{"id":9583,"date":"2003-10-07T19:49:52","date_gmt":"2003-10-07T17:49:52","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9583"},"modified":"2025-05-09T10:11:48","modified_gmt":"2025-05-09T08:11:48","slug":"markus-21-12-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-21-12-2\/","title":{"rendered":"Markus 2,1-12"},"content":{"rendered":"<h3>\u00a019. Sonntag nach Trinitatis | 26. Oktober 2003 | Markus 2,1-12 |<strong> D\u00f6rte Gebhard |<\/strong><\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde, heute h\u00f6ren wir als Predigttext eine Geschichte voller Wunder. Sie f\u00e4ngt damit an, da\u00df es bei Jesus mehr als \u00fcberf\u00fcllt war, weil unglaublich viele Leute sehen wollten, was es mit dem neuen Wort Gottes auf sich hat. Aus dem 2. Kapitel bei Markus lese ich die Verse 1 bis 12:<\/p>\n<p><em>\u201eUnd nach einigen Tagen ging [Jesus] wieder nach Kapernaum; und\u00a0es wurde bekannt, da\u00df er im Hause war. Und es versammelten sich viele, so da\u00df sie nicht Raum hatten, auch\u00a0nicht drau\u00dfen vor der T\u00fcr, und er sagte ihnen das Wort.\u00a0Und es kamen einige zu ihm, die brachten einen Gel\u00e4hmten, von vieren\u00a0getragen.\u00a0Und da sie ihn nicht zu ihm bringen konnten wegen der Menge, deckten\u00a0sie das Dach auf, wo er war, machten ein Loch und lie\u00dfen das Bett\u00a0herunter, auf dem der Gel\u00e4hmte lag.\u00a0Als nun Jesus ihren Glauben sah, sprach er zu dem Gel\u00e4hmten:\u00a0Mein Sohn, deine S\u00fcnden sind dir vergeben.\u00a0Es sa\u00dfen da aber einige Schriftgelehrte und dachten in ihren Herzen:\u00a0Wie redet der so? Er l\u00e4stert Gott! Wer kann S\u00fcnden vergeben\u00a0als Gott allein?\u00a0Und Jesus erkannte sogleich in seinem Geist, da\u00df sie so bei sich\u00a0selbst dachten, und sprach zu ihnen: Was denkt ihr solches in euren Herzen?\u00a0Was ist leichter, zu dem Gel\u00e4hmten zu sagen: Dir sind deine S\u00fcnden\u00a0vergeben, oder zu sagen: Steh\u2019 auf, nimm dein Bett und geh umher?\u00a0Damit ihr aber wi\u00dft, da\u00df der Menschensohn Vollmacht hat,\u00a0S\u00fcnden zu vergeben auf Erden \u2013 sprach er zu dem Gel\u00e4hmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!\u00a0Und er stand auf, nahm sein Bett und ging alsbald hinaus vor aller Augen,\u00a0so da\u00df sie sich alle entsetzten und Gott priesen und sprachen:\u00a0Wir haben so etwas noch nie gesehen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<br \/>\nso ist es auch heutzutage: bei Jesus ist es mehr als voll, die Menge\u00a0ist so gro\u00df, da\u00df f\u00fcr manche kein Raum bleibt, nicht\u00a0einmal drau\u00dfen vor der T\u00fcr.\u00a0Und das nicht nur zur Weihnachtszeit! Bei Jesus sammeln sich die Massen,\u00a0mit allen Vor- und Nachteilen, die damit verbunden sind.\u00a0Das glauben Sie nicht? Sie kennen keine \u00fcberf\u00fcllten Kirchen? \u00a0Trotzdem ist es so, gerade gegenw\u00e4rtig: Unglaublich viele dr\u00e4ngen\u00a0sich um Jesus, noch vielmehr als seinerzeit in Kapernaum. Denn immer wieder erz\u00e4hlen mir einzelne Menschen, da\u00df es ihnen\u00a0ergeht wie dem Gel\u00e4hmten: Sie k\u00f6nnen nicht zu Jesus Christus\u00a0durchdringen, sie gelangen nicht zu ihm. Sie wollten gerne an Gott glauben\u00a0k\u00f6nnen, aber sie bringen es nicht fertig, sie schaffen es nicht\u00a0mehr. Warum? Daf\u00fcr gibt es ungef\u00e4hr so viele Gr\u00fcnde wie andere\u00a0Leute. Es ist tragisch, aber wahr: Menschen k\u00f6nnen einander den\u00a0Glauben an Gott unm\u00f6glich machen. Denen, die etwas tun wollen, die um Gottes Willen die Zust\u00e4nde nicht\u00a0lassen k\u00f6nnen, wie sie sind, sind es viel zu viele, die sich unpolitisch,\u00a0mutlos und viel zu kompromi\u00dfbereit verhalten.\u00a0Aber denen, die Vergewisserung und geistliche Erbauung suchen im H\u00f6ren\u00a0auf Gottes Wort, die angewiesen sind auf Ruhe und Meditation inmitten\u00a0einer hektisch-oberfl\u00e4chlichen Welt, sind es viel zu viele Aktivisten,\u00a0viel zu viele Weltverbesserer. Den Experimentierfreudigen gibt es viel<br \/>\nzu viele, die an den Traditionen h\u00e4ngen, den Konservativen viel\u00a0zu viele spontane Chaoten.<\/p>\n<p>Den einen gibt es immer viel zu viele von den anderen, die so anders\u00a0sind, da\u00df sie nicht nur den Weg zum Glauben, sondern schon die\u00a0Aussicht auf Jesus Christus verstellen und damit auch unh\u00f6rbar machen,\u00a0was er zu sagen hat. Der Gel\u00e4hmte damals konnte von sich aus auch nicht zu Jesus vordringen:\u00a0\u201eUnd es kamen einige zu Jesus, die brachten einen Gel\u00e4hmten, von\u00a0vieren getragen. Und sie konnten ihn nicht zu ihm bringen wegen der Menge&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Denn viel zu viele Menschen mit zwei gesunden F\u00fc\u00dfen dr\u00e4ngelten\u00a0sich um Jesus. Da hatte er mit seiner Trage keine Chance, obwohl sie\u00a0doch eigentlich ganz leicht zu transportieren war. Aber dazu brauchte\u00a0er Leute, die nicht nur zwei heile F\u00fc\u00dfe haben, sondern auch\u00a0mit beiden Beinen auf dem Boden stehen. Im Gegensatz zu ersteren sind\u00a0letztere seltener. Das ganze Dorf Kapernaum ist auf den Beinen und vier\u00a0denken an den Gel\u00e4hmten und nehmen ihn mit. Immerhin vier!<\/p>\n<p>Diese vier geh\u00f6ren zu den Wundern dieser Geschichte, denn sie tragen\u00a0den Gel\u00e4hmten mit Leichtigkeit. Alles, was die Sache irgendwie erschweren\u00a0k\u00f6nnte, ist gl\u00fccklicherweise nicht \u00fcberliefert: &#8211; nicht, ob sie ge\u00e4chzt und gest\u00f6hnt haben,\u00a0&#8211; ob der Gel\u00e4hmte bitten und betteln mu\u00dfte, um von ihnen getragen\u00a0zu werden oder ob er sie gar herumkommandiert hat,\u00a0&#8211; ob sie es anf\u00e4nglich widerwillig taten oder aus irgendeinem Pflichtgef\u00fchl,\u00a0&#8211; wer die Idee mit dem Dach hatte, ob er erst ausgelacht wurde, sp\u00e4ter\u00a0dann eingebildet und stolz war &#8230;\u00a0Das alles ist unwichtig und daher wundervoll: Die vier sind einfach da\u00a0und r\u00fccken mit dem f\u00fcnften auf. Von solchen Menschen mag man\u00a0gern abh\u00e4ngig sein. Denn das sind wir ja alle: Abh\u00e4ngig voneinander\u00a0wie der Gel\u00e4hmte von seinen Tr\u00e4gern; von Geburt an und ein\u00a0ganzes Leben lang.<\/p>\n<p>Selbst\u00e4ndigkeit ist seit einiger Zeit ein hoher Wert. Jeder m\u00f6chte\u00a0eigentlich allein zurechtkommen. Das verbindet sogar die fast 18-j\u00e4hrigen\u00a0mit den Senioren; der eine erwartet ungeduldig seinen Geburtstag und\u00a0die andere will m\u00f6glichst lang in ihren eigenen vier W\u00e4nden\u00a0bleiben, aber beide wollen sie selbst\u00e4ndig sein. Aber wir sind es nie ganz, weder nach dem 18. Geburtstag, noch, wenn\u00a0wir niemals ins Altersheim ziehen.<\/p>\n<p>Wir sind und bleiben abh\u00e4ngig, erst recht in Glaubensfragen. Wir\u00a0sind von klein auf und auch noch, wenn wir schon l\u00e4ngst erwachsen\u00a0sind, angewiesen auf die, die uns in die N\u00e4he Jesu bringen, die\u00a0uns \u00dcberliefertes weitersagen. In die N\u00e4he Jesu m\u00fcssen\u00a0wir gebracht werden, getragen wie der Gel\u00e4hmte, wir k\u00f6nnen\u00a0nicht selbst\u00e4ndig und aus eigener Kraft zu ihm gelangen, alles selbst\u00a0erschlie\u00dfen, wir m\u00fcssen zur\u00fcckfragen, die alten Texte\u00a0h\u00f6ren; brauchen jemanden, der mit uns betet.<\/p>\n<p>Einerseits ist es tragisch, aber wahr: Menschen k\u00f6nnen einander\u00a0den Glauben an Gott unm\u00f6glich machen. Aber andererseits ist es wundervoll und ebenso wahr: Menschen k\u00f6nnen\u00a0einander in die N\u00e4he Jesu bringen. Aber dazu braucht es nicht einfach Leute, die sich um Jesus herumdr\u00e4ngeln,\u00a0alles ganz interessant und spannend finden, sondern solche Tr\u00e4ger\u00a0wie die vier, die das Dach aufgraben und damit einen neuen Zugang er\u00f6ffnen,\u00a0wo sonst zu viele andere davor sind. Es ist paradox: Die Vielen sind\u00a0interessiert, sogar begeistert, aber sie stehen doch im Wege, weil sie\u00a0nicht selbst aktiv werden. Aber genau da ist unsere Selbst\u00e4ndigkeit\u00a0gefragt und gefordert, unsere Kreativit\u00e4t und Aktivit\u00e4t.<\/p>\n<p>Auch Kirchen k\u00f6nnen bis oben hin zugemauert sein und den Blick\u00a0auf Jesus hoffnungslos verstellen f\u00fcr alle, die nicht ohne Hilfe<br \/>\nkommen k\u00f6nnen. Regelm\u00e4\u00dfig, immer, wenn es wieder zu viele geworden sind,\u00a0mu\u00df das Dach aufgegraben werden, damit der Himmel wieder zu sehen\u00a0ist.<\/p>\n<p>Denn der Himmel steht offen durch die Tat der vier.\u00a0Ebenso mu\u00df das Evangelium heute vermittelt werden, aber nicht von\u00a0Herumstehenden, sondern von Menschen, die selbst\u00e4ndig aktiv werden,\u00a0die einen Zugang finden, neu und unverbraucht. Denn wir m\u00fcssen nicht\u00a0nur alle in die N\u00e4he Jesu getragen werden, wir k\u00f6nnen alle\u00a0auch selbst Tr\u00e4ger sein. Der ehemals Gel\u00e4hmte kann dann ja\u00a0nicht nur sein Bett tragen, sondern fortan mit drei anderen zupacken\u00a0und, wo n\u00f6tig, auf\u2019s Dach steigen.<\/p>\n<p>Wesentlich ist f\u00fcr die Tr\u00e4ger nur eines: ihr Glaube. \u201eAls\u00a0nun Jesus den Glauben [der vier] sah, sprach er zu dem Gel\u00e4hmten:<br \/>\nMein Sohn, deine S\u00fcnden sind dir vergeben.\u201c\u00a0Die Tr\u00e4ger haben Glauben n\u00f6tig, stellvertretenden Glauben. Diesem stellvertretenden und entscheidenden Glauben der Tr\u00e4ger lohnt\u00a0es sich, noch etwas nachzugehen. Die Frage ist, nicht nur f\u00fcr den<br \/>\nGel\u00e4hmten: Was tr\u00e4gt die Tr\u00e4ger?\u00a0Die vier glauben so fest daran, da\u00df ihr Tun etwas n\u00fctzt, da\u00df es\u00a0Jesus sofort auff\u00e4llt. Vielleicht ist ihr Glaube nichts anderes\u00a0als Liebe zu dem Bettl\u00e4gerigen oder ihr Glaube ist eine unb\u00e4ndige\u00a0Hoffnung, da\u00df der Gel\u00e4hmte diesmal endlich gesund wird. Jedenfalls glauben die vier f\u00fcr den f\u00fcnften und tun stellvertretend,\u00a0was dieser nicht kann: Sie kommen \u2013 alle miteinander \u2013 in\u00a0die N\u00e4he Jesu.<\/p>\n<p>Nun m\u00f6gen Sie freilich einwenden: Die Momente, in denen ich stellvertretend\u00a0geglaubt habe und handeln mu\u00dfte, sind sehr selten, wenn nicht gar\u00a0einzigartig. Auch die vier haben ja nicht alle Tage D\u00e4cher abgedeckt.\u00a0Vielleicht denken Sie bei stellvertretenden Entscheidungen an extreme\u00a0Situationen, etwa, wenn die Frage der Organspende f\u00fcr einen eben\u00a0Verstorbenen zu kl\u00e4ren ist, der seinen letzten Willen nicht kundgetan\u00a0hat.<\/p>\n<p>Dietrich Bonhoeffer erkl\u00e4rt das stellvertretende Handeln f\u00fcr\u00a0andere an Eltern, die ihre Kinder ins Leben tragen. Aber das ist nur\u00a0ein besonders einleuchtendes Beispiel f\u00fcr den allgemeinen Grundsatz,\u00a0da\u00df wir alle, weil wir Verantwortung f\u00fcreinander haben, auch\u00a0stellvertretend handeln m\u00fcssen. Noch der einsamste Mensch handelt\u00a0stellvertretend \u2013 f\u00fcr nachfolgende Generationen; auch von\u00a0seinem verantwortungsbewu\u00dften oder unverantwortlichen Lebensstil\u00a0h\u00e4ngt das Wohl und Wehe der zuk\u00fcnftig Lebenden ab.<br \/>\nVerantwortung hat nie ein isolierter Einzelner, auch nicht eine namenlose,\u00a0gro\u00dfe Masse, wie sie sich nach der \u00dcberlieferung bei Jesus\u00a0in Kapernaum versammelt, sondern immer Menschen, die Verantwortung f\u00fcreinander\u00a0haben wie der Gel\u00e4hmte und seine Tr\u00e4ger.\u00a0Ohne eine kompliziertes System von stellvertretenden Institutionen k\u00f6nnte\u00a0z.B. unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Genau um die Grundlagen\u00a0und Grenzen der Stellvertretung drehen sich derzeit die politischen Debatten:\u00a0wer f\u00fcr wen wieviel Krankenkassenbeitr\u00e4ge zahlt und zahlen\u00a0m\u00fc\u00dfte, wieviele f\u00fcr wieviele wann noch welche Rente erarbeiten\u00a0k\u00f6nnen. Ohne die Solidarit\u00e4t stellvertretenden Handelns ginge es nicht schlechter \u2013 es\u00a0ginge gar nicht.<\/p>\n<p>Aber ist Stellvertretung nicht eine heillose \u00dcberforderung? Kann\u00a0man stellvertretendes Handeln \u00fcberhaupt verlangen oder gar fordern?\u00a0Ist nicht f\u00fcr sich selbst sorgen schon schwer genug? Schon die Entscheidungen,\u00a0die man f\u00fcr sein eigenes Leben trifft, sind unabsehbar! Lohnt es sich, f\u00fcr einen vorl\u00e4ufig Unbekannten auf\u2019s\u00a0Dach zu steigen? Wird die Entt\u00e4uschung nachher nicht ma\u00dflos\u00a0sein?\u00a0Das tragende Prinzip der Stellvertretung steht bei Paulus: \u201eEiner\u00a0trage des anderen Last.\u201e<\/p>\n<p>Das klingt zuerst verlockend, aber ein bi\u00dfchen zu einfach und\u00a0daher ein wenig weltfremd. Durch den Nachsatz wird es ein realistisches\u00a0Wort: \u201eEiner trage des anderen Last, so werdet ihr das Gebot Christi\u00a0erf\u00fcllen.\u201c<\/p>\n<p>Das Paradies auf Erden erscheint nicht, auch wird nicht versprochen,\u00a0da\u00df man selbst dann auch immer getragen wird. Auch wird nicht die\u00a0Illusion verk\u00fcndet, da\u00df es nachher allen wunderbar geht. Lasten\u00a0m\u00fcssen nach wie vor getragen werden! Und immer noch unterschiedlich\u00a0schwere, nicht alle genau gleich viel. Aber f\u00fcreinander dasein, stellvertretend glauben und handeln ist\u00a0uns von Christus geboten und dient der Liebe Gottes unter den Menschen.\u00a0Im Lichte dieser langm\u00fctigen und freundlichen Liebe, die alles tr\u00e4gt,\u00a0alles glaubt und alles hofft, haben wir eingangs unsere S\u00fcnde bekannt.\u00a0Ich bin gewi\u00df: Stellvertretendes Tun l\u00e4\u00dft mich unentwegt\u00a0schuldig werden. Statt anzufassen, habe ich keine Lust. Um loszugehen,\u00a0m\u00fc\u00dfte ich mehr Zeit haben. Wenn der Weg aber l\u00e4nger dauert,\u00a0werde ich ungeduldig. Statt anderer Menschen Last zu tragen, bin ich\u00a0nachtragend und belaste mich mit dem \u00c4rger von vorgestern. Wenn\u00a0ich mitmache, frage ich, was es mir bringt. Vor allem aber: Ich steige\u00a0viel zu selten auf\u2019s Dach, damit andere den Himmel sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Daher ist das gr\u00f6\u00dfte Wunder der Geschichte nicht, da\u00df aus\u00a0dem Getragenen einer wird, der selbst tragen kann, sondern die S\u00fcndenvergebung.\u00a0Die Schriftgelehrten wissen genau, da\u00df es allein darauf ankommt. \u00a0\u201eEinige Schriftgelehrte dachten in ihren Herzen:\u00a0Wie redet der so? Er l\u00e4stert Gott! Wer kann S\u00fcnden vergeben\u00a0als Gott allein?\u201c\u00a0Jesus fragt sie:\u00a0\u201eWas ist leichter, zu dem Gel\u00e4hmten zu sagen: Dir sind deine S\u00fcnden\u00a0vergeben, oder zu sagen: Steh\u2019 auf, nimm dein Bett und geh umher?\u00a0Damit ihr aber wi\u00dft, da\u00df der Menschensohn Vollmacht hat,\u00a0S\u00fcnden zu vergeben auf Erden \u2013 sprach er zu dem Gel\u00e4hmten: Ich sage dir, steh auf, nimm dein Bett und geh heim!\u201c<\/p>\n<p>Das Wunder tut Gottes Sohn allein. Es ist wahr: Menschen k\u00f6nnen einander durch ihren Glauben in die\u00a0N\u00e4he Jesu bringen. In die N\u00e4he, nicht mehr und nicht weniger.\u00a0Aber was dort geschieht, steht allein in Gottes Hand. All unserem stellvertretenden\u00a0Glauben und Tun ist durch Gottes gro\u00dfe G\u00fcte eine Grenze gesetzt:\u00a0Auch wenn wir uns noch so sehr abm\u00fchen wie die vier Tr\u00e4ger,<br \/>\ndie im Schwei\u00dfe ihres Angesichts das Dach aufdecken und es wirklich\u00a0weit bringen: \u00dcber das Wohl und Wehe des Gel\u00e4hmten und aller\u00a0Menschen entscheidet zuletzt Gott. Gott vergebe uns unsere S\u00fcnde und sein Friede, der h\u00f6her ist\u00a0als all unsere Vernunft, st\u00e4rke und bewahre unsere Herzen und Sinne\u00a0in Christus Jesus, Amen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Dr. D\u00f6rte Gebhard<br \/>\nOberaustr. 2A<br \/>\n53179 Bonn<br \/>\n<a href=\"mailto:doerte.gebhard@web.de\">doerte.gebhard@web.de<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a019. Sonntag nach Trinitatis | 26. Oktober 2003 | Markus 2,1-12 | D\u00f6rte Gebhard | Liebe Gemeinde, heute h\u00f6ren wir als Predigttext eine Geschichte voller Wunder. Sie f\u00e4ngt damit an, da\u00df es bei Jesus mehr als \u00fcberf\u00fcllt war, weil unglaublich viele Leute sehen wollten, was es mit dem neuen Wort Gottes auf sich hat. 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