{"id":9499,"date":"2003-07-07T19:49:55","date_gmt":"2003-07-07T17:49:55","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9499"},"modified":"2025-05-08T10:20:27","modified_gmt":"2025-05-08T08:20:27","slug":"psalm-25-6-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/psalm-25-6-2\/","title":{"rendered":"Lukas 5,1\u201311"},"content":{"rendered":"<div>\n<h3>5. Sonntag nach Trinitatis | 20. Juli 2003 | Lukas 5,1\u201311 | Elisabet Mester |<\/h3>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Gott schenke uns ein Herz f\u00fcr<br \/>\nsein Wort und ein Wort f\u00fcr unser Herz.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"> Liebe Gemeinde,<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">manche Dinge gehen vor. Da kann<br \/>\ndas, was dran ist, noch so wichtig sein. Es mu\u00df dann erst mal warten.<br \/>\nVor vier Wochen mu\u00dfte ich mit meiner Tochter zur<br \/>\nSchul\u00e4rztin. \u0093Schuleingangsuntersuchung&#8220; hie\u00df der Termin, zu dem wir<br \/>\neingeladen waren, und das war wirklich wichtig. Aber kaum, da\u00df wir die<br \/>\nEtagent\u00fcr hinter uns zugezogen hatten, kam etwas, das ging einfach vor.<br \/>\nEin riesengro\u00dfer Nachtfalter flatterte n\u00e4mlich durchs Treppenhaus, er war aufgescheucht<br \/>\nund verst\u00f6rt, er knallte an die Wand und donnerte dann gegen die Fensterscheibe.<br \/>\nDer dumpfe Schlag tat weh im Ohr. Im Herzen auch. Das arme Tier mu\u00dfte befreit werden,<br \/>\nda waren wir uns sofort einig. Das Problem war nur: Um den Schmetterling<br \/>\nzu befreien, mu\u00dften wir ihn erst mal einfangen. Nun mu\u00dfte also die T\u00fcr<br \/>\nwieder aufgeschlossen werden, eine gro\u00dfe Leiter wurde geholt, und die<br \/>\nwar auch n\u00f6tig, denn so ein Treppenhaus hat H\u00f6hen. Fast eine halbe Stunde dauerte es,<br \/>\nbis wir den armen Falter in einem Einmachglas gefangen hatten, um ihn<br \/>\ndann durchs Flurfenster hinauslassen zu k\u00f6nnen ins Freie. Meine Tochter und ich,<br \/>\nwir waren so gl\u00fccklich, als wir ihn daru\u00dfer fliegen sahen, da\u00df uns der anstehende<br \/>\nSchulreife-Test gar nicht mehr so wichtig war.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Was sind das f\u00fcr Dinge, die andere, viel wichtigere Sachen, so zur\u00fccktreten<br \/>\nlassen? Es sind Dinge, wo es ums Leben geht. Ums lebendige Leben.<br \/>\nDas lebendige Leben kommt gl\u00fccklicherweise nicht immer pl\u00f6tzlich oder<br \/>\ngar ungelegen. Meist k\u00fcndigt es sich an, es klopft an die T\u00fcr, es wartet,<br \/>\nob wir aufmachen und fragt uns, was wir brauchen. Es f\u00e4ngt also ganz<br \/>\nbehutsam an.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Am Anfang der Geschichte, die wir heute geh\u00f6rt haben,<br \/>\nklopft dieses Leben bei dem Fischer Simon Petrus an: es bittet ihn<br \/>\num seine Hilfe.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Jesus ist gefangen ist von einer gro\u00dfen Menschenmenge, die ihn bedr\u00e4ngt.<br \/>\nEin paar hundert sind es vielleicht, und bis ans Ufer des Sees haben<br \/>\nsie ihn schon getrieben.<br \/>\nAlle wollen ihn h\u00f6ren, viele m\u00f6chten ihn auch ber\u00fchren. Das wird zu<br \/>\neng. Das ist zu viel. Jesus braucht Distanz. Ohne einen vern\u00fcnftigen<br \/>\nAbstand kann er den Leuten am See nichts sagen. Und gerade deshalb<br \/>\nwaren sie doch gekommen, &#8222;um das Wort Gottes zu h\u00f6ren&#8220;, wie es hier hei\u00dft. Also ruft der Prediger<br \/>\naus Nazareth den Fischer vom See Genezareth um Hilfe. Er soll ihn im<br \/>\nBoot ein wenig vom Ufer wegfahren. Das tut Petrus, und nicht nur das, seine Freunde und<br \/>\ner selbst steigen mit ein. Alle zusammen fahren nun ein St\u00fcck hinaus,<br \/>\ngerade so weit, da\u00df Jesus gut zu h\u00f6ren ist bei denen, die am Ufer stehen.<br \/>\nNicht nur bei ihnen. Die Fischersleute haben Jesus den Abstand verschafft,<br \/>\nden er brauchte. Daf\u00fcr sind sie jetzt am n\u00e4chsten dran an ihm und dem, was er sagt.<br \/>\nJesus &#8222;lehrt&#8220;, so steht es hier, die Menge vom Boot aus. Die Leute h\u00f6ren ihm zu. Ob<br \/>\nes das unerh\u00f6rt Neue an seiner Rede ist oder vielleicht einfach seine<br \/>\nArt zu sprechen, was die Menschen hier wie gebannt lauschen l\u00e4\u00dft? Eins<br \/>\nl\u00e4\u00dft sich jedenfalls erkennen: die Fischer fassen Vertrauen. Die Lehre von Jesus mu\u00df wirklich<br \/>\ngut sein. Denn sonst k\u00f6nnten wir uns nicht erkl\u00e4ren, wie sie dazu kommen,<br \/>\nsich von einem Zimmermann aus Galil\u00e4a, der nun wirklich\u00a0 keine<br \/>\nAhnung vom Fischfang hat, einen Rat geben zu lassen. Und nicht nur,<br \/>\nda\u00df sie sich den geben lassen.<br \/>\nEs ist \u00fcberdies ein wirklich unsinniger Vorschlag. Tags, wenn es hell<br \/>\nist, kommt kein Fisch an die Oberfl\u00e4che. Da verkriechen sie sich alle<br \/>\nirgendwo in die Tiefen des Sees, dorthin, wo es dunkel ist, und wo<br \/>\nkein Fischernetz jemals hinkommt. Seit Jahrhunderten bereits wurde deshalb nur nachts gefischt.<br \/>\nSchon die V\u00e4ter und Gro\u00dfv\u00e4ter dieser M\u00e4nner waren nachts auf Fang gegangen;<br \/>\nund das nicht aus Piet\u00e4t, sondern aus dem Wissen: tags f\u00e4ngt man nichts.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"> Auch nachts nichts gefangen zu haben, das ist allerdings wirklich schlimm.<br \/>\nDie Fischersfamilien essen selbst viel Fisch, und wenn sie keinen fangen,<br \/>\nist ihre Mahlzeit knapp.<br \/>\nSolche Familien haben auch keine gro\u00dfen Geldr\u00fccklagen. Wenn sie keinen<br \/>\nFang zum Markt bringen, k\u00f6nnen sie f\u00fcr sich selbst auch nichts mehr<br \/>\nkaufen. An der Grenze zur Armut leben diese Leute. Aber auch auch frei<br \/>\nund stolz auf das, was sie wissen und das, was sie k\u00f6nnen. Man will es also kaum glauben,<br \/>\nwenn man es h\u00f6rt. Sie fahren\u00a0 tats\u00e4chlich bei Tag hinaus auf den<br \/>\nSee und werfen die Netze aus. Warum h\u00f6ren die auf Jesus? Petrus gibt<br \/>\nhier die Antwort darauf: &#8222;Auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen&#8220;, sagt er zu Jesus.<br \/>\nAlso nicht aus Hunger, nicht aus Verzweiflung, und auch nicht, um zu auszuprobieren,<br \/>\nwie es ist, wenn man es mal ganz anders macht. Auf das Wort von diesem Jesus<br \/>\nhin. Petrus hat offenbar die Erfahrung gemacht: Sein Wort ist stark.\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"> Ich stelle mir vor, Jesus hat davon gesprochen, wie Gott es mit uns meint.<br \/>\nDa\u00df er es \u00fcber&#8217;s Ma\u00df hinaus gut meint, und da\u00df er unabl\u00e4ssig damit besch\u00e4ftigt<br \/>\nist, f\u00fcr uns zu sorgen. Das zu glauben, ist etwas Besonderes, auch<br \/>\nwenn man es schon oft geh\u00f6rt hat. Normalerweise denken wir ja, da\u00df niemand<br \/>\nf\u00fcr uns sorgt, wenn wir das nicht selbst tun. Wir sagen, das lehrt uns die Erfahrung.<br \/>\n<\/span><span style=\"color: #000000;\">Leider ist die Erfahrung in solchen Sachen eine denkbar schlechte Lehrmeisterin.<br \/>\nSie lehrt uns n\u00e4mlich nicht viel anderes als das, was wir ohnehin erwartet<br \/>\nhatten. Auf diese Art kann es geschehen, da\u00df wir fatalerweise mit unseren<br \/>\nschlimmsten Bef\u00fcrchtungen stets Recht behalten. Der Petrus und die<br \/>\nFischer hier in der Geschichte sind offenbar bereit, sich auf etwas<br \/>\nganz Neues einzulassen und so zu sehen, ob das stimmt, was Jesus gesagt hat.<br \/>\nDa\u00df Gott f\u00fcr uns sorgen will. Daf\u00fcr riskieren sie nicht nur ihre altgewohnten<br \/>\nErfahrungswerte. Sie nehmen auch in Kauf, sich gr\u00fcndlich l\u00e4cherlich zu machen.<br \/>\nDie Leute, die da noch am Ufer stehen und miteinander \u00fcber das reden, was dieser<br \/>\nWanderrabbi aus Galil\u00e4a gesagt hat, werden sich die Augen gerieben haben, als sie das sahen:<br \/>\nda\u00df die Fischer nach beendeter Predigt nicht wieder ans Land zur\u00fcckgerudert<br \/>\nsind, sondern hinaus auf den See. Und da\u00df sie sich nicht entbl\u00f6den,<br \/>\ndort die Netze auszuwerfen, am hellerlichten Tage. So \u00fcberm\u00fcdet k\u00f6nnen<br \/>\nsie doch eigentlich nicht sein, da\u00df sie nicht wissen, da\u00df das nichts<br \/>\nbringt. Gleich werden alle \u00fcber Petrus und seine Genossen lachen, wenn sie<br \/>\nihre Netze\u00a0 einholen, in denen h\u00f6chstens Wasserpflanzen h\u00e4ngen geblieben sind.<br \/>\nJesus setzt aber auch viel aufs Spiel. Denn wenn sich herumspricht, da\u00df er derjenige war, der<br \/>\ndazu geraten hatte, auf Fang zu gehen, wird wohl keiner der dort Versammelten<br \/>\nauf seine Predigt noch etwas geben wollen. \u0093Taugt alles nichts, das ganze Gerede,<br \/>\nkannste mal sehen.&#8220; <\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">Das kann schnell dabei herauskommen, wenn auf die rechte Lehre die falsche<br \/>\nTat folgt. Zur Orthodoxie, zu dem, was wir richtigerweise sagen,<br \/>\ngeh\u00f6rt die Orthopraxis, also das, was wir dementsprechend tun. Die<br \/>\nbeste Lehre verk\u00fcmmert ohne die rechte Tat. Wenn man hier versagt,<br \/>\nist man blamiert. In unserer Geschichte k\u00f6nnte man meinen, da\u00df niemand<br \/>\nblamiert ist. Nicht Jesus. Denn da\u00df das, was er sagt, recht beh\u00e4lt,<br \/>\ndas konnten hier alle verstehen. Noch die Fischer, die sogar andere<br \/>\nherbeirufen m\u00fcssen, damit ihre Netze nicht rei\u00dfen<br \/>\n&#8211; so einen Fang hatten sie vielleicht noch nie gemacht &#8211; da konnten<br \/>\nsie eigentlich stolz sein. Oder nicht? Einer ist nicht stolz. Einer<br \/>\nf\u00fchlt sich pl\u00f6tzlich elend.<br \/>\nWie ein Nachtfalter, dem am Tage pl\u00f6tzlich die Augen aufgehen. Er sieht<br \/>\nnur, da\u00df er geblendet ist von einer sagenhaften Helle. &#8222;Herr, geh weg<br \/>\nvon mir, denn ich bin ein s\u00fcndiger Mensch.&#8220;\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\">&#8222;F\u00fcrchte dich nicht&#8220;, sagt Jesus hier zu dem geblendeten Nacht-Fischer.\u00a0 Ich<br \/>\nh\u00f6re das so, als wollte er sagen: &#8222;F\u00fcrchte dich nicht vor dem Heiligen,<br \/>\nwenn es dir begegnet. Wundere dich nicht, wenn es hell ist. So ist<br \/>\ndas lebendige Leben.&#8220; &#8211; &#8222;F\u00fcrchte dich nicht&#8220;, daraus spricht f\u00fcr mich<br \/>\nauch ein gro\u00dfer Trost. Wenn Jesus den Simon Petrus so anredet, bedeutet<br \/>\ndas, da\u00df er ihn kennt, da\u00df er ihn annimmt und liebt. Und wenn das so ist,<br \/>\nbraucht Petrus wirklich nichts zu bef\u00fcrchten von dem, den er hier &#8222;Meister&#8220; nennt.<br \/>\nAls allererstes \u00a0&#8222;f\u00fcrchte dich nicht&#8220; zu sagen, ist also sehr gut. Es nimmt viel scharfen Wind<br \/>\naus den Segeln. Danach kann vieles andere gesagt werden. Was hier daraufhin<br \/>\ngesagt wird, finde ich allerdings atemberaubend: &#8222;Von nun an wirst du Menschen<br \/>\nfangen&#8220;.<br \/>\nMenschen fangen &#8211; wieso? Petrus ist doch Fischer, eben noch haben wir<br \/>\ngeh\u00f6rt, wie er aus dem Boot ins Wasser sprang und das Netz an Land zog.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div>\n<p><span style=\"color: #000000;\">In meiner Kinderbibel war ein Bild davon, das zeigte, wie Petrus und<br \/>\nseine Freunde im flachen Wasser des Sees vorsichtig<br \/>\nwatend die \u00fcbervollen Netze zogen. Sie hielten in der einen Hand ihre<br \/>\nlangen Gew\u00e4nder, die sie refften &#8211; jeder hatte eins in einer anderen<br \/>\nFarbe: Petrus rot, Jakobus blau und Johannes gelb. Mit der anderen<br \/>\nHand zogen sie ihr Netz ans Ufer. Sie sahen so gl\u00fccklich aus, die Fischer,<br \/>\nund ich fand das Bild wundersch\u00f6n. Warum soll der Petrus nun alles<br \/>\nstehen und liegen lassen und weggehen? Er mu\u00df doch seinen Fang feiern<br \/>\nund dann verkaufen und dann die Netze flicken und \u00fcberhaupt &#8211; sollte<br \/>\ner nicht dort bleiben, wo er zuhause ist?\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"> Manche Dinge gehen einfach vor. Wo es ums Leben geht, ums lebendige Leben,<br \/>\nf\u00e4llt die Entscheidung manchmal sehr schnell. Petrus geht mit, Menschen zu<br \/>\nfangen.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"> Menschen fangen &#8211; das klingt befremdlich, finde ich. Richtig unheimlich. Wenn ich mir<br \/>\nvorstelle, da\u00df meine Tochter vielleicht eines Tages in die H\u00e4nde irgendwelcher<br \/>\nMenschenf\u00e4nger geriete, wird mir ganz \u00fcbel.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"> Ich habe sie gefragt, was ihr bei &#8222;Menschen fangen&#8220; einf\u00e4llt, und da hat sich gelacht<br \/>\nund mich gefragt, ob ich das etwa nicht im Kindergarten gespielt habe, als<br \/>\nich ein Kind war. Sie sagt, sie spielen dort ganz oft &#8222;Fischer, Fischer&#8220;. Ein<br \/>\nKind ist der F\u00e4nger, so hei\u00dft das, und die anderen sind die Fische. Wenn sie<br \/>\nausreichend oft gefragt haben, wie tief das Wasser ist und einer von den Fischen<br \/>\ndas andere Ufer erreicht hat, geht das Fangen los. Der F\u00e4nger versucht, m\u00f6glichst<br \/>\nviele Kinder zu fangen. Meine Tochter sagt, sie versucht dann nat\u00fcrlich, wegzulaufen.<br \/>\nAber geschnappt zu werden, ist auch sch\u00f6n. Au\u00dferdem ist man, wenn man als erster<br \/>\ngeschnappt urde, beim n\u00e4chsten Mal der F\u00e4nger.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"> Menschenf\u00e4nger zu sein &#8211; sich fangen zu lassen, um dann als n\u00e4chstes andere zu fangen.<br \/>\nDen Nachtfalter, der sich ins Treppenhaus verirrt hatte, mu\u00dften wir fangen,<br \/>\num ihn zu befreien. Jetzt denke ich, mit uns Menschen ist es nicht anders.<br \/>\nNormalerweise sind wir n\u00e4mlich gefangen. Wir tappen sehr unsicher durch unser<br \/>\nLeben und sto\u00dfen st\u00e4ndig gegen W\u00e4nde, w\u00e4hrend wir versuchen, unseren Weg zu<br \/>\nfinden. Geschnappt zu werden, das k\u00f6nnte also sehr gut sein. Wenn es der Richtige<br \/>\nist, der uns f\u00fcr sich einnimmt. Und wenn es behutsam geschieht. Und schlie\u00dfllich<br \/>\nins Freie entlassen zu werden, das ist bestimmt das Beste, was uns passieren<br \/>\nkann.\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"> Beim Menschenfangen geht es darum. Menschen f\u00fcr Gottes Sache zu gewinnen, das hei\u00dft<br \/>\nals erstes, sie aus den Netzen zu befreien, in die sie sich verstrickt hatten.<br \/>\nSolche Netze gibt es viele, und wer ehrlich ist, kennt auch die, in die er<br \/>\nselbst schon oft geraten ist. \u00dcberzogener Ehrgeiz und die Sucht nach Anerkennung<br \/>\nkann so eine Falle sein, in die wir immer wieder hineintappen, oder die \u00dcberzeugung,<br \/>\nvon anderen Menschen doch nur ausgenutzt zu werden und deshalb am besten allein<br \/>\nzu bleiben. Manche Leute glauben, es allen anderen recht machen zu m\u00fcssen und<br \/>\nselbst gar nicht vorkommen zu d\u00fcrfen, w\u00e4hrend andere ganz selbstverst\u00e4ndlich<br \/>\ndavon ausgehen, da\u00df es um sie und nur um sie geht, weshalb sich alle nach ihnen<br \/>\nrichten m\u00fc\u00dften. &#8211; Ich will jetzt nicht hunderte von solchen selbstgestrickten<br \/>\nNetzen vorstellen, in die wir vorzugsweise hineingeraten, w\u00e4hrend wir meinen,<br \/>\nfrei zu sein. Wir kennen unsere gut, und die von anderen erkennen wir auch.<br \/>\nWir wissen auch, da\u00df diese Fallstricke uns das Leben schwer bis unm\u00f6glich machen.<br \/>\nDa\u00df es einen geben k\u00f6nnte, der uns ganz vorsichtig f\u00e4ngt, um uns dann freizulassen<br \/>\nins Leben, das ist eine wirklich wunderbare Sache. Eine \u00fcberw\u00e4ltigende Erfahrung.<br \/>\nWer sie gemacht hat, wird sich vielleicht daran erinnern, da\u00df man erst mal<br \/>\nwie geblendet dasteht, wenn einem das geschieht. Aber wer bei dieser neuen<br \/>\nErfahrung bleibt und nicht zur\u00fcckkehrt zu den alten Netzen, wird sie auch weitergeben<br \/>\nwollen an andere. Es kann sein, da\u00df er ein Menschenfischer wird, so wie Petrus.<br \/>\nMenschen einnehmen f\u00fcr die Sache Gottes, damit sie frei werden k\u00f6nnen. Fr\u00fcher<br \/>\nnannten wir das in der Kirche &#8222;Mission&#8220;, also Sendung. Zu anderen hin gesandt<br \/>\nsein, ist damit gemeint, und auch, da\u00df wir das nicht von uns aus tun, sondern<br \/>\nvon Gott aus, der uns dahin schickt, wo er uns braucht.<\/span><\/p>\n<\/div>\n<div><span style=\"color: #000000;\">Mission: Selbst frei werden, immer wieder, und<br \/>\nandere zum Freisein ermutigen in Gottes Namen.<br \/>\nMission, das hei\u00dft nicht nur Predigen. Wer auf die rechte Lehre die rechte<br \/>\nTat folgen l\u00e4\u00dft, wird mit Gottes Mission ankommen bei den Fischern und bei<br \/>\nanderen Leuten.<br \/>\nDas Beste aber ist; da\u00df Gott zuerst mit seinen guten Taten ankommt bei uns.<br \/>\nAuf sein Wort hin k\u00f6nnen wir&#8217;s getrost wagen.<br \/>\nAmen.<\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div>&#8212;&#8212;<\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong>Elisabet Mester, Hannover<br \/>\n<a href=\"mailto:Mester@annastift.de\">Mester@annastift.de<\/a><br \/>\n<\/strong><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>5. Sonntag nach Trinitatis | 20. Juli 2003 | Lukas 5,1\u201311 | Elisabet Mester | Gott schenke uns ein Herz f\u00fcr sein Wort und ein Wort f\u00fcr unser Herz. Liebe Gemeinde, manche Dinge gehen vor. Da kann das, was dran ist, noch so wichtig sein. Es mu\u00df dann erst mal warten. 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