{"id":9766,"date":"2004-02-07T19:49:35","date_gmt":"2004-02-07T18:49:35","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9766"},"modified":"2025-06-28T13:18:36","modified_gmt":"2025-06-28T11:18:36","slug":"lukas-17-5-10","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-17-5-10\/","title":{"rendered":"Lukas 17, 5-10"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<h3><b><span style=\"color: #000099;\">3. Sonntag nach Epiphanias, 25. Januar 2004<br \/>\nPredigt \u00fcbe<\/span><\/b><b><span style=\"color: #000099;\">r Lukas 17, 5-10, verfa\u00dft von Hanne Sander (D\u00e4nemark)<\/span><\/b><\/h3>\n<hr \/>\n<p>Der alte griechische Name Epiphanias f\u00fcr die Sonntage nach den Heiligen drei K\u00f6nigen, wie sie in D\u00e4nemark hei\u00dfen, zeigt deutlicher, worum es hier geht. Epiphanias bedeutet Erscheinung, Offenbarung, und der 6. Januar erhielt diesen Namen, um daran zu erinnern, wie Gott sich den Schwachen zeigt und sich im neuge\u00adborenen Kind zu erkennen gibt, zu dem die Weisen kommen.<\/p>\n<p>Mit diesem Motiv der Epiphaniaszeit: Gott zeigt sich in der Welt, ist es in der Tat m\u00f6glich, eine Linie durch die ganze Epiphaniaszeit hindurch zu verfolgen und eine T\u00fcr nach der anderen zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Heute mu\u00df man sich vielleicht ein wenig M\u00fche geben, ehe sich die T\u00fcr \u00f6ffnet &#8211; aber versuchen wir es einmal und fragen, wie Gott sich im Text hier zeigt &#8211; was f\u00fcr ein Bild von Gott wir hier in der Begegnung mit Jesus erhalten. In dem Wunsch nach mehr Glauben, mit dem die J\u00fcnger zu Jesus kommen, liegen deutlich einige Vorstellung von Gott und dem Glauben an Gott.<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger tr\u00e4umen von dem mehr Phantastischen &#8211; von gr\u00f6\u00dferer Durchschlagskraft. Wenn sie nun mehr glauben h\u00e4tten, dann w\u00fcrde sich das wohl auch mehr bemerkbar machen. In dem entsprechenden Text im Matth\u00e4usevangelium ist das kleine Gespr\u00e4ch in eine Situation eingebunden, wo die J\u00fcnger vergeblich versucht haben, einen epileptischen Jungen zu heilen.<\/p>\n<p>Und sie kommen nun und beklagen sich dar\u00fcber, da\u00df ihr Glaube &#8222;nicht wirkt&#8220;. Sie geben das nat\u00fcrlich nicht direkt zu, aber es geht auch um ihre Eitelkeit als J\u00fcnger. Da standen sie einer Schar von Menschen gegen\u00fcber, und dann hatte ihr Glaube nicht genug Effekt, um den Jungen zu heilen. In derselben Weise kann man hier im Lukastext einen Unterton sp\u00fcren von verletzter Eitelkeit. Wenn wir dir folgen sollen, dann kann es ja wohl nicht so sein, da\u00df da nichts mehr passiert &#8211; etwas mehr Interessantes, etwas, was wirklich der Welt zeigen kann, da\u00df wir Gott auf unserer Seite haben. Also, gib uns mehr Glauben.<\/p>\n<p>Und da antwortet Jesus zun\u00e4chst so zudringlich, da\u00df einem die J\u00fcnger fast leid tun: &#8222;Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn und saget zu diesem Maulbeerbaum: Rei\u00df dich aus und versetzte dich ins Meer! so wird er euch gehorsam sein&#8220;. Das Beispiel ist so absurd, da\u00df es naheliegt, die Antwort als einen Scherz Jesu zu verstehen.<\/p>\n<p>Wenn ihr etwas Interessantes haben wollt, dann werde ich euch etwas Interessantes geben, scheint er zu sagen. Aber dann wird er wieder ernst und nimmt die Frage nach dem Glauben an Gott auf mit einem Bild von einem Diener und seinem Herrn: In diesem Bilde ist Glaube identisch mit Treue, treu sein gegen\u00fcber dem heiligen allgemeinen Leben, treu sein in bezug auf die Arbeit, die vor einem liegt und die getan werden mu\u00df, treu sein in bezug auf einen anderen Menschen. Insgesamt: Treu sein in bezug auf seine Bestimmung als Mensch.<\/p>\n<p>Aber wo ist Gott in alle dem &#8211; wenn Gott nicht das Au\u00dfergew\u00f6hnliche ist, das Interessante, wie wird Gott dann streng genommen in der Welt gesehen? Das war ja eigentlich heute der Ausgangspunkt. Und sind wir mit dem Bild vom Diener nicht dennoch blo\u00df bei einem Alltagsbild angelangt, das etwas Selbstverst\u00e4nd\u00adliches und Einleuchtendes zeigt &#8211; aber nichts Besonderes?<\/p>\n<p>Ja, in der Tat, wir sind angebracht in einem Bild oder vor einem Bild, wo das G\u00f6ttliche dort ist, wo der Mensch seine Bestimmung als Mensch auslebt, n\u00e4mlich in der Hingabe an das Leben. Wo Glaube und Leben mit Gott mehr ein Lebensproze\u00df ist als das Au\u00dferordentliche und Phantastische.<\/p>\n<p>Ja, haben die J\u00fcnger vermutlich gesagt &#8211; und sagen sie noch immer, aber der Glaube mu\u00df sich doch irgendwie auswirken &#8211; Gott mu\u00df sich in der Welt zeigen, so da\u00df kein Zweifel besteht. Ja und nein. Die Gegenwart Gottes in der Welt &#8211; als das Wichtigste in unserem Leben &#8211; l\u00e4\u00dft sich so nicht messen.<\/p>\n<p>Als Jesus sp\u00e4ter den J\u00fcngern zeigen will, wie Gott in der Welt gegenw\u00e4rtig ist, zeigt er es, indem er sich zu ihrem Diener macht. Er legt sein Gewand ab und bindet sich eine Sch\u00fcrze um und w\u00e4scht ihre F\u00fc\u00dfe, als sie zum letzten Mal zusammen essen. Den J\u00fcngern f\u00e4llt es sehr schwer, das zu verstehen &#8211; und es ist wirklich paradoxal, da\u00df sich das G\u00f6ttliche in Jesus zeigt, als er sich zum Diener macht und sich als einziger mit der W\u00fcrde begn\u00fcgt, die darin liegt, ein Mensch zu sein.<\/p>\n<p>Das wird im Neuen Testament in verschiedener Weise zum Ausdruck gebracht: &#8222;Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit ihr so tun sollt, wie ich an euch getan habe&#8220;, l\u00e4\u00dft der Evangelist Johannes Jesus nach der Fu\u00dfwaschung sagen.<\/p>\n<p>Er, der in g\u00f6ttlicher Gestalt war, nahm es nicht als einen Raub, Gott gleich zu sein, sondern ent\u00e4u\u00dferte sich selbst und nahm Knechtsgestalt an, ward gleich wie ein anderer Mensch&#8220;, sagt Paulus in dem Brief, den er an die Gemeinde in Philippi schrieb.<\/p>\n<p>&#8222;La\u00dft uns Menschen sein&#8220;, sagt Piet Hein, &#8222;und das absurde Wunder geschieht in unserem bizarren Herzen, da\u00df wir um mehr zu Menschen werden, wie wir wissen, da\u00df wir es nicht sind&#8220;. Amen.<\/p>\n<p align=\"left\"><strong>Pfarrerin Hanne Sander<br \/>\nPrins Valdemarsvej 62<br \/>\nDK-2820 Gentofte<br \/>\nTel.: 39 65 52 72<br \/>\n<a href=\"mailto:sa@km.dk\">e-mail: sa@km.dk<\/a> <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>3. Sonntag nach Epiphanias, 25. Januar 2004 Predigt \u00fcber Lukas 17, 5-10, verfa\u00dft von Hanne Sander (D\u00e4nemark) Der alte griechische Name Epiphanias f\u00fcr die Sonntage nach den Heiligen drei K\u00f6nigen, wie sie in D\u00e4nemark hei\u00dfen, zeigt deutlicher, worum es hier geht. Epiphanias bedeutet Erscheinung, Offenbarung, und der 6. 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