{"id":9504,"date":"2003-07-07T19:49:49","date_gmt":"2003-07-07T17:49:49","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9504"},"modified":"2025-05-08T10:34:03","modified_gmt":"2025-05-08T08:34:03","slug":"matthaeus-28-16-20-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-28-16-20-4\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 28, 16-20"},"content":{"rendered":"<h3><b><span style=\"color: #000099;\">6. Sonntag nach Trinitatis | 27. Juli 2003 | Matth\u00e4us 28, 16-20 | Jan Ulrik Dyrkj\u00f8b |<\/span><\/b><\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Was l\u00e4\u00dft uns der Evangelist sehen? Der Evangelist Matth\u00e4us l\u00e4\u00dft uns den auferstandenen Christus sehen. Er steht auf den Bergen Galil\u00e4as. Er steht vor den J\u00fcngern. Sie sind von Jerusalem gekommen, um ihm zu begegnen.<\/p>\n<p>Am Ostermorgen kamen die Frauen, um das Grab zu sehen, wo der tote Jesus hineingelegt war, nachdem man ihm vom Kreuz genommen hatte. Ihre Gedanken und ihre Sinne waren von Trauer erf\u00fcllt, und sie rechneten nicht damit, da\u00df sie anderes finden w\u00fcrden als den kalten und dunklen Tod.<\/p>\n<p>Aber sie fanden Licht und Leben. Sie trafen auf einen leuchtenden Engel, der zu ihnen sprach: &#8222;F\u00fcrchtet euch nicht! Ich wei\u00df, da\u00df ihr Jesus sucht, den Gekreuzigten. Er ist nicht hier. Er ist auferstanden, wie er gesagt hat.&#8220;<\/p>\n<p>Die Frauen sollten den J\u00fcngern erz\u00e4hlen, da\u00df Jesus von den Toten auferstanden war, und sie sollten sagen, da\u00df die J\u00fcnger ihm in Galil\u00e4a begegnen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Aber bald danach &#8211; als die Frauen auf dem Wege fort vom Grabe waren &#8211; kam Jesus ihnen entgegen. Die J\u00fcnger sollten ihm erst in Galil\u00e4a begegnen. Aber die Frauen begegneten ihm sofort.<\/p>\n<p>Sie sahen ihn. Sie umarmten seine F\u00fc\u00dfe und beteten ihn an. Und er wiederholte den Befehl, den sie bereits vom Engel erhalten hatten: &#8222;F\u00fcrchtet euch nicht! Sondern geht und sagt meinen Br\u00fcdern, da\u00df sie nach Galil\u00e4a gehen sollen. Dort werden sie mich sehen.&#8220;<\/p>\n<p>Und sie brechen auf von Jerusalem und wandern zur\u00fcck in ihre Heimat und kommen zum Berg. Und es ist wahr, was zu ihnen gesagt worden war! Sie sehen ihn. Er ist bei ihnen. Er ist es wirklich. Eben der Mensch, den sie gekannt haben. Er, der so gro\u00dfe Dinge getan hat und so starke und wunderliche Worte gesprochen hat. Er, dem sie gefolgt sind.<\/p>\n<p>Sie sehen seine Gestalt und sein Gesicht. Sie sehen seine Wunden. Er ist gezeichnet von Schmerz und Tod. Aber sie sind nicht im Zweifel dar\u00fcber, da\u00df er lebt. Er ist lebendig und leuchtend.<\/p>\n<p>Dennoch sind sie merkw\u00fcrdig unsicher. Er ist, wie sie ihn kennen. Und doch ist etwas ganz anders bei ihm. Er ist der himmlische Mensch. Ihn verstehen, das ist wie wenn man sich im Heiligtum befindet. Das ist wie es im Allerheligsten um Jerusalemer Tempel sein mu\u00df.<\/p>\n<p>Sie verstehen nichts von dem, was geschieht. Sie sehen ihn nur. Sie sehen, da\u00df er sie sieht. Sie h\u00f6ren seine Stimme.<\/p>\n<p>Und der Evangelist l\u00e4\u00dft uns das sehen und h\u00f6ren, was die J\u00fcnger sahen und h\u00f6rten an diesem Tage auf dem Berg in Galil\u00e4a.<\/p>\n<p>Ein Mensch, der sein Leben gegeben hat und das himmlische Leben erhalten hat. Ein Mensch, der nichts f\u00fcr sich selbst wollte. Ein Mensch, dem eben darum alles geschenkt wurde. Alle Macht im Himmel und auf Erden.<\/p>\n<p>Die Menschen suchen die Macht. Wir k\u00f6nnten \u00fcberleben. Ja, mehr als das. Wir k\u00f6nnten gut leben. Und wir k\u00f6nnten unser gutes Leben bewahren. Wir k\u00f6nnten uns sichern, so da\u00df niemand und nichts und drohen kann. Wir k\u00f6nnten alle Drohungen von uns weisen. Wir k\u00f6nnten die zerschlagen, die uns entgegenstehen.<\/p>\n<p>Das gilt f\u00fcr den einzelnen. Das gilt f\u00fcr die Gesellschaften. Das gilt f\u00fcr Gro\u00dfm\u00e4chte und Allianzen und Machtzentren. Die Menschen suchen die Macht. Im Guten wie im B\u00f6sen. So ist das Leben in dieser Welt.<\/p>\n<p>Aber dieser himmlische Mensch, der alle Macht von sich gewiesen hat, dieser Menschensohn, der statt die Macht zu wollen sich der Weltmacht ergeben hat, ihm ist alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben.<\/p>\n<p>Die Macht in der Welt. Die Macht in der Gesellschaft. Die Macht in unserem Leben. Das ist alles so, wie es ist, und wir m\u00fcssen es lassen, wie es ist. Aber hier begegnet uns etwas anderes. Christus rei\u00dft uns nicht heraus aus dem Leben und aus der Welt. Aber er weist uns einen ganz anderen Weg. Er zeigt uns, da\u00df wir auf dem Wege sind zu einem ganz anderen Ort. Denn er ist etwas ganz anderes.<\/p>\n<p>&#8222;Alle Macht im Himmel und auf Erden!&#8220; Wir haben die Worte schon geh\u00f6rt: &#8222;Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde &#8230;&#8220;. So begann alles. So begann die Geschichte von der Welt und den Menschen und Gott.<\/p>\n<p>Gott schuf alles, was ist. Gott gab allen Dingen Form und alles Wesen Gestalt. Gott gab allem, was lebt, Leben und Atem. Und Gott schuf uns &#8211; jeden einzelnen von uns &#8211; in seinem Bilde.<\/p>\n<p>Aber auf dem Berge in Galil\u00e4a gibt Gott die Macht von sich. Er gibt alle Macht &#8211; nicht etwas von der Macht, sondern alle Macht &#8211; dem armen und ohnm\u00e4chtigen Jesus. Und nun ist er der herrliche Herrscher \u00fcber alles, was Gott geschaffen hat.<\/p>\n<p>Er ist der Machthaber der Machtlosen. Er ist der, der uns nur zu sich ziehen kann, indem er uns alles gibt. Er ist der, der uns nur an sich binden kann, indem er uns sich selbst gibt.<\/p>\n<p>Der Evangelist l\u00e4\u00dft uns den auferstandenen Christus auf dem Berge sehen. Alles ist in ihm zusammengefa\u00dft, das Himmlische wie das Irdische. So sagt Paulus es im Brief an die Epheser. Das ist das Wahre Bild des Sch\u00f6pferwerkes. Aber das ist auch das wahre Bild von jedem von uns.<\/p>\n<p>In der Taufe trat er vor dich und nahm dich an. So wie es auch heute in der Taufe geschieht f\u00fcr die Kinder, die von ihren Eltern zur Taufe getragen werden.<\/p>\n<p>Er nahm dich an, und er erhielt Macht \u00fcber dich. Auch \u00fcber dir ist ihm alle Macht gegeben. Du bist sein Diener so wie die J\u00fcnger seine Diener waren. Du sollst seine Werke tun.<\/p>\n<p>Aber du bist nicht nur sein Diener. Du geh\u00f6rst auch zu seinen Schwestern und Br\u00fcdern und Freunden. Schon am letzten Abend vor seinem Tode sagt Jesus zu seinen J\u00fcngern: &#8222;Ich nenne euch nicht mehr Diener, ich nenne euch Freunde, denn alles, was ich von meinem Vater geh\u00f6rt habe, habe ich euch kundgetan&#8220;.<\/p>\n<p>Ihr sollt hinaus in die Welt gehen. Ihr sollt die Menschen zu meinen J\u00fcngern machen. Ihr sollt sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes taufen. Im Namen des Vaters. Ja, denn er hat mir alles gegeben. In meinem Namen. Ja, denn alles, was sein ist, hat er mir gegeben. Im Namen des Heiligen Geistes. Ja, denn ihr sollt vom Geist leben, und alles soll vollendet werden durch die Kraft des Geistes.<\/p>\n<p>Und ihr sollt die Menschen all das lehren, was ihr von mir geh\u00f6rt habt und was ich von meinem Vater geh\u00f6rt habe. Ihr seid meine Freunde. Ihr seid meine Gemeinde. Ihr seid meine Kirche auf Erden. Das ist ein Freiplatz. Dort kommt die Wahrheit zur Sprache. Dort wird der Weg ge\u00f6ffnet f\u00fcr die himmlische Herrlichkeit. Dort bin ich selbst gegenw\u00e4rtig. Ich verlasse euch nicht. Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.<\/p>\n<p>Starke M\u00e4chte handeln mit uns. Wirtschaftliche M\u00e4chte. Politische M\u00e4chte. Kulturelle M\u00e4chte. Interessen aller Art machen sich geltend. Alle Mittel werden benutzt, um Einflu\u00df zu gewinnen und den Lauf der Dinge in der Welt zu bestimmen.<\/p>\n<p>Und wir werden beeinflu\u00dft von Meinungen und Analysen, Angebote f\u00fcr Weltanschauungen und den Markt der Religionen, Haltungen, Kritik, Seri\u00f6ses und Unseri\u00f6ses miteinander vermischt. Es werden Zweifel ges\u00e4t an selbst dem Selbstverst\u00e4ndlichsten. Wir sind Bildern und Botschaften und Schlagworten ausgesetzt. Pers\u00f6nlichkeiten treten auf und appellieren an unser Vertrauen. Aber im n\u00e4chsten Augenblick werden sie entlarvt. Niemand hat reine Motive. Wir befinden uns im Zeitalter des Zweifels und der Verwirrung.<\/p>\n<p>Und die Kirche, die der Ort der Wahrheit sein und den Weg zum Himmel sichern sollte, ist keine Ausnahme! Auch die Kirche und ihre Verk\u00fcndigung sind betroffen!<\/p>\n<p>Das ruft zur Besinnung. Das macht erforderlich, da\u00df wir uns auf das ganz Einfache und Grundlegende besinnen. Das was an glaubw\u00fcrdigen Werten \u00fcberliefert ist. Das, was Apostel und Evangelisten verk\u00fcndigen:<\/p>\n<p>Der lebendige und auferstandene Christus. Er, dem trotz aller Weltm\u00e4chte alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben sind. Er, der jeden von uns angenommen hat. Er, der uns folgt. Er, der trotz aller Unsicherheit und Verwirrung und Abfall mit seiner Gemeinde und Kirche ist alle Tage bis an der Welt Ende. Er, dessen Freunde wir sind. Er, der uns nicht loslassen kann.<\/p>\n<p>Er, der auch in Herrlichkeit wiederkommen und unser Richter sein wird! Er und nur er allein wird uns sehen, so wie sie sind, und unser Leben richten. Er und nur er allein ist unser Weg zu Gott. Es gibt keinen anderen. Es ist den Menschen kein anderer Name gegeben unter dem Himmel, durch den wir erl\u00f6st werden.<\/p>\n<p>Das ist von Anfang an verk\u00fcndigt worden. Das ist verk\u00fcndigt worden von Aposteln und J\u00fcngern. Sie lebten und starben daf\u00fcr. Das ist von den Kirchenv\u00e4tern verk\u00fcndigt worden. Das ist verk\u00fcndigt worden von Erneuerern und Reformatoren. Das ist von bekannten und unbekannten Christen bis auf den heutigen Tag gelebt und verk\u00fcndigt worden. Und so wird es auch weiter sein. Wenn wir versagen, wird es andere geben, die nicht versagen.<\/p>\n<p>Das ist zu gro\u00df. Das kann man nicht t\u00f6ten. Er l\u00e4\u00dft sich nicht t\u00f6ten. Nachdem er einmal get\u00f6tet wurde, kann er nicht mehr get\u00f6tet werden. Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfarrer Jan Ulrik Dyrkj\u00f8b<br \/>\nKnud Hjorts\u00f8vej 26<br \/>\nDK-3500 V\u00e6rl\u00f8se<br \/>\nTel.: ++ 45 &#8211; 44 48 06 04<br \/>\n<a href=\"mailto:jukd@vaerloesesogn.dk\">e-mail: jukd@vaerloesesogn.dk<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6. Sonntag nach Trinitatis | 27. Juli 2003 | Matth\u00e4us 28, 16-20 | Jan Ulrik Dyrkj\u00f8b | Liebe Gemeinde! Was l\u00e4\u00dft uns der Evangelist sehen? Der Evangelist Matth\u00e4us l\u00e4\u00dft uns den auferstandenen Christus sehen. Er steht auf den Bergen Galil\u00e4as. Er steht vor den J\u00fcngern. Sie sind von Jerusalem gekommen, um ihm zu begegnen. Am [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11814,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[36,440,1,727,185,157,853,114,1042,305,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-9504","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-matthaeus","category-6-so-n-trinitatis","category-aktuelle","category-archiv","category-aus-dem-daenischen","category-beitragende","category-bibel","category-deut","category-jan-ulrik-dyrkjob","category-kapitel-28-chapter-28","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9504","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9504"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9504\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23690,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9504\/revisions\/23690"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11814"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9504"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9504"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9504"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=9504"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=9504"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=9504"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=9504"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}