{"id":9517,"date":"2003-08-07T19:49:46","date_gmt":"2003-08-07T17:49:46","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9517"},"modified":"2025-05-08T11:15:29","modified_gmt":"2025-05-08T09:15:29","slug":"matthaeus-5-13-16-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-5-13-16-6\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 5, 13-16"},"content":{"rendered":"<h3>8. Sonntag nach Trinitatis | 10. August 2003 | Mt 5,13\u201316 | Hans Joachim Schliep |<\/h3>\n<p>\u201eJesus sprach zu seinen J\u00fcngern:<br \/>\nIHR SEID DAS SALZ DER ERDE. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll<br \/>\nman salzen? Es ist zu nichts mehr n\u00fctze, als da\u00df man es wegsch\u00fcttet<br \/>\nund l\u00e4\u00dft es von den Leuten zertreten.<br \/>\nIHR SEID DAS LICHT DER WELT. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt,<br \/>\nnicht verborgen sein. Man z\u00fcndet auch nicht ein Licht an und setzt<br \/>\nes unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen,<br \/>\ndie im Hause sind. So la\u00dft euer Licht leuchten vor den Leuten, damit<br \/>\nsie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.\u201c<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Seit etwa 40 Jahren begleiten mich Verse aus dem &gt;Tutzinger Gedichtkreis&lt; von<br \/>\nMarie Luise Kaschnitz. Sie haben mir in dunklen Stunden immer wieder<br \/>\nMut gemacht, mich neu dem Evangelium von Jesus Christus, seinem Zuspruch<br \/>\nund Anspruch zu stellen, so gut ich es vermag.<\/p>\n<p>Marie Luise Kaschnitz hat den &gt;Tutzinger Gedichtkreis&lt; um 1955<br \/>\nherum geschrieben, noch ganz unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs,<br \/>\ndes Erschreckens \u00fcber die Judenvernichtung, die ersten Atombombenexplosionen<br \/>\nund den &gt;Kalten Krieg&lt; mit seiner Ost-West-Teilung. Wie f\u00fcr<br \/>\nso viele andere waren dieses auch f\u00fcr sie &#8211; eine sensible Christin,<br \/>\ndie noch im Rahmen einer bildungs-b\u00fcrgerlichen Welt aufgewachsen<br \/>\nwar &#8211; ersch\u00fctternde, verst\u00f6rende Erfahrungen: Hat Gott sich<br \/>\nganz und gar zur\u00fcckgezogen aus dieser Welt, beharrlich schweigend<br \/>\nbis in alle Ewigkeit? Bleibt die Welt nun ganz dem Menschen, seiner Haltlosigkeit<br \/>\nund seiner Zerst\u00f6rungswut \u00fcberlassen? Das Gedicht liest sich<br \/>\nwie ein Psalm. Gott wird darin unmittelbar angesprochen. Ich lese einige<br \/>\nPassagen aus den Schlu\u00dfstrophen:<\/p>\n<p>&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>Du wirst dich uns nicht mehr begreiflich machen,<br \/>\nNicht aufl\u00f6sen Deine Verwirrung,<br \/>\nNicht wiederholen die Tage, da wir gestillt<br \/>\nIn Deinen G\u00e4rten das Haupt verbargen.<br \/>\n&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>Niemand wird mehr mit seiner Hand ber\u00fchren<br \/>\nDie Wunden Deines alten Opfergangs . . .<\/p>\n<p>Und dennoch wirst du fordern, da\u00df wir Dich<br \/>\nBeweisen unaufh\u00f6rlich, so wie wir sind<br \/>\nIn diesem armen Gewande, mit diesen glanzlosen Augen,<br \/>\nMit diesen H\u00e4nden, die nicht mehr zu bilden verstehen,<br \/>\nMit diesem Herzen ohne Trost und Traum.<br \/>\n&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>Verlangen wirst Du, da\u00df wir, die Lieblosen dieser Erde,<br \/>\nDeine Liebe sind.<br \/>\nDie H\u00e4\u00dflichen Deine Sch\u00f6nheit,<br \/>\nDie Rastlosen Deine Ruhe,<br \/>\nDie Wortlosen Deine Rede,<br \/>\nDie Schweren Dein Flug.<br \/>\n&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>Aber jeder wird wissen: dies ist Dein letztes Geheimnis.<br \/>\nDein Fernsein Deine N\u00e4he,<br \/>\nDein Zuendesein Dein Anfang,<br \/>\nDeine K\u00e4lte Dein Feuer,<br \/>\nDeine Gleichg\u00fcltigkeit Dein Zorn.<\/p>\n<p>Und einige wirst Du bisweilen beweglich machen,<br \/>\nSchneller als Deine Maschinen und k\u00fcnstlichen Blitze,<br \/>\n\u00dcberfl\u00fcgeln werden sie ihre Angst.<br \/>\nFahrende werden sie sein. Freudige.<br \/>\n&#8230;&#8230;.<\/p>\n<p>\u201e<br \/>\nIhr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.\u201c Was hei\u00dft<br \/>\ndas in einer Zeit, in der die Welt immer unbegreifbarer wird und auch<br \/>\nGott sich nicht mehr begreifbar macht? &#8222;Niemand wird mehr mit seiner<br \/>\nHand ber\u00fchren \/ Die Wunden Deines alten Opfergangs&#8230;&#8220; Wer erinnert<br \/>\nsich noch an den zweifelnden J\u00fcnger Thomas, der die Wundmale des<br \/>\nGekreuzigten ber\u00fchren durfte, als der ihm als Auferstandener begegnete?<\/p>\n<p>\u201eSalz der Erde\u201c und \u201eLicht der Welt\u201c zu sein<br \/>\n&#8211; was hei\u00dft das in einer Gesellschaft, in der die Kirchen zwar<br \/>\nalle Freiheit genie\u00dfen, ein Kursverfall des Christlichen aber unverkennbar<br \/>\nist? Wie sollen gerade die Kirchen \u201eSalz der Erde\u201c und \u201eLicht<br \/>\nder Welt\u201c sein, die von vielen Menschen f\u00fcr unerleuchtet und<br \/>\nfade gehalten werden, die in den Augen vieler ein \u201eBodenpersonal<br \/>\nGottes\u201c besch\u00e4ftigen, das mehr irdischen Qualm als himmlischen<br \/>\nGlanz verbreitet, und die auch nach dem \u00d6kumenischen Kirchentag<br \/>\nin Berlin au\u00dferstande sind, sich gemeinsam um den einen \u201eTisch<br \/>\ndes HERRN\u201c zu versammeln?<\/p>\n<p>In aller Klarheit sagt Marie Luise Kaschnitz, da\u00df es nach all<br \/>\nder organisierten Inhumanit\u00e4t des 20. Jahrhunderts keine R\u00fcckkehr<br \/>\nzu einem wie selbstverst\u00e4ndlichen, unangefochtenen Reden von Gott<br \/>\ngeben kann und f\u00fcr politisch wache Menschen ein einfacher, unhinterfragter<br \/>\nGlaube unerschwinglich sein wird. Das bleibt, obwohl sich vieles in Europa<br \/>\nzum Besseren gewendet hat, auch im 21. Jahrhundert so.<\/p>\n<p>Umso \u00fcberraschter, umso ermutigter bin ich immer wieder, da\u00df f\u00fcr<br \/>\nMarie Luise Kaschnitz Gott nicht tot ist, sondern weiterlebt in der Aufgabe,<br \/>\nzu der es angesichts der Weltverh\u00e4ltnisse gar keine Alternative<br \/>\ngibt: &#8222;da\u00df wir, die Lieblosen dieser Erde, \/ Deine Liebe sind.<br \/>\n\/ Die H\u00e4\u00dflichen Deine Sch\u00f6nheit, \/ Die Rastlosen Deine<br \/>\nRuhe, \/ Die Wortlosen Deine Rede, \/ Die Schweren Dein Flug.&#8220; So geht<br \/>\nGottes Geschichte mit den Menschen weiter, wenn als &#8222;sein letztes Geheimnis&#8220;.<\/p>\n<p>\u201eIhr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.\u201c Mehr<br \/>\nnoch als die Worte der Dichterin haben die des Wanderpredigers Jesus<br \/>\nvon Nazareth etwas \u00dcberraschendes, Bezwingendes und Ermutigendes.<br \/>\nJesus sagt tats\u00e4chlich: \u201eIhr <em>seid<\/em> das Salz der Erde. Ihr <em>seid<\/em> das Licht der Welt.\u201c Nicht: \u201eihr <em>werdet<\/em>\u201c, sondern: \u201eihr<br \/>\n<em>seid<\/em>\u201c. In der &gt;Bergpredigt&lt;, wie Matth\u00e4us sie \u00fcberliefert,<br \/>\ngelten diese Worte allen, die auf Jesu Namen getauft sind und die Kirche<br \/>\nbilden. Wir &#8211; ja: auch wir hier und heute, in dieser Kirche &#8211; sind es.<br \/>\nOb wir das nun wissen, wollen oder uns zutrauen: Wir sind es.<\/p>\n<p>Wie ist das m\u00f6glich? Jesus Christus macht uns dazu. Dem Wort vom<br \/>\nSalz und vom Licht gehen die &gt;Seligpreisungen&lt; unmittelbar voraus.<br \/>\nMit ihnen versetzt Jesus, wer auf seinen Zuspruch h\u00f6rt, in einen<br \/>\nanderen Zustand. In dieses neue Sein sind Menschen gerufen, die weder<br \/>\nzu den Glaubensst\u00e4rkeren noch zu den Gebildeteren geh\u00f6ren. &gt;Selig<br \/>\ngepriesen&lt; werden Menschen, die sich nur dar\u00fcber wundern k\u00f6nnen,<br \/>\nwas ihnen da zuteil wird. Es mangelt ihnen an Geist, Gl\u00fcck und<br \/>\nGerechtigkeit. Wegen ihrer Herzensreinheit werden sie verlacht. Im<br \/>\nKampf um das Recht, den Frieden und das Leben selbst werden sie verfolgt.<br \/>\nIhnen allen spricht Jesus Gott zu und damit das Leben, das sie schon<br \/>\nverloren glaubten. Schon jetzt empfangen sie neue W\u00fcrde und neue<br \/>\nKraft &#8211; und mit ihnen alle, deren Existenz verspielt schien. Sie brauchen<br \/>\nnur zu sein, was sie sind &#8211; was sie sind in den Augen dieses Jesus<br \/>\nvon Nazareth, der der Christus ist. Deshalb ist das Licht, das sie<br \/>\nnun sind, Abglanz des Lichtes, das Christus ist. Das \u201eLicht der<br \/>\nWelt\u201c l\u00e4\u00dft sich immer wieder von diesem anderen Licht<br \/>\nentz\u00fcnden.<\/p>\n<p>In den &gt;Seligpreisungen&lt; werden Menschen angesprochen, von denen<br \/>\nes in Marie Luise Kaschnitz\u2018 Worten hei\u00dft: &#8222;In diesem armen<br \/>\nGewande, mit diesen glanzlosen Augen, \/ Mit diesen H\u00e4nden, die nicht<br \/>\nmehr zu bilden verstehen, \/ Mit diesen Herzen ohne Trost und Traum.&#8220;<br \/>\nDabei ersetzt die Dichterin nicht einfach Gott durch den Menschen. Im<br \/>\nAuftrag,<br \/>\nin dem Gott sein <em>letztes Geheimnis<\/em> offenbart, zeigt sich vielmehr<br \/>\nder Abglanz g\u00f6ttlichen Lichts. Unbegreifbar und verborgen ist Gott<br \/>\ndoch Gegenwart: &#8222;Dein Fernsein Deine N\u00e4he, \/ Dein Zuendesein<br \/>\nDein Anfang, \/ Deine K\u00e4lte Dein Feuer, \/ Deine Gleichg\u00fcltigkeit<br \/>\nDein Zorn.&#8220; \u00c4hnlich<br \/>\nist es bei Jesus, der im Salz-Wort die j\u00fcdische Tradition aufnimmt<br \/>\nund weiterf\u00fchrt. Das Salz ist die Thora, die \u201eWeisung\u201c.<br \/>\nJene Thora aber wirkt nur durch Menschen, denen sie \u201eins Herz geschrieben\u201c ist.<br \/>\nIn diesem Sinn ist die ganze &gt;Bergpredigt&lt; \u201eMenschwerdung<br \/>\ndes Gesetzes\u201c (Hans Weder) &#8211; beglaubigt durch Jesu eigenes Leben.<br \/>\nNur Menschen k\u00f6nnen die Welt ver\u00e4ndern. Vorschriften und Forderungen<br \/>\nverbessern nichts. Denn es geht um das, was Jesus den Menschen als neue<br \/>\nLebensm\u00f6glichkeit zuspricht und zuweist: &#8222;da\u00df wir, die<br \/>\nLieblosen dieser Erde, \/ Seine Liebe sind.&#8220;<\/p>\n<p>Es geht um die Kreativit\u00e4t der Liebe, die dem Leben dient. Das<br \/>\nwird am Salz deutlich: Salz kann w\u00fcrzen &#8211; das vor allem. Es kann<br \/>\nSpeisen vor Verfall, vor F\u00e4ulnis bewahren; zur Zeit Jesu war es<br \/>\ndas wichtigste Konservierungsmittel \u00fcberhaupt. Manche Salze k\u00f6nnen<br \/>\nEiskrusten zum Schmelzen bringen. Alles Vorg\u00e4nge, die lebenswichtig<br \/>\nsind, die etwas mit Kreativit\u00e4t, Ver\u00e4nderung, Verlebendigung<br \/>\nzu tun haben. Auch Salz als Konservierungsmittel dient dem Leben: durch<br \/>\nunverdorbene Speisen kommen wir zu neuen Kr\u00e4ften.<\/p>\n<p>Es geht um die Kreativit\u00e4t der Liebe, die Leben schafft. Das wird<br \/>\ndeutlich am Licht: Licht &#8211; das erste Werk der Sch\u00f6pfung, der Zeit<br \/>\nund dem Raum voraus, Energie, Dynamik, Kreativit\u00e4t. Kehrt nach langer<br \/>\nNacht das Licht wieder, bricht ein neuer Sch\u00f6pfungstag an, in dem<br \/>\nsich schon die Morgenr\u00f6te einer ganz neuen Welt ank\u00fcndigt: \u201eMorgenglanz<br \/>\nder Ewigkeit, \/ Licht vom unerschaffnen Lichte&#8230;\u201c (EG 450). Und<br \/>\ndenen, die endlich eine dunkle Vergangenheit, die babylonische Gefangenschaft,<br \/>\nverlassen d\u00fcrfen, ist gesagt: \u201eMache dich auf, werde licht;<br \/>\ndenn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf \u00fcber<br \/>\ndir.\u201c (Jes 60,1)<\/p>\n<p>Die Kreativit\u00e4t der Liebe also will Jesus wecken &#8211; in uns, unter<br \/>\nuns, durch uns. An <em>unserer<\/em> Kreativit\u00e4t soll Gottes Kreativit\u00e4t,<br \/>\nmit der sich Gott von Beginn an gleichsam in die Welt hineingibt, erkannt<br \/>\nwerden: \u201edamit die Leute eure guten Werke sehen und euren Vater<br \/>\nim Himmel preisen.\u201c Mit Jesus folgen Christen nicht dem Trugbild<br \/>\neiner heilen Welt. Aber mit ihm halten sie die Welt, so vergebungsbed\u00fcrftig<br \/>\nwir Menschen bleiben, f\u00fcr verbesserungsf\u00e4hig. Die &gt;Bergpredigt&lt;,<br \/>\nangefangen bei den &gt;Seligpreisungen&lt;, zeigt die Richtung an, sich<br \/>\nim Sinne einer Humanit\u00e4t aus Glauben, Hoffnung und Liebe in die<br \/>\nWelt einzumischen. Dabei k\u00fcmmert Jesus die &#8211; protestantische &#8211; Sorge<br \/>\nvor den &gt;guten Werken&lt; wenig. Die Erde hat eben Salz, die Welt<br \/>\nhat eben Licht n\u00f6tig! Also braucht es Menschen, die das einfach<br \/>\nsind. Er jedenfalls wei\u00df sich dazu von Gott bevollm\u00e4chtigt,<br \/>\nauch wenn die Liebe ihn sein Leben kostet, und bevollm\u00e4chtigt andere<br \/>\ndazu.<\/p>\n<p>Manchmal sehen wir in einem Spiegel oder auf einem Gem\u00e4lde den<br \/>\nAbglanz einer verborgenen, unbekannten Lichtquelle. Von einer unbekannt<br \/>\ngewordenen Lichtquelle her sieht Marie Luise Kaschnitz uns gleichsam<br \/>\nals \u201eLicht der Welt\u201c. Diese Lichtquelle, von der die Bibel<br \/>\nzeugt, ist weit in den Hintergrund ger\u00fcckt, wie hinter einen Vorhang,<br \/>\naber sie ist so stark, da\u00df sie durch den Vorhang hindurchscheint.<br \/>\nSchon deshalb bedeutet \u201eLicht der Welt\u201c zu sein: das Licht<br \/>\nChristi weitergeben. Wir lassen uns von ihm Gott zusprechen. Wir hoffen<br \/>\nauf sein Reich und deshalb f\u00fcr diese Erde. Das macht uns zum \u201eLicht<br \/>\nder Welt\u201c. Durch Jesus Christus sehe ich die Welt, wie sie ist<br \/>\n&#8211; in aller Erdenschwere. Zugleich sehe ich sie durch Jesus Christus<br \/>\nanders: wie er uns neue Lebensm\u00f6glichkeiten er\u00f6ffnet &#8211; trotz<br \/>\nunserer Erdenschwere.<\/p>\n<p>\u201eIhr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.\u201c Wir<br \/>\nwerden noch manche Suppe versalzen. Wir werden aber auch mithelfen, neue<br \/>\nLebensm\u00f6glichkeiten zu er\u00f6ffnen: einen Menschen tr\u00f6sten;<br \/>\nWorte sagen und Dinge tun, aus denen Frieden wachsen kann; uns f\u00fcr<br \/>\ngerechtere Verh\u00e4ltnisse einsetzen, \u00fcber unsere eigenen Interessen<br \/>\nhinaus; in einigen ruhigen Augenblicken alles von Gott erwarten. Wir<br \/>\nwerden ein Licht anz\u00fcnden, statt \u00fcber die Dunkelheit zu klagen.<br \/>\nAuch eine neue Sprache werden wir finden, mit der wir Gott hineinsprechen<br \/>\nin die Welt. Wir geh\u00f6ren zu <em>ihnen<\/em>: &#8222;Und einige wirst Du<br \/>\nbisweilen beweglich machen, \/ Schneller als Deine Maschinen und k\u00fcnstlichen<br \/>\nBlitze, \/ \u00dcberfl\u00fcgeln werden sie ihre Angst. \/ Fahrende werden<br \/>\nsie sein. Freudige.&#8220;<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Nachbemerkung:<br \/>\nDer &gt;Tutzinger Gedichtkreis&lt; findet sich in Marie Luise Kaschnitz: \u00dcberallnie.<br \/>\nGedichte, sr dtv 73, M\u00fcnchen 1969, S. 129-136. Predigtgedanken und<br \/>\n-formulierungen habe ich aufgenommen von Hans Weder: Die &gt;Rede der<br \/>\nReden&lt;. Eine Auslegung der Bergpredigt heute, Z\u00fcrich 1985, bes.<br \/>\nS. 85-90; Volker Drehsen: Rechtfertigungsgeschichten. Protestantisch<br \/>\npredigen, G\u00fctersloh 2002, S. 110-116; Gerd Thei\u00dfen: Lichtspuren.<br \/>\nPredigten und Bibelarbeiten, G\u00fctersloh 1994, S. 86-92.<\/p>\n<p>Lieder: EG 172; 318 (Wochenlied); 379; 390; 441; 565<\/p>\n<p><strong>Hans Joachim Schliep<br \/>\nPastor am Ev. Kirchenzentrum Kronsberg<br \/>\nSticksfeld 6, 30539 Hannover<br \/>\n<a href=\"mailto:hans-joachim.schliep@evlka.de\">eMail: Hans-Joachim.Schliep@evlka.de<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>8. Sonntag nach Trinitatis | 10. August 2003 | Mt 5,13\u201316 | Hans Joachim Schliep | \u201eJesus sprach zu seinen J\u00fcngern: IHR SEID DAS SALZ DER ERDE. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? 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