{"id":9704,"date":"2021-02-07T19:49:42","date_gmt":"2021-02-07T19:49:42","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9704"},"modified":"2022-10-03T13:00:45","modified_gmt":"2022-10-03T11:00:45","slug":"titus-211-14","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/titus-211-14\/","title":{"rendered":"Titus 2:11-14"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen<br \/>\n<em>und nimmt uns in Zucht, da\u00df wir absagen dem ung\u00f6ttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben<br \/>\nund warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des gro\u00dfen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus,<br \/>\nder sich selbst f\u00fcr uns gegeben hat, damit er uns erl\u00f6ste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig w\u00e4re zu guten Werken. <\/em><\/p>\n<p>Endli is iatz wieder so weit: Weihnachten is kemma.<br \/>\nDe G&#8217;sch\u00e4fter ham iatz endli zua. Dahoam is ois g&#8217;richt. Da Tannabaam is og&#8217;h\u00e4ngt, de G&#8217;schenkpaackerl han olle schee drunter aufg&#8217;legt.<\/p>\n<p>Weihnachten is kemma.<br \/>\nWos hamma in de letztn Tog fiara G&#8217;schaaftlerei g&#8217;macht im des Fest.<br \/>\nWos hamma uns obaplagt und umanandadoa.<br \/>\nEikaaft ham d&#8217;Leit wia die W\u00e4itmoasta, bacha ham&#8217;s und kocht.<br \/>\nUnd wenn&#8217;s iatz guad is, nachad singan&#8217;s und gengan in d&#8217;Kirch.<br \/>\nAnderne freili ham heit scho in ganz&#8217;n Tag eana Auto voi g&#8217;stopft. Eana hoiwad&#8217;n Hausrat ham&#8217;s im Kofferraum verstaut und de G&#8217;schenkpaackerl dazua. Und nachad han&#8217;s losg&#8217;fahrn zo de Verwandt&#8217;n in Sachsn dr\u00fcm oder in Norddeitschland drom.<br \/>\nUnd wenn&#8217;s a Gl\u00fcck g&#8217;habt ham aaf da Autobahn, nachad hockan&#8217;s iatz miad und daschlong dort unterm Tannabaam.<\/p>\n<p>In da letztn Zeit kimmt&#8217;s ma boid a so vor, ois h\u00e4tt si bei uns a neie Weihnachtstradition aussabuid:<br \/>\nN\u00e4mli as Jammern und as Klong \u00fcwer des \u0084Z&#8217;vui\u0093 und des \u0084Z&#8217;Hektisch\u0093. Und \u00fcber des Hetzn vo Besinnung za Besinnung. Wahrscheinli miassatn de Engel im Johr 2003 wos ganz anders singa und song, n\u00e4mli: \u0084Stresst&#8217;s eich net. Schaugt&#8217;s, i bring eich a guade Nachricht: Heier foit Weihnachtn aus.\u0093<\/p>\n<p>Weihnachtn \u0096 wos bedeit des eigantli no?<br \/>\nI mecht eich a G&#8217;schichterl verz\u00e4ihn, wia si de Viecher da dr\u00fcber amoi Gedankn g&#8217;macht hom. A Reh und a Fuchs, da Uhu, da Pfau, de \u00c4ister, zwoa B\u00e4rn \u0096 a Eisb\u00e4r und a Braunb\u00e4r \u0096 und dann no da Dachs. De han zan Esl und zan Ochsn kemma in eana Stoi. Und do ham&#8217;s nachad is Raatschn und is Dischkeriern og&#8217;fangt, wos denn is wichtigste waar o Weihnachten.<\/p>\n<p>\u0084A Gaanserl\u0093, hot da der Fuchs glei g&#8217;moant. \u0084Ohne an scheena Gansbrotn is des koa richtig&#8217;s Weichnacht&#8217;n net.\u0093<\/p>\n<p>\u0084Aah, geh\u0093, moant do da Eisb\u00e4r, \u0084schneim muass&#8217;s! Amoi wieda wei\u00dfe Weihnachtn \u0096 dees waar schee.\u0093<\/p>\n<p>\u0084F\u00fcr mi g&#8217;hert unbedingt a scheena Tannabaam dazua,\u0093 sagt&#8217;s Reh. \u0084Ohne den gibt&#8217;s f\u00fcr mi koa Weihnachtn.\u0093<\/p>\n<p>\u0084Ob\u00e4 blos net z&#8217;vui Liachta drauf\u0093, moant da Uhu. \u0084Wann imma i mi in da Stadt umschaug in dene Tog, und de Haaffa Liachta sieg, kriag i&#8217;s Grausn. Weihnachtn \u0096 do muass&#8217;s sche schummrig sei und staad und gmiatli.\u0093<\/p>\n<p>\u0084Aah, geh, hehr auf!\u0093 moant da Pfau, \u0084je mehr Liachtal, um so besser! Do siegt ma doch erscht, wia schee daass mei neichans Festtagsg&#8217;wand is.\u0093 &#8211; \u0084Und mei Schmuck erscht\u0093, kraaht do de \u00c4ister. \u0084Zo Weihnachtn kriag i an Haaffa neichan Schmuck. Do miassn scho a paar Liachtal her, daass der no aa schee funket und glitzert.\u0093<\/p>\n<p>\u0084Vagesst&#8217;s ma aber de Plaatzerl net!\u0093 brummt da Braunb\u00e4r. \u0084Und de Stoin und Lebkuacha und des Kletznbrot und des Haaffa anderne sia\u00dfe Zeig!\u0093<\/p>\n<p>\u0084I mechat z&#8216; Weihnachtn blo\u00df mei Ruah!\u0093 sagt da Dachs. \u0084Hileng und schlafa. Des is des Hechste.\u0093<br \/>\n\u0084Ob\u00e4 vorher no g&#8217;scheit vui fressn und sauffa\u0093, moant da Ochs. \u0084Fressn, sauffa. Und si dann hileng und schlafa. \u0096 Aua, bist naarisch?\u0093 Des letzte hot er zan Esl g&#8217;sagt. Denn der hot eam g&#8217;scheit o sein Haax hi tret&#8217;n mit seine Huf und hot zo eam g&#8217;sagt:<\/p>\n<p>\u0084Du Rindviech, du daamischs! Denkst denn goar nimma o des Kinderl in unsana Kripp&#8217;m?\u0093<\/p>\n<p>\u0084Aa so. Ja, des Kinderl!\u0093 brummt da Ochs. \u0084Ob o des wenigstens no de Mensch&#8217;n dengan?\u0093<\/p>\n<p>Weihnachtn \u0096 wos d&#8217;Hauptsach davo und da Grund daf\u00fcr is, des st\u00e4it uns da heitige Predigttext wieder amoi ganz deitli vor d&#8217;Aung. Wos da Lukas in seiner Weihnachtsg&#8217;schicht in 20 Versn vaz\u00e4iht, des fasst da Titus-Briaf in an oanzign Satz z&#8217;samma, der wo im Luther seim Schriftdeitschn 64 W\u00f6rter hot. Aaf Boarisch braucht ma freili a paar Punkt und Komma mehra, daass ma des aa richtig vasteht, wos d&#8217;Hauptsach und da Grund is vo Weihnachtn.<br \/>\nDrum les i iatz unsern Predigttext no amoi inana boarischen \u00dcwasetzung:<\/p>\n<p><em>Unsa Herrgott hot offenbar g&#8217;macht und zoagt, wia gn\u00e4dig und freindli und barmherzig er si zo uns hoit. Des tuat uns guat und macht uns ganz und goar g&#8217;recht, denn er is unsa Heiland.<br \/>\nDenn grod a so ziagt a si uns, grod a so wia ma si seine Kinder her ziagt.<br \/>\nMia soin des ablegn und sei lassn, wos uns gottlos und gierig macha wui in dera W\u00e4it.<br \/>\nUnd mir soin in dera Zeit und W\u00e4it g&#8217;recht und fromm leb&#8217;m.<br \/>\nSo, wia si des g&#8217;hert, wenn ma zo dene Leit g&#8217;hert, die wo a Hoffnung ham und wo drauf wart&#8217;n, dass unsa Herrgott sei ganze Herrlichkeit offenbar macht, wenn da Heiland Jesus Christus wieda kimmt.<br \/>\nDer hot si s\u00e4im fia uns hi gebm, w\u00e4i er uns erl\u00f6sn woin hot vo oim, was net recht is.<br \/>\nIatz samma frei vo aller S\u00fcnd. Und mir san seine Leit und g&#8217;hern z&#8217;eam, daama blo\u00df no des daan, wos guat is. <\/em><\/p>\n<p><em>Wia gn\u00e4dig und freindli und barmherzig er si zo uns hoit \u0096 <\/em>des hot unsa Herrgott o Weihnachtn offenbar g&#8217;macht. Sei Freindlikeit und Barmherzigkeit, de schaugt uns o aus dera Krippm vo Bethlehem.<br \/>\nDaass mir in oi dera Gschaaftlerei und Obhetzerei zur Ruah kemman und o&#8217;schaung und sp\u00fcrn kennen, wia tiaf unser Herrgott zo uns obakemma is, des tuat uns guat.<br \/>\nUnd vielleicht bringt&#8217;s uns aa a bisserl zum Denga.<br \/>\nDenn wenn uns in dem Kinderl unsam Herrgott sei ganze wahrhaftige Menschlikeit o&#8217;schaugt, wenn mia dem Kinderl obsp\u00fcrn, wia unser Herrgott si seine Menschn eigentli denkt hot,<br \/>\nnachad merkan mir, wia weit dasss mir in dera unmenschlichng Zeit und W\u00e4it oft vo da wahrhaftign Menschlikeit wega han. Und wia netig mir des drum aa brauchan, daass unser Hergott s\u00e4im a Mensch werd. Wia netig mir den kloana Heiland brauchan, daammer unsan Herrgott wieder g&#8217;recht wern.<\/p>\n<p>Des B&#8217;sonderne o unserm Abschnitt aus&#8217;m Titus-Briaf is ober, daass des net vo heit auf morng geht. Do is scho an an l\u00e4ngern Weg denkt. Und is geht um die praaktische Seit&#8217;n vo Weihnachtn. Des is scho a bisserl mehra ois daass ma blo\u00df an oan Tag im Jahr probiat, amoi net unbarmherzig, g&#8217;schert und hinterfotzig mitanand umzageh, sondern des soiat scho aa dann no g\u00e4itn, wenn noch de Feiertog de Arwet und da Werktog wieder ofangt.<br \/>\nDann soiat no was zo sp\u00fcrn sei vo da Gnad und Freindlikeit und Barmherzigkeit, kurz: vo da Menschlikeit vo unserm Herrgott, der wo si in dem Kind <em>s\u00e4im fia uns hi gebm hot, wei er uns erl\u00f6sn wui vo oim, was net recht is. <\/em><\/p>\n<p><em>Wia Kinder ziagt si uns unser Herrgott. <\/em>Im griechischn Text steht da des Wort paideuein . Do davo kimmt des Wort \u0084P\u00e4dagogik\u0093 her. De P\u00e4dagogn kennan guat umgeh mit de Kinder und de Leit. Am richtign P\u00e4dagogn liegt wos o de Kinder und o dene, dene wo er wos beibringa wui. Und er lasst net noch und gibt koa Ruah net, bis daass er&#8217;s g&#8217;schafft hot.<br \/>\nOis P\u00e4dagoge kimmt oiso unser Herrgott aaf d&#8217;W\u00e4it, ois oana, der, wanna gro\u00df is, uns St\u00fcckerl fia St\u00fcckerl ebs beibringa wui, ebs, wos aa no noch de Feiertog weitergeht.<br \/>\nWeihnachtn wui ebs in Gang bringa, ebs wos uns <em>guat tuat und uns ganz und goar g&#8217;recht <\/em><br \/>\nmacha wui. Do drum geht&#8217;s im Titus-Briaf.<\/p>\n<p>A Kolleg vo mia hot des, wos unsa Herrgott o Weihnachten o&#8217;gfanga hot mit de Menschn z&#8217;macha verglicha mit dem Verhoit&#8217;n voran Oid&#8217;n, der wo an Buam h\u00e4ifa wui, daass er si wieder woih fuit in seim Kinderzimmer. Do dazua mua\u00df der Bua erscht amoi aufraama.<\/p>\n<p>\u00d6s wisst&#8217;s ja sicher, wia des manchmoi ausschugt in so am Kinderzimmer heitzt&#8217;tog.<br \/>\nI woa\u00df des vo meiom Deandl und vo mia s\u00e4im aa. Denn irgandwia bin i in dera Hinsicht ja a grou\u00dfa Bua bliem.<br \/>\nIn so am Kinderzimmer flackt ois durchanand aam Bodn: Papierschipserl, Buidabiachen, Puppmgwaanda, teirige Buntstift, Lego-Stockerl, dreckate Sockn und Unterhosn, Breserl vo Plaatzerl und Butterkeks, und no an Haaffa anderns Graaffe. Glei noch Weihnachtn is des moastns ganz b&#8217;sonders liab.<\/p>\n<p>Mittn in dem Durchanad hockt a kloana Bua. Aufraama soi er. Daass des sei mua\u00df, des woa\u00df er. Ober er bringt&#8217;s net auf d&#8217;Reih. Er findt koan Ofang net. Drum hockt er, anstatt z&#8217;sammz&#8217;raama, aafm Teppich und blaadlt in an Biachi.<\/p>\n<p>So a Kinderzimmer, wo ois durchanad umananda flackt, des konn a Buid und a Gleichnis sei fia unser Leb&#8217;m: Manchmoi geht&#8217;s uns aa aso wia dem Buam. Do sp\u00fcrn mir koan Bodn mehr unter de Fia\u00df. Da waar&#8217;s eigentli Zeit, amoi auszamistn, zo song, was l\u00e4ngst g&#8217;sagt g&#8217;herat und mit a paar Sachan gr\u00fcndli aafz&#8217;raama. Ober mir wissen net, wia ma des ofanga kaanntat.<br \/>\nVo oim hamma vui z&#8217;vui. Ober es g&#8217;langt uns oiwei no net. Do geht&#8217;s wia oin, der in oana Tour a sia\u00df Kraacherl trinkt und davo oiwei blo\u00df no mehra Durscht kriagt.<\/p>\n<p>Oft hamma aa no an ganz&#8217;n Berg vo Problema. Is G\u00e4id glangt net, unser G&#8217;sundheit is og&#8217;schlang, mia sorng uns im unsane Kinder. Und dann ruaft aa no d&#8217;Oma o und beschwert si, daass&#8217;s goar neamd mehr bsuacha kimmt. Und gibt&#8217;s aa no Tog, o dene woin ma vo nix mehr ebs wissen. Mia kenna nimma, ham koa Kraft mehr, und aam liabstn mechatma ois glei ganz a goar vergessn. Es wird ois vui z&#8217;vui und mir bringans nimma auf d&#8217;Reih. Und is Lebm kimmt uns vor wiara oanziga Durchanand ohne Sinn und Verstand.<\/p>\n<p>Unsa kloana Bua hockt oiwei no auf&#8217;m Fua\u00dfbodn und kimmt net weider. Vo da Treppm her herd er sein Vater schimpfa: \u0084Bist iatz boid fertig? In ana Stund mua\u00dft fei soweit sei!\u0093 Ober paassiern tuat goar nix. Der Bua findt mitt&#8217;n in seim Chaos iatz a Aasterix-Hefterl und fl\u00fccht si in a ganz a anderne W\u00e4it.<\/p>\n<p>Aa des kenna mir Grou\u00dfn, moani, aa recht guat: Wenn mia mit dem Chaos in unsan Lebm nimma z&#8217;recht kemman, nachand fl\u00fccht ma uns aa ganz gern in andere W\u00e4itn. Mir mecht ma uns oblenkn. Der oane mit oiwei no mehra Arwet, der anderne mit Fernschaung, Hobbies und ollerlei andern Vagn\u00fcgn.<\/p>\n<p>Mittn in dem Durchanand hearn mir iatz die frohe Botschaft vo Weihnachtn: <em>Unsa Herrgott hot offenbar g&#8217;macht und zoagt, wia gn\u00e4dig und freindli und barmherzig er si zo uns hoit.<br \/>\n<\/em>Wia soin ma uns des vorst\u00e4ihn? Bleima bei dem Buam in seim Chaos \u0096 Zimmer.<br \/>\nIrgandwann kimmt da Vater dazua. Und dann is a stocknaarisch und pl\u00e4rrt umanand:<br \/>\n\u0084Wennst iatz net inana Viertlstund z&#8217;sammgraamt host, nachad derfst a Woch lang nimma fernschaung. \u0096 Ab und zua mog des ja h\u00e4ifa, daass ma schimpft und mitana Straf droht.<br \/>\nOber bei meine Kinder hot des no nia ebs brocht. S&#8217;Deandl schoit dann entweder aaf stur oder fangt&#8217;s rehrn o. Und da Bua is mit seim guatn Johr eh no vui z&#8217;kloa, ois daas as versteh kaannt. Und kaum hot da Vata sein Arsch vo da T\u00fcr draussn, hert as Kind wieder mit&#8217;m Z&#8217;sammraama auf, des is so sicher wiaras Amen in da Kirch.<\/p>\n<p>Da Vater kaannt ober aa anders regiern. Er hot oafach koa Lust mehr, dass a si \u00e4rgert.<br \/>\n\u0084Lass&#8217;s guat sei\u0093, sagt er zo seim Buam. \u0084Du packst des eh net . I mach des fia di.\u0093<br \/>\nUnd nachad fangt der Vater s\u00e4im s&#8217;Z&#8217;sammraama o. Und a so mechatn mir ja aa oft g&#8217;nua unsan Herrgott ham: Daass a kaammat und mit dem ganz&#8217;n Durchanand aaf dera W\u00e4it mit oam Schlag aafraamat.\u00a0Waar des schee.<\/p>\n<p>Ober unser Herrgott hoit weder wos voram Donnerwetter und vom Schipfa und Strafa, no wui er ois fia uns macha mit oam Schlog. Uns Herrgott macht&#8217;s anders \u0096 p\u00e4dagogisch ebm:<\/p>\n<p>Wennst vasteh wuist, wos o Weihnachtn paassiert is, no muasst da des a so vorst\u00e4ihn:<br \/>\nDer Vater woa\u00df: Da Bua bringt&#8217;s net auf d&#8217;Reih mit&#8217;m Z&#8217;sammraama. Aloa wird des nia ebs mit dem. Oiso st\u00e4iht a sein Graant z&#8217;ruck und hockt si owa zon Buam in den Durchanand. Wia wenn er s\u00e4im a Bua waa, so hockt er si an de Seit&#8217;n vo seim Buam. Und dann probiertas mit eam z&#8217;samma, daa\u00df do wieda a Ordnung in des Chaos kimmt. \u0084De Lego-Stockerl tuast iatz in de Kist&#8217;n do, de Dreeckw\u00e4sch in W\u00e4schkorb, de Stift in dei Federmaappal, die Papierschnipserl in Papierkorb und de Biachen ins Regaal.\u0093 &#8211; <em>Unsa Herrgott hot offenbar g&#8217;macht und zoagt, wia gn\u00e4dig und freindli und barmherzig er si zo uns hoit. Des tuat uns guat und macht uns ganz und goar g&#8217;recht, denn er is unsa Heiland. <\/em><\/p>\n<p>Des hoa\u00dft: in dem Kind vo Bethlehem und in dem Mo am Kreiz st\u00e4iht si unsa Hergott an unser Seit&#8217;n. Er lasst uns net aloa im Dreeck hocka, wenn mia nimma weida wissen und unsa Lebm nimma auf d&#8217;Reih bringan. Er hockt si dazua. Und nachad geht&#8217;s aaf amoi. As Kind woa\u00df, wos z&#8217;toa hot. Und es kriagt wieder a Hoffnung auf a End vo dem ganz&#8217;n Chaos rundumadum. Da Vater nimmt eam net ois aus da Hand. Ober er is do. Net wia oana, der wo blo\u00df vo obm oba schimpft und droht. Sondern wia oana, der wo si in sei Kind eini vasetzt und si oa sei Seit&#8217;n st\u00e4iht. A Kind, des wo a so bei da Hand g&#8217;nomma wird, des ko si entwicken zoran Menschn, wiara sei soi.<\/p>\n<p>Do oiso, auf&#8217;m Bodn und mittn im Dreeck, do, wo de hockan, de wo nimma weider wissen, do miassn mir unsan Herrgott suacha.<br \/>\nAn oidn Rabbi ham seine Lehrbuam amoi g&#8217;fragt: \u0084Wia is denn des? Friahra hot&#8217;s doch an Haaffa Leit geb&#8217;m. de wo mit&#8217;m Herrgott aaf Du und Du und vo Ang&#8217;sicht zo Ang&#8217;sicht gredt ham. Warum gibt&#8217;s n des heitz&#8217;tog nimma?\u0093 Und da Rabbi hot Antwort geb&#8217;m: \u0084Mei, s&#8217;wui si heitz&#8217;tog hoit neamd mehr so tiaf obi bucka.\u0093<br \/>\nWom\u00f6gli suachan mir tats\u00e4chli unsan Herrgott o da verkehrt&#8217;n St\u00e4ih. Ooma, wie mir s\u00e4im gern wia kloane Herrg\u00f6tter sei machatn. Muasst di ja oiwei gressa und bessa darst\u00e4ihn ois wia de andern. Und de andern aussibei\u00dfn, ausstecha, iwatrumpfm und \u0096 wannst ehrli bist \u0096 oiwei mehra darst\u00e4in ois wiast eigentli bist. Drum schaung mir aa oiwei noch droma und erwartn ebs ganz Gewoitigs, ebs des wo no nia koa Mensch net fia m\u00f6gli g&#8217;hoitn h\u00e4tt. Und drum wundern mia uns, daass ma&#8217;n Herrgott nirgands mehr findn. De Hirtn und de drei Weisn ausn Morgnland \u0096 de ham den Jesus net in an Palast g&#8217;fundn, net bei dene, de wo ebs g&#8217;wen han und de wo ebs z&#8217;m\u00e4idn g&#8217;habt ham in dera W\u00e4it. Naa, in an Stoi hams&#8217;n g&#8217;fundn. Ganz nah dro o eana Werktog und eana Nout.<\/p>\n<p>Do oiso, auf&#8217;m Bodn und mittn im Dreeck, do konnst unsan Herrgott findn. Mittn drin in deine Sorgn und deina Plog, do hockt a si zo dir dazua und sagt dir: \u0084Schaug her, des ko ois anders werdn. I geh mit dir mit. Bis ans End, wenn&#8217;s sei mua\u00df. Des do, des konnst wegschmei\u00dfn, daass da&#8217;s nimma mit dir umanandschleppa mua\u00dft. Und des do, des wos&#8217;t so scho lang mit dir umanandtrogst, des konnst bei mir ablodn, des trag i fia di. Und i zoag dir, wia die Lebm wieder frei und grecht und guat wern ko.\u0093<br \/>\nDrum stimmt des aa net, daass blo\u00df de Leit Weihnachtn feiern kennan, dene wo&#8217;s no guat geht und de wo eanane Kinder an Haaffa schenga kenna. Naa! De, de wo traurig han, de, de wo koa Arwet ham, de, de wo ganz untn han \u0096 de derfan si g&#8217;frein. Und de, de wo nix zo sagn ham und de, na dene wo koana fragt, de wo si sehnan, daass ihr Lebm wieder g&#8217;recht wird und guat \u0096 um de Leit geht&#8217;s unsam Herrgott zu erscht.<\/p>\n<p>Gaanserl und Tannabaam und Schnee und Liachterl und Plaatzerl und wos de Viecher no ois g&#8217;moant ham, meintwegn aa Fressn, Sauffa und Schlafa, des ois g&#8217;hert vielleicht aa mit dazua.<br \/>\nOber is Wichtigste is, daass o Weihnachtn unser Herrgott a Mensch worn ist \u0096 a Mensch, wiara g&#8217;recht is und guat in de Aung vo unsan Herrgott. De Hauptsach ist, daass mia wissen soin: Aa in dera W\u00e4it ko ma no a Mensch sei wira g&#8217;recht is und guat. Unser Herrgott hat&#8217;s uns vorg&#8217;macht und letztendli recht g&#8217;hoitn damit. Und drum machta uns iwa de Festtog aussi zo Menschn, wenn de Kerzn wieder ausblasn han und de Viecherei im Lebm wieder ofangt.<\/p>\n<p>Ganz ohne uns geht&#8217;s ober net.<br \/>\nWenn oana zon Dokter geht und wieda g&#8217;sund wern mechat, nachand muass a si scho wos vo eam song lossn und muass oi de Sachan sei lossn, de wo eam net guat taan.<\/p>\n<p>\u0084Ganz ohne di geht&#8217;s net\u0093. Des sagt aa unser Herrgott.<br \/>\n\u0084Guat und g&#8217;recht wird dei Lebm blo\u00df dann, wannst auf mi herst und dir vo mir zoang lasst, wia as wahrhaftige Menschsei ausschaugt. Schaug zua, daass&#8217;t net oafach mittuast bei dem, was gottlos is. Wei i a Mensch worn bin, brauchst du net oiwei probiern, aus dir s\u00e4im an Herrgott z&#8217;macha. Wie i auf deiner Seitn steh, st\u00e4ih aa du di deim N\u00e4chstn und Mitmenschn wia a g&#8217;rechta und guata Mensch o sei Seitn.\u0093 So schaugt&#8217;s aus, unsan Herrgott sei P\u00e4dagogik.<\/p>\n<p>Weihnachtn is da Anfang. Da Anfang vo da wahrhaftign Menschlikeit. Den Anfang hot unser Herrgott s\u00e4im g&#8217;macht. Und seit dem suachta no Menschen, de wo dabei mit taan. De wo eam vertraun und glaam, daass si des wahrhaftige Menschsei aa mittn in da Viecherei vo dera W\u00e4it auszoit.<br \/>\nIatz in dem Lebm. Und aa no in da Ewigkeit.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><strong>Gerhard Prell<br \/>\n<a href=\"mailto:Gary.P@gmx.de\">Gary.P@gmx.de <\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und nimmt uns in Zucht, da\u00df wir absagen dem ung\u00f6ttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des gro\u00dfen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus, der sich selbst [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8543,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[52,1,727,545,114,647,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-9704","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-titus","category-aktuelle","category-archiv","category-christvesper","category-deut","category-kapitel-02-chapter-02-titus","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9704","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9704"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9704\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":13877,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9704\/revisions\/13877"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9704"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9704"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9704"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=9704"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=9704"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=9704"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=9704"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}