{"id":9817,"date":"2021-02-07T19:49:37","date_gmt":"2021-02-07T19:49:37","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9817"},"modified":"2022-10-06T08:46:49","modified_gmt":"2022-10-06T06:46:49","slug":"markus-9-14-29","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-9-14-29\/","title":{"rendered":"Markus 9, 14-29"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p><strong>Predigt in Stichworten<\/strong> \u00fcber Markus 9, 14-29 (d\u00e4nische Perikopenordnung)<\/p>\n<p><strong>Der Glaube <\/strong><br \/>\nMan kann nicht selbst bestimmen, ob man glauben will. Glaube ist etwas,<br \/>\nwas einem auferlegt wird, aufgezwungen wird. Man bestimmt auch nicht,<br \/>\nob man sich verlieben will. Oder ob man hassen will. Gef\u00fchle stehen<br \/>\nnicht in unserer Macht.<\/p>\n<p>Hier ist der Mensch wie ein Spiegel, der nur wiedergibt, was und wer<br \/>\nsich in ihm wiederspiegelt. Wenn wir einem glaubw\u00fcrdigen Menschen<br \/>\nbegegnen, k\u00f6nnen wir gar nicht anders als ihm glauben. Wenn wir<br \/>\nGott durch sein Wort begegnen, kommt der Glaube. Es sei denn, wir h\u00e4tten<br \/>\nunsere Liebe schon auf etwas anderes geworfen, das deshalb unser Herz<br \/>\nerobert hat und den Platz eingenommen hat, so da\u00df nichts anderes<br \/>\nhineinkommen kann.<\/p>\n<p>Der arme Vater, von dem wir im heutigen Evangelium h\u00f6ren, ist gespalten.<br \/>\nEr will gerne glauben, denn er glaubt, da\u00df der Glaube die Voraussetzung<br \/>\ndaf\u00fcr ist, da\u00df sein Sohn wieder gesund werden kann. Aber er<br \/>\nkann nicht, denn Jesus war nicht imstande, ihm Zutrauen oder Vertrauen<br \/>\neinzufl\u00f6\u00dfen.<\/p>\n<p><strong>Die Schuld <\/strong><br \/>\nEs ist schwierig f\u00fcr Jesus, sich glaubw\u00fcrdig zu machen. Eines ist,<br \/>\nda\u00df er Wunder vollbringen kann. Das k\u00f6nnen viele, auch heute. Heiler<br \/>\ngibt es \u00fcberall. Aber Jesus sollte nicht nur heilen, sondern auch S\u00fcnden<br \/>\nvergeben, das Verh\u00e4ltnis zu Gott wieder herstellen.<\/p>\n<p>Denn das war ja durch die Krankheit gest\u00f6rt.<br \/>\nDie Krankheit wurde als Strafe f\u00fcr b\u00f6se Taten verstanden.<br \/>\nDer von D\u00e4monen Besessene mu\u00dfte seinen D\u00e4mon als Strafe tragen.<br \/>\nDa\u00df er ihn nicht gew\u00e4hlt hatte, sondern da\u00df er \u00fcber ihn<br \/>\nhergefallen war, machte keinen Unterschied.<br \/>\nB\u00f6ses ist b\u00f6se und soll bestraft werden.<\/p>\n<p>So ist es ja auch heute.<br \/>\nBekommt man Krebs, wird man gefragt, was man falsch gemacht hat.<br \/>\nHat man falsch gegessen?<br \/>\nHat man die falschen Erlebnisse gehabt?<br \/>\nDie Herzvereine oder die Herzmafia schicken uns in die W\u00e4lder, um Tiere<br \/>\nund Pflanzen niederzutreten unter dem Motto: &#8222;Laufe f\u00fcr dein Leben!&#8220;<br \/>\nStirbt man nicht da drau\u00dfen an einem Herzschlag, ist man selber schuld,<br \/>\nwenn man zuhause umf\u00e4llt.<\/p>\n<p>Immer mehr Leute stellen sich die Frage: Willst du krank sein? Wenn<br \/>\ndu nicht willst, wirst du es nicht. Krankheit ist heute eigene Schuld.<br \/>\nDa die Sterblichkeitquote fast bei 100% liegt, sind wir also alle immer schuldig.<\/p>\n<p>Deshalb ist der Bericht im heutigen Text so aktuell wie je.<br \/>\nJesus heilt nicht nur, er vergibt uns auch unsere Schuld und unsere S\u00fcnde.<\/p>\n<p><strong>Die Verge\u00dflichkeit <\/strong><br \/>\nVergebung ist deshalb, da\u00df die Schuld entfernt wird. Sie wird verdr\u00e4ngt<br \/>\nund vergessen. Gott verdr\u00e4ngt sie.<\/p>\n<p>Vergessen ist oft schlecht angesehen. Seit den mittelalterlichen S\u00fcndenspiegeln<br \/>\nbis hin zu modernen Psychiatrie hat man die Verge\u00dflichkeit bek\u00e4mpft.<br \/>\nDie Angst davor, die Augen zu verschlie\u00dfen und sich nicht<br \/>\nmehr erinnern zu k\u00f6nnen, ist ein Merkmal unserer Kultur.<\/p>\n<p>Alzheimer ist eine der am meisten gef\u00fcrchteten Krankheiten.<\/p>\n<p>Die Verdr\u00e4ngung wird mit allen Mitteln bek\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Mnemotechnik, Schrift und Elektronik werden mobilisiert, um die Verge\u00dflichkeit<br \/>\nzu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Vergebung aber ist, da\u00df Er vergi\u00dft. Und wenn Er das tut,<br \/>\nk\u00f6nnen wir es auch.<\/p>\n<p>&#8222;Vergi\u00dft du, dann erinnere ich mich&#8220;, hei\u00dft es in einem<br \/>\nd\u00e4ni\u00adschen Song. Wenn es ein Kirchenlied w\u00e4re, m\u00fc\u00dfte<br \/>\nes hei\u00dfen: &#8222;Vergi\u00dft du, brauche ich mich auch nicht mehr zu<br \/>\nerinnern&#8220;.<\/p>\n<p>Dem armen Vater fiel es schwer zu vergessen. Er war wie die meisten<br \/>\nf\u00fcr k\u00fcrzere oder l\u00e4ngere Zeit im Leben schizophren. Nicht<br \/>\nim Sinne einer Diagnose, sondern als Existenz.<\/p>\n<p>Gott ist Liebe. Gott sieht alles, Gott beh\u00e4lt alles, aber er vergi\u00dft<br \/>\nalles andere als die Liebe.<\/p>\n<p>Menschen, wir sind gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Wir sind durchschaut und \u00fcbersehen. Amen.<\/p>\n<p><strong> Bischof Dr. theol. Jan Lindhardt<br \/>\nPal\u00e6et<br \/>\nDK-4000 Roskilde<br \/>\nTlf.: ++ 45 &#8211; 46 38 19 20<br \/>\n<a href=\"mailto:jal@km.dk\">e-mail: jal@km.dk<\/a> <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt in Stichworten \u00fcber Markus 9, 14-29 (d\u00e4nische Perikopenordnung) Der Glaube Man kann nicht selbst bestimmen, ob man glauben will. Glaube ist etwas, was einem auferlegt wird, aufgezwungen wird. Man bestimmt auch nicht, ob man sich verlieben will. Oder ob man hassen will. Gef\u00fchle stehen nicht in unserer Macht. 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