflanzt in uns einen lebendigen und wirksamen Traum<br \/>\nvon der Liebe Gottes, die uns niemals nur dort bleiben l\u00e4\u00dft,<br \/>\nwo wir sind. Und wenn der Traum in uns lebt, dann ist da eine neue Welt,<br \/>\ndie sich \u00f6ffnet, ein Gegengift, so da\u00df wir nicht gel\u00e4hmt<br \/>\nwerden durch die gnadenlose Klarsicht des Alptraums und von der Leere,<br \/>\ndie zu Furcht wird.<\/p>\n<p>Dann wissen wir, da\u00df die Liebe uns immer einholen kann, wir wissen,<br \/>\nda\u00df Gott uns nicht aufgibt und da\u00df es immer M\u00f6glichkeiten<br \/>\ngeben wird, die wir nicht gesehen haben. Es wird immer, wenn wir uns<br \/>\nbewegen und mitgehen wollen, eine Br\u00fccke vor uns geben, die zum<br \/>\nanderen Menschen f\u00fchrt, zum Land der Lebenden.<\/p>\n<p>Mit dem Traum in uns sollen wir &#8222;tr\u00e4umen s\u00fc\u00df vom<br \/>\nParadeis und wachen auf zu Jesu Preis&#8220;, und ansonsten mit offenen<br \/>\nAugen, mit allem, was wir in uns haben, hier gegenw\u00e4rtig sein, wo<br \/>\nwir sind, und bei denen, die uns auf unserem Weg begegnen. Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfarrer Erik H\u00f8egh-Andersen<br \/>\nPrins Valdemarsvej 40<br \/>\nDK-2820 Gentofte<br \/>\nTel. ++ 45 &#8211; 39 65 43 87<br \/>\n<a href=\"mailto:erha@km.dk\">e.mail: erha@km.dk<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Sonntag nach Trinitatis | 22. Juni 2003 | Lk 16,19\u201331 | Erik H\u00f8egh-Andersen | Die Zeit der hellen N\u00e4chte. Die Zeit der Tr\u00e4ume. 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