{"id":9696,"date":"2003-12-07T19:49:38","date_gmt":"2003-12-07T18:49:38","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9696"},"modified":"2025-06-28T10:10:37","modified_gmt":"2025-06-28T08:10:37","slug":"philipper-4-4-7-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/philipper-4-4-7-4\/","title":{"rendered":"Philipper 4, 4-7"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>4,4 Freut euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet<br \/>\neuch!<br \/>\n5 Eure G\u00fcte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! 6<br \/>\nSorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet<br \/>\nund Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!<br \/>\n7 Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als alle Vernunft, bewahre<br \/>\neure Herzen und Sinne in Christus Jesus.<\/p>\n<p>\u201e<br \/>\nNun freu dich doch mal.\u201c Sagt die Mutter zur Tochter, wenn die<br \/>\nbeim Geschenk des Opas nicht gleich in Jubel ausbricht. \u201eFreu dich<br \/>\ndoch mal, sonst ist Opa beleidigt. Er hat sich doch solche M\u00fche<br \/>\ngegeben. Da musst du dich doch wenigstens freuen.\u201c<br \/>\nDas geht nicht. Freude l\u00e4sst sich nicht befehlen. Freude ist spontan<br \/>\nund unmittelbar, ist Ausdruck von erlebtem Gef\u00fchl.<\/p>\n<p>\u201eFreust du dich denn gar nicht?\u201c Fragt der Ehemann ganz<br \/>\nentt\u00e4uscht, wenn seine eigentlich so gut geplante \u00dcberraschung<br \/>\nseiner Frau offenbar gar nicht gef\u00e4llt. \u201eFreust du dich gar<br \/>\nnicht? Kannst du nicht wenigstens so tun, als ob du dich freust?\u201c<br \/>\nDas geht nicht. Freude l\u00e4sst sich nicht befehlen und auch nicht<br \/>\nvort\u00e4uschen. Sie will schon echt empfunden sein.<\/p>\n<p>Die Kinder sind uns dabei ein Vorbild. Sie wissen, was Freude ist, und<br \/>\nfreuen sich ansteckend ehrlich. Aber nicht auf Kommando, sondern nur<br \/>\ndann, wenn sie einen Grund haben.<\/p>\n<p>\u201eFreut euch\u201c, sagt der Apostel Paulus, \u201efreut euch<br \/>\nallewege. Denn der Herr ist nahe.\u201c<br \/>\nWenn wir diese Worte h\u00f6ren, jetzt, kurz vor Weihnachten, dann k\u00f6nnen<br \/>\nauch die uns nichts befehlen, was wir nicht empfinden. Auch die Vorfreude<br \/>\nim Advent l\u00e4sst sich nicht herbeizwingen.<br \/>\nAber die klare Aufforderung von Paulus kann ich trotzdem gut h\u00f6ren<br \/>\nund mir sagen lassen, gerade jetzt, kurz vor Weihnachten: Jetzt ist nichts<br \/>\nanderes mehr dran, kein Sorgen und Planen, kein banges Warten, nur noch<br \/>\nblanke Freude ist dran. \u201eDer Herr ist nahe. Freut euch, sorgt euch<br \/>\num nichts, vertraut alles Gott an. Er ist schon auf dem Weg, Jesus ist<br \/>\nschon nahe.\u201c<\/p>\n<p>Das lasse ich mir gern sagen, gerade in diesen Tagen. Denn wie leicht<br \/>\nger\u00e4t mir das Warten im Advent zur hektischen Betriebsamkeit, und<br \/>\nwie schnell kann dabei die Vorfreude auf das Wesentliche verloren gehen. \u201eFreut<br \/>\neuch, freut euch allewege.\u201c Es gibt eine Freude jenseits von Konsum-Freuden-Taumel<br \/>\nund angestrengt-verkrampfter Weihnachtsfeierlichkeit. Es gibt einen Grund<br \/>\nf\u00fcr unsere Vorfreude auf Weihnachten. Der Herr ist nahe. Er kommt<br \/>\nzu uns. Das ist jetzt dran. Alles andere kann warten.<\/p>\n<p>\u201eFreut euch, freut euch allewege, denn der Herr ist nahe.\u201c<br \/>\nAls Paulus diese Worte schreibt, sitzt er im Gef\u00e4ngnis. Und denkt<br \/>\nsicher nicht an Weihnachten.<br \/>\nEr erlebt dunkle und trostlose Tage, er ist eingesperrt, weil er Jesus<br \/>\nChristus gepredigt hat.<br \/>\nNun wartet darauf, dass Gott ihn aus diesem Elend befreien wird. Er ist<br \/>\nzuversichtlich, er macht sich nicht bange. Im Gef\u00e4ngnis schreibt<br \/>\ner an die Gemeinde in Philippi einen ganz ermutigenden, liebevollen Brief.<br \/>\nUnd ziemlich gegen Ende fasst er alles, was er an guten Worten f\u00fcr<br \/>\ndie Philipper hat, zusammen: Freut euch und lasst eure Freude leuchten.<br \/>\nLasst alle Menschen eure G\u00fcte sp\u00fcren. Sorgt euch nicht, bringt<br \/>\nalles, was euch bedr\u00fcckt, vor Gott, bittet ihn, lobt ihn und dankt<br \/>\nihm. Freut euch, denn er ist nahe. Und in seinem Frieden, der gr\u00f6\u00dfer<br \/>\nund heilsamer ist als wir Menschen denken k\u00f6nnen, seid ihr geborgen<br \/>\nund bewahrt.<\/p>\n<p>Solche Freude, von der Paulus schreibt, hat mit Zuversicht zu tun, mit<br \/>\nVertrauen, mit der Hoffnung, die alles von Gott erwartet.<br \/>\nSolche Freude tr\u00e4gt uns, denn sie sorgt daf\u00fcr, dass wir selbst<br \/>\nuns und unsere Sorgen leichter nehmen.<br \/>\nWir k\u00f6nnen sie nicht herbeipredigen, diese Freude, aber wir k\u00f6nnen<br \/>\neiniges beiseite schaffen, was sie hindert, zu uns zu kommen: Jammern<br \/>\nund Klagen und Selbst\u00fcbersch\u00e4tzung und Rechthaberei&#8230;.<br \/>\nSolche Freude ist auch mitteilsam und damit ansteckend, weil das Herz \u00fcberflie\u00dft<br \/>\nund sich mitteilen will. Ob lauthals in Jubel und Fr\u00f6hlichkeit oder<br \/>\neher still in kleinen freundlichen Gesten\u2026..<\/p>\n<p>Freude spiegelt sich im ganzen Menschen. Richtige Freude sehen wir einem<br \/>\nMenschen von weitem an. Da lacht n\u00e4mlich mehr als der Mund, da lacht<br \/>\nder ganze Mensch und strahlt, innen und au\u00dfen.<br \/>\nEin Mensch, der sich richtig freut, scheint einen halben Meter \u00fcber<br \/>\ndem Boden zu schweben, scheint alles ringsumher zu erleuchten mit diesem<br \/>\nStrahlen und ist unglaublich ansteckend.<br \/>\nEin Mensch, der sich freut, richtig, wirklich, echt freut, kann das nicht<br \/>\nverbergen und will das auch gar nicht. Alle d\u00fcrfen das sehen und<br \/>\nsp\u00fcren, alle d\u00fcrfen sich von solcher Freude anstecken lassen.<\/p>\n<p>Wann haben Sie sich das letzte Mal so gefreut?<br \/>\nWann haben Sie zum letzten Mal einen Menschen getroffen, der so vor Freude<br \/>\nleuchtete?<br \/>\nHaben Sie ihn gefragt, warum er sich so freut?<\/p>\n<p>Christenmenschen haben Grund zur Freude. Jetzt kurz vor Weihnachten<br \/>\nsind wir voller Erwartung, voll guter Hoffnung, dass Gott kommt, um Not<br \/>\nzu wenden, um Frieden zu bringen, um aller Welt Heiland zu sein. Der<br \/>\nPredigttext und alle Texte und Lieder in diesem Gottesdienst heute singen<br \/>\nvon dieser Freude, die uns Christenmenschen bewegt.<\/p>\n<p>Ich habe einen wundersch\u00f6nen \u201ePsalm\u201c gefunden von<br \/>\nHanns Dieter H\u00fcsch. Der beschreibt gut, wie diese ansteckend-unwiderstehliche<br \/>\nFreude aussieht, mit der ich auf Weihnachten zugehen kann.<\/p>\n<p>Mit fester Freude<br \/>\nLauf ich durch die Gegend<br \/>\nMal durch die Stadt<br \/>\nMal meinen Fluss entlang<br \/>\nJesus kommt<br \/>\nDer Freund der Kinder und der Tiere<br \/>\nIch gehe v\u00f6llig anders<br \/>\nIch gr\u00fc\u00dfe freundlich<br \/>\nM\u00f6chte alle Welt ber\u00fchren<br \/>\nMach dich fein<br \/>\nJesus kommt<br \/>\nSchm\u00fcck dein Gesicht<br \/>\nSchm\u00fccke dein Haus und deinen Garten<br \/>\nMein Herz schl\u00e4gt ungemein<br \/>\nMacht Spr\u00fcnge<br \/>\nMein Auge lacht und f\u00e4rbt sich voll mit Gl\u00fcck<br \/>\nJesus kommt<br \/>\nAlles wird gut<br \/>\n(Hanns Dieter H\u00fcsch)<\/p>\n<p>Mein Auge lacht und f\u00e4rbt sich voll mit Gl\u00fcck\u2026<\/p>\n<p>Freut euch, freut euch allewege.<br \/>\nNicht nur zur Weihnachtszeit will ich so froh und zuversichtlich warten<br \/>\nauf den, der mir da entgegenkommt. Nicht nur zur Weihnachtszeit will<br \/>\nich mir solche Freude g\u00f6nnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aber: letztlich kann ich ja wenig tun, letztlich ist sie ja schon ein<br \/>\nGeschenk.<br \/>\nFreude kann ich mir nicht selbst nehmen, aneignen, antrainieren.<br \/>\nFreude passiert mir einfach, sie begegnet mir und nimmt mich mit,<br \/>\nbegleitet mich ein St\u00fcckchen meines Weges.<br \/>\nWenn ich mich \u00f6ffnen lasse, wenn ich sie herein lasse in mein Herz,<br \/>\nwenn ich mir die frohe Botschaft gesagt sein lasse: \u201eFreut euch,<br \/>\nder Herr ist nahe.\u201c<\/p>\n<p>Mit fester Freude lauf ich durch die Gegend. Mein Auge lacht und f\u00e4rbt<br \/>\nsich voll mit Gl\u00fcck.<br \/>\nJesus kommt. Alles wird gut.<\/p>\n<p>Und der Friede Gottes, der h\u00f6her ist als alles, was wir begreifen,<br \/>\nbewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus.<\/p>\n<p>Lieder:<br \/>\n359 In dem Herren freut euch<br \/>\n(auch eine Liedpredigt \u00fcber dieses Lied eignet sich gut f\u00fcr<br \/>\ndiesen Text)<br \/>\n13 Tochter Zion, freue dich<br \/>\n18 Seht, die gute Zeit ist nah<br \/>\n17 Wir sagen euch an (Freut euch, ihr Christen, freuet euch sehr. Schon<br \/>\nist nahe, der Herr!)<br \/>\n16 Die Nacht ist vorgedrungen<\/p>\n<p>P.S. Eine Legende, die f\u00fcr mich sch\u00f6n ausdr\u00fcckt, wie<br \/>\nFreude zum Strahlen kommen kann und dabei ebenso erfolgreich-unwiderstehlich<br \/>\nwie unaufdringlich ist, habe ich zuletzt wieder gefunden im Kalender \u201eDer<br \/>\nandere Advent\u201c zum 2.12.2003:<\/p>\n<p>Licht<br \/>\nEines Tages bemerkte der K\u00f6nig, dass er alt geworden war. Er rief<br \/>\nseine S\u00f6hne in die gro\u00dfe Halle.<br \/>\n\u201e<br \/>\nBis zum Abend habt ihr Zeit\u201c, sagte er, \u201ediese Halle zu f\u00fcllen.\u201c<br \/>\nEr gab ihnen einen Silberling. Das war nicht viel. \u201eWer es schafft,<br \/>\nsoll mein Nachfolger werden.\u201c<br \/>\nDie beiden zogen los.<br \/>\nDer \u00c4ltere kam an ein Feld, auf dem Leute gerade Weizen droschen.<br \/>\n\u201e<br \/>\nIch gebe euch einen Silberling f\u00fcr die Spreu!\u201c<br \/>\nDie Bauern waren froh, die Spreu los zu sein und brachten sie sogar ins<br \/>\nSchloss. \u201eDu kannst mich zum K\u00f6nig machen\u201c, rief der \u00c4ltere<br \/>\nseinem Vater zu, \u201eich habe die Halle gef\u00fcllt.\u201c<br \/>\nAber der Vater wollte noch warten. Als es d\u00e4mmerte, kam schlie\u00dflich<br \/>\nder J\u00fcngere.<br \/>\n\u201e<br \/>\nR\u00e4umt dieses nutzlose Zeug hier raus\u201c, sagte er.<br \/>\nDann stellte er eine Kerze in die Mitte der Halle. Er z\u00fcndete sie<br \/>\nan.<br \/>\nWarmes Licht f\u00fcllte den ganzen Raum und lie\u00df die Gesichter<br \/>\ndes K\u00f6nigs und der S\u00f6hne,<br \/>\nder Diener und der M\u00e4gde leuchten.<br \/>\nDer alte K\u00f6nig l\u00e4chelte: \u201eDu wirst mein Nachfolger.\u201c<\/p>\n<p><strong>Pfarrerin Dr. Petra Savvidis,<br \/>\nZum Vulting 13a<br \/>\n59514 Welver<br \/>\n<a href=\"mailto:savvidisp@hotmail.com\">savvidisp@hotmail.com<\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>4,4 Freut euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! 5 Eure G\u00fcte lasst kund sein allen Menschen! 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