{"id":9508,"date":"2003-07-07T19:49:54","date_gmt":"2003-07-07T17:49:54","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9508"},"modified":"2025-05-08T10:44:16","modified_gmt":"2025-05-08T08:44:16","slug":"matthaeus-28-16-20","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-28-16-20\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 28, 16-20"},"content":{"rendered":"<h3>6. Sonntag nach Trinitatis | 27. Juli 2003 | Mt 18,16\u201320 | Peter B\u00f6hlemann |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde, der Predigttext f\u00fcr den heutigen 6. Sonntag nach<br \/>\nTrinitatis ist Mt 28,16-20. Es sind die letzten Worte des auferstandenen<br \/>\nJesus an seine J\u00fcnger:<\/p>\n<p>&#8222;Aber die elf J\u00fcnger gingen nach Galil\u00e4a auf den Berg,<br \/>\nwohin Jesus sie beschieden hatte.<br \/>\nUnd als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder;<br \/>\neinige aber zweifelten.<br \/>\nUnd Jesus trat herzu und sprach zu ihnen:<br \/>\nMir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.<br \/>\nDarum gehet hin und machet zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker:<br \/>\nTaufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes<br \/>\nund lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.<br \/>\nUnd siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.&#8220;<\/p>\n<p>Gebet: Herr, nun sei auch an diesem Tag, jetzt, bei uns<br \/>\nund segne lehren und h\u00f6ren. Amen.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<br \/>\nSie werden die letzten Worte schon mal geh\u00f6rt haben. Jesus Christus<br \/>\nspricht: \u201eSiehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.\u201c<br \/>\nGerne wird zum Jahreswechsel dar\u00fcber gepredigt oder es wird bei<br \/>\nfast jeder Taufe vorgelesen. Mancher von uns hat diesen sogenannten Missionsbefehl<br \/>\nJesu schon als Konfirmand auswendig gelernt. Es ist der Auftrag Jesu,<br \/>\nseine Botschaft weiterzugeben und die Menschen, die sich begeistern lassen,<br \/>\nim Namen des dreieinigen Gottes zu taufen.<br \/>\nIch m\u00f6chte nun mit Ihnen zusammen versuchen, eine Reise zu unternehmen,<br \/>\neine weite Reise auf einen Berg in Galil\u00e4a &#8230;<\/p>\n<p>Es war gl\u00fchend hei\u00df, und die Luft schmeckte nach Staub.<br \/>\nVier Tage lang waren sie nun schon unterwegs gewesen.<br \/>\nZiemlich mutlos waren sie die Wege von Jerusalem hinauf nach Galil\u00e4a<br \/>\ngegangen. Und keiner der J\u00fcnger glaubte eigentlich noch so recht<br \/>\ndaran, dass das alles einen Sinn hatte.<br \/>\nAls es gehei\u00dfen hatte, Jesus sei auferstanden, da waren sie zuerst<br \/>\nalle sprachlos gewesen, doch dann jubelte jeder so laut er konnte. Es<br \/>\nw\u00fcrde weitergehen. Jesus lebte.<br \/>\nUnd sofort hatten sie sich ohne viel Gep\u00e4ck aufgemacht in Richtung<br \/>\nGalil\u00e4a.<br \/>\nAnfangs waren sie so schnell gegangen, wie sie konnten. Doch jetzt im<br \/>\ngebirgigen galil\u00e4ischen Hochland, kamen sie nur langsam voran, obwohl<br \/>\nsie sich ja fast alle gut hier oben auskannten.<\/p>\n<p>Jakobus, der sie f\u00fchrte, wischte sich den Schwei\u00df von der<br \/>\nStirn: \u201eWarum sollen wir ausgerechnet auf diesen hohen Berg kommen?\u201c<\/p>\n<p>In Bartholom\u00e4us Augen blitzte es: \u201eVielleicht will ER von<br \/>\nhier aus sein Reich aufrichten? Wir besiegen die R\u00f6mer aus den Bergen!\u201c<\/p>\n<p>Philippus<br \/>\nsch\u00fcttelte den Kopf und murmelte ein Psalmgebet vor sich<br \/>\nhin:<br \/>\n\u201e<br \/>\nIch hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?<br \/>\nMeine Hilfe kommt vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.<br \/>\nEr wird deinen Fu\u00df nicht gleiten lassen, &#8230;\u201c<\/p>\n<p>Aber keiner<br \/>\nh\u00f6rte ihm richtig zu. Philippus zitierte immer irgendwelche<br \/>\nPsalmen und war der Ansicht, nichts w\u00fcrde geschehen, was nicht geschrieben<br \/>\nst\u00e4nde. Und die J\u00fcnger hatten andere Sorgen.<\/p>\n<p>Petrus versuchte<br \/>\nzum werwei\u00dfwievielten Mal, ihnen zu versichern,<br \/>\ner h\u00e4tte Jesus nicht verleugnen wollen: \u201eIch bin einfach zu<br \/>\ndurcheinander gewesen, als die Soldaten Jesus verhaftet hatten. Und es<br \/>\nh\u00e4tte doch niemandem gen\u00fctzt, wenn ich offen erkl\u00e4rt h\u00e4tte,<br \/>\nzu Jesus zu geh\u00f6ren.\u201c<\/p>\n<p>Doch auch ihm h\u00f6rten die anderen<br \/>\nkaum noch zu. Zu oft hatten sie in den letzten Tagen dar\u00fcber gesprochen.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich<br \/>\nschrie Johannes auf. Er war \u00fcber einen gro\u00dfen<br \/>\nStein, der mitten auf dem Weg lag, gestolpert und hingefallen. \u201eWarum<br \/>\nmuss es denn ausgerechnet dieser Berg sein?\u201c, fragte er mit gequ\u00e4lter<br \/>\nStimme, als er sich wieder aufgerappelt hatte, \u201eWir h\u00e4tten<br \/>\nuns doch genauso gut und ungest\u00f6rt im schattigen Jordantal treffen<br \/>\nk\u00f6nnen!\u201c<\/p>\n<p>\u201e<br \/>\nOder am See Genezareth!\u201c, warf Andreas ein, der es gar nicht mehr<br \/>\nabwarten konnte, endlich wieder zu Hause bei seiner Frau und seinen Kindern<br \/>\nzu sein. Andreas hatte sich schon den ganzen Hinweg \u00fcber auf dem<br \/>\nherrlich k\u00fchlen See Genezareth Netze auslegen gesehen.<\/p>\n<p>Thomas war<br \/>\nden ganzen Weg \u00fcber recht schweigsam gewesen, aber jetzt<br \/>\nkonnte er nicht mehr still sein: \u201eVielleicht war alles nur eine<br \/>\nEinbildung?! Und der Teufel will uns versuchen! Wisst ihr nicht mehr,<br \/>\nwas Jesus erz\u00e4hlt hat, als er versucht wurde? Satan f\u00fchrte<br \/>\nihn auf einen hohen Berg, um ihm alle Reiche der Welt zu zeigen und anzubieten!<br \/>\nJetzt sind wir dran! Das ist bestimmt eine Falle! Wir sollten wieder<br \/>\nzur\u00fcckgehen!\u201c<\/p>\n<p>Der bibelfeste Philippus wehrte ab: \u201eMit<br \/>\nder Einstellung h\u00e4tte<br \/>\nMoses nie die Gesetzestafeln empfangen! Hast du vergessen, dass auch<br \/>\nElia auf einen Berg steigen musste, damit Gott ihm in einem sanften Raunen<br \/>\ndes Windes begegnen konnte?\u201c<\/p>\n<p>Bartholom\u00e4us pflichtete ihm bei, \u201eUnd<br \/>\nes ist ja nicht der erste Berg, auf den wir kommen sollen, ohne dass<br \/>\nwir je dem Teufel begegnet<br \/>\nsind! Aus den Bergen kommt der Sieg!\u201c<br \/>\nPetrus blieb stehen und sah die anderen an. Er war jetzt wieder ganz<br \/>\nbei der Sache: \u201eMoment, \u00fcberlegt doch mal!\u201c<br \/>\nSeine Stimme \u00fcberschlug<br \/>\nsich fast, als er weiterredete: \u201eEs<br \/>\nwar ein Berg, auf dem Jesus uns gelehrt hat &#8211; von der Liebe zu den Feinden,<br \/>\nsein Gebet und vom Reich Gottes! Und als ihm Elia und Mose erschienen,<br \/>\ndie beiden, von denen du gerade geredet hast, Philippus, und Jesus verkl\u00e4rt<br \/>\nwurde und wir die Stimme Gottes geh\u00f6rt haben, das war auch auf einem<br \/>\nhohen Berg! Wir m\u00fcssen weitergehen! Schnell!\u201c<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger hasteten weiter. Ihre Herzen klopften und ihre Gedanken<br \/>\nkamen nicht mehr zur Ruhe. W\u00fcrden sie Jesus begegnen? Oder war alles<br \/>\nnur in ihrer Einbildung geschehen?<br \/>\nVielleicht war Jesus nur ein guter Mensch gewesen, von dem sie viel gelernt<br \/>\nhatten. Vielleicht hatten sie einfach zu viel erwartet. Nicht alle waren<br \/>\ndamals so begeistert wie sie, als sie Jesus reden geh\u00f6rt hatten.<br \/>\nAber wenn er wirklich der Sohn Gottes ist? Nicht nur ein guter Mensch,<br \/>\nsondern Gott als Mensch &#8230;?<\/p>\n<p>Jakobus ging immer noch voran, hinter ihm Andreas. Andreas stellte sich<br \/>\ngerade vor, wie er vor seinem Haus sa\u00df und Fische briet, und seine<br \/>\nFrau ihm einen Krug brachte, gef\u00fcllt mit k\u00fchlem Wein, als ER<br \/>\npl\u00f6tzlich vor ihnen stand &#8230;<\/p>\n<p>Keiner sagte mehr ein Wort. Sie standen<br \/>\neinen Moment wie angewurzelt, dann fielen sie auf die Knie.<br \/>\nSie wollten jubeln, aber keiner brachte ein Wort \u00fcber die Lippen.<br \/>\nWar er es wirklich? Er sah anders aus, gr\u00f6\u00dfer, m\u00e4chtiger.<br \/>\nWar es vielleicht nur ein Trugbild?<\/p>\n<p>Thomas kniff einen Moment die Augen<br \/>\nzusammen, dann zwang er sich, genau hinzusehen.<br \/>\nPetrus hatte Angst, \u201eIch habe versagt!\u201c<br \/>\nEinige zitterten richtig. Sie waren hin und her gerissen zwischen Zweifel<br \/>\nund Vertrauen, Angst und Hoffnung.<\/p>\n<p>Da macht Jesus einige Schritte auf<br \/>\nsie zu. Er kommt ihnen entgegen. Er sieht sie an. Und sie sp\u00fcren<br \/>\nseine Liebe. Alle Angst ist verschwunden, der Zweifel ist nicht mehr<br \/>\nda. Sie sp\u00fcren auf einmal, welche Ruhe<br \/>\nund welche Kraft von Jesus ausgehen.<br \/>\nDann spricht Jesus zu ihnen. Und sie h\u00f6ren zu, anders als fr\u00fcher.<br \/>\nSie h\u00f6ren mit den Herzen &#8230; \u201e<br \/>\nMir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden.\u201c<\/p>\n<p>Bartholom\u00e4us<br \/>\ndurchfuhr es. \u201eAlle Gewalt?\u201c, dachte er, \u201edas<br \/>\nhie\u00dfe doch, dass Jesus mehr Macht h\u00e4tte als alle R\u00f6mer<br \/>\nzusammen\u201c.<br \/>\nEr sah sich schon im Namen Jesu gegen die R\u00f6mer ziehen. Jesus w\u00fcrde<br \/>\nKaiser werden. Und sie, sie w\u00e4ren seine Hofbeamten. Jeder von ihnen<br \/>\nw\u00fcrde m\u00e4chtiger sein als dieser Feigling Pontius Pilatus.<\/p>\n<p>Jesus sah die J\u00fcnger einen nach dem anderen an.<br \/>\n\u201e<br \/>\nDarum geht hin und macht zu J\u00fcngern alle V\u00f6lker &#8230;\u201c<\/p>\n<p>Andreas<br \/>\nsp\u00fcrte die Kraft und die Liebe, die von Jesu Worten ausging.<br \/>\nNichts w\u00fcrde mehr so sein, wie es war. Er wusste, dass sein Leben<br \/>\nsich \u00e4ndern w\u00fcrde, und dachte: \u201eIch habe es immer geahnt.<br \/>\nEs wird nichts mehr mit den ruhigen Tagen und der Fischerei am See<br \/>\nGenezareth. Wir werden weiter ziehen. Aber meine Frau und die Kinder<br \/>\nnehme ich mit!\u201c<\/p>\n<p>\u201e<br \/>\nTauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes<br \/>\n&#8230;\u201c<br \/>\nThomas sp\u00fcrte keine Angst und keine Zweifel mehr. Vielleicht war<br \/>\ndas das Geheimnis, das er nie verstanden hatte. Jesus war Gott und<br \/>\nGott war in Jesus. Und die Kraft, die ihn jetzt so ruhig und hoffnungsvoll<br \/>\nwerden lie\u00df, diese Kraft, die er zum ersten Mal bei seiner Taufe<br \/>\ngesp\u00fcrt hatte, diese Kraft war der heilige Geist. Und sie war<br \/>\nauch Gott. Gott in uns. Jesus l\u00e4chelte und sah Thomas in die Augen.<br \/>\nOb Jesus wusste, was er gedacht hatte? Es schien Thomas, als h\u00e4tte<br \/>\ner ihm zugenickt.<\/p>\n<p>Dann wanderte Jesu Blick zu Petrus.<br \/>\n\u201e &#8230; und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.\u201c<br \/>\nPetrus wollte wegschauen: \u201eIch habe nichts gehalten\u201c, dachte<br \/>\ner. \u201eIch h\u00e4tte nicht mit auf diesen Berg gehen sollen! Aber<br \/>\nwarum hatte Jesus ihn dann hierher bestellt? Warum sah er ihn so freundlich<br \/>\nan?\u201c<br \/>\nUnd dann fasste Petrus einen Entschluss. \u201eIch werde hingehen, so<br \/>\nweit ich kann. Ich werde allen erz\u00e4hlen, was wir erlebt haben,<br \/>\nwas Jesus uns beigebracht hat. Alle Menschen m\u00fcssen doch wissen,<br \/>\nwer er war. Ich werde es ihnen erz\u00e4hlen, wie ich versagt habe,<br \/>\nwie feige ich war und wie freundlich er mich dann noch angesehen<br \/>\nhat. &#8211; Aber was<br \/>\nist, wenn sie es nicht h\u00f6ren wollen? Ich habe das Reden doch<br \/>\nnicht gelernt. Oder wenn die R\u00f6mer uns gefangennehmen?\u201c<\/p>\n<p>Jesu<br \/>\nStimme riss Petrus und die anderen J\u00fcnger aus ihren Gedanken:<br \/>\n\u201e Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.\u201c<br \/>\nEs war still geworden auf dem Berg. Keiner der J\u00fcnger konnte sp\u00e4ter<br \/>\nsagen, was geschehen war. Aber sie waren ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, was ist eigentlich mit uns geschehen seit wir getauft<br \/>\nwurden?<br \/>\nWorauf haben wir unsere Hoffnungen gesetzt, und wo liegen unsere Entt\u00e4uschungen?<br \/>\nWelchen Weg ist dieser Jesus mit uns gegangen?<br \/>\nWie ist es dir gegangen als Mensch und J\u00fcngerin oder J\u00fcnger<br \/>\nJesu?<\/p>\n<p>Mancher wird sein Glaubensleben wie die J\u00fcnger damals als<br \/>\nWanderung auf einen hohen Berg erlebt haben. Hinter uns liegen<br \/>\ngute Erfahrungen<br \/>\nmit Jesus, Erinnerungen an pers\u00f6nliche Begegnungen, an Highlights<br \/>\ndes Glaubens. Jeder von uns hat seine Geschichte mit der Kirche und mit<br \/>\nGottes Sohn, und an manches erinnern wir uns gerne. Aber auf Dauer k\u00f6nnen<br \/>\nwir nicht von Erinnerungen leben. Eine Zeit lang mag das gut gehen. Aber<br \/>\nirgendwann wird dein Weg zu m\u00fchsam und du sehnst dich nach neuen<br \/>\nGlaubenserfahrungen. Je schwieriger dein Weg wird, umso mehr Zweifel<br \/>\nkommen auf. Ist dieser Weg vielleicht der falsche? Bist du oder sind<br \/>\ndie anderen auf dem Holzweg?<\/p>\n<p>Und dann kommt die erste Durststrecke, dein<br \/>\nGlaubensproviant geht langsam zu Neige. Der erste R\u00fcckschlag kommt.<br \/>\nAber der wirft dich noch nicht aus der Bahn. Erst der zweite oder dritte<br \/>\nl\u00e4\u00dft Zweifel aufkommen.<br \/>\nUnd die Erinnerungen an Jesus werden immer blasser.<\/p>\n<p>Den J\u00fcngern damals wird es \u00e4hnlich gegangen sein. Sie hatten<br \/>\ntolle Erfahrungen mit Jesus gemacht. Er hatte ihren Alltag und ihren<br \/>\nGlauben gr\u00fcndlich umgekrempelt. Aber was sollte nun geschehen? W\u00fcrde<br \/>\nalles wieder so werden wie fr\u00fcher? Keiner von ihnen hatte eine theologische<br \/>\nAusbildung. Sie waren sich noch nicht einmal in allen Fragen des Glaubens<br \/>\neinig. Sie waren eine kleine Gruppe von Frauen und M\u00e4nnern, die<br \/>\nGottes Geist ergriffen und bewegt hatte. Aber sie hatten keine Ahnung,<br \/>\nwie es weiter gehen k\u00f6nnte. Die Sache Jesu schien ihr Ende erreicht<br \/>\nzu haben.<\/p>\n<p>Aber liebe Schwestern und Br\u00fcder, die Sache Jesu geht weiter, damals<br \/>\nin Galil\u00e4a und heute bei uns. Denn es h\u00e4ngt nicht von unseren<br \/>\nF\u00e4higkeiten ab, sondern von Gottes Geist. Und es liegt nicht an<br \/>\nunserem Tun und Machen, sondern an seinem Wirken.<br \/>\nGott baut sein Reich und er will dich daf\u00fcr gebrauchen. Denn er<br \/>\nbaut es mit Menschen wie dir.<\/p>\n<p>Das haben die J\u00fcnger damals auf dem<br \/>\nBerg in Galil\u00e4a verstanden.<br \/>\nUnd sie haben nicht aufgeh\u00f6rt, daran zu glauben und sich daf\u00fcr<br \/>\neinzusetzen. Und so wie die Begegnung mit Jesus jeden von ihnen ver\u00e4ndert<br \/>\nhatte, so ver\u00e4nderte er auch die Menschen, denen sie sp\u00e4ter<br \/>\nvon ihm erz\u00e4hlten.<\/p>\n<p>Einer dachte: Ich werde nie mehr allein sein.<br \/>\nJesus wird immer da sein.<br \/>\nEin anderer sp\u00fcrte die Kraft und den Mut des g\u00f6ttlichen Geistes<br \/>\nund ging hin und erz\u00e4hlte und berichtete, was er mit Jesus erlebt<br \/>\nhatte. Manche lachten ihn aus. Andere h\u00f6rten einfach weg. Aber einige<br \/>\nentdeckten durch ihn ein neues Leben.<br \/>\nEiner schaffte es, seinen Hass durch Liebe zu besiegen, nicht nur einmal<br \/>\nsondern immer wieder. Und viele Menschen merkten, dass Christsein frei<br \/>\nmacht.<br \/>\nWer Christ wurde, lie\u00df sich taufen auf den Namen des Vaters, des<br \/>\nSohnes und des heiligen Geistes. Sp\u00e4ter wurden auch die Kinder getauft.<br \/>\nUnd jedesmal waren Menschen da, die um den Segen des dreieinigen Gottes<br \/>\nbaten. Und Gott verwehrte seinen Segen keinem.<\/p>\n<p>Viele Menschen zweifelten.<br \/>\nWas kann ich schon tun? Manche versuchten, andere mit Gewalt zu bekehren,<br \/>\nund manche meinten, Mission sei heute<br \/>\nzwecklos.<br \/>\nVielen ging es wie den J\u00fcngern. Sie waren ver\u00e4ngstigt und zweifelten.<br \/>\nSie sp\u00fcrten nur wenig davon, dass Jesus lebt. Wie den J\u00fcngern<br \/>\nfehlte ihnen die Kraft zu glauben und die Hoffnung, dass die Liebe st\u00e4rker<br \/>\nist als alle Dinge und Gewalten, die uns beherrschen.<br \/>\nViele waren viel zu streng mit sich selbst und viele waren nicht streng<br \/>\ngenug.<br \/>\nIhnen allen, uns allen, dir und mir, sagt der auferstandene Jesus Christus:<br \/>\n\u201e<br \/>\nMir ist alle Gewalt im Himmel und auf Erden gegeben. Deshalb geht hin<br \/>\nund gebt meine Liebe weiter. Denn ich bin bei euch alle Tage bis an der<br \/>\nWelt Ende\u201c.<\/p>\n<p>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als all unsere Vernunft, der<br \/>\nbewahre unserer Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.<\/p>\n<p>&#8212;<\/p>\n<p>GEBET: Lieber Vater, gib uns die Kraft,<br \/>\nda zu sein, wo wir gebraucht werden.<br \/>\nLass unser ganzes Leben Zeugnis werden &#8211; da wo Du uns hinstellst.<br \/>\nLass uns dem Berg der Widerst\u00e4nde und der Zweifel nicht aus dem<br \/>\nWeg gehen, wenn es darum geht,<br \/>\nuns zu unserem Christsein zu bekennen.<br \/>\nSchenk uns durch Deinen Geist Hoffnung<br \/>\nund ver\u00e4ndere unser Leben.<br \/>\nWerde Du zum Mittelpunkt, heute, morgen und immer.<br \/>\nLass uns weitergeben, was Du uns gegeben hast.<br \/>\nAmen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfr. Dr. Peter B\u00f6hlemann, Schwerte,<br \/>\nDozent am Institut f\u00fcr Aus-, Fort- und Weiterbildung der EKvW<br \/>\n<a href=\"mailto:p.boehlemann@institut-afw.de\">E-Mail: p.boehlemann@institut-afw.de<\/a> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>6. Sonntag nach Trinitatis | 27. 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