{"id":9601,"date":"2003-11-07T19:49:47","date_gmt":"2003-11-07T18:49:47","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9601"},"modified":"2025-05-09T10:48:36","modified_gmt":"2025-05-09T08:48:36","slug":"lukas-17-20-30-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-17-20-30-2\/","title":{"rendered":"Lukas 17, 20-30"},"content":{"rendered":"<h3>Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres | 9. November 2003 | Lukas 17,20\u201330 | Peter Weigandt |<\/h3>\n<p>Als Christen leben wir in einem Spannungsfeld:<br \/>\nAuf der einen Seite ist uns Gottes Gegenwart verhei\u00dfen &#8211; auf der anderen Seite ist das<br \/>\nleere Kreuz: Der Sieger \u00fcber den Tod ist nicht vorzeigbar, im<br \/>\nGegenteil: immer wieder erfahren wir Gottes Abwesenheit. Unsere Zeit<br \/>\nist eine Zwischenzeit. Alltag ist das Normale. Wir haben uns darin<br \/>\neingerichtet, sind in ihm zu Hause. Und wenn wir uns in ihm schon nicht<br \/>\nwohlf\u00fchlen, so beunruhigt uns doch unser Leben im Alltag noch<br \/>\nnicht allzusehr.<\/p>\n<p>Was uns beunruhigt, was uns Angst macht, ist etwas ganz anderes. Das<br \/>\nist die dunkle Ahnung, es k\u00f6nne am Ende ein ganz anderer Blitz<br \/>\naufleuchten und nicht der Blitz, von dem Jesus spricht, der Blitz,<br \/>\nder von einem Ende des Himmels bis zum anderen leuchtet. Wir haben<br \/>\ndie dunkle Ahnung, unser Blitz k\u00f6nne der eines Untergangs sein,<br \/>\nden wir uns selber bereiten.<\/p>\n<p>Welcher Blitz wird es sein? Wir haben f\u00fcr die Zeit, die vor uns<br \/>\nliegt, nichts in der Hand: kein Zeichen, keinen Hinweis, sie ertr\u00e4glicher<br \/>\nzu erleben. Wir haben allenfalls die Aussicht, da\u00df wir Menschen,<br \/>\nso wie wir leben und unsere Welt gestalten, das Ende dieser Zeit schon<br \/>\nauf den Weg gebracht zu haben.<\/p>\n<p>Aber da\u00df Gott ausbleibt, da\u00df der nicht kommt, der doch gesagt<br \/>\nhat, er werde kommen &#8211; das macht uns keine Sorgen. Und so beten wir denn<br \/>\nvor Tisch &#8211; wenn wir es denn noch tun -: \u201eKomm, Herr Jesu &#8230;&#8220; und<br \/>\nwissen schon nicht mehr, was diese Worte einst waren: das Gebet der ersten<br \/>\nChristen, mit dem sie um das Kommen des auferstandenen Jesus Christus,<br \/>\num das Kommen der Gottesherrschaft, um das Ende der Zeiten baten. Dessen<br \/>\nAusbleiben l\u00e4\u00dft uns kalt.<\/p>\n<p>Wenn wir \u00fcberhaupt am verschlossenen Himmel, an der Abwesenheit<br \/>\nGottes leiden, dann doch nur in Grenzsituationen unseres privaten Lebens,<br \/>\netwa wenn wir einen Unfall erleiden oder ein Mensch stirbt, der uns nahe<br \/>\nwar und nach unserem Ermessen noch gar nicht h\u00e4tte sterben d\u00fcrfen.<br \/>\nMerkw\u00fcrdig dabei ist &#8211; oder vielleicht auch gar nicht so merkw\u00fcrdig<br \/>\n-, da\u00df wir in Leid und Ungl\u00fcck meistens nicht die Worte \u201eDein<br \/>\nReich komme&#8220; finden, sondern eher schon andere wie das anklagende \u201eWie<br \/>\nkann Gott das zulassen?&#8220;.<\/p>\n<p>Unsere gro\u00dfe Hoffnung auf Gottes Kommen ist dahin &#8211; wenn wir sie<br \/>\ndenn je hatten. Daf\u00fcr haben wir unsere kleinen und gewi\u00df nicht<br \/>\nunwichtigen Hoffnungen des Alltags, da\u00df die Zeit der Trauer vor\u00fcbergehen<br \/>\nwird, da\u00df die Schmerzen nachlassen oder einfach wieder bessere<br \/>\nTage kommen werden. Solche Erwartungen lassen uns nach Entt\u00e4uschungen,<br \/>\nnach Leiden, nach Zweifeln und Anfechtungen wieder hoffen. Wir &#8211; Sie,<br \/>\nIhr, ich -, wir leben unseren mehr oder minder b\u00fcrgerlichen Alltag,<br \/>\nachten auf unser privates Gl\u00fcck und f\u00fchlen uns alles in allem<br \/>\nim Bereich der Normalit\u00e4t und Durchschnittlichkeit ganz wohl.<\/p>\n<p>Es gibt zwar keine Sicherheit &#8211; eher ist alles offen in unserer ungesicherten<br \/>\nZeit. Aber daf\u00fcr vergessen wir, da\u00df der, dessen Kreuz nun<br \/>\nleer ist, zuvor gelitten hat. Und wir vergessen, da\u00df wir, wie<br \/>\nwir vor der Predigt geh\u00f6rt haben, das Leiden als seine Gemeinde<br \/>\nnoch vor uns haben. Ist das ein Grund f\u00fcr die Erfolge der Sekten<br \/>\nund Gurus, f\u00fcr den Esoterik-Boom, f\u00fcr den st\u00e4ndig wachsenden<br \/>\nVerbrauch an Rauschmitteln aller Art? Mit einem Bild gesagt: Unser<br \/>\nHaus brennt ja nicht &#8211; noch nicht? -, es qualmt h\u00f6chstens irgendwo<br \/>\nan einer unbedeutenden Ecke ein ganz klein bi\u00dfchen. Sollten wir<br \/>\nuns deshalb aufregen?<\/p>\n<p>Oder ist doch schon etwas mehr zu sehen? Die apokalyptischen Drohungen<br \/>\nbekommen wir am Morgen mit der Zeitung frei Haus geliefert. Die technischen<br \/>\nSpielereien von Filmen wie \u201eDer Krieg der Sterne&#8220;, \u201eStar<br \/>\nTrek&#8220; oder \u201eMatrix&#8220;, gleich ob sie modelltechnisch<br \/>\noder digital realisiert sind, wirken fast erholsam gegen\u00fcber dem<br \/>\nKrieg der Sterne, an den Gro\u00dfm\u00e4chte oder solche, die es<br \/>\ngerne w\u00e4ren, denken. Nat\u00fcrlich will ihn keiner haben. Aber<br \/>\nwer garantiert, da\u00df er nicht kommt? Das Wort \u201eApokalypse&#8220; hat<br \/>\nsich sogar schon in der Pop-Sprache eingenistet &#8230;<\/p>\n<p>Woche f\u00fcr Woche gibt es Neues: Tests mit Raketen, die Atomsprengk\u00f6pfe<br \/>\ntragen k\u00f6nnen, in Pakistan, Indien, Nordkorea; Spuren atomwaffenf\u00e4higen<br \/>\nMaterials im Iran; Wachsen der Ozonl\u00f6cher \u00fcber beiden Polarregionen;<br \/>\nSturzfluten und Erdrutsche, weil zuviel tropischer Regenwald abgeholzt<br \/>\nwurde; Abschmelzen des Eises an den Polkappen &#8211; die Reihe l\u00e4\u00dft<br \/>\nsich beliebig verl\u00e4ngern. Ohne Zahl sind die Untergangsszenarien<br \/>\n&#8211; ganz zu schweigen von den beunruhigenden Nachrichten \u00fcber die<br \/>\nkatastrophale Lage bei der Finanzierung des Gesundheitswesens, der doch<br \/>\nnicht so sicheren Renten, der sich st\u00e4ndig vergr\u00f6\u00dfernden<br \/>\nSteuerl\u00f6cher und der riesigen Schuldenberge, die eine von uns durchaus<br \/>\ngewollte und mitgetragene Politik in Jahrzehnten angeh\u00e4uft hat.<br \/>\nUnd alle diese Bilder, sie sind Bilder nicht von Schicksalsschl\u00e4gen,<br \/>\nsondern von uns Menschen verursachter Katastrophen, gleich welchen Ausma\u00dfes<br \/>\nund wenn sie auch treffen werden, die eigentlich niemand will, aber riskiert<br \/>\nwerden, und die weit und breit keiner ernsthaft aufzuhalten versucht.<br \/>\nEtwas zynisch k\u00f6nnte man sagen: Untergang nach Art des Hauses &#8230;<\/p>\n<p>Genau hier wird deutlich, was uns trennt von der Situation der Christen<br \/>\nzur Zeit des Lukas, damals im ersten Jahrhundert. Anders als sie haben<br \/>\nwir Weltgeschichte wie die eigene Geschichte nicht nur passiv erlebt<br \/>\nund oft auch erlitten, sondern aktiv mitgestaltet und gestalten sie<br \/>\nauch heute noch aktiv mit. Wir w\u00e4hlen unser Parlament, und wenn<br \/>\nwir nicht zur Wahl gehen, treffen wir auch eine Entscheidung, und die<br \/>\nvon uns gew\u00e4hlten Parlamentarier entscheiden wiederum, und wenn<br \/>\nsie es nicht tun, hat auch dies Folgen.<\/p>\n<p>Wenn die ersten Christen getrost auf Gottes Weltlenkung vertrauen konnten,<br \/>\nwenn f\u00fcr sie das Gebet aktivster Ausdruck christlichen Lebens<br \/>\nin der Welt war, dann ist das heute zu wenig. Denn das hie\u00dfe:<br \/>\nAbschieben von Verantwortung, die wir Menschen \u00fcbernommen haben.<br \/>\nMancher mag hoffen, da\u00df ja hinter einer sich anbahnenden, hausgemachten,<br \/>\nkleineren oder gr\u00f6\u00dferen, vielleicht sogar apokalyptischen<br \/>\nKatastrophe sich f\u00fcr die Erl\u00f6sten die Seligkeit er\u00f6ffnen<br \/>\nk\u00f6nnte. Doch das ist ein teuflisches Spiel. Vielleicht leiden<br \/>\nwir doch mehr, als wir wahrhaben wollen, und vielleicht ist gerade<br \/>\ndas Abschieben, das Verdr\u00e4ngen, das Nicht-wahrhaben-Wollen unser<br \/>\nLeiden.<\/p>\n<p>Und das hei\u00dft: Wo wir heute Bedrohungen unseres Lebens, unserer<br \/>\nWelt von apokalyptischen Ausma\u00dfen sehen &#8211; da ist kein Anzeichen<br \/>\neiner bevorstehenden Wende. Denn diese Bedrohungen kommen nicht von Gott,<br \/>\nsondern von Menschen. Und denen k\u00f6nnen wir nicht in der Haltung<br \/>\ndes Zuschauers begegnen &#8211; denn wir werden nichts sehen, was uns weiterhilft,<br \/>\nkeine Sicherheit verhei\u00dfenden Zeichen, nichts.<\/p>\n<p>Erich Fried hat diese Situation einmal so beschrieben:<\/p>\n<p>Es ist geschehen<br \/>\nund es geschieht nach wie vor<br \/>\nund wird weiter geschehen<br \/>\nwenn nichts dagegen geschieht<\/p>\n<p>Die Unschuldigen wissen von nichts<br \/>\nweil sie zu unschuldig sind<br \/>\nund die Schuldigen wissen von nichts<br \/>\nweil sie zu schuldig sind<\/p>\n<p>Die Armen merken es nicht<br \/>\nweil sie zu arm sind<br \/>\nund die Reichen merken es nicht<br \/>\nweil sie zu reich sind<\/p>\n<p>Die Dummen zucken die Achseln<br \/>\nweil sie zu dumm sind<br \/>\nund die Klugen zucken die Achseln<br \/>\nweil sie zu klug sind<\/p>\n<p>Die Jungen k\u00fcmmert es nicht<br \/>\nweil sie zu jung sind<br \/>\nund die Alten k\u00fcmmert es nicht<br \/>\nweil sie zu alt sind<\/p>\n<p>Darum geschieht nichts dagegen<br \/>\nund darum ist es geschehen<br \/>\nund geschieht nach wie vor<br \/>\nund wird weiter geschehen<\/p>\n<p>Und trotzdem: was sich erschreckend vor uns auft\u00fcrmt, will letztlich<br \/>\nkeiner. Es ist das Ergebnis von Macht- und Interessenkonflikten. Es ist<br \/>\ndas Ergebnis von Gesetzen, die es nur deswegen gibt, weil sie befolgt<br \/>\nwerden &#8211; wie der so oft berufene Sachzwang. Er ist das Ergebnis von Entscheidungen,<br \/>\nderen Folgen noch gar nicht abzusehen sind, die aber dennoch gef\u00e4llt<br \/>\nwerden. Es liegt nicht an einer besseren Ethik oder Moral, ob es ein<br \/>\ndrohendes Debakel, Fiasko oder Desaster &#8211; gleich welchen Ausma\u00dfes<br \/>\n&#8211; abzuwenden gelingt. Da m\u00fcssen vielmehr Systeme ge\u00e4ndert werden.<\/p>\n<p>Systeme funktionieren so gut, wie ihre kleinsten Einheiten funktionieren.<br \/>\nUnd die sind wir, jede und jeder von uns. Systeme k\u00f6nnen ge\u00e4ndert<br \/>\nwerden. Aber gewollt werden m\u00fcssen diese \u00c4nderungen, und<br \/>\ndurchdacht werden &#8211; nicht nur von einigen. Und Zuschauer &#8211; und dazu<br \/>\ngeh\u00f6rt auch die mit jeder Wahl weiter anwachsende \u201ePartei<br \/>\nder Nichtw\u00e4hler&#8220;-, Zuschauer, die nur auf ihre ewige Seligkeit<br \/>\naus sind, k\u00f6nnen nichts wollen, genauer nichts wollen wollen.<br \/>\nWollen wir?<\/p>\n<p>Wo aber bleibt das Reich Gottes, von dem Jesus &#8211; so der Evangelist Lukas<br \/>\n&#8211; sagt, es sei mitten unter uns? Wo wirkt es? Vielleicht dort: Wo sich<br \/>\nein junger Mann liebevoll seiner Frau annimmt, die an einer nicht heilbaren<br \/>\nKrankheit leidet, die noch Jahre dauern kann &#8211; und sie nicht verl\u00e4\u00dft;<br \/>\nwo eine F\u00fcnfzehnj\u00e4hrige, die ein Kind erwartet, von den Eltern<br \/>\nnicht vor die T\u00fcr gesetzt wird; wo ein schwieriger Mitarbeiter<br \/>\nin einem Betrieb nicht gemobbt, sonder ausgehalten wird. Dort, vermute<br \/>\nich, wird etwas davon sp\u00fcrbar, da\u00df es so ist, wie Jesus<br \/>\nsagt: Das Reich Gottes ist mitten unter euch. Gottes heilende und heilschaffende<br \/>\nKraft ist erfahrbar, auch in der Gegenwart &#8211; jetzt ist der Tag des<br \/>\nHeils.<\/p>\n<p>Das Reich Gottes ist unter uns, weil Jesus unter uns ist. Denn er ist<br \/>\nderselbe, gestern und heute und wiederkommend: der leidende und am<br \/>\nKreuz get\u00f6tete Jesus. Auf ihn ist zu sehen und nicht Ausschau<br \/>\nzu halten nach irgendwelchen Zeichen. Damit richten sich die Blicke<br \/>\nauf uns, die wir ihm nachfolgen, jetzt sein Werk weiter tun wollen.<br \/>\nUnd das hei\u00dft: helfen, tr\u00f6sten, befreien, aus der Enge der<br \/>\nGesetzlichkeit heraustreten, oder weiter ausgreifend: Verantwortung<br \/>\nf\u00fcr die Welt \u00fcbernehmen &#8211; auch wenn ein Wort wie Weltverantwortung<br \/>\nim Neuen Testament nicht zu finden ist.<\/p>\n<p>Da\u00df uns dabei Hohn und Spott, Leiden und Erfolglosigkeit nicht<br \/>\nerspart bleiben werden, damit k\u00f6nnen wir rechnen. Das k\u00f6nnen<br \/>\nwir aber auf uns nehmen, weil wir die feste Hoffnung haben, da\u00df er,<br \/>\nder auferstanden ist von den Toten, kommt, da\u00df er uns nicht verloren<br \/>\ngehen l\u00e4\u00dft, da\u00df wir bei ihm geborgen sind &#8211; gegen die<br \/>\nAngst vor der Angst, wir k\u00f6nnten uns eines Tages unter ver\u00e4nderten<br \/>\nLebensbedingungen wiederfinden.<\/p>\n<p><strong>Liturgie:<\/strong><\/p>\n<p>Psalm: Ps 90 i. A. (EG der EKKW 735) oder Ps 90,1-12<\/p>\n<p>Lesung: R\u00f6m 14,7-9<\/p>\n<p>Lieder: EG 155,1; 450,1-3; 152,1-3; 153; 421,1<\/p>\n<p>Kyrie: Manchmal f\u00fchle ich mich in die Enge getrieben, und die Angst<br \/>\nzu versagen schn\u00fcrt mir die Kehle zu. Manchmal rinnt mir der Sinn<br \/>\nmeines Lebens wie Wasser durch die Finger, und die \u00d6de der Hoffnungslosigkeit<br \/>\ngrinst mich aus allen Ecken an. Manchmal schmeckt der Trost biblischer<br \/>\nWahrheit wie abgestandenes Bier, und mein Gebet scheitert schon an der<br \/>\nAnrede. Dann werfe ich mich dir in Arme, Gott, und bitte:<\/p>\n<p>Gloria: Wie eine Mutter tr\u00f6stend ihr Kind in die Arme nimmt, so<br \/>\nweist du mich nicht ab, Herr, sondern h\u00e4ltst mich, damit ich nicht<br \/>\nnoch tiefer falle.<\/p>\n<p>Licht scheint mir entgegen. Ich sehe den Weg. Zuversicht geht mir zur<br \/>\nSeite, meine Angst ist verflogen, mein Fu\u00df wird leicht auf der<br \/>\nStra\u00dfe, die heimf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Gott, ich danke dir und singe:<\/p>\n<p>Tagesgebet: Gott, Vater, wie im Himmel, so auf Erden. Wir halten Ausschau<br \/>\nnach dir, da\u00df die schwierigen Probleme der Welt uns nicht den<br \/>\nBlick verstellen. La\u00df uns den weiten Horizont hoffnungsvoller<br \/>\nErfahrungen schauen durch Jesus Christus &#8230;<\/p>\n<p>Gebet: Wir waren allein mit unseren Fragen und Zweifeln, mit unseren<br \/>\nSorgen und Entt\u00e4uschungen, auf unsren Irrwegen und in unseren<br \/>\nSackgassen. Nun wissen wir wieder: Du bist bei uns, Gott. Du bist in<br \/>\ndeiner Liebe immer bei uns gewesen, im Gl\u00fcck, auch in der Not.<br \/>\nWir haben es nur nicht immer gemerkt. Vergib uns, Herr.<\/p>\n<p>Hilf uns, dein Wort im Wort der Menschen zu h\u00f6ren, die uns gut<br \/>\nzureden. Hilf uns, deine Liebe in ihrer Geduld zu erkennen, in ihrer<br \/>\nFreundlichkeit und in Hartn\u00e4ckigkeit. Dann werden auch wir deine<br \/>\nBoten sein.<\/p>\n<p>Wir werden uns um Verst\u00e4ndnis m\u00fchen, wo uns Gleichg\u00fcltigkeit<br \/>\nund Ablehnung begegnen. Wir werden unser Wort sagen, auch wenn man nicht<br \/>\nauf uns h\u00f6rt. Wir werden Vertrauen schenken, auch wenn man uns Mi\u00dftrauen<br \/>\nentgegenbringt. Wir werden Liebe schenken, ohne nach Gegenliebe zu fragen.<br \/>\nWir werden Hoffnung wecken, wo sich Schwermut und Hoffnungslosigkeit<br \/>\nbreitmachen &#8211; in deinem Geist, in der Kraft deines Sohnes Jesus Christus.<\/p>\n<p>Wir freuen uns, da\u00df er da ist &#8211; f\u00fcr uns alle, und auch f\u00fcr<br \/>\ndie, die sich abgewandt haben.<\/p>\n<p><strong>Quellen<\/strong>: Kyrie, Gloria (angelehnt an): Zum Gottesdienstbeginn. Hg. v.<br \/>\nHorst Nitschke. G\u00fctersloh 1981. S. 132.<\/p>\n<p>Tagesgebet: Liturgieentw\u00fcrfe f\u00fcr das Kirchenjahr. 2. Aufl.<br \/>\nFrankfurt 1985. S. 358.<\/p>\n<p>Gebet (frei nach): Christian Zippert: Neue Gottesdienstgebete. G\u00fctersloh<br \/>\n1981. S. 85.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Dr. Peter Weigandt<br \/>\n<a href=\"mailto:o.cello@t-online.de\">o.cello@t-online.de <\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Drittletzter Sonntag des Kirchenjahres | 9. 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