{"id":9819,"date":"2021-02-07T19:49:41","date_gmt":"2021-02-07T19:49:41","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9819"},"modified":"2022-10-03T17:21:58","modified_gmt":"2022-10-03T15:21:58","slug":"roemer-51-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/roemer-51-11\/","title":{"rendered":"R\u00f6mer 5:1-11"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>&#8222;Da wir nun gerecht geworden sind durch<br \/>\nden Glauben,<br \/>\nhaben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus;<br \/>\ndurch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen<br \/>\nund r\u00fchmen uns der Hoffnung der zuk\u00fcnftigen Herrlichkeit, die Gott<br \/>\ngeben wird.<br \/>\nNicht allein aber das, sondern wir r\u00fchmen uns auch der Bedr\u00e4ngnisse,<br \/>\nweil wir wissen, dass Bedr\u00e4ngnis Geduld bringt,<br \/>\nGeduld aber Bew\u00e4hrung, Bew\u00e4hrung aber Hoffnung,<br \/>\nHoffnung aber l\u00e4sst nicht zuschanden werden; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen<br \/>\nin unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.&#8220;<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Es gibt Zeiten, in denen werden Geschichten erz\u00e4hlt. Da<br \/>\nsprudeln einem die Worte nur so aus dem Mund. Erlebnisse und Erfahrungen<br \/>\nteilen wir mit anderen. Wir lassen sie teilhaben an lustigen Ereignissen.<br \/>\nOder wir sch\u00fctten unser Herz aus und sind froh, wenn wir jemanden<br \/>\nhaben, der oder die uns ein Ohr schenkt und zuh\u00f6ren kann und will.<br \/>\nManchmal lachen wir uns schlapp, weil so was Komisches passiert ist und<br \/>\nwir auch anderen etwas zum lachen g\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und dann gibt es Zeiten, da geht es nicht um Geschichten, da geht es<br \/>\num Grunds\u00e4tzliches.<br \/>\nDa muss erst einmal klar gestellt werden, was denn die Basis ist, auf welchem<br \/>\nFundament wir stehen.<br \/>\nDies ist in unserem Land z.B. das Grundgesetz.<br \/>\nIch w\u00fcrde mir w\u00fcnschen, dass es irgendwann in absehbarer Zeit weltweit<br \/>\ndie Erkl\u00e4rung der Menschenrechte der Vereinten Nationen ist.<br \/>\nF\u00fcr unseren Glauben sind es verschiedene biblische Texte u. a. Worte des<br \/>\nApostels Paulus \u0096 wie die heutigen aus seinem Brief an die Gemeinde in Rom.<\/p>\n<p>Es ist keine Geschichte, deshalb auch nur schwer zu behalten. Ich jedenfalls<br \/>\nmusste diese Worte immer wieder lesen. Das ist keine leicht verdauliche<br \/>\nKost, sondern etwas zum durchbei\u00dfen, zum sich aneignen. Das muss<br \/>\ndurchbuchstabiert und in unser Leben \u00fcbersetzt werden \u0096 auch auf<br \/>\ndie Gefahr hin, nicht alle theologischen Aspekte bis in ihre tiefsten<br \/>\nTiefen ergr\u00fcnden zu k\u00f6nnen, jedenfalls nicht mit einer Predigt<br \/>\nan einem Sonntag. Daf\u00fcr ist Paulus zu umfassend in seinem Brief,<br \/>\nden er seinem Besuch in Rom voraus schickt. Er will Grunds\u00e4tzliches<br \/>\nschreiben und so spricht er von Rechtfertigung, von Frieden, von Jesus<br \/>\nChristus, durch den wir all das kennen und geschenkt bekommen, er spricht<br \/>\nvom Zugang zum Glauben und von der Hoffnung auf die k\u00fcnftige Herrlichkeit,<br \/>\nvon Bedr\u00e4ngnis und Geduld, von Bew\u00e4hrung, vom Heiligen Geist<br \/>\nund von der Liebe.<\/p>\n<p>Alles, was er sagt, geh\u00f6rt zum \u0084Grundgesetz\u0093, zu den Grundlagen<br \/>\nunseres christlichen Glaubens. All das geh\u00f6rt dazu und sollte h\u00f6rbar<br \/>\nund erfahrbar sein, wenn wir wie heute, taufen und Menschen wie Jacqueline<br \/>\nund Hannes Philipp durch die Taufe in die Gemeinde aufnehmen.<\/p>\n<p>Aber gerade aus so einem Anlass heraus und weil mit Jacqueline und Hannes<br \/>\nPhilipp auch ihre Familien und die Freunde der Familien gekommen sind,<br \/>\nwird es doch auch darum gehen, verst\u00e4ndlich zu bleiben. Es wird<br \/>\ndarum gehen zu predigen und nicht eine Vorlesung zu halten, dass k\u00f6nnen<br \/>\ndie Professoren an der G\u00f6ttinger Universit\u00e4t besser.<\/p>\n<p>Also: Was ist das Wichtigste?<br \/>\nIch glaube, dass es das ist, was Jacqueline und Hannes Philipp schon erlebt<br \/>\nhaben und mit dem Paulus den heutigen Abschnitt beendet.<br \/>\nDas Wichtigste und das Grund-legendste im Leben ist die Liebe!<\/p>\n<p>Damit meine ich \u0096 Valentinstag hin oder her \u0096 Fr\u00fchlingserwachen<br \/>\nalle Jahre wieder \u0096 beileibe nicht nur die Liebe zwischen zwei Partner,<br \/>\nseien es Mann und Frau oder Mann und Mann oder Frau und Frau.<br \/>\nLiebe ist mehr, weit mehr als das unbestritten sch\u00f6ne Gef\u00fchl von<br \/>\nSchmetterlingen im Bauch, als die Nervosit\u00e4t, wenn man dem anderen gegen\u00fcber<br \/>\nsteht und nicht mehr wei\u00df, ob man klar denken kann oder nur noch Bl\u00f6dsinn<br \/>\nredet. Liebe ist mehr als Verliebtheit, so sch\u00f6n sie auch ist.<\/p>\n<p>\u0084Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen \u0085\u0093 so sagt es<br \/>\nPaulus. Das ist eine der grundlegenden Feststellungen, die zu unserem<br \/>\nLeben als Christen dazugeh\u00f6rt. Bevor wir irgendetwas tun und k\u00f6nnen,<br \/>\nja bevor wir \u00fcberhaupt auf eigenen F\u00fc\u00dfen stehen, sagt<br \/>\njemand <strong>ja <\/strong> zu uns \u0085 ist jemand f\u00fcr uns da.<br \/>\nZwar nicht genauso wie ihr\/sie als Eltern f\u00fcr ihre Kinder da sind, aber<br \/>\ndennoch ist ihr Erleben als Eltern eine Erfahrung, die uns das Andere, n\u00e4mlich<br \/>\nGottes N\u00e4he und Gottes Liebe ahnen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Und ich wei\u00df wohl, dass nicht jedem Kind die gute Erfahrung geschenkt<br \/>\nist, von den eigenen Eltern geliebt zu werden. Ich glaube aber dennoch,<br \/>\ndass es f\u00fcr weitaus die meisten gilt.<br \/>\nDiese Liebe kann nicht bewiesen werden. Alle Versuche dies zu tun, w\u00fcrden<br \/>\nim Aufz\u00e4hlen von Taten oder Geschenken stecken bleiben, deren Beweiskraft<br \/>\nh\u00f6chst fragw\u00fcrdig ist.<\/p>\n<p>Wenn ich in den Konfirmandengruppen frage: \u0084Glaubt ihr, dass eure Eltern<br \/>\neuch lieb haben\/lieben?\u0093 dann sind die meisten, trotz des schwierigen<br \/>\nAlters, fest davon \u00fcberzeugt, obwohl sie ihre Eltern oft peinlich<br \/>\nfinden und es zuhause immer wieder Stress gibt.<br \/>\nWenn es darum geht, zu erz\u00e4hlen, warum sie denn so sicher sind, dann fehlen<br \/>\nihnen oft die Worte oder ich h\u00f6re S\u00e4tze wie:<br \/>\n\u0093Ich wei\u00df es eben!\u0093<br \/>\nUnd das ist gut so!<\/p>\n<p>Das ist gut so, weil es eben deutlich macht, Liebe ist mehr, als ich<br \/>\nzeigen, beschreiben oder gar beweisen kann. Liebe ist etwas, was tief<br \/>\nin meinem Herzen sitzt, zu mir geh\u00f6rt, verl\u00e4sslich ist, auch<br \/>\nwenn nicht alles so l\u00e4uft, wie ich es mir w\u00fcnsche. Liebe ist,<br \/>\ndass ich wei\u00df, egal was auch geschieht, ich werde nicht verlassen,<br \/>\nsondern die Verbindung ist belastbar und tr\u00e4gt auch in schweren<br \/>\nZeiten.<\/p>\n<p>Was, wenn es gelingt, f\u00fcr uns Menschen gilt, das, so sagt Paulus,<br \/>\ngilt in einem noch viel h\u00f6heren Ma\u00dfe f\u00fcr Gott. Wo wir<br \/>\nvielleicht auf der Suche nach Freunden oder einem Lebenspartner schon<br \/>\ndarauf achten, dass wir zusammen passen, dass die Chemie stimmt und schauen,<br \/>\nob wir gemeinsame Interessen haben oder die \u00dcberlegungen anstellen<br \/>\nund fragen: kann ich mir vorstellen, mit dem oder mit der alt werden?<br \/>\nda sagt Gott bedingungslos <strong>ja <\/strong> zu jedem Menschen.<\/p>\n<p>Diese Liebe, griechisch: Agape, schenkt uns Gott, er hat sie ausgegossen<br \/>\nin unsere Herzen.<br \/>\nPaulo Coelho, beschreibt diese Agape in seinem Buch: Auf dem Jakobsweg (Diogenes,<br \/>\nS.128)folgenderma\u00dfen:<br \/>\n\u0084Agape ist die alles umfassende, vollkommene Liebe, die Liebe, die den verschlingt,<br \/>\nder sie erf\u00e4hrt. Wer Agape kennt und erlebt, sieht, dass auf der Welt zu<br \/>\nlieben das einzig Wichtige ist. Dies war die Liebe, die Jesus f\u00fcr die Menschheit<br \/>\nempfand, und sie war so gro\u00df, dass sie die Sterne ersch\u00fctterte und<br \/>\nden Lauf der Geschichte des Menschen ver\u00e4nderte. Sein einsames Leben war<br \/>\nimstande, etwas zu tun, das K\u00f6nigen, Heeren und Kaiserreichen nicht gelang.\u0093<\/p>\n<p>Diese Agape ist uns geschenkt, daran erinnern uns die Worte des Paulus.<br \/>\nSie ist umsonst, gratis und f\u00fcr jede und jeden da. Vorleistungen<br \/>\nsind nicht n\u00f6tig \u0096 ja nicht m\u00f6glich.<br \/>\nDenn \u0084Gott hat uns nicht geliebt, weil wir gut sind, er hat nicht etwas an<br \/>\nuns geliebt, etwas Sch\u00f6nes, Wahres oder G\u00f6ttliches, sondern er hat<br \/>\nuns geliebt, obschon wir seine Feinde waren. Vergesst das nie, dass der Anfang<br \/>\nder Liebe Gottes zu euch nicht von euch, sondern von ihm ausgegangen ist!\u0093 so<br \/>\nsagte es Hans Joachim Iwand in einer Predigt am 10. M\u00e4rz 1945<\/p>\n<p>Diese grunds\u00e4tzliche Aussage \u00fcber Gott, zieht all das andere<br \/>\naus unserem Predigttext nach sich (\u0096 aber keine Angst, es kommt jetzt<br \/>\nkeine zweite Predigt.)<\/p>\n<p>Keine leicht verdauliche Geschichte und doch etwas f\u00fcrs Herz \u0096 und<br \/>\ndass das so ist, muss ja auch immer mal wieder gesagt werden. AMEN<\/p>\n<p><strong>Pastorin Anne T\u00f6pfer<br \/>\nSteffensweg 65<br \/>\n37120 Bovenden<br \/>\n<a href=\"mailto:annetoepfer@t-online.de\">annetoepfer@t-online.de <\/a><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus; durch ihn haben wir auch den Zugang im Glauben zu dieser Gnade, in der wir stehen und r\u00fchmen uns der Hoffnung der zuk\u00fcnftigen Herrlichkeit, die Gott geben wird. 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