{"id":9492,"date":"2003-07-07T19:49:49","date_gmt":"2003-07-07T17:49:49","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9492"},"modified":"2025-05-08T10:01:10","modified_gmt":"2025-05-08T08:01:10","slug":"vergebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/vergebung\/","title":{"rendered":"Lukas 6,36\u201343"},"content":{"rendered":"<h3>\u00a04. Sonntag nach Trinitatis | 13. Juli 2003 | Lk 6,36\u201343 | Birte Andersen |<\/h3>\n<p>Ist Vergebung m\u00f6glich? Kann die Erde uns vergeben,<br \/>\nwenn wir unsere Naturgrundlage zerst\u00f6ren? K\u00f6nnen Menschen in<br \/>\nder dritten Welt uns vergeben? K\u00f6nnen die Opfer in Tschetschenien<br \/>\ndem Westen vergeben? Oder die des Irak? K\u00f6nnen wir uns selbst vergeben?<\/p>\n<p>Fragen wie diese d\u00fcrfen nie aus unserem Bewu\u00dftsein verschwinden<br \/>\nund aus unserer Diskussion, und sie d\u00fcrfen nie verstummen. Aber<br \/>\nwenn wir unter der Last dieser Fragen zusammenbrechen, werden sie zu<br \/>\neiner Falle, die uns l\u00e4hmt und uns weiter machen l\u00e4\u00dft<br \/>\nnach dem mehr oder weniger verbreiteten Motto: &#8222;Es wird schon gehen&#8220;.<br \/>\nDeshalb m\u00fcssen wir in einer anderen Weise von Vergebung reden.<\/p>\n<p>Und es geh\u00f6rt Mut dazu, sich in dieses Feld zu begeben, denn hier<br \/>\nwird die Rede von der Vergebung dringlich.<\/p>\n<p>Vergebung ist einer der Grundpfeiler des Christentums. Dennoch oder<br \/>\ngerade deshalb ist Vergebung als Begriff so schwer zu fassen und als<br \/>\nHandlung so schwer zu vollziehen. Vieles ist Vergebung genannt worden,<br \/>\nwas es nicht war, und vieles, was Vergebung ist, kennt das Wort nicht<br \/>\n&#8211; oder will von dem Wort nichts wissen.<\/p>\n<p>Oft hat es als Vergebung gegolten, wenn man, statt einen Konflikt auszutragen,<br \/>\nversucht hat, ihn zu l\u00f6sen. Man kann zu viel oder zu fr\u00fch vergeben.<\/p>\n<p>Vergebung ist schwer genug. Wo es wirklich um Vergebung und nichts<br \/>\nanderes geht, da ist es wichtig, da\u00df man ein Gesp\u00fcr daf\u00fcr<br \/>\nhat, was Vergebung ist, und was nicht, um vergeben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diese gro\u00dfen Rede, die Jesus f\u00fcr das Volk h\u00e4lt, ist<br \/>\nfast eine Programmrede f\u00fcr das sehr alternative Bild von Gott, das<br \/>\ner in sich tr\u00e4gt und hier seinen Landsleuten vortr\u00e4gt. Hier<br \/>\nstellt er die \u00fcblichen Bilder auf den Kopf.<\/p>\n<p>&#8222;Auge um Auge, Zahn um Zahn&#8220;, und Verurteilung der b\u00f6sen<br \/>\nTat um der Gerechtigkeit willen und der Wiederaufrichtung des Friedens.<br \/>\nSo dachte man in der damaligen Zeit und der damaligen Gesellschaft. Begr\u00fcndet<br \/>\nwurde das in den alttestamentlichen Familiengesetzen, aber das ist vielen<br \/>\nKulturen in der ganzen Welt gemeinsam. Das ist die Ordnung, wo der St\u00e4rkste<br \/>\nsein Recht behauptet. Wo das Recht und das Eigentum des Starken mit Macht<br \/>\nbehauptet wird und wo die Hackordnung Aufruhr und Unruhe unterbindet.<br \/>\nDiese ganze allzu bekannte Existenz, die sich heute kr\u00e4ftig wieder<br \/>\nzur\u00fcckmeldet, wo der Atem der Vergebung erlischt. Das ist wirklich<br \/>\neine andere Weltordnung, die Jesus einf\u00fchrt, wenn er den Gekr\u00e4nkten<br \/>\ndarum bittet, zu vergeben.<\/p>\n<p>Vielleicht sollen wir uns einen Zusammenhang vorstellen, wo die Anh\u00e4nger<br \/>\nJesu nicht richtig wu\u00dften, wor\u00fcber er sprach, wenn er von<br \/>\nVergebung sprach. F\u00fcr sie w\u00fcrde Vergebung das Gesetz und die<br \/>\nOrdnung der Gesellschaft au\u00dfer Kraft setzen, so da\u00df die Gesellschaft<br \/>\nzerf\u00e4llt &#8211; wie wir das auf z.B. auf dem Balkan erlebt haben. Das,<br \/>\nwovon die Politiker reden, wenn sie die gro\u00dfen Worte gebrauchen,<br \/>\nliegt daran, da\u00df wir &#8211; im Unterschied zu den Zuh\u00f6rern Jesu<br \/>\nsehr wohl wissen, was Vergebung ist. Oder es bis vor kurzem gewu\u00dft<br \/>\nhaben. Man mu\u00df es laut sich selber und einander sagen, um die Herausforderung<br \/>\nbestehen zu k\u00f6nnen, die die Vergebung ist. In der Praxis wird Vergebung<br \/>\noft durch Verdr\u00e4ngung ersetzt, vielleicht gar durch Verleugnung.<br \/>\nWenn man versucht, sich selbst zu ver\u00e4ndern und seinen Zorn zu d\u00e4mpfen,<br \/>\nstatt sich zu ihm zu bekennen. Oder wo Vergebung dazu benutzt wird, den<br \/>\nUnterschied zwischen Gut und B\u00f6se zu verwischen.<\/p>\n<p>Ich kenne eine Familie, wo die Frau so gro\u00dfe Luxusanspr\u00fcche<br \/>\nhatte, da\u00df der Mann Unterschlagung beging, um ihre Bed\u00fcrfnisse<br \/>\nzu befriedigen. Das wurde entdeckt, er erhielt eine Gef\u00e4ngnisstrafe,<br \/>\nund als er aus dem Gef\u00e4ngnis kam, weigerte sich die Frau, jemals<br \/>\nvon dem zu reden, was geschehen war &#8211; sie hatte ihm ja vergeben!<\/p>\n<p>Der offenbarste Fehler ist der, da\u00df man glaubt, die Vergebung<br \/>\nbeseitige die Schuld. Jemand hat sich vergangen und damit Schuld auf<br \/>\nsich geladen. Vergebung ist dann folglich die Beseitigung von Schuld,<br \/>\nhei\u00dft diese Logik. Aber das ist nicht Vergebung!<\/p>\n<p>Vergebung ist vielmehr, der vollen Wahrheit in die Augen zu sehen:<br \/>\ndie ganze Schuld, meine eigene, deine, die der Welt und auch die Schuld<br \/>\nGottes dazu &#8211; und dann imstande zu sein, diese Wahrheit zu ertragen,<br \/>\nweil Gott sich in diese Welt eingemischt hat.<\/p>\n<p>Die Vergebung befreit uns davon, die Schuld zu unterdr\u00fccken. Wir<br \/>\nwerden dazu befreit, schuldig zu sein. Und diese Freiheit entstammt dem<br \/>\nGrundmuster des Lebens, von dem geschrieben wurde, als Jesus sich selbst<br \/>\ndaf\u00fcr einsetzte, das Grundmuster zu \u00e4ndern von dem Gesetz der<br \/>\nHackordnung in das der Gnade. Eine Ordnung, wo Liebe wichtiger ist als<br \/>\nGerechtigkeit.<\/p>\n<p>Mit gro\u00dfen Worten sagen wir, da\u00df wir B\u00fcrger in einer<br \/>\nWelt der Vergebung sind. Da\u00df wir frei gemacht worden sind, schuldig<br \/>\nzu sein, hei\u00dft Verantwortung zu \u00fcbernehmen und den anderen<br \/>\nverantwortlich zu machen. Das hei\u00dft, es geht hier um nichts weniger<br \/>\nals die Menschenw\u00fcrde. Nur mit dem, der verantwortlich gemacht wird,<br \/>\nkann man rechnen. Nur der, der keine F\u00e4higkeiten hat oder gel\u00e4hmt<br \/>\nist, ist ohne Schuld &#8211; aus ganz verschiedenen Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Den Weg der Vergebung zum andern zu gehen, der sich an mir schuldig<br \/>\ngemacht hat, bedeutet, an dem festzuhalten, auf den ich zornig bin. Zu<br \/>\ndem zu stehen, was zwischen uns ist. Vergebung hei\u00dft nicht, da\u00df ich<br \/>\nmeinem Zorn entsage, bevor der Zorn seine Zeit gehabt hat. Vergebung<br \/>\nhei\u00dft, da\u00df ich mich in Gemeinschaft begebe mit dem, dem ich<br \/>\nvergebe. Eben der ihm bzw. die, auf den bzw. die ich zornig bin, geh\u00f6rt<br \/>\nin meine Welt. Die Vergangenheit ist nicht vergessen, was geschehen ist,<br \/>\nist geschehen und Teil meiner und deiner Geschichte geworden. Aber wir<br \/>\nk\u00f6nnen uns beide auf einen Weg begeben, wo das, was zwischen uns<br \/>\nsteht, so ist, als w\u00e4re es vergessen.<\/p>\n<p>Das bedeutet, da\u00df eine Br\u00fccke geschlagen wird \u00fcber den Abgrund<br \/>\nvon bestehender Schuld. &#8222;Ich wei\u00df, da\u00df du schuldig bist, und<br \/>\ndu wei\u00dft es, dennoch geh\u00f6ren wir zusammen in der Form des Lebens,<br \/>\nwo man f\u00fcr einander da ist und einander braucht&#8220; (Bent Falk). Deshalb<br \/>\nhei\u00dft Vergebung auch nicht, die Vergangenheit zu vergessen. Vergeben<br \/>\nhei\u00dft, das Geschehene das bedeuten zu lassen, was es bedeutet, aber es<br \/>\nnicht die Zukunft bestimmen zu lassen.<\/p>\n<p>Warum dann vergeben, wenn da viel ist, \u00fcber das man zornig sein<br \/>\nmu\u00df? Ja darum, da\u00df nicht nur der andere, sondern auch ich<br \/>\nMensch bleiben kann. Weil Vergebung hei\u00dft, das weiterzugeben, was<br \/>\ndu empfangen hast.<\/p>\n<p>Und wenn du nicht an dem festhalten kannst, der dir Unrecht getan hat,<br \/>\nkannst du auch nicht sp\u00fcren, wie Gott an dir festh\u00e4lt. Nicht<br \/>\ndu schaffst den Raum der Vergebung, den schuf er, der diese Worte gesprochen<br \/>\nhat. Aber die Vergebung deiner Schuld wird in dem Augenblick aktiviert,<br \/>\nwo du ihm vergibst, der sich an dir und den deinen schuldig gemacht hat.<br \/>\nGott ist am Werk, wenn wir vergeben. Die Liebe, die Leben will \u00fcber<br \/>\nRecht und Gerechtigkeit hinaus.<\/p>\n<p>Wenn wir von Vergebung reden, reden wir oft \u00fcber Wiederaufrichtung.<br \/>\nUnd meinen oder hoffen vielleicht &#8211; unbewu\u00dft &#8211; da\u00df Wiederaufrichtung<br \/>\nbedeutet, da\u00df das Verh\u00e4ltnis ist wie vorher. Was es nicht<br \/>\nsein kann &#8211; wo ein ernsthaftes Vergehen passiert ist. Der Schuldige f\u00fchlt<br \/>\nsich ausgeschlossen, aus der Bahn geworfen, gel\u00e4hmt, im Zweifel \u00fcber<br \/>\ndie Orientierung seines Lebens, isoliert. Und tr\u00e4umt von einer Heimkehr.<\/p>\n<p>Aber es gibt kein Land, keine Heimat oder einen Gott, zu dem man heimkehren<br \/>\nk\u00f6nnte. Das Verlorene ist tot, R\u00fcckkehr unm\u00f6glich. Vergebung<br \/>\naber hei\u00dft, da\u00df neues Leben entsteht, an einer anderen Stelle,<br \/>\nin einer fremden Welt. Vergebung ist nicht Heimkehr, sondern Ruf der<br \/>\nFreiheit. Die bist wieder auf der Bahn, du bist da, wo du sein sollst<br \/>\n&#8211; wenn vielleicht auch in einem fremden Land. Du sollst etwas, was wichtiger<br \/>\nist als deine Schuld.<\/p>\n<p>Kann ein Blinder einen Blinden f\u00fchren, fragt Jesus, um es ganz<br \/>\ndeutlich zu machen. Ja, kraft des Reiches der Vergebung, da kann ein<br \/>\nBlinder einen Blinden f\u00fchren! Ja, seit Jesus die Welt ver\u00e4ndert<br \/>\nhat, gibt es eine Gestalt, die der Blinde Wegweiser hei\u00dft.<\/p>\n<p>Der, der Vergebung empf\u00e4ngt, h\u00f6rt einen Ruf, der macht, da\u00df er<br \/>\nsich in den unbekannten Gefilden bewegen kann &#8211; auch wenn er blind ist.<br \/>\nGott gegen\u00fcber sind wir alle blind, und keiner ist im fremden land<br \/>\nund unbekannten Gefilden gewesen.<\/p>\n<p>Aber diese unbekannten Gefilde zu durchwandern und zu wissen, da\u00df wir<br \/>\ndort sein sollen, zeigt, da\u00df wir gerufen sind. Ein Ruf, der dazu<br \/>\ngen\u00fcgt, uns am Leben zu erhalten und den Weg zu weisen. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfarrer Birte Andersen<br \/>\nEmdrupvej 42<br \/>\nDK-2100 K\u00f8benhavn-\u00d8<br \/>\nTel.: ++ 45 &#8211; 39 18 30 39<br \/>\n<a href=\"mailto:bia@km.dk\">e-mail: bia@km.dk<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a04. Sonntag nach Trinitatis | 13. 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