{"id":9742,"date":"2004-01-07T19:49:40","date_gmt":"2004-01-07T18:49:40","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9742"},"modified":"2025-06-28T10:45:40","modified_gmt":"2025-06-28T08:45:40","slug":"jesaja-60-1-16-und-matthaeus-2-1-12","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/jesaja-60-1-16-und-matthaeus-2-1-12\/","title":{"rendered":"Jesaja 60, 1-16 und Matth\u00e4us 2, 1-12"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p align=\"left\">Jes. 60,1-16 und Matth. 2,1-12 (d\u00e4nische Perikopenordnung)<\/p>\n<p>In unserer schnellebigen und wechselhaften Zeit gibt es immer jemanden,<br \/>\nder unseren Ansichten \u00fcber alles M\u00f6gliche nachsp\u00fcrt. Es<br \/>\nvergeht fast keine Woche, wo man nicht angerufen wird von einem Meinungsforschungsinstitut,<br \/>\ndas danach fragt, was man nun von diesem und jenem meint, oder man wird<br \/>\nvon irgendeiner \u00f6ffentlichen oder privaten Firma gefragt, was man<br \/>\nals Kunde von deren Produkten und Dienstleistungen h\u00e4lt. Alles wird<br \/>\nheutzutage erforscht und analysiert.<br \/>\nDeshalb haben wir immer jemanden bei uns, der unsere Art zu leben kommentiert<br \/>\nund sich zu unseren Einstellungen \u00e4u\u00dfert. Man kann manchmal meinen,<br \/>\nda\u00df wir ganz vergessen zu leben, weil wir uns danach einrichten, was<br \/>\nalle diese vielen unterschiedlichen Analysen und Messungen sagen. Das Ergebnis<br \/>\nist, da\u00df wir furchtbar verunsichert werden, weil sie nicht miteinander \u00fcbereinstimmen.<br \/>\nSie wollen n\u00e4mlich nicht nur informieren, sondern auch die Firma vermarkten,<br \/>\ndie die Untersuchungen bestellt hat.<br \/>\nWo bleibt da die &#8222;Wirklichkeit&#8220;? Wir k\u00f6nnen alles analysieren,<br \/>\nalles kommentieren und Kommentare zu allem einholen, was geschieht. Aber wonach<br \/>\nsollen wir uns eigentlich richten?<br \/>\nGehen wir einmal auf die modernen Analysen unsrer Zeit ein, dann werden wir<br \/>\nziemlich verunsichert und orientierungslos. Wir wissen bald nicht mehr, woran<br \/>\nwir uns halten sollen, wenn wir unsere Einstellungen bilden. Vielleicht nicht<br \/>\nso verwunderlich, da\u00df es heute in der ganzen Welt eine Tendenz gibt,<br \/>\nsich an das zu halten, was einmal war. Das, was sicher war, oder jedenfalls<br \/>\ndas, was uns heute als sicher erscheint.<br \/>\nEs ist f\u00fcr viele Menschen ein Problem, da\u00df wir keine bestimmten<br \/>\nEinstellungen haben, nach denen wir uns richten k\u00f6nnen. Und wenn wir es<br \/>\ndennoch tun, werden wir bald entdecken, da\u00df wir das gew\u00e4hlt haben,<br \/>\nwas andere gestern gew\u00e4hlt haben, aber heute nicht mehr w\u00e4hlen. Wir<br \/>\nsind abgeh\u00e4ngt, auf einem Holzwege. Oder wir k\u00f6nnen entdecken, da\u00df wir<br \/>\nuns auf eine merkw\u00fcrdige Weise &#8211; mitten in einer aufgekl\u00e4rten Gesellschaft<br \/>\n&#8211; in einem undurchdinglichen Dunkel befinden.<br \/>\nWenn wir nun die beiden alten Texte h\u00f6ren, die zu diesem heutigen Sonntag<br \/>\ngeh\u00f6ren, seit er zu einem kirchlichen Feiertag im 2.Jahrhundert wurde,<br \/>\ndann \u00fcberrascht es uns vielleicht, da\u00df wir keineswegs die ersten<br \/>\nsind, denen es schwer f\u00e4llt, sich zu orientieren.<br \/>\nJesaja, der alte weise Prophet, stand seinem Volk \u00e4u\u00dferst kritisch<br \/>\ngegen\u00fcber, weil es sich nicht an das gehalten hatte, was ihm im Gesetz<br \/>\ndes Mose verordnet worden war. In den sehr unruhigen politischen Verh\u00e4ltnissen,<br \/>\ndie in Israel im 7. Jahrhundert vor Christus herrschten, richteten die F\u00fchrer<br \/>\ndes Volkes nach der Ansicht des Jesaja ihre Meinung je nach Laune. Sie h\u00f6rten<br \/>\nnicht auf ihn oder andere Propheten. Es schien Jesaja so, als seien sie in<br \/>\nFinsternis verh\u00fcllt.<br \/>\nDa hatte er eine Vision, die wir heute geh\u00f6rt haben. Er spricht zum Volk,<br \/>\nda\u00df sie sich erheben sollen. Sie sollen sich aufrichten, sollen sehen,<br \/>\nda\u00df die Finsternis nun ein Ende hat. Da kommt einer, dem die Finsternis<br \/>\nnichts anhaben kann. Um ihn sollen sich alle V\u00f6lker sammeln. Sie sollen<br \/>\nvon weither kommen zu seinem Licht.<br \/>\nJesaja lebte also in einer Zeit, in der es den Menschen genauso schwer fiel<br \/>\nwie uns, sich in ihrem Leben zurechtzufinden. Er sah, da\u00df nur einer die<br \/>\nRichtung f\u00fcr das Leben der Menschen vorgeben kann, n\u00e4mlich der Gott,<br \/>\nder uns das Leben gegeben hat. Er ist das Licht, und er ist der unverr\u00fcckbare<br \/>\nAusgangspunkt.<br \/>\nDer Text des Evangeliums, der zweite alte Text f\u00fcr diesen Tag, spiegelt<br \/>\nauch die diffuse Auffassung der Menschen von dem wieder, woran wir uns im Leben<br \/>\norientieren sollen. Diese Weisen sind nicht n\u00e4her beschrieben. In Wirklichkeit<br \/>\nwissen wir nicht, ob sie K\u00f6nige waren, wie die sp\u00e4tere Tradition<br \/>\nes sagt, oder ob sie Magier waren, d.h. Sterndeuter. All das sind Ausschm\u00fcckungen<br \/>\nder Erz\u00e4hlung, die sp\u00e4ter hinzugekommen sind.<br \/>\nF\u00fcr mich ist das auch nicht das Wichtigste. Wichtig aber ist, da\u00df der<br \/>\nBericht von den drei Weisen einige Motive aufnimmt, die wir auch aus der Vision<br \/>\nder Propheten Jesaja kennen, da\u00df n\u00e4mlich die V\u00f6lker sich um<br \/>\ndas Licht versammeln sollen, da\u00df sich aus ihrer Heimat aufbrechen sollen,<br \/>\num ihn zu finden.<br \/>\nDie Weisen orientieren sich an den Sternen. Daf\u00fcr gibt es eine uralte<br \/>\nTradition. Die Babylonier waren in der Sternendeutung eine der f\u00fchrenden<br \/>\nNationen, aber wir kennen das Interesse f\u00fcr die Sterne aus allen V\u00f6lkern<br \/>\nder Erde. In unterschiedlicher Weise hat man die Bewegungen der Sterne und<br \/>\nder Sternbilder mit dem Leben der Menschen verkn\u00fcpft. Wir kennen das ja<br \/>\nauch selbst. Jede Woche gibt es in den Illustrierten Horoskope, und die Astrologie \u00fcberhaupt<br \/>\nwird heute mehr ernst genommen als nur vor wenigen Jahren. Die Neujahrszeit<br \/>\nist auch immer die Zeit der Astrologen, wo sie uns weismachen wollen, da\u00df sie<br \/>\nvorhersagen k\u00f6nnen, was im neuen Jahr geschehen wird.<br \/>\nWir wissen auch, da\u00df man sich darauf nicht verlassen kann. Das ist Unterhaltung<br \/>\nund als solche unbedenklich. F\u00fcr die Weisen war das keine Unterhaltung.<br \/>\nDa war es Ernst. Sie glaubten daran, da\u00df die durch die Besch\u00e4ftigung<br \/>\nmit den Sternen herausfinden konnten, wie sie ihr Leben leben sollten. Sie<br \/>\nkonnten auch durch die Sterne vorhersehen, was die Zukunft bringen w\u00fcrde.<br \/>\nF\u00fcr sie war mit jedem neuen Stern, der sich zeigte, eine Erwartung verbunden.<br \/>\nEin neuer Stern war das Zeichen f\u00fcr einen neuen K\u00f6nig. Die Sterne<br \/>\nwaren Wegweisenr, wenn man in der Nacht unterwegs war, und es lag dann nahe,<br \/>\nsie auch zu Wegweisern f\u00fcr das Leben als solches zu machen.<br \/>\nEs wird uns erz\u00e4hlt, da\u00df diese Weisen durch ihre Tradition und ihr<br \/>\nSuchen nach Sinn zu dem fanden, was das eigentliche Licht ist: Christus. Ihr<br \/>\nGlaube und ihre Lebensweise als Personen und als Volk f\u00fchrte sie auf den<br \/>\nrichtigen Weg. Sie wurden \u00fcber das hinaus gef\u00fchrt, was sie bis dahin<br \/>\nf\u00fcr ihre Lebensgrundlage gehalten hatten, weil sie nicht aufh\u00f6rten<br \/>\nzu suchen.<br \/>\nWir k\u00f6nnen es deshalb ganz mit der Ruhe angehen lassen, wenn unsere Zeit<br \/>\nbejammert wird. Es ist ganz richtig, da\u00df wir in einer Zeit leben, in<br \/>\nder sich alles rasch ver\u00e4ndert. Das reicht von den Nachrichten im Fernsehen<br \/>\nbis hin zu dem Filmen mit schnellen Handlungen und der Forderung nach einer<br \/>\nneuen Regierung oder nach Resultaten, die die Betriebe aufweisen sollen. Wir<br \/>\nsind wohl oft ungeduldig und tragen selbst dazu bei, da\u00df die Zeit noch<br \/>\nschnellebiger wird.<br \/>\nLa\u00dft uns aber auch das Positive sehen und das Suchen in all dem st\u00e4rken,<br \/>\nwas gest\u00e4rkt werden kann. Es gibt einen Wunsch, den Weg zu finden, und<br \/>\nweil es viele Wege gibt, gibt es viel, was nachgepr\u00fcft werden mu\u00df.<br \/>\nWir sollen das nicht beklagen. Wir sollen eher daraus lernen. Wir sollen jeder<br \/>\nan seinem Ort einmischen, uns auf dem gro\u00dfen Markt beteiligen und sagen,<br \/>\nda\u00df wir eine Botschaft kennen vom Weg in das Leben, einem Weg, der aus<br \/>\nder Finsternis der Welt und des Gem\u00fcts zum Licht f\u00fchrt.<br \/>\nDenn es ist ja so, da\u00df wir unter all dem, was uns beim Finden des Lebensweges<br \/>\nhilft, etwas finden, das viel einfacher und haltbarer ist als alles andere.<br \/>\nDas ist ein Widerspruch, den die Erfahrung am besten beurteilen kann, da\u00df ein<br \/>\nMensch, der sich in der Finsternis befindet und sich nicht selbst orientieren<br \/>\nkann, dennoch seinen Weg finden und Licht schaffen kann. Wir wissen von allzu<br \/>\nvielen menschlichen Trag\u00f6dien, da\u00df das menschlich unm\u00f6glich<br \/>\nist.<br \/>\nWir wissen ja so gut, da\u00df kein Mensch im Grunde auf sich selbst beruht.<br \/>\nWir wissen sehr wohl, da\u00df kein Mensch sein eigenes Leben schaffen kann.<br \/>\nWir verwechseln dies oft, wenn wir erfahren und sehen, da\u00df es uns in<br \/>\nvielen F\u00e4llen gelingt, einen Teil unseres Lebensweges selbst zu gestalten.<br \/>\nHeute k\u00f6nnen die meisten jungen Menschen ihr Arbeitsleben selbst mitgestalten.<br \/>\nUnd dennoch ist das nur die halbe Wahrheit. Das k\u00f6nnen nur die St\u00e4rksten<br \/>\nund die Gl\u00fccklichsten. Aber es besteht eine Tendenz, da\u00df Mittel<br \/>\naus dem einen Bereich in andere Bereiche \u00fcbertragen werden, wo sie nicht<br \/>\nso brauchbar sind. Wir sehen deshalb, da\u00df man Instrumente der Karriereplanung<br \/>\nund der betrieblichen Steuerung auf den privaten und pers\u00f6nlichen Bereich<br \/>\nanwendet. Der Mensch, der die voll anwendet, wird stets zu kurz kommen und<br \/>\nin der Finsternis enden. Aus einem bestimmten Grund: Man kann seine Mitmenschen<br \/>\nnicht zu Steinen in einem solchen Spiel machen, ohne ihnen damit ihre Menschlichkeit<br \/>\nzu nehmen.<br \/>\nDa wird der sorgende und planende Mensch einsam und finster. Das haben viele<br \/>\nin diesen Jahren entdeckt. Das braucht man auch nicht zu bedauern. Das ist<br \/>\nwohl auch der Grund, warum alle heute nach dem fragen, was unsere gemeinsamen<br \/>\nWerte sind.<br \/>\nIch halte nicht viel von dieser Diskussion, weil ein Wert etwas ist, was man<br \/>\nfestlegt, wenn man ein Gesch\u00e4ft macht. Ich m\u00f6chte lieber davon sprechen,<br \/>\nwas f\u00fcr eine Auffassung vom Menschen unsere Kultur tr\u00e4gt. Darin k\u00f6nnen<br \/>\nwir einen Leitstern sowohl f\u00fcr unser pers\u00f6nliches Leben als auch<br \/>\nunseren Beruf finden.<br \/>\nIn einer so vielf\u00e4ltigen Kultur wie der unsrigen gibt es nicht nur eine<br \/>\nAuffassung vom Menschen sondern viele. Das ist der Hintergrund f\u00fcr die<br \/>\npolitischen Ideologien. Dennoch gibt es eine grundlegende Auffassung, die wir<br \/>\nin vielen Schichten der Geschichte und der Traditionen finden, auf denen wir<br \/>\nbauen. Diese grundlegende Auffassung entstammt dem Christentum, und dies ist<br \/>\neiner der tragenden Elemente, die sich durch alle Geschichten und Berichte<br \/>\nder Weihnachtszeit hindurchziehen.<br \/>\nDie beiden Elemente sind einmal die Erz\u00e4hlung, da\u00df das Licht in<br \/>\nJesus Christus in die Welt gekommen ist. Gekommen in einem Menschen, der auch<br \/>\nGott ist, und der der Leitstern im Leben aller Menschen ist. Er ist es nicht<br \/>\nnur f\u00fcr Juden, er ist es auch f\u00fcr Heiden, f\u00fcr die Weisen, er<br \/>\nist es f\u00fcr alle. Das zweite tragende Element ist eben dies, da\u00df er<br \/>\nf\u00fcr alle da ist, und da\u00df er uns aus der Finsternis befreit, in die<br \/>\nwir geraten, wenn unsere Welt nur aus einem einzigen Menschen besteht, n\u00e4mlich<br \/>\nuns selbst.<br \/>\nDas Menschenleben ist durch Abh\u00e4ngigkeit gepr\u00e4gt. In der Begegnung<br \/>\nzwischen zwei oder mehreren Menschen entsteht das Licht. Wir sind Boten, wir<br \/>\nsuchen nach dem Licht f\u00fcr uns selbst, aber wir bringen es zugleich zu<br \/>\neinander.<br \/>\nEs gibt eine alte Legende, mit der ich heute gerne meine Predigt abschlie\u00dfen<br \/>\nm\u00f6chte. Sie erz\u00e4hlt, da\u00df es nicht drei, sondern vier Weise<br \/>\nwaren. Der eine kam nur nicht mit. Nebenbei gesagt &#8211; geht einmal auf die Empore<br \/>\nunserer Kirche und findet das gro\u00dfe Bild von den Weisen, die Jesus in<br \/>\nBethlehem finden. Ist da nicht ganz links auf dem Bilde ein vierter Weise?<br \/>\nDie Legende vom vierten Weisen erz\u00e4hlt, da\u00df er, als er den neuen<br \/>\nStern sah, erst alles verkaufte, was er hatte, und drei kostbare Steine kaufte.<br \/>\nEinen blauen Safir, einen roten Rubin und eine wei\u00dfe Perle. Das sollte<br \/>\nsein Geschenk f\u00fcr den neuen K\u00f6nigssohn sein.<br \/>\nGerade als er sich auf den Weg machen wollte, brach eine Krankheit in seiner<br \/>\nStadt aus, und er mu\u00dfte dableiben, um zu helfen. Er verga\u00df v\u00f6llig,<br \/>\nda\u00df er eigentlich reisen wollte. Er verkaufte gar den blauen Safir, um<br \/>\nNahrung f\u00fcr die Kranken zu kaufen.<br \/>\nAls alles vorbei war, waren die anderen drei Weisen l\u00e4ngst \u00fcber alle<br \/>\nBerge. Der vierte Weise mu\u00dfte deshalb alleine reisen. Er kam nach Bethlehem<br \/>\nund wurde dort Zeuge der gro\u00dfen Trag\u00f6die, da\u00df K\u00f6nig Herodes<br \/>\naus Furcht vor dem neuen K\u00f6nig alle Knaben in Bethlehem unter zwei Jahren<br \/>\numbringen lie\u00df. Der Weise verkaufte den roten Rubin, um mit dem Geld<br \/>\nden vielen Familien zu helfen, die Hilfe brauchten.<br \/>\nDer Weise fand heraus, da\u00df Joseph mit Maria und Jesus nach \u00c4gypten<br \/>\ngeflohen war. Er versuchte deshalb, forthin zu reisen, aber er traf immer wieder<br \/>\nMenschen, die seiner Hilfe bedurften, so da\u00df auch das Jesus-Kind auch<br \/>\nin \u00c4gypten nicht fand.<br \/>\nViele Jahre sp\u00e4ter war er noch immer unterwegs, um den K\u00f6nig zu finden,<br \/>\nzu dem ihm der Stern den Weg gewiesen hatte. Er kam denn auch nach Jerusalem,<br \/>\ngerade zu dem Zeitpunkt, als die ganze Stadt verlangte, da\u00df Jesus gekreuzigt<br \/>\nwerden solle. Der Weise war entsetzt und wollte es verhindern. Er verkaufte<br \/>\nseine wei\u00dfe Perle, um Jesus freikaufen zu k\u00f6nnen. Er machte sich<br \/>\neilends auf nach Golgatha, aber wieder traf er auf einen Menschen, der seine<br \/>\nHilfe brauchte. Das war ein junges M\u00e4dchen, das auf der Flucht war vor<br \/>\neinigen M\u00e4nnern, die es als Sklavin verkaufen wollten. Er kaufte sie frei.<br \/>\nNun hatte er keines seiner drei Geschenke mehr, und er kam nach Golgatha gerade<br \/>\nzu der Zeit, als Jesus am Kreuz starb. Alles war zu sp\u00e4t!<br \/>\nBeim Tode Jesu zerri\u00df der Vorhang des Tempels in zwei Teile, der Felsen,<br \/>\nauf dem Golgatha lag, zebarst, und ein Stein traf den vierten Weisen an der<br \/>\nStirn. Er fiel um, aber in einem Traum sah er, da\u00df der K\u00f6nigssohn,<br \/>\nder in Bethlehem geboren war, seine kostbaren Geschenke erhalten hatte. Den<br \/>\nder blaue Safir, der rote Rubin und die wei\u00dfe Perle funkelten in der<br \/>\nDornenkrone Jesu.<br \/>\nSoweit die Legende. Sie ist wie kaum eine andre, darin ganz parallel zu den<br \/>\nTexten aus Jesaja und dem Matth\u00e4usevangelium, eine Erz\u00e4hlung davon,<br \/>\nda\u00df das Licht in Jesus Christus in die Welt gekommen ist und da\u00df wir<br \/>\nes ganz bei uns und um us suchen sollen. Er ist dort, wo wir Menschlichkeit<br \/>\nbeweisen, die uns gebietet, uns einander anzunehmen, die uns gebietet, dem<br \/>\nanderen in Augenh\u00f6he zu begegnen und ihm zu helfen. Damit geben wir unsere<br \/>\nGeschenke an Christus. Und er tr\u00e4gt diese Geschenke mit in seinem Leiden<br \/>\nund seiner Auferstehung.<br \/>\nDa hat Grundtvig ja ganz Recht, wenn er sein Lied \u00fcber die Weisen (&#8222;Dejlig<br \/>\ner den himmel bl\u00e5&#8220;) mit den Strophen schlie\u00dft:<\/p>\n<p>Ja, so f\u00fchrte einst der Stern,<br \/>\nWeise hin zu unserm Herrn.<br \/>\nUns ist auch ein Stern gegeben,<br \/>\nfolgen dem wir treu im Leben,<br \/>\nkommen wir zu Jesus Christ.<\/p>\n<p>Dieser Stern so hell und mild,<br \/>\nder verhei\u00dft, was ewig gilt,<br \/>\nscheint in Gottes Wort, dem klaren,<br \/>\ndas er uns lie\u00df offenbaren,<br \/>\nuns zu leuchten auf dem Weg.<\/p>\n<p>Amen.<\/p>\n<p><strong>Propst Poul Henning Bartholin<br \/>\nSelsvovvej 42<br \/>\nDK-4200 Hiller\u00f8d<br \/>\nTlf.: ++ 45 &#8211; 48 24 90 50<br \/>\n<a href=\"mailto:phb@km.dk\">E-mail: phb@km.dk<\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p align=\"left\">\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jes. 60,1-16 und Matth. 2,1-12 (d\u00e4nische Perikopenordnung) In unserer schnellebigen und wechselhaften Zeit gibt es immer jemanden, der unseren Ansichten \u00fcber alles M\u00f6gliche nachsp\u00fcrt. 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