{"id":9674,"date":"2021-02-07T19:49:35","date_gmt":"2021-02-07T19:49:35","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9674"},"modified":"2025-06-28T09:44:40","modified_gmt":"2025-06-28T07:44:40","slug":"roemer-13-8-12-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-13-8-12-2\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 13, 8-12"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">Liebe Gemeinde,<\/div>\n<p>ich h\u00f6rte nur zu:<br \/>\n\u0084Dies&#8216; triste Wetter macht einen ganz depressiv! Morgens schon bin ich<br \/>\nm\u00fcde. Und zu nichts habe ich Lust.- Ich beneide meine Schwester:<br \/>\nDie f\u00e4hrt Weihnachten mit ihrem Freund in die Sonne. Dahin, wo&#8217;s<br \/>\nwarm ist und hell ist. Auf die Kanaren fahren sie.\u0093<\/p>\n<p>\u0084Mir geht es ganz anders! Ich freue mich auf diese Zeit auf Weihnachten<br \/>\nzu: Auf unser warmes Wohnzimmer. Auf&#8217;s warme Kerzenlicht. Auf&#8217;s Basteln<br \/>\nund auf&#8217;s Spielen mit unseren Kindern. Und wenn die ganze Wohnung nach<br \/>\nKeksen duftet \u0096 ist das nicht gem\u00fctlich? Wir nehmen uns Zeit zu<br \/>\nreden \u0096 ich meine: mein Mann und ich. Ich freue mich jedes Jahr wieder<br \/>\nauf diese Zeit. Man muss ja gar nicht immer in den grauen Himmel gucken<br \/>\nund sich \u00e4rgern, dass es so fr\u00fch dunkel wird.\u0093<\/p>\n<p>\u0084Nein!\u0093 h\u00f6rte ich eine noch eine Mutter sagen, \u0084 mich bedr\u00fcckt<br \/>\nauch nicht das tr\u00fcbe Wetter \u0096 und manchmal scheint ja auch die Sonne.<br \/>\nIch finde es \u00e4tzend, dass schon ab Totensonntag sozusagen der Startschuss<br \/>\nf\u00e4llt f\u00fcr die furchtbar hektische Zeit bis Weihnachten mit<br \/>\nall&#8216; dem Werbe- und Kaufrummel! Dem Weihnachtslieder-Gedudel durch die<br \/>\nganze Innenstadt. Den glitzernden Engeln und den Weihnachtsm\u00e4nnern \u0096 und<br \/>\nalles nur, damit die Kassen besser klingeln! Ich gehe mit meinen Kindern<br \/>\nnach M\u00f6glichkeit gar nicht in diesen Trubel. \u0096 Aber ich will mich<br \/>\nnicht aufregen. Vielleicht hat der ganze Rummel ja auch sein Gutes \u0096 so<br \/>\nmenschenunfreundlich er ist. Ich meine: Mich regt das nicht nur auf.<br \/>\nF\u00fcr mich ist das auch Anlass zu merken, dass \u0096 wenigstens f\u00fcr<br \/>\nmich \u0096 ganz anderes wichtig ist. Ich meine Fragen wie: Was ist f\u00fcr <strong>mich <\/strong> eigentlich<br \/>\nwichtig? Was w\u00fcnsche ich mir f\u00fcr meine Kinder? F\u00fcr das<br \/>\nZusammenleben? Was w\u00fcnsche ich eigentlich im Leben f\u00fcr mich?<br \/>\n&#8211; Und auch: Was bedeutet <strong>mir <\/strong>Weihnachten, das ja nun<br \/>\nnicht mehr weit weg ist? Ich bin in dieser Zeit oft sehr nachdenklich.-<\/p>\n<p>Jungen M\u00fcttern h\u00f6rte ich zu. Vor dem Kindergarten standen<br \/>\nwir. Der Stuhlkreis im Kindergarten mit der Geschichte und dem Lied war<br \/>\nnoch nicht zu Ende. F\u00fcr meine Enkeltochter ist dieser Schluss im<br \/>\nKindergarten immer ganz wichtig! &#8211; Noch eine Mutter sagte etwas:<\/p>\n<p>\u0084Also: Ich habe in dieser Jahreszeit ganz unterschiedliche Stimmungen<br \/>\nund Gedanken. Am Totensonntag gehe ich immer auf den Friedhof. Da liegt<br \/>\nmeine Omi. Und der Opa. Und dieses Jahr lag ich abends im Bett noch eine<br \/>\nganze Zeit lang wach. Wie wird&#8217;s mal mit meiner Mutter sein? \u0096 ging es<br \/>\nmir durch den Kopf. Und irgendwann &#8211; mit mir selbst? Es kann doch alles<br \/>\nfurchtbar schnell zu Ende sein. Erinnern die erfrorenen Balkonblumen<br \/>\nund das schon gefallene Laub nicht daran, dass, dass , ja, dass alles<br \/>\nauf den Tod hin lebt? Entschuldigt, dass ich das so sage. \u0096 Aber dann<br \/>\ngeht&#8217;s mir auch wieder ganz anders: Ich freue mich \u00fcber das Kerzenlicht<br \/>\nam Nachmittag und Abend. Ich freue mich am Morgenrot vor unserem Ostfenster.<br \/>\nIch warte, dass die Tage bald wieder l\u00e4nger werden. Ich warte auf<br \/>\nSonne \u00fcber dem Schnee, \u00fcberhaupt das helle Licht! Eigentlich<br \/>\ngeht es mir gut.\u0093-<\/p>\n<p>Kennen Sie auch solche Gedanken, liebe Gemeinde? Hat der Predigttext,<br \/>\nder f\u00fcr den 1.Advent heute vorgeschlagen ist, in unsere Stimmungen<br \/>\nund Gedanken hinein etwas zu sagen? Ich will den Abschnitt, der aus dem<br \/>\nBrief des Paulus an die Gemeinde in Rom genommen ist, nun erst einmal<br \/>\nvorlesen und zwar in der \u00dcbertragung der GUTEN NACHRICHT. Diese<br \/>\nBibel\u00fcbersetzung bem\u00fcht sich sehr um verst\u00e4ndliche Sprache.<\/p>\n<p>Der Abschnitt selbst steht im letzten Teil dieses l\u00e4ngsten Briefes<br \/>\ndes Paulus, dem Teil, in dem Paulus das f\u00fcr Christen richtige Verhalten<br \/>\nskizziert. Ich lese aus dem 13. Kapitel ab Vers 8:<\/p>\n<p><em>\u0084Bleibt niemand etwas schuldig \u0096 au\u00dfer der Schuld,<br \/>\ndie ihr niemals abtragen k\u00f6nnt: der Liebe, die ihr einander<br \/>\nerweisen sollt. Wer den Mitmenschen liebt, hat alles getan, was das<br \/>\nGesetz fordert. Ihr kennt die Gebote: \u0082Brich nicht die Ehe, beraube<br \/>\nniemand, blicke nicht begehrlich auf das, was anderen geh\u00f6rt.&#8216;<br \/>\nDiese Gebote und alle anderen sind in dem <\/em>einen Satz<br \/>\nzusammengefasst: \u0082Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.&#8216; Wer<br \/>\nliebt, f\u00fcgt seinem Mitmenschen nichts B\u00f6ses zu. Also wird<br \/>\ndurch die Liebe das ganze Gesetz erf\u00fcllt. Macht Ernst damit \u0096 und das erst recht, weil ihr wisst, was<br \/>\ndie Stunde geschlagen hat! Es ist Zeit f\u00fcr euch, aus dem Schlaf<br \/>\naufzuwachen. Denn unsere endg\u00fcltige Rettung ist nahe; sie ist<br \/>\nuns jetzt n\u00e4her als damals, als wir zum Glauben kamen. Die Nacht<br \/>\ngeht zu Ende, bald ist es Tag. Deshalb wollen wir alles ablegen, was<br \/>\nzur Finsternis geh\u00f6rt, und wollen uns mit den Waffen des Lichts<br \/>\nr\u00fcsten.\u0093<\/p>\n<p>Passt dieser Bibeltext zum 1.Advent heute? Spontan m\u00f6chte man antworten:<br \/>\nEigentlich nicht. Aber vielleicht sieht das anders aus, wenn wir das<br \/>\nGeschriebene besser verstehen.<\/p>\n<p>Was haben Sie behalten von dem, was Paulus da schreibt? Vielleicht dies:<\/p>\n<p><strong>Du sollst die Menschen, mit denen du zusammen lebst, genau so<br \/>\nlieben, wie dich selbst <\/strong>\u0096 oder wie vielleicht mancher es noch<br \/>\nvon fr\u00fcher her im Ohr hat <strong>: Liebe deinen N\u00e4chsten,<br \/>\nwie dich selbst. <\/strong><\/p>\n<p>Und vom zweiten Absatz: <strong> Mach jetzt Ernst damit \u0096 viel Zeit,<br \/>\ndas aufzuschieben, hast du nicht mehr. <\/strong><\/p>\n<p>Ich selbst lese das, was Paulus da vor fast 2000 geschrieben hat, mit<br \/>\ngemischten Gef\u00fchlen. Ich merke: auch mit abwehrendem Gef\u00fchl,<br \/>\nmit Distanz. Trotzdem m\u00f6chte ich genauer wissen, was er meint \u0096 bevor<br \/>\nich die Bibel einfach wieder zuklappe.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst zur letzten Zusammenfassung: &#8230; <strong>viel Zeit &#8230;hast<br \/>\ndu nicht mehr. <\/strong>Gemeint ist damit offenbar die kurze Zeit,<br \/>\nbis Gott selbst auf seine, unsere Erde kommt. Ab heute ist ja Adventszeit!<br \/>\nIch mache mir wieder klar <strong>:\u0084Advent\u0093 hei\u00dft \u0084Ankunft\u0093. <\/strong>Gemeint<br \/>\nist damit <strong>Gottes Ankunft <\/strong>. Gemeint ist damit das,<br \/>\nwovon Jesus immer wieder sprach, wenn er vom \u0084Reich Gottes\u0093 sprach:<br \/>\nVom Leben im Schutz Gottes und in seiner Gegenwart. G <strong>In der<br \/>\nGegenwart Gottes, der sein Volk, auch mich, ja: alle Menschen liebt <\/strong>.<br \/>\nJesus wartete auf diese Zeit und er sprach immer wieder davon.. Ja,<br \/>\nin seiner Lebensart war die erwartete Zukunft schon da. Jesus wartete<br \/>\naber darauf, dass sie f\u00fcr alle Menschen, f\u00fcr die ganze Welt<br \/>\nda ist. \u0096 Auf dieses erwartete, erhoffte Kommen Gottes und dann Handeln<br \/>\nGottes bezieht sich der Ausdruck \u0084Advent\u0093. Das ist die eine Bedeutung<br \/>\nvon \u0084Advent\u0093.<\/p>\n<p>Mancher, der die H\u00e4rte des Lebens, die Brutalit\u00e4t des Lebens,<br \/>\ndie R\u00e4tselhaftigkeit des Lebens kennen gelernt hat, w\u00fcnscht<br \/>\nsich, sehnt sich nach einem Leben, wie Jesus es meinte: Leben in aufmerksamem<br \/>\nMiteinander, ja, in liebevollem Miteinander. Vielleicht muss man im Leben<br \/>\nerst tief verletzt worden sein, um sich nach Leben, wie Jesus es meinte<br \/>\nund lebte, zu sehnen. Nach Leben, in dem sozusagen Gott den Ton angibt.<br \/>\nSo verstehe ich den nicht sofort verst\u00e4ndlichen Begriff <strong>Reich<br \/>\nGottes <\/strong>.<\/p>\n<p>Es geh\u00f6rt zu den Erfahrungen der Anh\u00e4nger Jesu damals und<br \/>\nder ersten Christen dann, dass ihnen klar wurde: Mit Jesus hat diese<br \/>\nganz andere Lebensm\u00f6glichkeit tats\u00e4chlich schon angefangen! <strong>In<br \/>\ndiesem Bauhandwerkersohn aus Galil\u00e4a ist Gott schon &#8211; verborgen<br \/>\n&#8211; gekommen. Gott und das Leben, wie er es will, ist schon f\u00fcr begrenzte<br \/>\nZeit und an einem benennbarem Ort sichtbar geworden. <\/strong> Das ist<br \/>\ndie zweite Bedeutung von \u0084Advent\u0093. Als christliches \u0084Volk Gottes\u0093 leben<br \/>\nwir zwischen diesen beiden \u0084Adventen\u0093, dem in der Zukunft und dem in<br \/>\nder Vergangenheit.<\/p>\n<p>Nicht von ohne Grund hat sich der Brauch entwickelt, in der Adventszeit<br \/>\nund dann zu Weihnachten Kerzen anzuz\u00fcnden. Die Kerzen auf dem Adventskranz<br \/>\nund dann am Tannenbaum sind genau genommen so etwas wie Hinweiszeichen,<br \/>\nSymbole f\u00fcr das Licht, das mit Jesus in unsere oft so entsetzliche,<br \/>\nfinstere Welt gekommen ist. \u0084Die Dunkelheit weicht zur\u00fcck und das<br \/>\nwahre Licht leuchtet schon\u0093 hat das ein fr\u00fcher Christ im ersten<br \/>\nJohannesbrief ausgedr\u00fcckt (1.Joh. 2,8).-<\/p>\n<p>Eigentlich ist es ganz folgerichtig, dass Paulus die Christen in Rom<br \/>\nnun einl\u00e4dt und anspornt, ihr Leben schon jetzt dementsprechend<br \/>\nzu leben zu versuchen. Und wie \u0096 das sagt er mit wenigen S\u00e4tzen<br \/>\nim ersten Absatz des Predigttextes, den man zusammenfassen kann: <strong>Liebe<br \/>\ndeinen N\u00e4chsten wie dich selbst. <\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht geht es Ihnen bei dieser Aufforderung \u00e4hnlich wie mir:<br \/>\nIch kenne diese Aufforderung seit meiner Konfirmandenzeit. Ich halte<br \/>\nsie f\u00fcr wichtig. Ich stimme dem Satz zu \u0096 aber bleibt er sehr abstrakt.<br \/>\nDer Volksmund hat das immer schon gewusst und b\u00fcndig gesagt: <strong>\u0084 Selber<br \/>\nessen macht fett <\/strong>\u0093. Oder auch: \u0084 <strong>Mir sitzt das Hemd<br \/>\nn\u00e4her als der <\/strong><strong>Rock.\u0093 <\/strong> Was halten Sie f\u00fcr<br \/>\nrichtig?<\/p>\n<p>Um dieses Thema nicht gleich fallen zu lassen, muss man wohl seinen<br \/>\nVerstand bem\u00fchen &#8211; wenn man nicht einfach beim eigenen Egoismus<br \/>\nbleiben will.<\/p>\n<p>Die Aufforderung zur N\u00e4chstenliebe ist alt \u0096 \u00e4lter als das<br \/>\ninzwischen 2000 Jahre alte Neue Testament. Denn schon im ersten Testament,<br \/>\nim Alten Testament steht dieses Gebot im 3. Mosebuch 19,18. Offenbar<br \/>\nist dieses Gebot f\u00fcr ein gelingendes Zusammenleben sinnvoll \u0096 weil<br \/>\nwir n\u00e4mlich \u00fcber unseren Egoismus, unsere Selbstliebe so schwer<br \/>\nhinauskommen. Der christliche Denker Kierkegaard hat zur Formulierung<br \/>\ndieses Gebotes angemerkt: <strong>\u0084Soll <\/strong><strong>man den N\u00e4chsten<br \/>\nlieben wie sich selbst, so dreht das Gebot wie mit einem Dietrich das<br \/>\nSchloss der Selbstliebe auf und entrei\u00dft sie dem Menschen &#8230; Dies \u0082wie<br \/>\ndich selbst&#8216; l\u00e4sst sich nicht drehen und deuteln &#8230; es l\u00e4sst<br \/>\nder Selbstliebe nicht die leiseste Entschuldigung \u00fcbrig, nicht die<br \/>\nmindeste Ausflucht offen. Wie wunderbar!&#8216; <\/strong>So sah das der christliche<br \/>\nDenker Kierkegaard 1847.<\/p>\n<p>Paulus versteht das N\u00e4chstenliebe-Gebot als Zusammenfassung aller<br \/>\nGebote Gottes \u0096 oder besser ausgedr\u00fcckt: Anweisungen zum Leben.<br \/>\nIn unserem Abschnitt aus dem R\u00f6merbrief nennt Paulus Beispiele aus<br \/>\nden 10 Geboten. Ich fand es in meinem Studium faszinierend, als uns deutlich<br \/>\ngemacht wurde: Aufgabe der Gebote in der Bibel ist es, das <strong>Miteinander <\/strong>,<br \/>\ndas <strong>Zusammenleben der Menschen <\/strong> des Volkes Gottes so<br \/>\nzu steuern, dass jeder einzelne und alle miteinander im Schalom, im Frieden<br \/>\nleben kann bzw. k\u00f6nnen. Noch genauer: dass ein jeder unversehrt,<br \/>\nmit allen m\u00f6glichen Entfaltungsm\u00f6glichkeiten als Glied des<br \/>\nGottesvolkes leben kann.<\/p>\n<p>Paulus grenzt das Gebot nicht auf das Christenvolk ein. Lassen wir uns<br \/>\ndas heute gesagt sein? Wir sind heute angesprochen auf unsere \u0096 situationsbedingte<br \/>\n&#8211; Kreativit\u00e4t in Sachen N\u00e4chstenliebe. Auf unseren Verstand<br \/>\n&#8211; mit dem wir unvoreingenommen denken sollen; auf unsere Phantasie \u0096 um<br \/>\nwenn n\u00f6tig, neue Wege zum Tun zu finden; auch auf unser Herz \u0096 um<br \/>\nuns in den anderen hinein zu versetzen. Lieben hei\u00dft auch: herausfinden,<br \/>\nwas der andere, was die andere braucht. Und dann zu tun was hilfreich<br \/>\nist Das kann auch hei\u00dfen: den anderen, die andere vor B\u00f6sem<br \/>\nzu bewahren.<\/p>\n<p>Den N\u00e4chsten, die N\u00e4chste zu lieben bedeutet nicht, dass ich<br \/>\nmich selbst \u00fcberfordern muss. Und auf die Frage: wo soll man anfangen,<br \/>\nwo soll man aufh\u00f6ren mit solcher Liebe und mit helfendem Tun? ist<br \/>\nn\u00fcchtern zu antworten: Weder kann man jedem in der Welt alles geben,<br \/>\nwas er braucht, noch kann es gelingen, alles B\u00f6se von den Unz\u00e4hligen,<br \/>\ndie in der weiten Welt auf Hilfe warten, abzuwenden. Man bleibt immer<br \/>\nLiebe schuldig . Dennoch: <strong>\u0084Liebe ist m\u00f6glich <\/strong>\u0093,<br \/>\nwie jemand formuliert hat.<\/p>\n<p>Kann man das an Problemen <strong>heute <\/strong>kurz und b\u00fcndig<br \/>\nverdeutlichen? Auf die Gefahr missverstanden zu werden: dass in ganzen<br \/>\nRegionen unserer Welt gehungert wird und Menschen eher vegetieren als<br \/>\nleben hat auch damit zu tun, dass wir Menschen und V\u00f6lker in den<br \/>\nwohlhabenden L\u00e4ndern zwar mit aller Welt Handel treiben \u0096 aber zur<br \/>\nHilfe zum Leben und zur Gesundheit der Menschen in den Armutsgebieten<br \/>\nkaum etwas \u00fcbrig haben. Wir bleiben gar zu einfach im Jammern um<br \/>\nfehlendes Geld in unseren Gesellschaften stecken. Wie viel unseres sog.<br \/>\nBruttosozialproduktes hatten wir Deutschen zu geben versprochen? Ich<br \/>\nf\u00fcrchte, wenn&#8217;s um&#8217;s Geld geht, hat das Liebesgebot keine Stimme<br \/>\nmehr \u0096 und wir Christen wie unser Staat bleiben lieber stumm. Liebe \u0096 klingt<br \/>\ndann einfach nur sentimental.<\/p>\n<p>Und wie steht&#8217;s um die pl\u00f6tzlich wieder aufgelebte Debatte um den<br \/>\nAntisemitismus? Wer von <strong>\u0084den Juden\u0093 <\/strong>spricht und alte<br \/>\nKlischees reaktiviert, <strong>hat jedenfalls als Christ vom Neuen Testament<br \/>\nund vom Liebesgebot nichts verstanden. <\/strong> Verantwortliches Urteilen<br \/>\nmuss sich vor jeder Ein\u00e4ugigkeit h\u00fcten. Und wer die gegenw\u00e4rtige<br \/>\nSituation in Israel und Pal\u00e4stina beurteilt, darf nicht leichtfertig<br \/>\nden Selbstmordterror \u00fcbersehen, mit dem Pal\u00e4stinenser israelische<br \/>\nZivilisten tyrannisieren. Man kann die Politik der gegenw\u00e4rtigen<br \/>\nRegierung in Israel f\u00fcr fragw\u00fcrdig halten und kritisieren \u0096 was \u00fcbrigens<br \/>\naus der Distanz immer leicht ist \u0096 und dann hoffentlich auch die Terroraktivit\u00e4ten<br \/>\npal\u00e4stinensischer Attent\u00e4ter verurteilen \u0096 f\u00fcr antisemitische<br \/>\nUrteile gibt es keine Entschuldigung.<\/p>\n<p>Beim Appell des Liebesgebotes geht es nicht um Beliebigkeit &#8211; sondern<br \/>\num konkretes Verhalten. Auch dann, wenn es nicht opportun erscheint.<br \/>\nZ.B., indem man den Mund aufmacht, wenn&#8217;s n\u00f6tig ist.<\/p>\n<p>Darum m\u00f6chte es uns Christenmenschen gehen: Um Menschlichkeit nach<br \/>\nJesu Art im Alltag unseres Lebens heute. Eben dazu l\u00e4dt uns der<br \/>\nBibeltext heute ein. Und damit kann uns der etwas sperrige Abschnitt<br \/>\naus dem R\u00f6merbrief gut in die Zeit bis zum Geburtsfest Jesu Christi<br \/>\nbegleiten. Was haben <strong>Sie <\/strong> aus dem Predigttext heute<br \/>\nf\u00fcr sich herausgeh\u00f6rt?<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><strong>Pastor i.R. Hellmut M\u00f6nnich<br \/>\n<\/strong><strong>Ewaldstr.97<br \/>\n<\/strong><strong>37075 G\u00f6ttingen<br \/>\n<a href=\"mailto:hi.moennich@freenet.de\">hi.moennich@freenet.de<\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<h1><\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde, ich h\u00f6rte nur zu: \u0084Dies&#8216; triste Wetter macht einen ganz depressiv! Morgens schon bin ich m\u00fcde. Und zu nichts habe ich Lust.- Ich beneide meine Schwester: Die f\u00e4hrt Weihnachten mit ihrem Freund in die Sonne. Dahin, wo&#8217;s warm ist und hell ist. Auf die Kanaren fahren sie.\u0093 \u0084Mir geht es ganz anders! 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