{"id":9518,"date":"2003-08-07T19:49:47","date_gmt":"2003-08-07T17:49:47","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9518"},"modified":"2025-05-08T14:09:29","modified_gmt":"2025-05-08T12:09:29","slug":"matthaeus-5-13-16-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-5-13-16-5\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 5, 13-16"},"content":{"rendered":"<h3>Christen sind Salz der Erde | 8. Sonntag nach Trinitatis | 10. August 2003 | Mt 5,13\u201316 | Berthold W. K\u00f6ber |<\/h3>\n<p>Jesus Christus spricht:<br \/>\nIhr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz<br \/>\nnicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr n\u00fctz, als dass man es wegsch\u00fcttet<br \/>\nund l\u00e4\u00dft es von den Leuten zertreten.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, Schwestern und Br\u00fcder!<\/p>\n<p>Es war einmal ein K\u00f6nig, der hatte drei T\u00f6chter, die er alle<br \/>\nsehr liebte, am meisten aber die j\u00fcngste von ihnen. Sehr gerne wollte<br \/>\ner wissen, ob die T\u00f6chter seine Liebe erwidern und verlangte von<br \/>\nihnen ein Zeichen ihrer Liebe. Am n\u00e4chsten Tag traten sie vor ihn.<br \/>\nDie \u00e4lteste hatte in ihrer Hand eine Schale mit Zucker und sagte<br \/>\nzu ihm: Ich liebe dich so wie diesen Zucker. Der Vater freute sich dar\u00fcber<br \/>\nsehr. Die mittlere hatte in ihrer Hand einen Tiegel mit Honig und sagte<br \/>\nzu ihm: Ich liebe dich wie diesen Honig. Auch dar\u00fcber freute sich<br \/>\nder Vater und blickte dann erwartungsvoll auf seine j\u00fcngste Tochter.<br \/>\nDiese hatte in ihrer Hand ein Brettchen mit etwas Salz darauf und sagte<br \/>\nzum Vater: Ich liebe dich so sehr wie dieses Salz. Das hatte der Vater<br \/>\nnicht erwartet. Wenn das deine Liebe zu mir ist, bist du nicht mehr meine<br \/>\nTochter, sagte er zornig. Sie mu\u00dfte den K\u00f6nigshof verlassen<br \/>\nund in die Welt ziehen.<\/p>\n<p>Nach langem Umherirren konnte sie sich schlie\u00dflich auf einem anderen<br \/>\nK\u00f6nigshof als einfache K\u00fcchenmagd verdingen. Niemand kannte<br \/>\nsie dort, und sie mu\u00dfte niedrigste Dienste verrichten. Durch ihr<br \/>\nfreundliches und liebliches Wesen und ihre Anmut gewann sie aber die<br \/>\nZuneigung aller, mit denen sie zu tun hatte, und schlie\u00dflich auch<br \/>\ndie Liebe des K\u00f6nigssohnes. Er wollte sie \u2013 wie halt im M\u00e4rchen \u2013 heiraten.<br \/>\nZur Hochzeit wurden viele K\u00f6nige, darunter auch der Vater der Braut<br \/>\neingeladen. Niemand aber wu\u00dfte, wer die Braut wirklich war, auch<br \/>\nder K\u00f6nigssohn nicht und erst recht nicht ihr Vater. Die aufgetragenen<br \/>\nSpeisen schmeckten herrlich. Als aber der Vater der Braut den ersten<br \/>\nBissen von seinem Teller nahm, mu\u00dfte er ihn sofort ausspeien; so<br \/>\nschlecht schmeckte er. Er bat seine Tischnachbarn, von ihren Speisen<br \/>\nkosten zu d\u00fcrfen &#8211; und ihr Essen schmeckte vorz\u00fcglich. Da sprang<br \/>\nder K\u00f6nig zornig auf und rief, man wolle ihn zum Narren halten,<br \/>\nund wollte die Hochzeit verlassen. Best\u00fcrzt kam der Vater des Br\u00e4utigams<br \/>\nhin und als er die Speise kostete, mu\u00dfte auch er sie ausspeien.<br \/>\nDa rief er zornentbrannt: F\u00fcrwahr, wer das getan hat, soll daf\u00fcr<br \/>\nmit dem Tod bestraft werden. Da stand die Braut auf und sagte: <em>Ich<\/em> habe<br \/>\ndie Speise zubereitet und habe statt mit Salz mit Zucker und Honig gew\u00fcrzt,<br \/>\nund erz\u00e4hlte ihre ganze Geschichte&#8230;<\/p>\n<p>Dieses M\u00e4rchen handelt von der Wichtigkeit des Salzes f\u00fcr<br \/>\nunser Leben. &#8211; Bei einem Besuch in Regensburg sah ich im Eingang zum<br \/>\nalten Rathaus eine ganz alte, gro\u00dfe Waage aus Holz stehen. Ich<br \/>\nmeinte, man habe darauf nur gr\u00f6\u00dfere Gewichte abwiegen k\u00f6nnen.<br \/>\nDer Reiseleiter legte eine leere Z\u00fcndholzschachtel auf eine Waagschale \u2013 und<br \/>\nbrachte die Waage damit aus dem Gleichgewicht. Wir erfuhren, dass es<br \/>\nhierbei um eine alte Salzwaage handle. Sie mu\u00dfte so genau wie eine<br \/>\nApothekerwaage sein, da das Salz damals \u00e4u\u00dferst kostbar war. \u2013 Von<br \/>\nfr\u00fcher her ist uns vielleicht der Ausspruch bekannt: Salz versch\u00fctten<br \/>\nbedeutet sieben Jahre Ungl\u00fcck. Das war nichts Abergl\u00e4ubisches;<br \/>\ndas Versch\u00fctten bedeutete gro\u00dfen Schaden, weil das Salz so<br \/>\nteuer war.<\/p>\n<p>Die Wichtigkeit des Salzes hat auch unser Herr Jesus Christus im Blick,<br \/>\nwenn er zu seinen J\u00fcngern sagt: Ihr seid das Salz der Erde. Was<br \/>\nmeint er damit? Er spricht ihnen damit ein neues Sein, eine neue Identit\u00e4t<br \/>\nzu. Sie besteht in der Bedeutung, die die J\u00fcnger f\u00fcr die Welt<br \/>\nhaben. Sie sind es nicht aus eigener Kraft und eigenem Bem\u00fchen,<br \/>\nsondern diese neue Identit\u00e4t ist ihnen von Jesus selbst geschenkt<br \/>\nworden. Ihr Grund ist die Verbundenheit der J\u00fcnger mit ihm und ihre<br \/>\nZugeh\u00f6rigkeit zu ihm. Daher werden sie auch nicht aufgefordert:<br \/>\nIhr sollt oder ihr m\u00fc\u00dft Salz der Erde sein, sondern sie werden<br \/>\nals das angesprochen. Entsprechen sie dem auch? Was meint Jesus damit<br \/>\nkonkret?<\/p>\n<p>Salz der Erde sein \u2013 damit sind auch wir hier und heute angesprochen,<br \/>\ndie wir zu Jesus geh\u00f6ren und im Glauben an ihn und in Verbundenheit<br \/>\nmit ihm leben. Diese neue Identit\u00e4t ist uns in der Heiligen Taufe<br \/>\ngeschenkt worden. Sie besteht in unserer Bedeutung f\u00fcr diese Welt,<br \/>\nin der wir leben. Was das hei\u00dft, wollen wir miteinander etwas ausf\u00fchrlicher<br \/>\nbedenken.<\/p>\n<p><em>Zun\u00e4chst<\/em>: Salz macht die Speisen genie\u00dfbar und schmackhaft;<br \/>\nSalz ist die erste und eigentliche W\u00fcrze. Wie wichtig es ist, k\u00f6nnen<br \/>\ndiejenigen unter uns bezeugen, die eine salzlose Di\u00e4t einhalten<br \/>\nm\u00fcssen, die etwa nur ungesalzenes Brot essen d\u00fcrfen. Auf uns \u00fcbertragen<br \/>\nhei\u00dft das: <em>Die Christen machen das Leben in der Welt ertr\u00e4glicher.<br \/>\n<\/em>Das gilt in mehrfacher Hinsicht.<\/p>\n<p><em>Zum einen:<\/em> Wieviel Streit und Ha\u00df und Zwietracht gibt es unter<br \/>\nuns. Und wieviel Krieg und blutige Auseinandersetzungen gibt es in unserer<br \/>\nWelt. Wie leiden wir darunter und die vielen anderen Menschen, die davon<br \/>\nbetroffen sind. Streit und Ha\u00df und Gewalt lassen sich aber nicht<br \/>\nmit neuem Ha\u00df und noch gr\u00f6\u00dferer Gewalt \u00fcberwinden.<br \/>\nDas wird erschreckend deutlich am Verh\u00e4ltnis zwischen Israel und<br \/>\nden Pal\u00e4stinensern. Terroranschl\u00e4ge werden mit Milit\u00e4rschl\u00e4gen,<br \/>\nMilit\u00e4rschl\u00e4ge mit neuem Terror beantwortet, die Spirale der<br \/>\nGewalt wird immer gr\u00f6\u00dfer und betrifft immer mehr Menschen \u2013 ein<br \/>\nEnde ist nicht in Sicht. Was allein Ha\u00df und Gewalt \u00fcberwinden<br \/>\nkann, ist der Weg, den unser Herr Jesus uns gezeigt hat und den er selbst<br \/>\ngegangen ist: den Weg der Vers\u00f6hnung und der Liebe. Das k\u00f6nnen<br \/>\nwir als seine J\u00fcnger durch unser eigenes Leben und Handeln bezeugen,<br \/>\nindem auch wir Vers\u00f6hnung und Liebe leben. Nur so wird wirklicher<br \/>\nFriede und Zusammenleben m\u00f6glich.<\/p>\n<p><em>Zum anderen<\/em>: Die Menschen bem\u00fchen sich, m\u00f6glichst viel zu<br \/>\narbeiten und zu schaffen, um das Leben genie\u00dfen zu k\u00f6nnen:<br \/>\nHaus, Auto, Urlaub, Konsum. Die Welt lebt es vor und die Menschen versuchen,<br \/>\nihrem Anspruch zu entsprechen und darin den Sinn ihres Lebens zu sehen.<br \/>\nDas aber ist verbunden mit Stre\u00df, Hektik, Neid, Konkurrenzangst,<br \/>\nAngst zu kurz zu kommen und das Leben zu verfehlen. Bringen aber Genu\u00df und<br \/>\nKonsum wirklich die erhoffte Freude und Erf\u00fcllung? F\u00fcr kurze<br \/>\nZeit, vielleicht. Aber die Anspr\u00fcche wachsen. Man m\u00f6chte noch<br \/>\nmehr haben, und das bringt noch mehr Stre\u00df, usw&#8230; Und wenn es<br \/>\nsich nicht mehr steigern l\u00e4\u00dft, w\u00e4chst die Unzufriedenheit&#8230;<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber k\u00f6nnen wir als Christen durch unser Leben bezeugen:<br \/>\nDie Welt mit ihrem Anspruch an uns ist nicht das Letzte und Wichtigste.<br \/>\nRechte Freude und Erf\u00fcllung ist auf diesem Weg nicht zu finden.<br \/>\nEs ist die Verbundenheit mit unserem Herrn, die die n\u00f6tige Distanz<br \/>\nzu all diesen irdischen und verg\u00e4nglichen Dingen schenkt und die<br \/>\nuns erst rechte Freiheit und bleibende Freude und Erf\u00fcllung bringt.<\/p>\n<p><em>Sodann<\/em>: Das Salz h\u00e4lt den chemischen Haushalt des menschlichen<br \/>\nK\u00f6rpers in Ordnung. Nur so ist Leben \u00fcberhaupt m\u00f6glich.<br \/>\nSalz dient auch zur Konservierung von Lebensmitteln, besonders von Fleisch<br \/>\nund Wurstwaren. Die \u00c4lteren unter uns wissen es vielleicht noch<br \/>\naus eigenem Erleben: Fr\u00fcher, als es noch keine Tiefk\u00fchltruhen<br \/>\ngab, wurde das im Winter geschlachtete Fleisch in Salz eingelegt, damit<br \/>\nes \u00fcber l\u00e4ngere Zeit gehalten werden konnte. Auf uns \u00fcbertragen<br \/>\nhei\u00dft das: <em>Durch ihr Leben wirken Christen welterhaltend und<br \/>\n-bewahrend. <\/em><\/p>\n<p>Die heutige Gesellschaft ist vielfach gekennzeichnet durch Relativierung<br \/>\nund Verfall der Werte. An ihre Stelle ist Lieblosigkeit, Ma\u00dflosigkeit<br \/>\nund Gottlosigkeit getreten. Sie bestimmen das menschliche Zusammenleben,<br \/>\nden Umgang miteinander und mit der Natur und der Sch\u00f6pfung insgesamt.<br \/>\nSie f\u00fchren nicht nur zum sittlichen Verfall der Gesellschaft, sondern<br \/>\nund wirken insgesamt zersetzend und zerst\u00f6rend. Je gottloser eine<br \/>\nGesellschaft ist, umso unmenschlicher ist sie.<\/p>\n<p>Demgegen\u00fcber vertreten die Christen durch ihr Leben bestimmte Werte,<br \/>\nwie Ehe, Familie, Freundschaft, Gemeinschaft, Liebe zu Gott und zum N\u00e4chsten,<br \/>\nR\u00fccksichtnahme, Vers\u00f6hnung, Verantwortung im Umgang miteinander<br \/>\nund mit der Natur. Mit ihrer F\u00fcrbitte treten sie bei Gott f\u00fcr<br \/>\ndie Erhaltung der Gesellschaft und f\u00fcr die Welt ein. Dadurch wehren<br \/>\nsie dem Verfall der Gesellschaft und wirken erhaltend und bewahrend,<br \/>\n&#8211; konservierend.<\/p>\n<p>Das tr\u00e4gt ihnen freilich den Vorwurf ein, konservativ zu sein.<br \/>\nKonservativ wird heute nur noch abwertend gebraucht; es ist gleichbedeutend<br \/>\nmit veraltet, r\u00fcckst\u00e4ndig, \u00fcberholt, unzeitgem\u00e4\u00df;<br \/>\nes qualifiziert ab und ist sozusagen zum Schimpfwort geworden. F\u00fcr<br \/>\nmanche Vertreter der Kirche ist das der Grund, auf jeden Fall zeitgem\u00e4\u00df,<br \/>\nprogressiv sein zu wollen. Das aber hei\u00dft, dem Zeitgeist zu huldigen<br \/>\nund sich von ihm Fragen und Antworten diktieren zu lassen. Wer sich aber<br \/>\nmit dem Zeitgeist verheiratet, wird sehr schnell zur Witwe, besagt ein<br \/>\nAusspruch. Indem die Christen durch ihr Leben f\u00fcr Werte und durch<br \/>\nihre F\u00fcrbitte f\u00fcr die Welt eintreten, nehmen sie Teil am bewahrenden<br \/>\nWirken Gottes. Nicht zuf\u00e4llig wird er im Bekenntnis creator und<br \/>\nconservator, d.h. Sch\u00f6pfer und Erhalter genannt.<\/p>\n<p>Sehen wir uns nun das Salz etwas genauer an. <em>Zweierlei<\/em> f\u00e4llt dabei<br \/>\nauf: Es ist ein unscheinbares, wei\u00dfes Pulver. Wer, der es nicht<br \/>\nkennt, w\u00fcrde diesem unauff\u00e4lligen Pulver eine solche Kraft<br \/>\nund Wirkung zutrauen? F\u00fcr das W\u00fcrzen der Speisen reicht schon<br \/>\neine kleine Menge dieses Pulvers, denn es hat eine <em>durchdringende<\/em> <em>Wirkung<\/em>.<br \/>\nDabei geht es ganz in der Speise auf. Bezogen auf die Christen hei\u00dft<br \/>\ndas: sie sind in der Regel keine herausragenden, gro\u00dfen, auff\u00e4lligen<br \/>\nMenschen, keine Helden und Supermenschen. Sie sind keine Gelehrten oder<br \/>\nAkademiker, professionelle Allesk\u00f6nner, sondern sie sind eher unscheinbar,<br \/>\nunauff\u00e4llig, bescheiden, wie es Jesu J\u00fcnger auch waren: einfache<br \/>\nLeute, Handwerker, nicht besonders beeindruckend und hinrei\u00dfend.<\/p>\n<p>Und sie waren eine kleine Minderheit, zun\u00e4chst nur zw\u00f6lf.<br \/>\nUnd dennoch ist das Christentum zur Weltreligion geworden. Es hat die<br \/>\nWelt durchdrungen, es ist so sehr sie eingegangen und hat sie so verchristlicht,<br \/>\ndass man es heute als solches kaum noch wahrnimmt. Was es alles bewirkt<br \/>\nhat, wird als selbstverst\u00e4ndlich hingenommen, ohne dass man sich<br \/>\ndar\u00fcber Gedanken macht, wem das zu verdanken ist. Unsere gesamte<br \/>\nKultur und Zivilisation w\u00e4re ohne das Christentum nicht denkbar.<br \/>\nDrei Beispiele, die f\u00fcr viele andere stehen, m\u00f6gen das kurz<br \/>\nbelegen.<\/p>\n<p>Die Reformation hat nicht nur auf geistlichem Gebiet nachhaltig gewirkt.<br \/>\nSie setzte sich auch f\u00fcr die Schulbildung der Kinder entschieden<br \/>\nein. Dass es heute die allgemeine Schulbildung gibt, ist im Wesentlichen<br \/>\nihrem Wirken zu verdanken. &#8211; Unsere ganze soziale F\u00fcrsorge ist im<br \/>\nihrem Wesen nichts anderes als eine Verwirklichung der N\u00e4chstenliebe;<br \/>\nsie ist institutionalisierte N\u00e4chstenliebe. &#8211; Grundlegend f\u00fcr<br \/>\nunser Rechtswesen und das gesellschaftliche Zusammenleben sind die Menschenrechte,<br \/>\nvon denen so viel gesprochen wird. Gott hat jeden Menschen einmalig und<br \/>\nunverwechselbar geschaffen. Das verleiht ihm seinen einmaligen Wert.<br \/>\nHierin haben die Menschenrechte ihren Grund und von hier leiten sie sich<br \/>\nab.<\/p>\n<p>Unser Herr Jesus spricht aber auch die <em>Gef\u00e4hrdungen<\/em> an, die mit<br \/>\nunserem neuen Sein als Salz der Erde verbunden sein k\u00f6nnen. Salz<br \/>\nist keine Speise f\u00fcr sich. <em>Allein<\/em> ist es <em>nicht genie\u00dfbar<\/em>.<br \/>\nDas wissen wir sp\u00e4testens seit damals, als wir aus Versehen Salz<br \/>\nstatt Zucker nahmen. Seine rechte Wirkung entfaltet es erst in den Speisen.<br \/>\nWas bedeutet das im Blick auf die Christen? Es ist heute nicht mehr in,<br \/>\nsich zu seinem christlichen Glauben zu bekennen. Viele Menschen genieren<br \/>\nsich, \u00fcber ihren Glauben zu sprechen. Sie m\u00f6chten nicht unangenehm<br \/>\nauffallen und nicht als unmodern und \u00fcberholt gelten. Sie bef\u00fcrchten,<br \/>\nverspottet und ausgegrenzt zu werden. Deswegen wollen sie als Christen<br \/>\nnicht in Erscheinung treten und ziehen sich auf sich selbst zur\u00fcck.<br \/>\nMeinungsforscher halten fest, dass bei \u201eheutigen Christen vor allem<br \/>\nihre Unauff\u00e4lligkeit auffallend sei\u201c (R. K\u00f6cher).<\/p>\n<p>Dann aber geschieht dieses: das Salz <em>verliert seine durchdringende<br \/>\nKraft und Wirkung<\/em> und wird nutzlos. Tats\u00e4chlich hat das Christentum hat<br \/>\nin der westlichen Gesellschaft seine pr\u00e4gende Kraft und seinen bestimmenden<br \/>\nEinflu\u00df verloren. So sagte der namhafte Philosoph und Universit\u00e4tspr\u00e4sident<br \/>\nN. Lobkovicz, dass \u201edas Christentum seine kulturgestaltende Kraft<br \/>\nweitgehend verloren habe\u201c, und H. Boventer spricht von der \u201eVerdunstung<br \/>\ndes christlichen Glaubens in der \u00d6ffentlichkeit\u201c.<\/p>\n<p>Gerade aus diesem Grund werden wir auf unsere neue Identit\u00e4t angesprochen.<br \/>\nEs wird uns in Erinnerung gerufen, wer wir sind und was das f\u00fcr<br \/>\nuns und f\u00fcr die Welt, in der wir leben, bedeutet. Die Welt bedarf<br \/>\nunseres Seins und unsres Lebens in diesem neuen Sein. Namhafte Denker<br \/>\nund Wissenschaftler erwarten das nicht nur von uns als christlicher Kirche,<br \/>\nsondern sagen es uns auch immer wieder. K\u00fcrzlich ist daf\u00fcr<br \/>\nauch die bekannte Schriftstellerin Gabriele Wohmann in einem Artikel<br \/>\nin der FAZ vehement eingetreten. Wir haben etwas f\u00fcr diese Welt<br \/>\nund diese Gesellschaft, das sie nicht hat und sich auch nicht selbst<br \/>\ngeben kann. Deshalb bedarf sie dessen, dass wir als Christen und als<br \/>\nKirche in Erscheinung treten und f\u00fcr das eintreten, was wir sind<br \/>\nund haben. Nur das, was \u00f6ffentlich wahrnehmbar gelebt wird, ist<br \/>\nf\u00fcr die Gesellschaft von Bedeutung.<\/p>\n<p>Die Kirche will die Welt nicht ver\u00e4ndern. Aber wenn die Kirche<br \/>\nKirche ist, wird die Welt durch sie ver\u00e4ndert. So werden wir dazu<br \/>\n<em>ermutigt<\/em>, das zu sein, worauf wir angesprochen werden und was wir sind:<br \/>\nn\u00e4mlich Salz der Erde.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Prof. Dr. Berthold W. K\u00f6ber<br \/>\nKieskauler Weg 53<br \/>\n51109 K\u00f6ln<br \/>\n<a href=\"mailto:bwkoeber@hotmail.com\">E-Mail: bwkoeber@hotmail.com<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christen sind Salz der Erde | 8. Sonntag nach Trinitatis | 10. August 2003 | Mt 5,13\u201316 | Berthold W. K\u00f6ber | Jesus Christus spricht: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? 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