{"id":9590,"date":"2003-11-07T19:49:53","date_gmt":"2003-11-07T18:49:53","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9590"},"modified":"2025-05-09T10:30:11","modified_gmt":"2025-05-09T08:30:11","slug":"markus-10-2-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-10-2-12\/","title":{"rendered":"Markus 10, 2-12"},"content":{"rendered":"<h3><b><span style=\"color: #000099;\">20. Sonntag nach Trinitatis | 2. November 2003 |<\/span><\/b><b><span style=\"color: #000099;\"> Markus 10, 2-12 | Christine Hubka |<\/span><\/b><\/h3>\n<p><em>&#8222;Pharis\u00e4er traten zu Jesus und fragten ihn, ob ein Mann sich scheiden d\u00fcrfe von seiner Frau; und sie versuchten ihn damit.<\/em><br \/>\n<em>Er antwortete aber und sprach zu ihnen: Was hat euch Mose geboten?<\/em><br \/>\n<em>Sie sprachen: Mose hat zugelassen, einen Scheidebrief zu schreiben und sich zu scheiden.<\/em><br \/>\n<em>Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Herzens H\u00e4rte willen hat er euch dieses Gebot geschrieben;<\/em><br \/>\n<em>aber von Beginn der Sch\u00f6pfung an hat Gott sie geschaffen als Mann und Frau.<\/em><br \/>\n<em>Darum wird ein Mann seinen Vater und seine Mutter verlassen und wird an seiner Frau h\u00e4ngen,<\/em><br \/>\n<em>und die zwei werden ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht mehr zwei, sondern ein Fleisch.[A]<\/em><br \/>\n<em>Was nun Gott zusammengef\u00fcgt hat, soll der Mensch nicht scheiden.<\/em><br \/>\n<em>Und daheim fragten ihn abermals seine J\u00fcnger danach.<\/em><br \/>\n<em>Und er sprach zu ihnen: Wer sich scheidet von seiner Frau und heiratet eine andere, der bricht ihr gegen\u00fcber die Ehe;<\/em><br \/>\n<em>und wenn sich eine Frau scheidet von ihrem Mann und heiratet einen andern, bricht sie ihre Ehe.&#8220;<\/em>\u00a0(Mk 10, 2 \u2013 12)<\/p>\n<p>Neulich hab ich eine Familie kennen gelernt.\u00a0Eine richtig gl\u00fcckliche Familie.\u00a0Mutter, Vater und 3 Kinder.<br \/>\nSie hei\u00dfen\u00a0Gisi, Geri, Gini, Glubsch und Gugu.\u00a0Warum die so seltsame Namen haben,\u00a0die alle mit dem Buchstaben &#8222;G&#8220; beginnen?<\/p>\n<p>Diese Familie findet ihr Gl\u00fcck und pflegt ihre Gemeinschaft im Gasometer.\u00a0Aus ihrem Plakatkasten strahlen sie alle an,\u00a0die dort hineingehen.\u00a0Wie gesagt,\u00a0sie sind sehr gl\u00fccklich. Da macht es auch nichts,\u00a0wenn Papa Geri manchmal lieber allein shoppen geht,\u00a0weil ihm seine Familie zu anstrengend wird.\u00a0Da ist ja dann immer noch Mama Gisi.\u00a0Von ihr erfahren wir,\u00a0dass sie zust\u00e4ndig ist f\u00fcr die schwierige Balance\u00a0zwischen Familien \u2013 Management und eigenen W\u00fcnschen.\u00a0Was wir nicht erfahren:\u00a0Was wird passieren,<br \/>\nwenn Mama Gisi diese schwierige Balance eines Tages nicht mehr schafft.\u00a0Wenn sie nicht mehr so strahlend von ihrem Platz\u00a0am Plakat und in dieser Bilderbuch Familie\u00a0herunter l\u00e4chelt.\u00a0Was passiert, wenn auch ihr die Familie zu anstrengend wird.\u00a0Was passiert,\u00a0wenn Papa Geri auf seinem alleinsamen\u00a0Einkaufsbummel eine nette Gundula trifft,\u00a0die ausgeruht und unbelastet und ganz und gar in Balance ist.<\/p>\n<p>Wenn das passiert\u00a0k\u00f6nnte man meinen ist es entscheidend,\u00a0dass Papa Geri evangelisch ist.\u00a0Denn so hei\u00dft es ja hierzulande:<br \/>\nBei den Evangelischen darf man sich scheiden lassen.\u00a0Und zwischen den Zeilen schwingen dann\u00a0noch zwei Gedanken mit:<br \/>\nDer erste Gedanke:\u00a0Man darf dann auch wieder heiraten.\u00a0Der zweite Gedanke:\u00a0bei den Katholischen darf man das nicht.\u00a0Es kann aber passieren,\u00a0dass jetzt noch ein Gedanke \u00fcber die Evangelischen dazu kommt:\u00a0Bei den Evangelischen gilt,\u00a0was in der Bibel steht.\u00a0Und was in der Bibel steht,\u00a0haben wir gerade geh\u00f6rt.\u00a0Oder wie Jesus die Sache sieht.\u00a0Denn in seiner Bibel ist tats\u00e4chlich gestanden,\u00a0dass es einem Mann frei steht, sich von seiner Frau zu trennen,\u00a0wenn &#8211; ich zitiere aus dem 5. Buch Mose:\u00a0wenn der Mann etwas H\u00e4ssliches an seiner Frau findet.\u00a0Stellt euch jetzt bitte folgende Szene vor:\u00a0Mama Gina steht genervt in der K\u00fcche.\u00a0Ihre Kittelsch\u00fcrze ist voll Flecken von Gugus Abendessen.\u00a0Papa Geri kommt vom Single \u2013 Shopping nach Hause. Es wird ihm nicht schwer fallen, \u00a0etwas H\u00e4ssliches an ihr zu finden.<\/p>\n<p>Ich denke, wir sind uns einig,\u00a0dass es nicht schwer ist,\u00a0bei einem anderen Menschen\u00a0\u201eetwas H\u00e4ssliches\u201c zu finden.\u00a0Egal in welcher Beziehung \u00a0man zu diesem Menschen steht.\u00a0Die einzige Ausnahme ist die Zeit,\u00a0der ersten Verliebtheit.\u00a0Nur in dieser Zeit\u00a0werden Gedichte geschrieben\u00a0Wie wir es im Hohelied Salomos lesen:<\/p>\n<p>\u201eDie Glut der Liebe ist feurig<br \/>\n&#8230;<br \/>\nsodass auch viele Wasser<br \/>\ndie Liebe nicht ausl\u00f6schen<br \/>\nund Str\u00f6me sie nicht ertr\u00e4nken k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Wasserstr\u00f6me vielleicht nicht \u2013\u00a0Aber die Zeit und die Erfahrungen,\u00a0die wir miteinander machen.\u00a0Wenn wir einen anderen Menschen ansehen\u00a0und etwas H\u00e4ssliches an ihm finden,\u00a0haben wir die M\u00f6glichkeit,\u00a0das ganz verschieden zu interpretieren:<\/p>\n<p>Die Interpretation, die zur Zeit Jesu unter Ehem\u00e4nnern g\u00e4ngig war,\u00a0wird auch heute in allen m\u00f6glichen Beziehungen angewendet &#8211;\u00a0nicht nur unter Ehepartnern:\u00a0Da sieht einer etwas H\u00e4ssliches bei der Mitarbeiterin, bei der Ehefrau, beim Vertragspartner, bei der Sch\u00fclerin\u00a0und sagt:\u00a0Du bist schuld.<\/p>\n<p>Die andere Interpretation bietet Jesus an.\u00a0Es die unbequeme:\u00a0Er sagt:\u00a0Wenn du einen Menschen,\u00a0Mann oder Frau ansiehst,\u00a0und etwas H\u00e4ssliches an ihm, an ihr findest,\u00a0und sagst: du bist schuld.\u00a0Du allein.\u00a0Wenn du das tust\u00a0leidest du an Hartherzigkeit.\u00a0Herzens Sklerose nennt es Jesus.<\/p>\n<p>Die Bibel erz\u00e4hlt genug Trennungsgeschichten.\u00a0Ein haben wir geh\u00f6rt:\u00a0Wenn Abraham und Lot sich trennen,\u00a0geht der Bruch mitten durch eine Familie,\u00a0die bis dahin zusammen gelebt und gewirtschaftet hat.\u00a0Und doch ist in der Erz\u00e4hlung zu sp\u00fcren,<br \/>\ndass hier Gottes Wille geschieht.\u00a0Weil Menschen sich trennen ohne den anderen h\u00e4sslich zu machen.<\/p>\n<p>Es ist mir wichtig, dass wir das festhalten.\u00a0Jesus geht aber in seiner Botschaft von Gott noch weiter:\u00a0Auch er betet mit dem Psalm heute morgen:\u00a0Gott heilt, die zerbrochenen Herzens sind,\u00a0und verbindet ihre Wunden.\u00a0Und er glaubt,\u00a0dass es kein zerbrochenes Herzen gibt, und keine Wunden,\u00a0die Gott nicht heilen will und heilen kann.\u00a0Sein Leben \u2013 sein Umgang mit den Menschen,\u00a0erz\u00e4hlt das auf vielerlei Weise.<\/p>\n<p>Darum k\u00f6nnen wir uns auf ihn berufen, wenn in unserer Kirche Geschiedene wieder getraut und f\u00fcr eine neue Beziehung<br \/>\ngesegnet werden.\u00a0Weil wir in der Nachfolge Jesu daran festhalten,\u00a0dass Gott in jeder Situation einen neuen Anfang schenkt.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr sei ihm Lob und Preis in Ewigkeit.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Christine Hubka<br \/>\n<a href=\"mailto:christine.hubka@gmx.at\">christine.hubka@gmx.at<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20. 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