{"id":9664,"date":"2003-07-07T19:49:48","date_gmt":"2003-07-07T17:49:48","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9664"},"modified":"2025-04-24T10:17:09","modified_gmt":"2025-04-24T08:17:09","slug":"schulgottesdienst-ueber-das-lied-geh-aus-mein-herz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/schulgottesdienst-ueber-das-lied-geh-aus-mein-herz\/","title":{"rendered":"Schulgottesdienst \u00fcber das Lied &#8222;Geh aus mein Herz&#8230;&#8220;"},"content":{"rendered":"<h3><strong><b><span style=\"color: #000099;\">Schulgottesdienst <\/span><\/b><\/strong><strong><b><span style=\"color: #000099;\">\u00fcber das Lied &#8222;Geh aus mein Herz&#8230;&#8220; | <\/span><\/b><\/strong><strong><b><span style=\"color: #000099;\">Juli 2003 | Marlies St\u00e4hler |<\/span><\/b><\/strong><\/h3>\n<p>Vorbereitung:<br \/>\nUnterrichtseinheit \u00fcber Lieder von Paul Gerhard im Vergleich mit Liedern, die die Sch\u00fcler mitbringen (Herz, Gott oder Sommer sollten vorkommen).<br \/>\nStichpunkte: Liedanalyse (emotional und kognitiv, Ethik, Gottes- und Menschenbild), Biographie der Autoren (wenn bekannt), zeitgeschichtlicher Kontext, Ort des Liedes\u2026\u2026<\/p>\n<p>Variante Sek I: Geh aus mein Herz . . im Vergleich mit <strong>einem<\/strong> Lied aus den gegenw\u00e4rtigen Charts. Das Wort Herz mu\u00df auch dort vorkommen. Das Lied sollen die Sch\u00fcler ausw\u00e4hlen. Hier sollten zu beiden Liedern Bilder gemalt, fotografiert usw. werden.<\/p>\n<p>Gut w\u00e4re es, die Bilder in die Predigt aufzunehmen und in Korrelation zum Lied zu interpretieren.<\/p>\n<p>Liebe Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler, liebe Lehrerinnen und Lehrer, liebe Eltern!<\/p>\n<p>Wir haben uns heute Morgen hier in der Pausenhalle versammelt, um am Ende dieses Schuljahres gemeinsam einen Gottesdienst zu feiern. Das sch\u00f6ne Wetter der vergangenen Wochen hat uns l\u00e4ngst in Ferienstimmung versetzt. Meine Kinder kommen seit Wochen in den Genuss von hitzefrei.<\/p>\n<p>Im R\u00fcckblick darf man wohl allgemein sagen:<br \/>\nF\u00fcr viele war es ein anstrengendes Schuljahr. Das Lernen ist nicht immer leicht gefallen, es hat hier und da Misserfolge gegeben.<br \/>\nDie Lehrer sind ausgepowert und brauchen die ersehnten Ferien mindestens so n\u00f6tig wie die Sch\u00fcler. Der Schulalltag hat bei manchen tiefe Spuren hinterlassen und an den Kr\u00e4ften gezehrt. Mit anderen wiederum d\u00fcrfen wir uns \u00fcber gute und herausragende Leistungen freuen.<\/p>\n<p>Wie dem auch sei, das Schuljahr ist abgeschlossen, im neuen Schuljahr gibt es f\u00fcr alle heute hier versammelten eine neue Chance.<\/p>\n<p>Ihr haltet einen Liederzettel in der Hand. Darauf findet Ihr das wundersch\u00f6ne Sommerlied:<br \/>\nGeh aus mein Herz und suche Freud in dieser sch\u00f6nen Sommerzeit . . . . . . .<\/p>\n<p>Dieses Lied liegt der heutigen Ansprache zugrunde. Wir wollen nun dieses Lied zusammen singen.<\/p>\n<p>1. Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit an deines Gottes Gaben; Schau an der sch\u00f6nen G\u00e4rten Zier und siehe, wie sie mir und dir sich ausgeschm\u00fccket haben, sich ausgeschm\u00fccket haben.<\/p>\n<p>2. Die B\u00e4ume stehen voller Laub, das Erdreich decket seinen Staub mit einem gr\u00fcnen Kleide; Narzissus und die Tulipan, die ziehen sich viel sch\u00f6ner an als Salomonis Seide, als Salomonis Seide.<\/p>\n<p>3. Die Lerche schwingt sich in die Luft, das T\u00e4ublein fliegt aus seiner Kluft und macht sich in die W\u00e4lder; die hochbegabte Nachtigall erg\u00f6tzt und f\u00fcllt mit ihrem Schall Berg, H\u00fcgel, Tals und Felder.<\/p>\n<p>4. Die Glukke f\u00fchrt ihr V\u00f6lklein aus, der Storch baut und bewohnt sein Haus, das Schw\u00e4lbkein speist die Jungen, der schnelle Hirsch, das leichte Reh ist froh und kommt aus seiner H\u00f6h ins tiefe Gras gesprungen, ins tiefe Gras gesprungen.<\/p>\n<p>5. Die B\u00e4chlein rauschen in dem Sand und malen sich an ihrem Rand mit schattenreichen Myrten; die Wiesen liegen hart dabei und klingen ganz vom Lustgeschrei der Schaf und ihrer Hirten.<\/p>\n<p>6. Die unverdrossne Bienenschar fliegt hin und her, sucht hier und da ihr edle Honigspeise; des s\u00fc\u00dfen Weinstocks starker Saft bringt t\u00e4glich neue St\u00e4rk und Kraft in seinem schwachen Reise, in seinem schwachen Reise.<\/p>\n<p>Es ist ein fr\u00f6hliches und kraftvolles Lied, dessen Text Paul Gerhard 1653 gedichtet hat, das wunderbar den Sommer, seine Leichtigkeit und Fr\u00f6hlichkeit beschreibt.<br \/>\nIn mehreren Strophen wird hier die Natur malerisch beschrieben, die im Sommer am sch\u00f6nsten ist.<br \/>\nBei genauerem Hinsehen haben wir hier jedoch keine Naturbeschreibung vor uns, wie sie in manchem Reiseprospekt zu finden ist, sondern wir werden ermutigt die Natur als \u201edes gro\u00dfen Gottes gro\u00dfes Tun\u201c zu sehen. In dieser Funktion ist die \u201eliebe Sommerzeit\u201c eine Zeit, die das Herz des Menschen in besonderem Ma\u00dfe f\u00fcllen kann.<br \/>\nDamit ist aus meiner Sicht etwas anderes gemeint, als \u00fcberf\u00fcllte Str\u00e4nde, Sonnenbaden und Grillparties. All diese Dinge machen Spa\u00df und haben auch ihre Berechtigung.<br \/>\nIm Lied wird uns eine andere Kost angeboten.<\/p>\n<p>Es geht um die Freude des Herzens, verursacht durch Gottes Gaben und sein Tun.<br \/>\nHerz meint herk\u00f6mmlich unser Inneres. Der Kernpunkt unseres Wesens. Der Sitz der Gef\u00fchle. Geh mein Herz! Gehe dahin wo Du bekommst was dich im Kern deines Wesens erfreut! Denn was dich erfreut, macht dich stark. F\u00fcr Paul Gerhard gibt es nur eine Antwort: Es sind die Gaben Gottes. Es ist die Sch\u00f6pfung Gottes, die Natur: G\u00e4rten, Blumen, B\u00e4ume, Wiesen, V\u00f6gel, Bienen usw., in denen sich Gottes Tun an uns widerspiegelt. Und damit Gott selbst.<\/p>\n<p>Die Welt in der wir leben scheint f\u00fcr den Dichter vollkommen. Dass die Welt auch ein ganz anderes Gesicht hat, wissen und erfahren wir t\u00e4glich. Das wusste und erlebte auch Paul Gerhard. Er hat die meiste Zeit seines Lebens w\u00e4hrend des 30-j\u00e4hrigen Krieges verbrachte. Im Chaos dieser Zeit erhebt er seine Stimme und erz\u00e4hlt von der Sch\u00f6nheit der Sch\u00f6pfung und <strong>seiner<\/strong> Kraftquelle. Darauf scheint es ihm anzukommen. Er zeigt einen Weg auf, der das Innere des Menschen n\u00e4hrt und den Weg in eine \u201ebessere\u201c Zukunft er\u00f6ffnet. In eine Zukunft ganz in Gottes Sinne.<\/p>\n<p>Alle singen mitten in der Predigt die Strophen 13 und 14.<\/p>\n<p>Hilf mir und segne meinen Geist \/ mit Segen, der vom Himmel fleu\u00dft, \/ dass ich dir stetig bl\u00fche; \/ gib dass der Sommer deiner Gnad \/ in meiner Seele fr\u00fch und spat \/ viel Glaubensfr\u00fcchte ziehe, \/ viel Glaubensfr\u00fcchte ziehe.<\/p>\n<p>Mach in mir deinem Geiste Raum, \/ dass ich dir wird ein gro\u00dfer Baum, \/ und la\u00df mich Wurzeln treiben. \/ Verleihe, dass zu deinem Ruhm \/ ich deines Gartens sch\u00f6ne Blum \/ und Pflanze m\u00f6ge bleiben, \/ und Pflanze m\u00f6ge bleiben.<\/p>\n<p>Dieses Lied konstruiert eine Art <strong>Gegenwelt<\/strong> zur Welt in der z. B. 10kl\u00e4ssler und auch all die anderen Jugendlichen heute \u00fcberwiegend leben. \u00dcbertragen auf diese Beispielklasse k\u00f6nnte das hei\u00dfen:<\/p>\n<p>&#8211; Die Klasse 10 sieht sich grunds\u00e4tzlich in der Beziehung zu Gott. Dieser werden alle anderen Beziehungen untergeordnet.<\/p>\n<p>&#8211; Die Klasse 10 bittet Gott im Gebet um seinen guten Geist und Hilfe.<\/p>\n<p>&#8211; Die Klasse 10 will Fr\u00fcchte hervorbringen, das hei\u00dft sich gegen\u00fcber Mitsch\u00fclern und Lehrern so verhalten, dass sie selbst (Klasse 10) als Christen identifizierbar werden. Das ganze Leben wird zum Gottesdienst.<\/p>\n<p>&#8211; Die Klasse 10 wird Vorbild f\u00fcr alle anderen Klassen, indem sie Gottes Willen lebt. Der vornehmste Wille Gottes ist das Gebot der N\u00e4chstenliebe.<\/p>\n<p>&#8211; Die Klasse 10 will zum Ruhme Gottes beitragen und sich einen Platz im Sommergarten erobern. So reiht sie sich ein in die Aufz\u00e4hlungen der einzelnen Strophen.<\/p>\n<p>&#8211; Die Klasse 10 wird die Fr\u00fcchte ihrer Hinkehr zu Gott ernten. Sie wird zur sch\u00f6nen Blume der Schule werden und weiter wachsen.<\/p>\n<p>Klingt gut oder?<br \/>\nDem Gel\u00e4chter entnehme ich, dass ich hier wohl eine \u201eungew\u00f6hnliche\u201e 10. Klasse beschrieben habe.<br \/>\nIst dies wirklich ein au\u00dfergew\u00f6hnliches Ansinnen f\u00fcr eine Klasse oder junge Menschen allgemein? Ist das ein realistischer Weg in eine erf\u00fcllte Zukunft neben Internet und Superstars?<br \/>\nDas Lied transportiert Wohlgef\u00fchl, Fr\u00f6hlichkeit die Herz und Seele entspringen. Die Fr\u00f6hlichkeit kommt von innen, so m\u00fcssen die Ver\u00e4nderungen von innen kommen; mit Gottes Hilfe.<\/p>\n<p>Eine vor einigen Jahren an einem nieders\u00e4chsischen Gymnasium durchgef\u00fchrte Umfrage hat ergeben, dass Kinder und Eltern in geringem Ma\u00dfe \u00fcber religi\u00f6se Themen sprechen.<br \/>\nGerade in der anstehenden Ferienzeit haben Lehrer, Sch\u00fcler und auch Eltern Zeit und k\u00f6nnen entspannt miteinander umgehen. Segeln, reiten, wandern und miteinander sprechen, auch \u00fcber Glaubensfragen.<br \/>\nDem Text zufolge sind Glaube und Handeln aus Glauben <strong>die<\/strong> Kraftquelle f\u00fcr eine positive Weltsicht. Daraus k\u00f6nnen wir Kraft sch\u00f6pfen f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der Aufgaben in Beruf, Schule und wo auch immer wir gefordert sind.<br \/>\nIch m\u00f6chte euch alle ausdr\u00fccklich ermutigen, in den anstehenden Ferien die wundersch\u00f6ne Natur zu genie\u00dfen. F\u00fcr die Christen ist sie Gottes Geschenk an uns. Wir haben in den Ferien Zeit Berge, W\u00e4lder und Str\u00e4nde zu genie\u00dfen. M\u00f6ge sich entspannt und in Ruhe ein Weg finden, der in uns Gott Raum gibt.<br \/>\nAuf diese Weise werden wir Blumen im Garten Gottes.<br \/>\nAmen (direkt im Anschlu\u00df ein Gebet).<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Dr. Marlies St\u00e4hler<br \/>\n<a href=\"mailto:Dr.Marlies-Staehler@t-online.de\">E-Mail: Dr.Marlies-Staehler@t-online.de<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schulgottesdienst \u00fcber das Lied &#8222;Geh aus mein Herz&#8230;&#8220; | Juli 2003 | Marlies St\u00e4hler | Vorbereitung: Unterrichtseinheit \u00fcber Lieder von Paul Gerhard im Vergleich mit Liedern, die die Sch\u00fcler mitbringen (Herz, Gott oder Sommer sollten vorkommen). 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