{"id":9525,"date":"2003-08-07T19:49:50","date_gmt":"2003-08-07T17:49:50","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9525"},"modified":"2025-05-08T14:24:29","modified_gmt":"2025-05-08T12:24:29","slug":"matthaeus-2514-30-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/matthaeus-2514-30-8\/","title":{"rendered":"Matth\u00e4us 25,14-30"},"content":{"rendered":"<h3><b><span style=\"color: #000099;\">9. Sonntag nach Trinitatis | 17. August 2003 | Matth\u00e4us 25,14-30 | Friedrich Malkemus |<\/span><\/b><\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>In diesen hochsommerlichen Tagen erholen sich viele Menschen an den Str\u00e4nden und Ufern der Seen und der Meere.<br \/>\nDie Sandstr\u00e4nde sind besonders beliebt. Die Kinder und die Erwachsenen auch n\u00fctzen diese Gelegenheit, den sch\u00f6nen beweglichen Sand zu formen. Phantastisch, welche Gestaltungskraft in den Erwachsenen und schon in den Kindern vorhanden ist! Eine Vielfalt von Burgen entsteht, Kan\u00e4le und Wasserf\u00e4lle, Stra\u00dfen und H\u00e4user.<br \/>\nAusgangspunkt aller Sandburgen und Bauten ist blo\u00df der Sand, die eigene Phantasie und der freudige Gestaltungswille. &#8211; Und was kommt dabei heraus? Manche bauen so eindrucksvoll, dass Leute stehen bleiben, um zu staunen oder sogar mitzuhelfen.<br \/>\nAndere jedoch buddeln sich ganz einfach ein, umgeben sich mit einem Wall und liegen da drinnen in der Grube. Sie wollen gesch\u00fctzt sein vor den Einblicken der Menschen und dem brennenden Zugriff der Sonne. Sie ziehen sich zur\u00fcck.<br \/>\nAber die ersteren erfreuen sich und die \u00dcbrigen an dem Gelingen eines sch\u00f6nen Werkes.<\/p>\n<p>So verstehe ich Jesu Gleichnis von den anvertrauten Talenten: Der eine versucht aus dem ihm Anvertrauten etwas N\u00fctzlich und F\u00f6rderliches zu machen und bleibt dabei nicht ergebnislos. Der Andere vergr\u00e4bt das ihm geliehene Gut und ruht nutz- und ergebnislos.<br \/>\n&#8211; Am Strand gibt es bestimmt eine ganz besonders gut gelungene Stadt- oder Burganlage aus Sand, die Aufsehen erregt. Aber da sind auch die vielen anderen Versuche, die gut gewollt, aber nich ganz so ber\u00fchmt gelungen sind.<\/p>\n<p>Was hast du gemacht aus dem dir anvertrauten Gut in deinem Leben? Denn das ist in unserem Gleichnis ganz deutlich. Der Herr gibt jedem eine Gabe. Keinem gibt er alle Gaben, keiner geht leer aus. Jawohl, jeder ist von dem Herrn begabt worden. Keiner darf herumstehen und m\u00fcrrisch sagen: ich habe nichts, ich bin nichts, ich kann garnichts. Hier widerspricht Jesus und sagt: Auch du hast von Gott dir zugewiesene Gaben, du bist wertvoll und du bist geachtet vom Sch\u00f6pfer her. Du kannst aus deinem Leben f\u00fcr dich, f\u00fcr die Mitmenschen, f\u00fcr deinen Sch\u00f6pfer sehr wohl N\u00fctzliches tun ganz unbestritten.-\u00dcberlege nur eine Weile und entdecke deinen besonderen Beitrag in deinem einmaligen Leben. Suche auch nach dem Anfang f\u00fcr den n\u00e4chsten Schritt!<\/p>\n<p>Die Geringsch\u00e4tzung des eigenen Verm\u00f6gens ist keine neutestamentliche Erfindung. Im Gegenteil, der Blick des Herrn erreicht jeden, gerade auch den am Wegesrand des pulsierenden Lebens: den Blinden, den Auss\u00e4tzigen, die Lahmen, die Ausl\u00e4nder. Auf sie geht Jesus zu heilend und vers\u00f6hnend und f\u00fchrt die sogenannten Randexistenzen wieder in die Mitte der Aufmerksamkeit und damit in die Gesellschaft.<\/p>\n<p>Und was haben nun wir selbst damit zu tun? Nun wir \u00fcbernehmen Jesu Denk- und Sichtweise. Im Blick auf uns selbst lernen wir hier: Auch uns sind von Gott herkommende Gaben zugeteilt. Mit ihnen k\u00f6nnen wir unseren Beitrag im Leben gestalten in einer f\u00fcr uns, aber auch f\u00fcr die Mitmenschen sehr n\u00fctzlichen Weise. Gott sortiert uns nicht nach Intelligenzstufen. Er hat nicht vorgesehen, dass wir alle zu den Hochbegabten gerechnet werden, aber auf jeden Fall zu den Begabten. Bei diesen sind alle dabei! Wenn der alte Mensch nicht mehr gehen, aber durchaus noch gut lesen kann, dann kann es jetzt sein spezieller Beitrag sein, vom Gelesenen weiterzuerz\u00e4hlen und andere zu erfreuen.<br \/>\nEine neunzig Jahre alte Frau hatte alle 14 Tage ein Gedicht auswendig erlernt und dann mit Freude anderen Leuten vorgetragen! Auch die nach menschlichen Vorstellungen geringen Begabungen sind Gaben, die es zu nutzen gilt. Ich kann und darf nie von einem anderen Menschen sagen: Dieser kann nichts! Der taugt nichts. Den kannst du vergessen!<\/p>\n<p>Hier in der N\u00e4he in Schwalmstadt Treysa im Hessischen Diakoniezentrum werden mehrfach Behinderte duch heilp\u00e4dagogische Begleitung gef\u00f6rdert in ihrer modernen und sch\u00f6n gestalteten Station. Wenn hier eine seine Kl\u00f6tzchen auf dem Tisch sortiert und aufbaut und dabei gro\u00dfe Freude hat und \u00e4u\u00dfert, dann ist das zweifellos seine ihm eigene Gabe. Es ist sein Talent \u00fcber ganz, ganz kleine Fortschritte ganz gro\u00dfe Freude zu haben. Er ist eine eindrucksvolle Ermutigung f\u00fcr die Missmutigen, Undankbaren und Lustlosen.- Gott gibt keinen auf und will, dass du dich und andere auch nicht aufgibst.-<\/p>\n<p>Wenn der Herr kommt und Rechenschaft fordert, dann will ernicht, dass einer kommt und sagt: Ich habe ja nichts gekonnt und darum nichts gewollt. Ich bin mir selbst halt genug! &#8211; Die H\u00e4rte der Verantwortung wird hier sehr betont f\u00fcr jeden. Widersprechen wir allen Versuchungen zum Fatalismus, allen Geringsch\u00e4tzungen der eigenen oder anderen Personen. Jeder hat nach seiner Dynamik Kr\u00e4fte bekommen, Gottesgaben! Mit ihnen kann jeder mittun!<\/p>\n<p>Ziel des Gleichnisses ist die frohe Gemeinschaft am Tisch des Herrn, alle sch\u00f6n beeinander und nebeneinander. Hier leidet niemand an Minderwertigkeitskomplexen, jeder ist froh \u00fcber seine Teilhabe am Reichtum der G\u00fcte Gottes.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><strong><u>Liedvorschlag:<\/u><\/strong><br \/>\nEG 295 Wohl denen, die da wandeln&#8230;<br \/>\nEG 302 Du meine Seele singe<br \/>\nEG 419 Hilf Herr meines Lebens<\/p>\n<p><u><strong>Gebet <\/strong><\/u>(aus den Liturgieentw\u00fcrfen 36 der Beratungsstelle f\u00fcr Gottesdienstgestaltung der Kirchen von Hessen und Nassau 1982):<\/p>\n<p>Herr, du hast gesagt:<br \/>\nWem viel gegeben ist,<br \/>\nvon dem wird man auch viel erwarten.<br \/>\nWir danken dir f\u00fcr alles,<br \/>\nwas du gibst,<br \/>\nund denken nach,<br \/>\nwas du von uns erwartest:<\/p>\n<ul>\n<li>wenn wir gesund sind an Leib und Seele,<br \/>\ndass wir an die Kranken denken;<\/li>\n<li>wenn wir Arbeit, Wohnung, Kleidung und Nahrung haben,<br \/>\ndass wir das alles nicht selbstverst\u00e4ndlich finden;<\/li>\n<li>wenn wir genug Geld haben,<br \/>\ndass wir davon abgeben;<\/li>\n<li>dass frische Luft und klares Wasser auch noch Kindeskinder<br \/>\natmen und trinken k\u00f6nnen;<\/li>\n<li>dass wir den Frieden und unsere Freiheit entwickeln, nicht verspielen<br \/>\nund uns selbst einsetzen f\u00fcr die Rechte der anderen;<\/li>\n<li>dass wir Ehepartner, Kinder, Eltern, Familie und Freundschaft<br \/>\nals Geschenk des Himmels ansehen und nicht als Besitz betrachten.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Herr, einem jeden von uns hast du Talente anvertraut,<br \/>\ndamit wir sie f\u00fcreinander einsetzen k\u00f6nnen. Amen<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Kirchenrat Friedrich Malkemus,<\/strong><br \/>\n<strong>Dekan i. R.,<\/strong><br \/>\n<strong>Wolfgang Zeller &#8211; Stra\u00dfe 13<\/strong><br \/>\n<strong>Schwalmstadt &#8211; Ziegenhain<\/strong><br \/>\n<strong>Tel. 0 66 91 \/ 7 16 42<\/strong><br \/>\n<strong>Fax. 0 66 91 \/ 92 84 06<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>9. Sonntag nach Trinitatis | 17. August 2003 | Matth\u00e4us 25,14-30 | Friedrich Malkemus | Liebe Gemeinde! In diesen hochsommerlichen Tagen erholen sich viele Menschen an den Str\u00e4nden und Ufern der Seen und der Meere. Die Sandstr\u00e4nde sind besonders beliebt. Die Kinder und die Erwachsenen auch n\u00fctzen diese Gelegenheit, den sch\u00f6nen beweglichen Sand zu formen. 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