{"id":9511,"date":"2003-08-03T19:49:50","date_gmt":"2003-08-03T17:49:50","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9511"},"modified":"2025-05-08T11:01:47","modified_gmt":"2025-05-08T09:01:47","slug":"markus-630-44","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-630-44\/","title":{"rendered":"Johannes 6,1\u201315"},"content":{"rendered":"<h3>7. Sonntag nach Trinitatis | 3. August 2003 | Johannes 6,1\u201315 | J\u00f8rgen Demant |<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Es wird wohl jemanden unter uns geben, der sagen will:<br \/>\nNaja, nun werden wir von einem der Wunder Jesu h\u00f6ren. Ach ja, die<br \/>\nKirche und das Christentum sind nicht weiter gekommen als an Wunder zu<br \/>\nglauben. Aber wir wissen es besser: Jesus speiste nicht die gro\u00dfe<br \/>\nVolksmenge mit f\u00fcnf Broten und zwei Fischen. Wie in aller Welt soll<br \/>\ndas zugegangen sein? Nein, das, was damals geschah, war, da\u00df die<br \/>\nmeisten in der Volksmenge sehr vern\u00fcnftig Essen von zu Hause mitgenommen<br \/>\nhatten, aber als sie sahen, da\u00df der kleine Junge das austeilte,<br \/>\nwas er mithatte, wurden sie so ger\u00fchrt, da\u00df sie ihre Vorr\u00e4te<br \/>\nauspackten und miteinander teilten.<\/p>\n<p>Brot und Fisch, das hatten sie mit von zu Hause, so wie die Eskimos<br \/>\ngerne ein St\u00fcck Walfleisch in ihrem Hut verbergen f\u00fcr den Fall,<br \/>\nda\u00df sie hungrig werden.<br \/>\nSie teilten jedoch das Essen &#8211; und das<br \/>\nist auch ein Wunder.<\/p>\n<p>Oder ein anderer &#8211; ich glaube einige meiner Konfirmanden w\u00fcrden<br \/>\nsagen: Ja, ein Wunder dieser Art ist alter Aberglaube oder Wunderglaube.<br \/>\nAlso etwas, das unterhalb unseres heutigen Verstehens liegt. Ein Mirakel<br \/>\nals Aberglaube bzw. Wunderglaube &#8211; das mu\u00df gedeutet werden. Ausgelegt<br \/>\nwerden. Wir kommen also zum Kern der Bedeutung der Geschichte von Jesus,<br \/>\nder tausende von Menschen mit zwei Broten satt macht. Damit soll gesagt<br \/>\nwerden, da\u00df Jesus etwas ganz Besonderes ist.<\/p>\n<p>Da sitzt wohl ein kleiner Rationalist in uns allen. Wir denken vern\u00fcnftig<br \/>\n&#8211; k\u00fchl zur\u00fcckgelehnt: Ja, ja, das ist eine sch\u00f6ne Geschichte.<br \/>\nAber eine primitive Form von Glauben.<\/p>\n<p>Dazu ist zu sagen: Der Aberglaube bl\u00fcht heute wie nie zuvor. Glaube<br \/>\nan Geister jeder Art. Selbst das Fernsehen zieht gro\u00dfe Mengen von<br \/>\nSehern an, indem man die merkw\u00fcrdigsten geistigen Ph\u00e4nomene<br \/>\nzeigt, die weit mehr phantastisch und merkw\u00fcrdig sind als das, was<br \/>\nder Bericht des Evangeliums erz\u00e4hlt. Ich m\u00f6chte also ernsthaft<br \/>\nbezweifeln, ob wir wirklich so viel vern\u00fcnftiger geworden sind.<\/p>\n<p>Und schlie\u00dflich: Kommen wir in die Kirche, nur um unser Leben<br \/>\nzu deuten, indem wir es vern\u00fcnftig erkl\u00e4ren? Versteht du alles,<br \/>\nwas du bei einer Taufe mit erlebt hast? Verstehen wir alles in den Liedern?<br \/>\nVerstehen wir das Wunder? Verstehen wir, da\u00df wir leben? Verstehst<br \/>\ndu, da\u00df du sterben wirst? Kommen wir nur, um zu verstehen und auszulegen?<\/p>\n<p>Vielleicht kommen wir auch, weil wir uns \u00fcber etwas wundern. Da\u00df hier<br \/>\nein Spalt ist in ein Geheimnis in unserem Leben, das wir auf keine vern\u00fcnftige<br \/>\nFormel bringen k\u00f6nnen. Sind Brot und Fisch etwas, was man versteht<br \/>\noder erlebt?<\/p>\n<p>Ihr m\u00fc\u00dft nun eine Erz\u00e4hlung h\u00f6ren, die zum Wundern<br \/>\nAnla\u00df gibt. Mehr Wundern als \u00dcberraschen. Mehr Wundern als<br \/>\nVerstehen. H\u00f6rt also erst mal zu:<\/p>\n<p>Es war einmal eine Frau. Sie war Dienstm\u00e4dchen f\u00fcr zwei \u00e4ltere<br \/>\nFrauen, zwei Schwestern, die zusammen wohnten. Das war im 19. Jahrhundert<br \/>\nan der norwegischen Westk\u00fcste. Die beiden waren T\u00f6chter eines<br \/>\nPropstes. Als er starb, vesorgten sie die kleine Gemeinde. Sie hielten<br \/>\nBibelstunden, wo sie um einen Tisch sa\u00dfen und aus der Bibel lasen.<br \/>\nSie legten die Bibel f\u00fcr einander aus. Die Propstt\u00f6chter halfen<br \/>\nden Kranken, brachten den Bettl\u00e4gerigen Essen.<\/p>\n<p>Das Dienstm\u00e4dchen, das sie hatten, war pl\u00f6tzlich an einem<br \/>\nkalten Abend aufgetaucht. Sie war mit dem Schiff gelandet aus Frankreich<br \/>\ndrau\u00dfen an der K\u00fcste. Sie suchte Unterkunft bei ihnen. Sie<br \/>\nwurde eine gro\u00dfe St\u00fctze, sowohl f\u00fcr die Propstt\u00f6chter,<br \/>\ndie nun keine Hausarbeit mehr verrichten mu\u00dften, als auch f\u00fcr<br \/>\ndie Gemeinde, denn ihr Essen war viel besser. Babette &#8211; so hie\u00df das<br \/>\nDienstm\u00e4dchen &#8211; gewann in der Lotterie. Und sie wollte alles Geld<br \/>\nf\u00fcr ein Essen f\u00fcr die Gemeinde ausgeben aus Anla\u00df des<br \/>\n100. Geburtstages des verstorbenen Propstes.<\/p>\n<p>Die Propstt\u00f6cher und die Gemeinde waren etwas unsicher und skeptisch.<br \/>\nNat\u00fcrlich froh dar\u00fcber, da\u00df das Jubil\u00e4um gefeiert<br \/>\nwerden sollte. Aber da\u00df es eine kulinarisch gro\u00dfartige Mahlzeit<br \/>\nwerden sollte, das h\u00e4tte man sich gerne verbeten, denn sie lebten<br \/>\nnach der Auslegung der Bibel, wie sie der Propst ihnen gelehrt hatte.<br \/>\nDie lief darauf hinaus, da\u00df man gen\u00fcgsam und sparsam leben<br \/>\nsoll. Puritanisch w\u00fcrden einige sagen, zur\u00fcckhaltend und angemessen.<br \/>\nDenn das Essen bedeutete ja nichts. Das Geistige war wichtig.<\/p>\n<p>Als der 100. Geburtstag kam, waren alle 12 Gemeindeglieder mit den<br \/>\nT\u00f6chtern des Propstes versammelt. Ein General und seine Tante &#8211;<br \/>\neine Gutsbesitzerin war auch dabei. Die T\u00f6chter des Propstes hatten<br \/>\nbestimmt, da\u00df man nicht \u00fcber das Essen reden d\u00fcrfe, wenn<br \/>\nes auf den Tisch kam. Es bedeutete nichts. Es war ja der 100. Geburtstag<br \/>\ndes Propstes, der im Mittelpunkt stand, was er bedeutet hatte. Hier gab<br \/>\nes nichts als Gerstenbei, Klippfisch und Limonade.<\/p>\n<p>Der Klippfisch hatte sich in eine Schildkr\u00f6tensuppe verwandelt.<br \/>\nDer Gerstenbrei zu &#8222;cailles en sarchphage&#8220; &#8211; eingebackene Wachteln,<br \/>\ndie Limonade in den italienischen Amontillado. Leckerein im \u00dcberflu\u00df.<\/p>\n<p>Der General h\u00e4lt eine Rede, wo er ein Lied zitiert, das wir noch<br \/>\nheute in unserem Gesangbuch haben: &#8222;Gnade und Wahrheit kommen zusammen,<br \/>\nmeine Freunde &#8230; Gerechtigkeit und Freude sollen einander k\u00fcssen&#8220;.<br \/>\nGro\u00dfe Worte. Fast geheimnisvolle Worte, die nicht zu verstehen<br \/>\nsind. Aber dann f\u00fcgt er hinzu: &#8222;Wir Menschen sind kurzsichtig.<br \/>\nWir wissen wohl, da\u00df es Gnade im Univers gibt. Aber in unserer<br \/>\nmenschlichen Kurzsichtigkeit stellen wir uns sogar die g\u00f6ttliche<br \/>\nGnade als endlich vor. Wir zittern dann .., bis wir hier in unserem Leben<br \/>\nunsere Entscheidung treffen. Und wir f\u00fcrchten, nachdem wie sie getroffen<br \/>\nhaben, da\u00df wir nicht richtig gew\u00e4hlt haben. Aber der Augenblick<br \/>\nkommt, wo unsere Augen ge\u00f6ffnet werden und wir verstehen, da\u00df die<br \/>\nGnade unendlich ist. Sie verlangt nichts anderes von uns, als da\u00df wir<br \/>\nsie in Vertrauen erwarten und sie dankbar erkennen. Sie stellt keine<br \/>\nBedingungen und w\u00e4hlt keinen einzelnen unter uns aus; sie deklariert<br \/>\nallgemeine Amnestie. Siehe, das was wir gew\u00e4hlt haben, wird uns<br \/>\ngeschenkt, und das, was wir abgeschlagen haben, wird uns zuteil. Ja,<br \/>\ndas war wir verworfen haben, wird uns im \u00dcberma\u00df gereicht.<br \/>\nDenn Gnade und Wahrheit kommen zusammen, Gerechtigkeit und Freude sollen<br \/>\neinander k\u00fcssen&#8220;.<\/p>\n<p>Wir sind kurzsichtige Menschen: Wir glauben, da\u00df alles in unserm<br \/>\nLeben darauf ankommt, da\u00df wir das Richtige w\u00e4hlen. Es kommt<br \/>\nauf unsere Einstellung an, unsere Meinung, unsere Handlung, unsere Wahl.<br \/>\nNicht nur Wahl der Arbeit und Karriere, von Kameraden und Freunden, sondern<br \/>\nauch Wahl von Lebensstil, die Art, in der wir leben. Das hatte der General<br \/>\nganz befolgt. Er hatte etwas Wichtiges gew\u00e4hlt seit seinen jungen<br \/>\nTagen, er war an die Spitze des milit\u00e4rischen Systems gelangt &#8211;<br \/>\nund General geworden. Und nun erkennt er in seinem hohen Alter die Kurzsichtigkeit.<br \/>\nErkennt, da\u00df das Wichtigste im Leben das war, was ihm geschenkt<br \/>\nwurde. Es war zu ihm als Geschenk gekommen. Als Gnade.<\/p>\n<p>Das ist Gnade &#8211; einem nicht etwas zur Last legen. Nicht f\u00fcr etwas<br \/>\nsorgen m\u00fcssen. Alles wird einem gegeben. Wie Essen, das auf den<br \/>\nTisch gesetzt und einem gereicht wird. Wie der beste Wein, der ins Glas<br \/>\ngeschenkt wird.<\/p>\n<p>Die Kurzsichtigkeit. Die Gemeinde. Die 12 und die Propstt\u00f6chter.<br \/>\nSie hatten mit dem Alter eine kurzsichtige Sicht auf das Dasein bekommen.<br \/>\nSie lasen in der Bibel und legten sie so gut aus, wie sie konnten, aber<br \/>\nsie ha\u00dften einander ohne jeden Grund. Sie lasen \u00fcber N\u00e4chstenliebe, \u00fcber<br \/>\ndie freundliche Gesellschaft, N\u00e4he und Nachsicht. Und sie konnten<br \/>\ndie eine Geh\u00e4ssigkeit nach der anderen servieren. Neid und Nachtragen<br \/>\nin Kleinlichkeiten konnten sie nicht vergessen. Sie hielten sozusagen<br \/>\nan den Stullen fest. Dem Mehl und der Limonade. Gl\u00fccklicherweise<br \/>\nschmeckten sie an diesem Abend das Essen und den Wein, die ihnen im \u00dcberma\u00df zustr\u00f6mten.<br \/>\nUnd als sie nach Hause gingen, tanzten sie um den Brunnen im Hof wie<br \/>\nkleine Kinder und segneten einander. Da geschah ein Wunder. Ein Mirakel.<br \/>\nSie lachten \u00fcber einander, machten sich \u00fcbereinander lustig,<br \/>\nso da\u00df ihnen die Tr\u00e4nen kamen. &#8222;Du hast mich mit dem<br \/>\nHolz betrogen, du alter Schuft&#8220; &#8211; und dann brach er vor Lachen zusammen. &#8222;Ja,<br \/>\ndas habe ich, lieber Bruder&#8220; &#8211; und sie fielen einander um den Hals<br \/>\nund k\u00fc\u00dften sich. Gnade und Wahrheit kommen zusammen, Gerechtigkeit<br \/>\nund Freude &#8230;<\/p>\n<p>Sie hatten einen Sinn und eine Haltung, als sie kamen. Das waren nur<br \/>\nStullen. Und sie erlebten ein kleines Mirakel, ein gro\u00dfes Wunder.<br \/>\nSie kamen kurzsichtig und gingen langsichtig wieder fort.<\/p>\n<p>Kurzsichtigkeit als Zur\u00fcckhaltung. Immer mit seinen alten Stullen<br \/>\nmit Schmalz und Mettwurst kommen und meinen, da\u00df da nicht mehr<br \/>\nist: keine &#8218;cailles en sarchophages&#8216;, kein Amontillado. Kurzsichtigkeit<br \/>\nals Erwartungslosigkeit: Da ist nichts mehr zu glauben. Da kommt nichts<br \/>\nmehr dabei heraus.<\/p>\n<p>Kurzsichtigkeit als Vorsicht. Nicht das Gro\u00dfe sehen wollen, sich<br \/>\nnicht dem Gro\u00dfen \u00fcbergeben wollen. Nur den Mangel und den<br \/>\nUnterschu\u00df sehen, nicht die Gr\u00f6\u00dfe und den \u00dcberschu\u00df und<br \/>\nden Segen im Dasein.<\/p>\n<p>Kurzsichtigkeit als Buchhalterei. Da\u00df man mit sich selbst und<br \/>\nanderen Rechenschaft abh\u00e4lt. Man kann die Widrigkeiten nicht auf<br \/>\nAbstand halten. Sie stehen einem vor Augen. Was er falsch gemacht hat.<br \/>\nWas sie B\u00f6ses \u00fcber mich gesagt hat. Die Widrigkeiten des Lebens<br \/>\nnicht vergessen k\u00f6nnen, immer auf dem Eigenen bestehen, meiner Wahrheit,<br \/>\nmeinem Recht.<\/p>\n<p>Die gute Mahlzeit l\u00e4\u00dft einen vergessen. Verdr\u00e4ngen.<br \/>\nIn den Hintergrund dr\u00e4ngen. Das wird unwichtig. Denn nun ist etwas<br \/>\nwichtiger, das, wir gemeinsam haben. Das, was wir gemeinsam sehen. Die<br \/>\nMahlzeit und die Tischgemeinschaft bieten eine Wahrheit, die gr\u00f6\u00dfer<br \/>\nist als meine eigene Wahrheit. Die Mahlzeit schenkt eine allgemeine Amnestie.<\/p>\n<p>Das Dienstm\u00e4dchen Babette arrangierte eine Mahlzeit, die die Engel<br \/>\nsingen lie\u00df. Wie die Schwestern nach dem Gastmahl sagten, auch<br \/>\nwenn sie es bei ihr nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten hatten: &#8222;In<br \/>\ndieser unserer sch\u00f6nen Welt ist alles m\u00f6glich&#8220;.<\/p>\n<p>Es ist m\u00f6glich, das Wunder zu erleben, das Mirakel. Es ist m\u00f6glich,<br \/>\nda\u00df Leben zu einem kommt. Da\u00df das gl\u00fccklichste, feinste<br \/>\nund beste Leben zu einem kommt wie bei einem wohlgedeckten Tisch mit<br \/>\ndem besten Essen und Trinken. Es ist m\u00f6glich zu erleben, da\u00df Grenzen<br \/>\nzwischen Menschen \u00fcberwunden werden und man Gemeinschaft und Zusammenhalt \u00fcber<br \/>\ndie Unterschiede hinweg sp\u00fcrt.<\/p>\n<p>Gott hatte einen Diener &#8211; Jesus. Der liebte Mahlzeiten, bei denen die<br \/>\nEngel singen. Wir h\u00f6ren im Neuen Testament von der einen wunderbaren<br \/>\nMahlzeit nach der anderen &#8211; wie heute. Mahlzeiten, die Mirakel und Wunder<br \/>\nerleben lassen wie bei Babette: &#8222;Da\u00df in dieser sch\u00f6nen<br \/>\nWelt alles m\u00f6glich ist&#8220;. Jesus nannte die Tischgemeinschaften<br \/>\nMahlzeiten des Gottesreichs. Denn hier war das Reich Gottes. Wie der<br \/>\nGeneral sagte: &#8222;Gnade und Wahrheit kommen zusammen, Gerechtigkeit<br \/>\nund Freude sollen einander k\u00fcssen&#8220;. Aber die Kurzsichtigen<br \/>\nmochten diese Tischgemeinschaften nicht, bei denen Jesus mit jedem a\u00df,<br \/>\nden schlimmsten Elementen. Und auch wenn sie mit ihm zu Tische sa\u00dfen<br \/>\nund die Gemeinschaft der Liebe erlebten, verrieten und vermieden sie<br \/>\ndie weite Sicht zugunsten der kurzen Sicht.<\/p>\n<p>Sie schlugen ihn ans Kreuz, und er, der als Wehrloser gelebt hatte,<br \/>\nstarb als der Wehrlose und rief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du<br \/>\nmich verlassen?<\/p>\n<p>So k\u00f6nnte man ja glauben, da\u00df die Sache damit gegessen sei.<br \/>\nDe Kurzsichtigen gewannen \u00fcber die Weitsichtigen. Das war nicht<br \/>\nder Fall.<\/p>\n<p>Der Abendmahlstisch ist heute gedeckt. Er ist ein Zeichen daf\u00fcr,<br \/>\nda\u00df die Kurzsichtigen zu kurz kommen. Da\u00df das Reich Gottes<br \/>\nmit der Tischgemeinschaft mit ausgerottet ist. Das letzte war nicht,<br \/>\nda\u00df Gott Jesus im Stich lie\u00df, sondern da\u00df Gott ihm<br \/>\nRecht gab.<\/p>\n<p>So wie Jesus es bei der letzten gro\u00dfen Mahlzeit sagte, gilt es<br \/>\nnach seinem Tod. Ja, er lie\u00df die Mahlzeit weitergehen. Und jedes<br \/>\nMal, wenn wir uns beim Abendmahl versammeln, werden wir daran erinnert,<br \/>\nda\u00df in dieser unserer Welt alles m\u00f6glich ist: Das Wunderbare<br \/>\nist, da\u00df Gott mit uns zu Tische sitzt, die wir seine Liebe verraten<br \/>\nund ihn und einander im Stich gelassen haben.<\/p>\n<p>Brot ist Amnestie.<br \/>\nBrot ist Wunder.<br \/>\nBrot ist Gabe.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Pfarrer J\u00f8rgen Demant<br \/>\nHjortek\u00e6rsvej 74<br \/>\nDK-45 88 40 Lyngby<br \/>\nTel.: ++ 45 &#8211; 45 88 40 75<br \/>\n<a href=\"mailto:j.demant@wanadoo.dk\">email: j.demant@wanadoo.dk<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>7. Sonntag nach Trinitatis | 3. August 2003 | Johannes 6,1\u201315 | J\u00f8rgen Demant | Liebe Gemeinde! Es wird wohl jemanden unter uns geben, der sagen will: Naja, nun werden wir von einem der Wunder Jesu h\u00f6ren. Ach ja, die Kirche und das Christentum sind nicht weiter gekommen als an Wunder zu glauben. 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