{"id":9675,"date":"2021-02-07T19:49:35","date_gmt":"2021-02-07T19:49:35","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9675"},"modified":"2025-06-28T09:45:41","modified_gmt":"2025-06-28T07:45:41","slug":"roemer-13-8-13a","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-13-8-13a\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 13, 8-13a"},"content":{"rendered":"<p>(Text nach der &#8222;Guten Nachricht&#8220; Leben im Licht)<\/p>\n<p><em>8) Bleibt keinem etwas schuldig \u0096 ausser der Schuld, die ihr nie<br \/>\nabtragen k\u00f6nnt: <\/em><em>der Liebe, die ihr einander erweisen sollt.<br \/>\nWer den andern liebt, hat den Willen Gottes <\/em><em>erf\u00fcllt. <\/em><\/p>\n<p>9) Die Gebote \u0093Zerst\u00f6re keine Ehe, morde nicht, beraube niemand,<br \/>\nblicke nicht begehrlich auf das, was einem andern geh\u00f6rt\u0093 &#8211; diese<br \/>\nGebote und alle anderen sind in dem einen Satz zusammengefasst: \u0093Liebe<br \/>\nDeinen Mitmenschen wie dich selbst\u0093.<\/p>\n<p><em>10) Wer seinen Mitmenschen liebt, f\u00fcgt ihm kein Unrecht zu.<br \/>\nDen andern lieben bedeutet also: <\/em><em>das ganze Gesetz Gottes erf\u00fcllen. <\/em><\/p>\n<p><em>11) Macht ernst damit! Ihr wisst doch, was die Stunde geschlagen<br \/>\nhat. Es ist Zeit f\u00fcr euch, aus dem Schlaf aufzuwachen! Denn der<br \/>\nZeitpunkt ist jetzt n\u00e4her als damals, als wir zum Glauben kamen. <\/em><\/p>\n<p><em>12) Die Nacht geht zu Ende, bald ist es Tag. Deshalb wollen wir<br \/>\nnicht Dinge tun, die in die Dunkelheit geh\u00f6ren, sondern mit den<br \/>\nWaffen des Lichts k\u00e4mpfen.13a) Wir wollen so leben, wie es zum<br \/>\nhellen Tag passt.\u0093 <\/em><\/p>\n<p>Liebe Schwestern und Br\u00fcder in Christus,<\/p>\n<p>heute am ersten<br \/>\nAdvent atmen viele auf, weil die dunkle Zeit der Trauer und der Erinnerung<br \/>\nan den Tod und die wir verloren haben, f\u00fcr dieses Jahr vor\u00fcber<br \/>\nist. Im Dezember ist Sonne im Hintergrund, mit Weihnachten warten wir auf<br \/>\netwas Fr\u00f6hliches<br \/>\nund die Vorbereitungen auf das Fest f\u00f6rdern die Gemeinschaft. Das<br \/>\nerste Adventslicht brennt, weil auch das Schwere, Dunkle, Traurige eines<br \/>\nNovembers erhellt wird durch die Ankunft Gottes auch in unserm Dunkel und<br \/>\nin unserer Traurigkeit, in unserm Leben. Auch dessen finstere und dunkle<br \/>\nMomente sind in Gottes H\u00e4nden aufgehoben und Advent will uns lehren,<br \/>\nauf das Helle und das Licht in unserm Leben zu achten. Die Rede von der<br \/>\nAnkunft Gottes, will uns daran erinnern, kein Dunkel ist so tief, dass<br \/>\nes nicht durch Gottes Licht hell werden kann, keine Last und Schuld so<br \/>\ngross, dass sie nicht durch Gottes Liebe aufgehoben und verwandelt werden<br \/>\nkann. Gottes Tag endet jede dunkle Nacht. Und gerade, wenn wir uns verlassen<br \/>\nund im einsamsten Dunkel fern von einem liebenden Vater im Himmel glauben,<br \/>\ndann ruft uns ein Wort aus dem Buch der Erfahrung mit Gott, erleuchtet<br \/>\nuns jedes Adventslicht hier in der Kirche, erinnert uns jeder Mitmensch<br \/>\nmit seinem und ihrem Wunsch nach Anerkennung und Liebe: Du bist nicht verlassen,<br \/>\nalle Herren dieser Welt gehen, aber Dein Herr kommt. Auch Deine Nacht geht<br \/>\nzu Ende, auch Deine Lieblosigkeit kann verwandelt werden, weil Gottes Tag<br \/>\nkommt und sie hell macht. So h\u00f6rt, wie der Apostel Paulus von Gottes<br \/>\nKommen und unseren menschlichen M\u00f6glichkeiten spricht &#8211; im Angesicht<br \/>\nder Erfahrung, dass, auch wenn uns alle allein gelassen haben, wir Gott<br \/>\nnicht gleichg\u00fcltig sind. Er braucht uns und er begabt uns zugleich<br \/>\nzur Liebe: Text \u0084Bleibt keinem etwas schuldig- ausser der Schuld, die ihr<br \/>\nnie abtragen k\u00f6nnt, der Liebe, die ihr einander erweisen sollt.\u0093 Mit<br \/>\ndiesem einleitenden Wort sagt der Apostel etwas Grunds\u00e4tzliches \u00fcber<br \/>\nuns, das uns auch wohl bedr\u00fccken kann, und das ebenso zu den Dunkelheiten<br \/>\nunseres Lebens geh\u00f6ren kann, wie Schuld und echte Gesetzesverletzungen<br \/>\nund Besch\u00e4digungen anderer Menschen.<\/p>\n<p>Wir sollen etwas tun, was aber zugleich als etwas Unm\u00f6gliches genannt<br \/>\nwird: Liebe \u00fcben, obwohl das Arbeiten ohne Ende und in vielen F\u00e4llen<br \/>\nsogar ohne Dank und Echo bedeutet. Hier wird so etwas wie eine Beziehungshaltung<br \/>\nzum Ausdruck gebracht und gefordert: bleib keinem etwas schuldig. Ja das<br \/>\nkennen wir, und das wollen wir ja auch nicht. Wir wollen mit sauberen Konten<br \/>\nabrechnen und nicht im Minus und bei den Schuldnern stehen. Wie sehr wir<br \/>\ndarin verhaftet sind, zeigt schon unsere Sprache: wenn etwas Gutes geschehen<br \/>\nist und jemand etwas geschenkt bekommen hat, dann h\u00f6rt man doch \u0093Ja,<br \/>\nwie kann ich denn das wieder gut machen?\u0093 und oft hilft dann erst die Frage:\u0093 ja,<br \/>\nist denn etwas Schlimmes geschehen?\u0093 einzusehen, dass wir mal wieder auf<br \/>\ndas ewige Rechnen reingefallen sind. Wer den andern liebt, hat den Willen<br \/>\nGottes erf\u00fcllt. Die Haltung ist\u00b4s und nicht die Ber\u00fccksichtigung<br \/>\nvon Einzelregeln. Die Achtsamkeit f\u00fcr meinen Mitmenschen macht aus<br \/>\nder Befolgung von Regeln, das, was wir einander wirklich schulden:Liebe.<\/p>\n<p>Genau diesen Gedanken fasst der Apostel in die Worte: die Gebote, die<br \/>\nEinzelgesetze sind in einem zusammengefasst: Liebe Deinen Mitmenschen wie<br \/>\ndich selbst.v9. Und diese ber\u00fchmte Zusammenfassung der Worte Jesu<br \/>\ndurch den Apostel auch hier in seinem Empfehlungsbrief an die Hauptstadtgemeinde<br \/>\nin Rom, sie nennt damit einen Massstab der Sorge um meinen Mitmenschen:<br \/>\nso wie ich f\u00fcr mich sorge und aufpasse, so auch f\u00fcr meinen Mitmenschen.<br \/>\nUnd das, das nicht zu tun, ist die Schuld, die ich meinem Mitmenschen und<br \/>\ndem Kind Gottes, das mir begegnet, schuldig bin. Und \u00fcbrigens gilt<br \/>\ndas nat\u00fcrlich auch, wenn ich mich selbst vernachl\u00e4ssige, ich<br \/>\nbin auch mir als Gesch\u00f6pf Gottes schuldig, dass ich auf mich aufpasse<br \/>\nund achte \u0096 schon damit eine m\u00f6gliche Rettungsinsel f\u00fcr andere<br \/>\nnicht untergeht. Achtung, Sorge und Achtsamkeit bin ich also allen Kindern<br \/>\nGottes schuldig.<\/p>\n<p>Was dabei passieren kann, wie es dazu kommt, dass wir uns in diesem Sinne<br \/>\nals Schuldner f\u00fchlen m\u00fcssen, hat Dietrich Bonhoeffer einmal mit<br \/>\neinem Beispiel erkl\u00e4rt.(WuE). Stell Dir vor, ein Mensch klopft an<br \/>\ndeine T\u00fcr, er wird verfolgt, zu Unrecht, wie er Dir glaubhaft versichert.<br \/>\nDu machst auf, denn Du willst ja Liebe \u00fcben. Nach einer Stunde klopft<br \/>\ndie Gestapo an deiner T\u00fcr: hat sich der xx hier versteckt? Was, meinst<br \/>\ndu, hat jetzt jener Mensch f\u00fcr eine Wahl? Er will doch das Gesetz<br \/>\nund die Gebote halten! Darf er l\u00fcgen? Wenn nein, wird er f\u00fcr<br \/>\nden Tod des Fl\u00fcchtlings verantwortlich. Wir sind schuldig, weil wir<br \/>\nleben, sagt Bonhoeffer. Und jetzt, liebe Schwestern und Br\u00fcder in<br \/>\nChristus, wird klar, warum gerade diese Geschichte zu unserm Predigttext<br \/>\npasst, weil sie noch einmal zuspitzt: \u0084wer seinen Mitmenschen liebt, f\u00fcgt<br \/>\nihm kein Unrecht zu.\u0093 v.10. In diesem Fall wird einer schuldig, weil er<br \/>\nverantwortlich Liebe \u00fcbt und die Entscheidungssituation untersucht,<br \/>\nbevor er sich damit abfindet. entweder das Gebot: Du sollst nicht l\u00fcgen<br \/>\noder Du sollst nicht t\u00f6ten verletzt zu haben. Wir sind schuldig, zu<br \/>\nlieben.<\/p>\n<p>Nun verstehen wir auch durch diese konkrete Entscheidungssituation<br \/>\naufmerksam gemacht, warum Paulus daran erinnert: v.11\u0093so ist nun die Liebe<br \/>\ndes Gesetzes Erf\u00fcllung\u0093 wie Luther \u00fcbersetzt. Jetzt wird auch<br \/>\ndurch die Konkretheit dieses Beispiels klar, warum zur Wachsamkeit und<br \/>\nzur Achtsamkeit aufgerufen wird. v.12:wer Liebe \u00fcben will, muss ausgeschlafen<br \/>\nsein und aufmerksam, muss wissen, was die Stunde geschlagen hat und dann<br \/>\nentscheiden. Hier liegt dann auch die Freiheit eines Christenmenschen,<br \/>\nder wom\u00f6glich falsch entscheidet, dann aber seinem Gott sagen muss,<br \/>\nim Lichte meiner Urteilskraft hat das so und so ausgesehen, habe ich so<br \/>\nund so entscheiden zu m\u00fcssen geglaubt.<\/p>\n<p>Darum sehen wir nun auch, dass<br \/>\nLiebe \u00fcben auch K\u00e4mpfen bedeutet: nicht dem Dunkel, auch der<br \/>\neigenen Bequemlichkeit nachgeben, sondern k\u00e4mpfen und die Waffen des<br \/>\nLichts anziehen.<\/p>\n<p>Ein Christ, der es ernst meint mit der Liebe zu seinen<br \/>\nMitmenschen, ist eigentlich immer in Schwierigkeiten. Darum kann die<br \/>\nEmpfehlung nur sein: Nichts tun, was das Licht des hellen Tages scheuen<br \/>\nmuss: wir wollen leben, wie es zum hellen Tag passt.v13a. Nichts muss im<br \/>\nDunkel bleiben, selbst wenn es Schuld ist, die beschwert, selbst wenn wir<br \/>\nbestens Wissens und Gewissens etwas getan haben, was dann in den Augen<br \/>\nder Mitmenschen uns schuldig macht. Wir wissen ja, was die Stunde geschlagen<br \/>\nhat, aufzustehen vom Schlaf, aufzuwachen, weil unsere Rettung aus aller<br \/>\nVerstrickung und Schuld und die Befreiung von aller Last uns n\u00e4her ist, als wir zum<br \/>\nGlauben kamen, v.11. Es gibt daher, das finde ich doch auch f\u00fcr meine<br \/>\neigenen Versuche, Christ zu sein, eine grosse Entlastung, es gibt ein Wachstum<br \/>\nauf dem Weg des Glaubens. Haben wir uns auf den Weg der Liebe zu Gott aufgemacht,<br \/>\nso gewinnen wir Freiheit gegen\u00fcber uns selbst und unseren Mitmenschen,<br \/>\nwirklich zu leben, auf die Stunde des Handelns zu achten und dann mutig<br \/>\nzu tun, was wir Gott, der uns gewollt und unser Leben bestimmt hat, und<br \/>\nunsern Mitmenschen schuldig sind.<\/p>\n<p>Erich Fried: Es ist, was es ist<\/p>\n<p>Es ist Unsinn, sagt die Vernunft.<br \/>\nEs ist, was es ist, sagt die Liebe<\/p>\n<p>Es ist Gl\u00fcck, sagt die Berechnung,<br \/>\nes ist nichts als Schmerz, sagt<br \/>\ndie Angst,<br \/>\nes ist aussichtslos, sagt die Einsicht.<\/p>\n<p>Es ist, was es ist, sagt die Liebe.<\/p>\n<p>Es ist l\u00e4cherlich, sagt der Stolz,<br \/>\nes ist Leichtsinn, sagt die Vorsicht,<\/p>\n<p>es ist unm\u00f6glich, sagt die Erfahrung.<\/p>\n<p>Es ist, was es ist, sagt die<br \/>\nLiebe.<\/p>\n<p>So meine ich, kann Advent werden, so begreifen wir den oft unbegreiflichen<br \/>\nZusammenhang von Schuld und Liebe, erfassen, dass, wenn ich meinen Mitmenschen<br \/>\nin Liebe begegne und es in meinem Herzen Advent werden lasse, ich zugleich<br \/>\nein St\u00fcck zu mir selbst komme, dass ich achtsam auf jeden Augenblick<br \/>\nwerde, der mir zur Rettung zum Heil der Gottesn\u00e4he und zum Ort der<br \/>\nMenschenliebe werden kann.<\/p>\n<p>Die Bilder vom hellen Tag Gottes, von seinem<br \/>\nLicht und von seiner Ankunft in unsere dunkle Lebenswirklichkeit bringen<br \/>\nuns Gott n\u00e4her,<br \/>\nnicht in diesem drohenden NovemberSinn unseres sicheren Todes, sondern<br \/>\nin jenem entlastenden, das von seiner erhellenden und heilenden Ankunft<br \/>\nspricht. Und das k\u00f6nnen wir nicht genug feiern, nicht nur jedes Jahr<br \/>\nwieder feiern, sondern wir alle erwarten, die wir uns heute in Gottes Licht<br \/>\ngeborgen wissen wollen, wieder seinen Advent in unserer Wirklichkeit, sein<br \/>\nhelles Kommen in unsere Dunkelheiten, seine Zuversicht, dass die Nacht<br \/>\nnicht bleibt, sondern der Tag des Lichtes, des ewigen auch f\u00fcr uns<br \/>\nanbrechen wird.<\/p>\n<p>Dann wird Advent zu einem Ort der Erfahrung, wohin uns<br \/>\nWeihnachten und alle Adventssonntage verweisen: \u0084heut schleusst er wieder<br \/>\nauf die T\u00fcr zum sch\u00f6nen Paradeis,<br \/>\nder Cherub steht nicht mehr daf\u00fcr, Gott sei Lob her und Preis.\u0093 So<br \/>\nwird denn f\u00fcr einen Christen, den das Licht des Advents erleuchtet,<br \/>\nund der den Tag Gottes nicht f\u00fcrchtet, weil er weiss, nichts trennt<br \/>\nmich von der Liebe Gottes, so wird denn, wenn die Liebe die einzige geschuldete<br \/>\nHaltung ist, jede Sekunde zur M\u00f6glichkeit, dass das Ewige im Jetzt<br \/>\nwirkt, dass Gott auch durch mich seinen Advent in unserer Wirklichkeit<br \/>\nh\u00e4lt. Hier<br \/>\nund heute ist Jerusalem, in das Jesus einziehen will mit seinem Weg zu<br \/>\nlieben, hier schl\u00e4gt das Herz, das sich f\u00fcr seine besten M\u00f6glichkeiten \u00f6ffnen,<br \/>\nseinen Mitmensch, sich und Gott einlassen will, und die einzige Schuldigkeit<br \/>\ntun kann, Mitmensch, sich und Gott zu lieben und zu achten.<\/p>\n<p>Von der Verantwortung<br \/>\ndes Christen, Gottes Liebe zu \u00fcben, achtsam zu sein, was die Stunde<br \/>\ngeschlagen hat und die lichten Momente meines Lebens zu nutzen, also die<br \/>\ngrosse positive M\u00f6glichkeit des Lebens wahrzunehmen, so, dass Gottes<br \/>\nN\u00e4he jeden Augenblick meines Lebens qualifiziert, spricht Andreas<br \/>\nGryphius,1616-1694, folgendermassen: \u0084Mein sind die Jahre nicht, die mir<br \/>\ndie Zeit genommen; mein sind die Jahre nicht, die etwa m\u00f6chten kommen;<br \/>\nder A u g e n b l i c k ist mein, und nehm ich d e n in acht, so ist d<br \/>\ne r mein, der Jahr und Ewigkeit gemacht.\u0093 In Gottes Kommen sind also die<br \/>\ndunklen November- und die hellen Adventszeiten auch meines Lebens eingeschlossen.<br \/>\nUnd Gott sei Dank auch dieser, der erste Tag vom Rest meines Lebens, ja<br \/>\njeder Augenblick, in dem ich mir von ihm sagen lasse: Sorge nicht, sondern<br \/>\nliebe. Amen<\/p>\n<p><strong><a name=\"ex\"><\/a>Exegetische und homiletische Entscheidungen <\/strong><\/p>\n<p>Zwischen dem Aufruf des Paulus zu vern\u00fcnftigem Gottesdienst (Kap12.1ff)<br \/>\nund seinen Mahnungen f\u00fcr gutes Zusammenleben in der Gemeinde (Kap14)<br \/>\nsteht unser Abschnitt als Aufruf und Begr\u00fcndung f\u00fcr \u0084die grosse<br \/>\npositive M\u00f6glichkeit\u0093 (Barth) der Christen, zur rechten Zeit in Gottes<br \/>\nLicht und Liebe wach zu leben und zu lieben, wie es zum hellen Tag Gottes<br \/>\npasst, den wir als unsere Rettung erwarten. Mit dieser Zusammenfassung<br \/>\nsind zugleich die Wahl als Text zum 1.Advent begr\u00fcndet, wie auch der<br \/>\ninnere Zusammenhang mit dem Ewigkeitssonntag durch die Ethik f\u00fcr Christen<br \/>\nals Inhalt, der die Christen auf die Verantwortung f\u00fcr ihr eigenes<br \/>\nLeben hinweist. Dennoch ist diese begrenzt, weil es Gottes Kommen, Gottes<br \/>\nZeit und Gottes M\u00f6glichkeiten sind, die dem in der Dunkelheit k\u00e4mpfenden<br \/>\nMenschen zur Rettung werden. Erst diese Einsicht macht alle Aktivit\u00e4ten<br \/>\nsinnvoll, macht Liebe als eine \u00fcber den Einzelgesetzen stehende Lebenshaltung<br \/>\nm\u00f6glich. Deshalb geh\u00f6rt <em>exegetisch <\/em>der 1.Satz von v.13<br \/>\nzur Perikope hinzu.<\/p>\n<p><strong><em>Homiletisch <\/em><\/strong> wird im Bewusstsein evangelischer<br \/>\nKirchenmitglieder die Zeit des 1.Advents und damit die Einstimmung auf<br \/>\nGottes Kommen als Kind deutlich als Neuanfang erlebt, was der Beginn des<br \/>\nneuen Kirchenjahres ja auch betont. Aber der inhaltliche innere Zusammenhang<br \/>\nvon Ewigkeitssonntag und Advent als Zeit f\u00fcr Umkehr und Busse ist<br \/>\nm.E weniger verankert. Kirchenjahrszeitlich mit gutem Recht k\u00f6nnte<br \/>\ndaher eine Predigt die Motive Dunkel- Licht aufnehmen und auf den Trauermonat<br \/>\nNovember und die Adventszeit beziehen. Ebenso gibt auch das Motivthema:<br \/>\nLiebe hinreichend Gelegenheit, auf das Fest der Liebe ect. ect. einschliesslich<br \/>\nder Gr\u00fcnde f\u00fcr den `Weihnachtsrummel\u00b4 hinzuweisen. Aber<br \/>\ndas ist mir zu wenig f\u00fcr einen so existentiellen Text.<\/p>\n<p>Ausschlaggebend wird mir darum die Adventszeit als Zeit, zu bedenken,<br \/>\ndass wir alle Gott entgegengehen, der kommen wird \u0096 alle Jahre wieder &#8211;<br \/>\naber biografisch doch so, dass mit dem Licht des Gottestages auch unser<br \/>\nirdisches Ende wieder ein Jahr n\u00e4her gekommen ist. M.a.W. das Motiv<br \/>\ndes Trauermonats, mein Ende, und die gro\u00dfe positive M\u00f6glichkeit<br \/>\nzu leben im Horizont der Ankunft Gottes, das Motiv des Advents, sollen<br \/>\ndurch das Thema:\u0093 seid niemandem etwas schuldig, ausser Liebe zu \u00fcben \u0084 (v.8)<br \/>\nanschaulich verbunden werden. Ich meine, mit dieser Verbindung von wiederkehrendem<br \/>\nund linearem Zeitverst\u00e4ndnis dem Status der Christen gerecht werden<br \/>\nzu k\u00f6nnen: Wir sind Empf\u00e4nger von Gottes rettendem Heil und zugleich<br \/>\nVerantwortungstr\u00e4ger f\u00fcr gelebte Liebe zwischen dem 1.Advent<br \/>\ndes Kirchenjahres und dem ausstehenden 2.Advent Gottes.<\/p>\n<p><strong>Dr. Joachim Goeze, Pfarrer i.R.<br \/>\nBraunschweig<br \/>\n<a href=\"mailto:joachim.goeze@web.de\">joachim.goeze@web.de<\/a> <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Text nach der &#8222;Guten Nachricht&#8220; Leben im Licht) 8) Bleibt keinem etwas schuldig \u0096 ausser der Schuld, die ihr nie abtragen k\u00f6nnt: der Liebe, die ihr einander erweisen sollt. Wer den andern liebt, hat den Willen Gottes erf\u00fcllt. 9) Die Gebote \u0093Zerst\u00f6re keine Ehe, morde nicht, beraube niemand, blicke nicht begehrlich auf das, was einem [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8543,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[41,1,727,157,114,1571,944,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-9675","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-roemer","category-aktuelle","category-archiv","category-beitragende","category-deut","category-joachim-goeze","category-kapitel-13-chapter-13-roemer","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9675","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9675"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9675\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24706,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9675\/revisions\/24706"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9675"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9675"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9675"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=9675"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=9675"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=9675"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=9675"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}