{"id":9831,"date":"2021-02-07T19:49:35","date_gmt":"2021-02-07T19:49:35","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9831"},"modified":"2022-10-10T09:16:17","modified_gmt":"2022-10-10T07:16:17","slug":"epheser-5-1-8","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/epheser-5-1-8\/","title":{"rendered":"Epheser 5, 1-8"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>Epheser 5:1 So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder<br \/>\n2 und<br \/>\nlebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst<br \/>\nf\u00fcr uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen<br \/>\nGeruch.<br \/>\n3 Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll<br \/>\nbei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich f\u00fcr die Heiligen geh\u00f6rt.<br \/>\n4<br \/>\nAuch schandbare und n\u00e4rrische oder lose Reden stehen euch nicht<br \/>\nan, sondern vielmehr Danksagung.<br \/>\n5 Denn das sollt ihr wissen, da\u00df kein Unz\u00fcchtiger oder Unreiner<br \/>\noder Habs\u00fcchtiger &#8211; das sind G\u00f6tzendiener &#8211; ein Erbteil hat<br \/>\nim Reich Christi und Gottes.<br \/>\n6 La\u00dft euch von niemandem verf\u00fchren mit leeren Worten; denn<br \/>\num dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes \u00fcber die Kinder des<br \/>\nUngehorsams.<br \/>\n7 Darum seid nicht ihre Mitgenossen.<br \/>\n8 Denn ihr wart fr\u00fcher Finsternis;<br \/>\nnun aber seid ihr Licht in dem Herrn.<\/p>\n<p>Not: business as usual<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die<br \/>\nGemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns. Amen<\/p>\n<p>Wir beginnen unsere Gottesdienste mit der Bitte um Gottes Erbarmen.<br \/>\nWir singen: Kyrie eleison.<br \/>\nLassen Sie uns heute die Predigt ebenfalls<br \/>\nmit der Bitte um Gottes Erbarmen beginnen. Wir singen: Kyrie eleion,<br \/>\nChriste, eleison, Kurie eleison.<\/p>\n<p>I.<\/p>\n<p>Menschen starben in Madrid. Manche werden noch sterben. Sie haben die<br \/>\nKlinik erreicht, \u00c4rzte und Schwestern k\u00e4mpften um ihr Leben,<br \/>\naber der Anschlag traf sie zu heftig. Andere werden ihr weiteres Leben<br \/>\nunter den Folgen leiden m\u00fcssen. Der heute Sonntag geht nicht weiter,<br \/>\nindem er einfach dort fortf\u00e4hrt, wo der letzte vor 7 Tagen aufh\u00f6rte.<br \/>\nNot Business as usual.<\/p>\n<p>Denken wir \u00fcber die Menschen nach, die Opfer, ihre Angeh\u00f6rigen<br \/>\nund die T\u00e4ter \u0096 ja, auch \u00fcber sie. Polizei, Ermittlungsbeh\u00f6rden<br \/>\nhaben die Aufgabe, nach den T\u00e4tern zu suchen. Das m\u00fcssen sie<br \/>\ntun. Das ist ihre Aufgabe. Sie dient u.a. dem Schutz des Staates, seiner<br \/>\nB\u00fcrger in Spanien, in Europa, der Welt. Spanien ist ein Teil Europas.<br \/>\nEuropa lebt in dem Raumschiff Welt, ohne das wir alle nicht leben k\u00f6nnen.<br \/>\nF\u00fcr die Ermittlungsbeh\u00f6rden ist die anstehende Aufgabe Alltag,<br \/>\naber auch f\u00fcr sie in dieser Dimension nicht allt\u00e4glich, not:<br \/>\nbusiness as usual.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Menschen, die weiter morgens nach Madrid zu Ihrer Arbeit<br \/>\nfahren werden, fahren werden m\u00fcssen, steht die Fahrt morgens und<br \/>\nauch die abends unter dem Schrecken des Erlebten, und doch m\u00fcssen<br \/>\ndiese Fahrten Alltag werden. Business as usual im not business as usual.<\/p>\n<p>Und die T\u00e4ter? Wer sie auch sind und was sie immer gewollt haben,<br \/>\nsie haben den Alltag der anderen und damit ihren eigenen ver\u00e4ndert.<br \/>\nNot business as usual.<\/p>\n<p>II.<\/p>\n<p>Unser heutiger Predigttext\u0096 ich habe ihn mir nicht ausgesucht \u0096 nennt<br \/>\neine ganze Liste von menschlichen Fehlern. Es sind vergleichsweise kleine<br \/>\nmit dem Geschehen von Madrid. Die Folgen dieser Fehler \u0096 ich k\u00f6nnte<br \/>\nsagen: die Fehler dieses Business as usual unseres Alltags \u0096 sind Ausschluss<br \/>\nvom Erbteil am Reich Gottes und ziehen den Zorn Gottes auf die T\u00e4ter.<br \/>\nWas meinen die T\u00e4ter von Madrid? Vielleicht halten sie nicht viel<br \/>\nvon Gott. Vielleicht meinen sie gar, ein Gott wohlgef\u00e4lliges Werk<br \/>\ngetan zu haben. Nur Gott sagt: \u0084Du sollst nicht t\u00f6ten\u0093. Gott ist<br \/>\nnicht abh\u00e4ngig von der Meinung dieses oder jenes Menschen. Mag einer<br \/>\nan ihn glauben, ihn f\u00fcr real existierend halten oder nicht, Gott<br \/>\nist davon nicht abh\u00e4ngig.<\/p>\n<p>Es gibt ein Lied, ein Kinderlied. Wir kennen es alle. Es handelt vom<br \/>\nMond. Es sagt, dass der Mond rund und sch\u00f6n auch dann ist, wenn<br \/>\nwir ihn nur halb sehen.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches wollte wohl der Schreiber sagen, der unseren Text schrieb.<\/p>\n<p>Was ihr, ihr Leser, Tag f\u00fcr Tag tut \u0096 wir k\u00f6nnen hinzuf\u00fcgen:<br \/>\nund das, was ihr T\u00e4ter Au\u00dfergew\u00f6hnliches, Absurdes, T\u00f6dliches,<br \/>\nMenschen in Leid St\u00fcrzendes tut \u0096 denkt daran, dass Gott nicht alles<br \/>\ngrade sein l\u00e4sst! Er zieht Konsequenzen!<\/p>\n<p>Im Galaterbrief lesen wir dasselbe, nur mit sch\u00e4rferen Worten ausgedr\u00fcckt.<br \/>\nDort hei\u00dft es: \u0084 Irret euch nicht ! Gott l\u00e4\u00dft sich nicht<br \/>\nspotten . Denn was der Mensch s\u00e4t, das wird er ernten\u0093. Das ist<br \/>\nein sehr hartes Wort. Aber es ist freundlich gemeint. Es ist eine Erinnerung,<br \/>\neine Mahnung, keinen Fehler zu machen. Denn dieser Fehler ist t\u00f6dlich.<\/p>\n<p>III.<\/p>\n<p>Ist die Mahnung ein Trost f\u00fcr die Leidenden in Madrid? Nein, werden<br \/>\nviele sagen. Ich denke, dass sie Recht haben, denn diese Mahnung ist<br \/>\nnicht an sie gerichtet, gilt nicht ihnen. Die Bibel unterscheidet genau<br \/>\nzwischen Adressaten, versendet keine Massendrucksachen.<\/p>\n<p>Unser Text beginnt mit einer Anrede. Sie werden als \u0084geliebte Kinder\u0093 gesehen.<br \/>\nGeliebte Kinder werden nicht allein gelassen. Liebe meint \u0084Zuwendung\u0093.<br \/>\nDie Worte \u0084Ich liebe dich\u0093 sagen, dass ich auf den anderen geradezu fixiert<br \/>\nbin und mich freue, wenn der andere auch auf mich fixiert ist. Wir sind <em>ein <\/em>Duo.<\/p>\n<p>Gott schritt nicht gegen den Anschlag ein, lie\u00df ihn geschehen.<br \/>\nMancher fragt darum erregt: Wie konnte Gott das zulassen? Ich wei\u00df nicht<br \/>\nwarum. Ich frage mich auch: musste das sein? Und ich meine: Das musste,<br \/>\ndurfte nicht geschehen! Dennoch geschah es.<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, wir kommen von Weihnachten, und wir gehen auf Ostern.<br \/>\nZurzeit leben wir in der Passionszeit, der Zeit der Erinnerung an das<br \/>\nLeiden Jesu Christi. Die Passion Jesu war eine Passion. Der neue Jesus-Film<br \/>\nist umstritten, weil er schonungslos das Leiden Jesu zeigt. Wir meinen,<br \/>\ndass das zu weit geht. Ja, geht der Film zu weit, oder ging das Leiden<br \/>\nJesu zu weit?<\/p>\n<p>Damit ist die Geschichte Jesu nicht zu Ende. Sie geht weiter. Der Ostermorgen<br \/>\nfolgt auf das Leiden. Auf den Tod.<\/p>\n<p>Gott l\u00e4sst die Seinen nicht allein. \u0084Die geliebten Kinder\u0093 werden<br \/>\nnicht nur so an sch\u00f6nen Tagen, sondern auch an leidvollen so angeredet.<br \/>\nGott kam in die Welt \u0096 das ist die Botschaft, die gute, die sch\u00f6ne<br \/>\nNachricht von Weihnachten. Da kommen wir her. Diese Nachricht ist nicht<br \/>\nin der Passionszeit vergessen. Wir k\u00f6nnen in der Passionszeit singen \u0084Kyrie,<br \/>\neleison, Herr, erbarme dich\u0093. Denn es h\u00f6rt uns der Herr. Er kam<br \/>\nWeihnachten. Gott sandte seinen Sohn.<\/p>\n<p>Gott l\u00e4sst die Seinen nicht allein. Ich habe mir einmal unser Gesangbuch<br \/>\ndaraufhin angesehen, was dort zum Leid gesagt wird. Das Gesangbuch ist<br \/>\nein Geschichtsbuch, in dem steht, wie Christen das Leid erlebt, erlitten<br \/>\nund Gott mit dem Leid, ihren eignen Leid in Verbindung brachten. Als<br \/>\nich mir das Gesangbuch so ansah, stellte ich fest, dass das Leid nicht<br \/>\nunbesiegbar ist. Die Berichte der Dichterinnen und Dichter \u00fcber<br \/>\nihr Leid sind immer auch Berichte, dass Gott sie nicht verga\u00df.<br \/>\nDas Leid trifft Menschen immer wieder, es ist fast Allt\u00e4gliches.<br \/>\nEs gibt Kriege in \u0085 und nun k\u00f6nnen wir und konnten fr\u00fcher Menschen<br \/>\nreihenweite Namen von L\u00e4ndern einf\u00fcgen. Es gibt Mord in \u0085 und<br \/>\nwieder k\u00f6nnen wir uns konnten fr\u00fcher Menschen Namen reihenweise<br \/>\neinf\u00fcgen. Es ist Business as usual<br \/>\nAber \u0096 und dieses Aber ist entscheidend \u0096 wird durch das Not Business as usual<br \/>\nGottes abgel\u00f6st. Ostern steht vor der T\u00fcr. Heute singen wir, singen<br \/>\nwir verzweifelt \u0084Kyrie eleison\u0093, aber morgen erleben wir Ostern. Amen<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Dr. Ulrich Nembach<br \/>\n<a href=\"mailto:ulrich.nembach@theologie.uni-goettingen.de\">ulrich.nembach@theologie.uni-goettingen.de<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Epheser 5:1 So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder 2 und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst f\u00fcr uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch. 3 Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":8543,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[45,1,727,114,689,3,109],"tags":[],"beitragende":[],"predigtform":[],"predigtreihe":[],"bibelstelle":[],"class_list":["post-9831","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-epheser","category-aktuelle","category-archiv","category-deut","category-kapitel-05-chapter-05-epheser","category-nt","category-predigten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9831","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9831"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9831\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":14120,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9831\/revisions\/14120"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8543"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9831"},{"taxonomy":"beitragende","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/beitragende?post=9831"},{"taxonomy":"predigtform","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtform?post=9831"},{"taxonomy":"predigtreihe","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/predigtreihe?post=9831"},{"taxonomy":"bibelstelle","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/wp-json\/wp\/v2\/bibelstelle?post=9831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}