{"id":9734,"date":"2004-01-07T19:49:36","date_gmt":"2004-01-07T18:49:36","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9734"},"modified":"2025-06-28T10:38:55","modified_gmt":"2025-06-28T08:38:55","slug":"jakobus-413-15","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jakobus-413-15\/","title":{"rendered":"Jakobus 4,13-15"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p align=\"left\">Jakobus 4,13-15: Und nun ihr, die ihr sagt: Heute<br \/>\noder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr<br \/>\ndort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen -, und wi\u00dft nicht, was morgen<br \/>\nsein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kurze Zeit<br \/>\nbleibt und dann verschwindet. Dagegen solltet ihr sagen: Wenn der Herr<br \/>\nwill, werden wir leben und dies oder das tun. Nun aber r\u00fchmt ihr<br \/>\neuch in eurem \u00dcbermut. All solches R\u00fchmen ist b\u00f6se.<\/p>\n<p>Der Jahreswechsel ist eine gute Gelegenheit, innezuhalten und nachzudenken.<br \/>\nGerade die Gottesdienste zum Altjahrabend und zum Neujahr dienen ja solchem<br \/>\nInnehalten und Nachdenken. Was ist mit unserer Zeit? Wie gehen wir mit<br \/>\nihr um? Vergeuden wir sie unbedacht, oder sind wir gerade im Blick auf<br \/>\ndie Zeit besonders sorgf\u00e4ltig, auch in unserem Vorblick auf das<br \/>\nkommende Jahr? Brauchen wir also wirklich die harsche Kritik des Jakobus: <strong> \u0093Nun<br \/>\naber r\u00fchmt ihr euch in eurem \u00dcbermut. All solches R\u00fchmen<br \/>\nist b\u00f6se\u0094 <\/strong>? Es ist doch nicht unsere Selbstherrlichkeit,<br \/>\ndie uns n\u00f6tigt, zu planen. Weil wir mit anderen Menschen zusammen<br \/>\nleben, weil wir nicht allein sind, wenn wir etwas vorhaben, weil wir<br \/>\naufeinander angewiesen sind, darum m\u00fcssen wir unsere Zeit einteilen.<br \/>\nEs geht da nicht um ein selbstherrliches Verf\u00fcgen, wie bei jenen<br \/>\nHandelsherren, die Jakobus anscheinend im Auge hat. Die haben ihr Jahr<br \/>\nsamt dem Ertrag, den es ihnen bringen wird, schon fest in der Tasche.<br \/>\nWir haben zwar auch schon l\u00e4ngst den neuen Terminkalender, und da<br \/>\nist eine Menge von Daten eingetragen: Gesch\u00e4ftliches, der geplante<br \/>\nUrlaub, Besuche, die wir empfangen und die wir machen wollen, eine Freizeit<br \/>\nvielleicht, die Konfirmation des Patenkindes: alles wichtige Termine,<br \/>\ndie wir im neuen Jahr wahrnehmen m\u00fcssen. Anders geht es nun einmal<br \/>\nnicht.<\/p>\n<p>Dagegen ist gewi\u00df nichts zu sagen. \u00dcbermut ist das sicher<br \/>\nnicht, sondern eher die blanke Notwendigkeit. Weil wir miteinander leben,<br \/>\nm\u00fcssen wir miteinander ausmachen, was wir dann auch miteinander<br \/>\ntun wollen. Zeit ist ja nicht einfach meine pers\u00f6nliche Zeit. F\u00fcr<br \/>\ndie werde ich mir klugerweise auch einen Raum freihalten in dem, was<br \/>\ndas neue Jahr bringen soll. Aber vor allem ist da doch die gemeinsame<br \/>\nZeit. Und die braucht nun einmal die rechtzeitige Verabredung. Sonst<br \/>\nkommen wir nicht beizeiten zusammen zu dem, was wir doch nur gemeinsam<br \/>\ntun k\u00f6nnen. Und dann werden wir die Ziele gewi\u00df nicht erreichen,<br \/>\ndie wir uns auch gemeinsam vorgesetzt haben.<\/p>\n<p>Was soll also dieser Vorbehalt, die Klausel des Jakobus: <strong>\u0093So<br \/>\nGott will und wir leben\u0094 <\/strong>? Das ist doch eine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<br \/>\nStillschweigend gilt dieser Vorbehalt bei allen unseren Verabredungen.<br \/>\nWenn da \u0093h\u00f6here Gewalt\u0094 dazwischen kommt, kann man niemand vorwerfen,<br \/>\nda\u00df er seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen sei. Und auch<br \/>\nwenn wir dabei bleiben k\u00f6nnen, haben wir es nicht in der Hand,<br \/>\nda\u00df das gemeinsame Vorhaben wirklich gelingt. Gl\u00fcck geh\u00f6rt<br \/>\ndazu. Und wer ein wenig abergl\u00e4ubig ist, oder auch blo\u00df gedankenlos<br \/>\nnachmacht, was er bei anderen gesehen hat, der kann dann noch dreimal<br \/>\nauf Holz klopfen: \u0093Unberufen! Toi toi toi.\u0094<\/p>\n<p>Wenn es nur um diese stillschweigenden Selbstverst\u00e4ndlichkeiten<br \/>\nginge, dann brauchten wir uns nicht lange mit diesen Worten des Jakobus<br \/>\nzu befassen. All unser Planen, das pers\u00f6nliche wie das gemeinsame,<br \/>\nsteht unter dem Vorbehalt, da\u00df da nichts dazwischen kommt. Was<br \/>\nso dazwischen kommen kann, das brauche ich nicht lange auszuf\u00fchren.<br \/>\nPers\u00f6nliche Probleme k\u00f6nnen das genauso sein wie Geschehnisse,<br \/>\ndie uns alle miteinander betreffen. Wenn ich krank werde, oder ein Todesfall<br \/>\nin meinem n\u00e4chsten Umkreis bew\u00e4ltigt werden mu\u00df, dann<br \/>\nwird anderes zur\u00fcckzustehen haben. Wenn eine Naturkatastrophe uns<br \/>\nalle betrifft, oder ein Terroranschlag die Gemeinschaft ersch\u00fcttert,<br \/>\ndann kann das gemeinsames Handeln unm\u00f6glich machen oder wenigstens<br \/>\ndie Ziele, die wir uns gesetzt haben, in Frage stellen. Das haben wir<br \/>\nan anderen und an uns selbst zur Gen\u00fcge erfahren. Und k\u00f6nnen<br \/>\ndarum nur hoffen und w\u00fcnschen, da\u00df uns das im kommenden Jahr<br \/>\nm\u00f6glichst erspart bleibt. Darum w\u00fcnschen wir uns ja heute gegenseitig \u0093ein<br \/>\ngutes neues Jahr\u0094.<\/p>\n<p>W\u00e4re es nur diese Selbstverst\u00e4ndlichkeit, an die uns die Worte<br \/>\ndes Jakobus erinnern wollen, dann brauchten wir uns also nicht lange<br \/>\nbei ihnen aufzuhalten. Doch wenn wir genauer zusehen, merken wir: Was<br \/>\nuns da gesagt wird, das n\u00f6tigt uns zu einem viel grundlegenderen<br \/>\nBedenken unseres Umgangs mit der Zeit, als es jener selbstverst\u00e4ndliche<br \/>\nVorbehalt ist, der die M\u00f6glichkeit h\u00f6herer Gewalt in unser<br \/>\nPlanen einbezieht. Wir sind es gewohnt, solche h\u00f6here Gewalt als<br \/>\ndas zu sehen, was uns dazwischen kommen kann; dazwischen kommen bei der<br \/>\nAusf\u00fchrung unserer Pl\u00e4ne, auch f\u00fcr das kommende Jahr.<br \/>\nIn solcher Gewohnheit ist die Zeit dieses kommenden Jahres so etwas wie<br \/>\nein leerer Terminkalender, den wir mit unseren Vorhaben nach und nach<br \/>\nf\u00fcllen k\u00f6nnen &#8211; wenn uns nichts dazwischen kommt. Was uns Jakobus<br \/>\nklar machen will, ist aber dies: Ihr selbst seid doch nur dazwischen<br \/>\ngekommen; nur kurze Zeit seid ihr da, um dann wieder weg zu gehen. <strong>\u0093Was<br \/>\nist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann<br \/>\nverschwindet.\u0094 <\/strong><\/p>\n<p>Das n\u00f6tigt uns, wenn wir es denn ernst nehmen wollen, zu einer<br \/>\ngrundlegenden Revision unserer g\u00e4ngigen Anschauung. Danach haben<br \/>\nwir Zeit; unser Terminkalender, den wir mit uns herumtragen, ist der<br \/>\nRepr\u00e4sentant dieser Zeit. Fragt mich jemand, ob ich zu einem bestimmten<br \/>\nZeitpunkt mich mit ihm verabreden kann, dann sage ich: Einen Moment,<br \/>\nich mu\u00df erst in meinem Kalender nachschauen. Wenn ich nicht schon<br \/>\neinen Termin habe, werde ich gerne kommen. Aber das ist, wenn wir Jakobus<br \/>\nfolgen, nur eine sehr oberfl\u00e4chliche Anschauung. Sehen wir genauer<br \/>\nzu, dann mu\u00df sich unser Verh\u00e4ltnis zur Zeit umkehren. Sie<br \/>\nhat uns, die Zeit. Und wir selbst sind in dieser Zeit nur dieser kurze<br \/>\nZwischenfall, ein Rauch, ein Nebelw\u00f6lkchen, von dem man absehen<br \/>\nkann, wann es die aufsteigende Sonne verschwinden l\u00e4\u00dft. Es<br \/>\nist also nicht so, da\u00df wir selbst der feste Punkt sind, von dem<br \/>\naus dann die verflie\u00dfende Zeit wahrgenommen und durch unser Tun<br \/>\ngef\u00fcllt werden kann. Diese verflie\u00dfende Zeit nimmt uns mit<br \/>\nund l\u00e4\u00dft uns dann irgendwann &#8211; nicht lange wird das dauern<br \/>\n&#8211; zur\u00fcck. Wir k\u00f6nnen uns zwar auch so denken: Ich \u00fcberblicke<br \/>\ndie kommende Zeit und kann sie nach meinem Belieben und meinen Bed\u00fcrfnissen<br \/>\nf\u00fcllen: Morgen bin ich dort, und \u00fcbermorgen werde ich das tun,<br \/>\nund in einem Jahr werde ich es geschafft haben, wie die Handelsherren<br \/>\ndes Jakobus. In solchem Denken ist die Zeit au\u00dfer uns und wir verf\u00fcgen \u00fcber<br \/>\nsie wie \u00fcber unseren Terminkalender. Aber in Wahrheit ist es die<br \/>\nZeit, die \u00fcber uns verf\u00fcgt. Als leibhafte Menschen sind wir<br \/>\neingebunden in diese Zeit. Mit jedem Atemzug, mit jedem Pulsschlag k\u00f6nnen<br \/>\nwir es f\u00fchlen, wie uns die Zeit mitnimmt.<\/p>\n<p>Das ist eine Erfahrung, die Jede und Jeder machen kann. Unbestreitbar<br \/>\nist das, da\u00df uns als leibhafte Menschen die Zeit mitnimmt. Und<br \/>\ngerade so werden wir nicht nur bestimmt, sondern auch ver\u00e4ndert<br \/>\ndurch diese Zeit. Wir brauchen uns das nicht erst einzureden; da\u00df es<br \/>\nso ist, das sehen wir. Und noch so verlockende Antiaging-Programme k\u00f6nnen<br \/>\ndas nicht zudecken. Auch das geh\u00f6rt zu den Denkanst\u00f6\u00dfen<br \/>\ndes Jahreswechsels, diese Erfahrung ins Auge zu fassen. Jakobus hilft<br \/>\nuns dazu, wenn er auf das Rauchw\u00f6lkchen hinzeigt, das wir sind.<br \/>\nNicht ich, der ich mich als einen denke, der Zeit hat und \u00fcber diese<br \/>\nZeit verf\u00fcgt, bin der feste Punkt, von dem aus die Zeit in ihrem<br \/>\nVerflie\u00dfen wahrgenommen werden kann. Ich werde mitgenommen, und<br \/>\ndie Zeit bestimmt \u00fcber mich und bringt mich nicht nur den Zielen<br \/>\nentgegen, die ich mir gesetzt habe &#8211; wenn denn nichts dazwischen kommt.<br \/>\nSie bringt mich auch dem Zeitpunkt n\u00e4her und n\u00e4her, wo meine<br \/>\nZeit ihr Ende findet.<\/p>\n<p>Der Zeit hat im vollen Sinne des Wortes, das ist Gott selbst. Er ist<br \/>\nder Herr der Zeit, der diese Zeit f\u00fcllt mit dem, was er will und<br \/>\nschafft. Darum die Mahnung: <strong>\u0093Dagegen solltet ihr sagen: Wenn<br \/>\nder Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.\u0094 <\/strong> Unser<br \/>\nLeben, eingebunden in die verflie\u00dfende Zeit, ist bestimmt durch<br \/>\nGottes Willen, der diesem Leben Anfang, Verlauf und Ende gesetzt hat,<br \/>\nwie das sein Wille ist. Oberfl\u00e4chlich geredet w\u00e4re es, wenn<br \/>\nich sagte: \u0093Ich f\u00fchre mein Leben so, wie ich das f\u00fcr richtig<br \/>\nhalte. Ich habe meinen Lebensplan bis hin zur Alterssicherung ausgearbeitet,<br \/>\nund wenn mir nichts dazwischen kommt &#8211; toi toi toi &#8211; wird es auch so<br \/>\nlaufen.\u0094 Vielmehr sollte ich sagen: \u0093Mein Leben wird gef\u00fchrt durch<br \/>\nden Herrn, der mir dieses Leben gegeben hat, der es bestimmt und ihm<br \/>\nnach seinem gn\u00e4digen Willen ein Ende setzen wird.\u0094<\/p>\n<p>Da\u00df es so ist, erfahren wir auf Schritt und Tritt. Ich habe mir<br \/>\nnicht ausgesucht, da\u00df ich \u00fcberhaupt lebe. Ich habe mir meine<br \/>\nEltern nicht ausgesucht und nicht den Ort und die Zeit meiner Geburt.<br \/>\nMein Lebensweg wurde sicher auch immer wieder durch meine Entschl\u00fcsse<br \/>\nund Entscheidungen bestimmt. Aber die mu\u00dften sich doch zwangsl\u00e4ufig<br \/>\nnach den Umst\u00e4nden richten, in denen ich mich vorgefunden habe.<br \/>\nUnd diese Umst\u00e4nde habe nicht ich mir ausgedacht und gestaltet.<br \/>\nSondern seit ich mich selbst als lebendigen Menschen wahrgenommen habe,<br \/>\nbin ich in diesen ganz bestimmten Umst\u00e4nden gewesen und bin von<br \/>\nihnen mitgenommen worden. Gute Zeiten waren das und schlimme Zeiten,<br \/>\nZeiten des Gl\u00fccks wie Zeiten des Schmerzes. Manchmal ist es wie<br \/>\nvon selbst gelaufen. Schritt f\u00fcr Schritt konnte ich weiter kommen,<br \/>\nohne da\u00df das M\u00fche machte. Ich habe es kaum bemerkt. Aber dann<br \/>\nhabe ich mich auch gesto\u00dfen, bin gestolpert, bin gefallen. Und<br \/>\nkonnte auch wieder aufstehen und weiter machen. Ein Gl\u00fcck ist es,<br \/>\nda\u00df ich nicht allein gehen mu\u00dfte, da\u00df liebe Menschen<br \/>\nmich begleitet, mir geholfen, mich gest\u00fctzt haben. War das mein<br \/>\nWille, mein Entschlu\u00df, da\u00df es gerade diese und diese Menschen<br \/>\ngewesen sind? Sicher nicht; sie sind mir begegnet. Ich bin dankbar, da\u00df ich<br \/>\nmit ihnen zusammengef\u00fchrt wurde, eine kleinere oder auch eine gro\u00dfe<br \/>\nStrecke meines Weges in der Zeit mit ihnen teilen kann. T\u00f6richt<br \/>\nw\u00e4re es und blo\u00dfe Einbildung, wenn ich sagte: \u0093So habe ich<br \/>\nes gewollt und darum ist es auch so gelaufen.\u0094 Das w\u00e4re jenes \u00fcberm\u00fctige<br \/>\nR\u00fchmen, das Jakobus an seinen Handelsherren tadelt, die er uns als<br \/>\nein Beispiel daf\u00fcr vorstellt, wie wir es gewi\u00df nicht machen<br \/>\nsollten. Nein! Da\u00df es so gekommen ist, das verdanke ich dem, der<br \/>\nmein Leben gef\u00fchrt hat in all den Zeiten, die ich erlebte, an die<br \/>\nich mich erinnere, oder die ich vergessen und vielleicht sogar verdr\u00e4ngt<br \/>\nhabe, weil ich da nicht die Rolle gespielt habe, in der ich mich gerne<br \/>\nsehe. Auch da war er dabei, und nichts ist vor ihm verborgen.<\/p>\n<p><strong>\u0093Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.\u0094 <\/strong> Was<br \/>\nf\u00fcr die Zeit bisher gilt, das abgelaufene Jahr 2003 und all die<br \/>\nJahre vorher, an die ich mich erinnere, das gilt auch f\u00fcr das kommende<br \/>\nJahr und all die Jahre, die ihm folgen werden: Zeit ist das, die Gott<br \/>\ngewollt hat, auch f\u00fcr mich gewollt hat. Zeit wird es sein, die Gott<br \/>\nwill, auch f\u00fcr mich will, solange es ihm gef\u00e4llt, mein Leben<br \/>\nzu erhalten und zu f\u00fchren. Weil ich das erfahren habe, ist dann<br \/>\nauch klar und eigentlich selbstverst\u00e4ndlich: Dies oder das, was<br \/>\nwir uns vornehmen, f\u00fcr heute und morgen und dieses kommende Jahr<br \/>\n2004, das k\u00f6nnen dann nicht einfach beliebige Ziele und Vorhaben<br \/>\nsein. Ich werde mich nat\u00fcrlich bereden mit denen, die mir nahe stehen,<br \/>\nmit denen, die mit dabei sein sollen bei dem, was ich vorhabe. Aber erst<br \/>\nrecht werde ich mich mit dem bereden, der mein Leben f\u00fchrt. Wie<br \/>\nich ihm danken kann f\u00fcr die lange Strecke Weges, die er mich bis<br \/>\nhierher gebracht hat, so werde ich ihn bitten f\u00fcr den Weg, der vor<br \/>\nmir liegt. Wenn es ein gutes neues Jahr werden soll, dieses Jahr 2004,<br \/>\ndas vor uns liegt, dann doch so, da\u00df dies oder das, was wir tun<br \/>\nwerden, nach seinem Willen getan wird. Das hei\u00dft dann nicht nur,<br \/>\nda\u00df wir uns gewi\u00df nicht vorsetzen wollen, was er verabscheut<br \/>\nund verbietet. Es hei\u00dft auch, da\u00df wir uns gerne auf das einlassen,<br \/>\nwas von ihm kommt.<\/p>\n<p>Als Buben haben wir in dem kleinen Dorf auf der Schw\u00e4bischen Alb,<br \/>\nin dem ich meine ersten Lebensjahre verbrachte, \u0093Neujahr\u0094 gew\u00fcnscht.<br \/>\nWir haben mit unseren K\u00e4pseles-Pistolen vor der Haust\u00fcr oder<br \/>\nauf der Treppe geknallt und dann den Leuten, die herauskamen, gesagt<br \/>\n: \u0093Ich w\u00fcnsch Dir ein gutes Neues Jahr, Gesundheit, den Frieden<br \/>\nund den Heiligen Geist.\u0094 Daf\u00fcr haben wir ein paar S\u00fc\u00dfigkeiten<br \/>\noder auch Pfennige gekriegt. Verstanden habe ich diesen Wunsch damals<br \/>\nsicher nicht. Aber die Worte sind mir geblieben. \u0093Wenn der Herr will<br \/>\nund wir leben, werden wir dies oder das tun\u0094: das ist eine Umschreibung<br \/>\nf\u00fcr diesen Wunsch. Gesundheit und Frieden sind die pers\u00f6nliche<br \/>\nund die gemeinsame Voraussetzung f\u00fcr all das, was wir uns vornehmen<br \/>\nk\u00f6nnen. Die Gabe des Heiligen Geistes aber soll das, was da als<br \/>\ndas Neue Jahr kommt, auf Gott beziehen und von ihm her durchsichtig machen.<br \/>\nSicher ist das dann noch sehr allgemein geredet; das tut Jakobus ja auch.<br \/>\nAber wenn uns Gottes Geist das erhellt, was auf uns zukommt, dann wird<br \/>\ner uns dieses kommende Jahr von dem her sehen lassen, der alle Zeit bestimmt.<br \/>\nWir z\u00e4hlen unsere Jahre ja immer noch nach Christi Geburt, und reden<br \/>\ndarum auch vom Jahr des Herrn 2004. Soll das nicht nur eine unverbindliche<br \/>\nFloskel sein, dann wirft diese Bezeichnung ein Licht auf all das, was<br \/>\ndieses Jahr bringt. Allerhand Zeiten und Umst\u00e4nde k\u00f6nnen wir<br \/>\nvoraussehen und uns in dem, was wir vorhaben, darauf einstellen. Aber<br \/>\nweil auch das kommende Jahr ein Jahr des Herrn ist, gilt da nicht nur<br \/>\nder Vorbehalt unseres Planens, da\u00df uns nicht h\u00f6here Gewalt<br \/>\ndazwischen kommt. Vielmehr wissen wir uns samt der verflie\u00dfenden<br \/>\nZeit dieses Jahres durch ihn bestimmt, getragen und gef\u00fchrt. Er<br \/>\nerleuchte uns durch seinen Geist, da\u00df wir das nicht nur allgemein<br \/>\nsagen k\u00f6nnen, sondern es auch von Zeit zu Zeit erfahren, da\u00df unsere<br \/>\nZeit in seiner Zeit geborgen ist.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr.Friedrich Mildenberger<br \/>\nRehweiherstra\u00dfe 7 91056 Erlangen<br \/>\n<a href=\"mailto:mildenberger-kosbach@t-online.de\">eMail: mildenberger-kosbach@t-online.de<\/a> <\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jakobus 4,13-15: Und nun ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen -, und wi\u00dft nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kurze Zeit bleibt und dann verschwindet. 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