{"id":9798,"date":"2004-02-07T19:49:29","date_gmt":"2004-02-07T18:49:29","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9798"},"modified":"2025-06-28T13:49:24","modified_gmt":"2025-06-28T11:49:24","slug":"markus-1033","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-1033\/","title":{"rendered":"Markus 10,33"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p><b><span style=\"color: #000099;\">Estomihi, 22. Februar 2004<br \/>\nPredigt \u00fcber Lukas 18, 31-43, verfa\u00dft von Hanne Sander (D\u00e4nemark)<\/span><\/b><\/p>\n<p>(d\u00e4nische Perikopenordnung)<\/p>\n<p>Aufbruch liegt heute in der Luft. Der letzte Sonntag vor der Passionszeit steht da wie ein Tor im Kirchenjahr; denn jetzt bewegen wir uns auf Ostern zu \u0096 40 Tage werden wir unterwegs sein, bis wir nach Jerusalem gelangen mit all dem, was der Osterbericht an Niederlagen und Siegen, an Trauer und Freude, an Einsamkeit und Gemeinschaft enth\u00e4lt. Das Wort Jesu: \u0094Siehe, wir ziehen hinauf nach Jerusalem\u0094 bringt uns auf den Weg \u0096 und Jesus macht sich Gedanken dar\u00fcber, was vor ihm liegt. Er sieht sich offenbar selbst in einem Bild der Prophetien, die er aus dem Alten Testament kannte, aus dem Buch des Propheten Jesaja: \u0094Er war der Allerverachtetste und Unwerteste, voller Schmerzen und Krankheit, er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg, darum haben wir ihn nichts geachtet. Er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen.<\/p>\n<p>Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden h\u00e4tten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.\u0094<\/p>\n<p>Aber es k\u00f6nnen auch Bilder der Psalmen sein, deren Jesus sich erinnert: \u0094Ich bin ein Wurm und kein Mensch, ein Spott der Leute und Verachtung des Volks\u0085 Alle, die mich sehen, spotten mein\u0085 R\u00fchmet den Herrn, denn er hat nicht verachtet noch geschm\u00e4ht\u0085 Die den Herren suchen, sollen ihn r\u00fchmen, und sie sollen neuen Mut ererben ewiglich.\u0094<\/p>\n<p>Ja, so ist es, Jesus hat eine Vorstellung davon, was ihn erwartet. Am Ende des Weges stehen Leiden und Tod. So gesehen ist dies genau das, was uns alle am Ende unseres Lebensweges erwartet \u0096 aber ist es auch das, was wir in dem Text f\u00fcr heute als das Wichtigste h\u00f6ren sollen? \u0096 memento mori: denke daran, dass du sterben musst.<\/p>\n<p>Mit ebenso gutem Grund k\u00f6nnte man sagen: denke daran, dass du leben sollst. Das Leben ist nicht nur eine Vorbereitung auf den Tod. Ja, zuweilen kann man den Eindruck haben, dass Leute meinen, das Dasein hier auf Erden sei ein Pr\u00fcfung, durch die man hindurch m\u00fcsse, um ein eigentlicheres Leben leben zu k\u00f6nnen. Oder die Art und Weise, wie wir so mancherlei aufschieben, so wie wir manchmal unser Leben verplempern \u0096 und vers\u00e4umen, aufmerksam und gegenw\u00e4rtig zu sein, das kann den Anschein erwecken, als betrachteten wir unser Leben wie eine Generalprobe, die zur Premiere f\u00fchren soll, wo es dann wirklich darauf ankommt.<\/p>\n<p>Aber das ist ja nicht richtig. Das Dasein l\u00e4sst sich nicht aufschieben \u0096 dann w\u00e4re es ja bereits verloren. Wir m\u00fcssen aufh\u00f6ren, vom wirklichen Leben zu reden und dann von dem Leben, das noch wirklicher ist.<\/p>\n<p>Es kann gut sein, dass die Botschaft der Kirche oft so geh\u00f6rt \u0096 und so gesagt worden ist, und deshalb hat viel Verk\u00fcndigung einen leicht drohenden, moralisierenden Charakter angenommen \u0096 aber wenn wir dem heutigen Text folgen, dann zeigt das Beispiel, dass Jesus weder in Panik geraten ist noch auch nur aufzugeben bereit w\u00e4re vor der Aussicht auf Leiden und Tod.<\/p>\n<p>Die J\u00fcnger verstanden nichts von dem, was er sagte: entweder weil sie die Bedingungen daf\u00fcr festlegen wollten, wie das Leben mit Jesus sein sollte \u0096 ohne Missgeschick und ohne Tod. Oder aber sie verstanden ganz einfach nicht, dass Jesus von sich selbst sprach. \u0096 Wie wir ja auch selbst am liebsten den Gedanken von uns weisen, dass das Schlimmste uns selbst oder die, die uns am n\u00e4chsten stehen, ereilen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Aber Jesus kann sowohl den Gedanken vom Leben als auch vom Tode in sich tragen. Er w\u00e4hlt das Leben, und zugleich sieht der dem Tod in die Augen. Er w\u00e4hlt das Leben, das vor seinen F\u00fcssen liegt mit den Anforderungen, die von den Menschen gestellt werden, die ihm begegnen. Der Gedanke vom Tod l\u00e4hmt seine Tatkraft nicht, sondern st\u00e4rkt sie wom\u00f6glich noch. Er kann aufmerksam sein und F\u00fcrsorge an den Tag legen und den Blinden heilen, dem er auf seinem Weg begegnet \u0096 und der ihn um Hilfe bittet.<\/p>\n<p>Jesus weicht ganz eindeutig weder dem Leben Anderer noch seinem eigenen Leben aus \u0096 und deshalb entsteht das Leben.<\/p>\n<p>Der Weg des Lebens geht durch Verstehen und Hingebung \u0096 so dass ein anderer Mensch Lebensmut und neue Sehkraft findet. So wie es von denen berichtet wird, die den Blinden sahen, der geheilt wurde. Alle, die ihn auf dem Wege sahen, freuten sich \u00fcber seine neue Sehkraft \u0096 ja, die Kunde davon breitete sich aus und wurde vielen zur Freude.<\/p>\n<p>Die Fastenzeit \u0096 der Weg von hier bis Ostern \u0096 kann uns an unseren eigenen Lebensweg erinnern \u0096 uns weniger furchtsam machen &#8211; aufmerksamer \u0096 lebendiger.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p><strong>Pastorin Hanne Sander<br \/>\nPrins Valdemarsvej 62<br \/>\nDK-2820 Gentofte<br \/>\nTel.:++45 \u009639655272<br \/>\n<a href=\"mailto:sa@km.dk\">e-mail: sa@km.dk<\/a> <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Estomihi, 22. Februar 2004 Predigt \u00fcber Lukas 18, 31-43, verfa\u00dft von Hanne Sander (D\u00e4nemark) (d\u00e4nische Perikopenordnung) Aufbruch liegt heute in der Luft. Der letzte Sonntag vor der Passionszeit steht da wie ein Tor im Kirchenjahr; denn jetzt bewegen wir uns auf Ostern zu \u0096 40 Tage werden wir unterwegs sein, bis wir nach Jerusalem gelangen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8543,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[37,1,727,157,114,674,1038,734,349,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-9798","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-markus","category-aktuelle","category-archiv","category-beitragende","category-deut","category-estomihi","category-hanne-sander","category-kapitel-10-chapter-10-markus","category-kasus","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9798","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9798"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9798\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":24730,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9798\/revisions\/24730"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9798"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9798"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9798"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=9798"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=9798"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=9798"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=9798"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}