{"id":9845,"date":"2021-02-07T19:49:40","date_gmt":"2021-02-07T19:49:40","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9845"},"modified":"2025-06-28T09:40:45","modified_gmt":"2025-06-28T07:40:45","slug":"predigt-zum-konfirmations-abendmahl-und-zur-konfirmation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/predigt-zum-konfirmations-abendmahl-und-zur-konfirmation\/","title":{"rendered":"Predigt zum Konfirmations-Abendmahl und zur Konfirmation"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p><strong>Predigt zum Konfirmations-Abendmahl<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,<br \/>\nliebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Heute Vorweg &#8211; das Abendmahl.<\/p>\n<p>Bei einem guten Essen bekommt man auch etwas vorweg: Brot und Kr\u00e4uterbutter, zumimdest Schmalz oder gar etwas besonders Leckeres.<br \/>\nAmuse geule Gaumenschmeichler nennen es die Franzosen.<br \/>\nEs soll den Geschmack anregen, stimulieren &#8211; vielleicht auch den Hei\u00dfhunger bes\u00e4nftigen,<br \/>\ndamit wir das festliche Essen genie\u00dfen, nicht herunterschlingen.<\/p>\n<p>Etwas davon ist auch Sinn des Abendmahls: es soll etwas wie ein Appetith\u00e4ppchen sein &#8211; amuse geule f\u00fcr das gro\u00dfe Festmahl, das wir feiern werden im Reich Gottes.<br \/>\nVorweggenommen: wir d\u00fcrfen es heute feiern, auch dann und f\u00fcr den, der es streng genommen und nach alter Sitte versteht &#8211; dass die Konfirmation die Zulassung zum Abendmahl bedeutet.<\/p>\n<p>Ein bischen was vorwegnehmen &#8211; das geh\u00f6rt zum christlichen Leben.<br \/>\nJesus hat vom ReichGottes erz\u00e4hlt, von einem gro\u00dfen himmlischen Fest, zu dem alle Spannungen gel\u00f6st sein werden, alles Trennende beseitigt, alle Mi\u00dfverst\u00e4ndnisse ausger\u00e4umt.<\/p>\n<p>Ich spreche zu euch, sagt Jesus, weil ich will, dass euch meine Freude erf\u00fcllt und immer volkommener wird. Weil ich alles, was ich vom Vater erfuhr, mit euch teile: Unter uns kein Geheimnis!<br \/>\nSo h\u00f6rten wir in der Lesung der Bibel.<\/p>\n<p>Christen leben immer ein bischen vorweg.<br \/>\nLeben in dieser Welt mit einer Ahnung vom Himmel, und lassen sich darum wohl beeindrucken, von all dem Schrecklichen dieser Welt, aber nicht l\u00e4hmen.<br \/>\nWo andere sagen, da kann man nichts machen, nichts \u00e4ndern, sagen sie, nein, das ist h\u00f6chstens das vorletzte, zuletzt hat Gott uns was zusagen.<br \/>\nChristen haben die Hoffnung zum Lebensprinzip gemacht.<\/p>\n<p>So auch jetzt, heute abend und Morgen:<br \/>\nWir feiern nicht, das wir am Ende sind, mit der Konfirmandenzeit fertig, mit der Kirche fertig, sondern das wir auf den Geschmack gekommen sind. Schmecket und sehet, wie freundlich der Herr ist, hei\u00dft es in der alten Abendmahlsliturgie.<\/p>\n<p>Wer jetzt sagen w\u00fcrde: danke, das reicht mir schon, mit dem Glauben und der Kirche &#8211; der gibt sich mit diesen kleinen Brotst\u00fcckchen zufrieden, mit den amuse geule, und l\u00e4\u00dft sich das richtige Festessen entgehen.<br \/>\nS\u2019 w\u00e4r schad drum. S\u2019 w\u00e4r so, als w\u00fcrde einer Fahrstunden nehmen, den F\u00fchrerschein machen, aber dann nie selbst Autofahren.<\/p>\n<p>Wir stehen nicht am Ende, sondern am Anfang. Euch steht nicht nur die Welt offen, sondern der Himmel.<br \/>\nWann immer ihr an Grenzen steht &#8211; k\u00f6nnt ihr sagen: so hat Gott es nicht gemeint.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich passiert uns das auch, sogar viel zuoft,<br \/>\nAuch wenn wir eine Ahnung davon haben, wie es sein k\u00f6nnte:<br \/>\nWir sind (noch) nicht perfekt!<\/p>\n<p>Und so erleben und leben wir:<br \/>\nWir brauchen nur jemanden zu sehen &#8211; und meinen wir wissen schon Bescheid.<br \/>\nWir brauchen nur ein paar Worte zu wechseln, und wissen schon mit wem wir es zu tun haben.<br \/>\nWir brauchen nur \u00fcber jemanden dies und das zu h\u00f6ren, und wissen schon, was f\u00fcr ein Mensch er oder sie ist.<br \/>\nMein Gott, es ist erschreckend, wie schnell wir jemanden zu kennen glauben, und wie lange es dauert, bis ich mein voreiliges Urteil \u00e4ndere.<\/p>\n<p>Etwas vorwegnehmen, da ist auch schon was weggenommen.<br \/>\nDarum sagen Christen: Gott ist anders, er sieht das anders:<br \/>\nWo immer Menschen festgelegt werden, auf das was sie mal gesagt oder getan haben und ihnen keine Chance mehr gegeben wird: So hat Gott es nicht gemeint.<br \/>\nWo immer Grenzen gezogen werden oder Mauern errichtet, wo wir nicht mehr zueinanderkommen k\u00f6nnen, uns nur noch auseinandersetzen: So hat Gott es nicht gemeint.<br \/>\nWo es zum Krieg kommt, nicht mehr verhandelt wird sondern zerst\u00f6rt und get\u00f6tet: so hat Gott es nicht gemeint.<br \/>\nWo das Recht des St\u00e4rkeren gilt, keiner mehr Schw\u00e4che zeigen darf, wo einer alles f\u00fcr sich haben will und andere unterdr\u00fcckt werden: so hat Gott es nicht gemeint.<br \/>\nWo einer geh\u00e4nselt wird, klein gemacht, nicht ernst genommen, immer der Looser ist: so hat Gott es nicht gemeint.<\/p>\n<p>Wie er es gemeint hat?<br \/>\nSo, wie auch ich selbst verstanden werden m\u00f6chte:<br \/>\nEiner Antoine de St. Exupery, der den kleinen Prinzen geschrieben hat, hat es so gesagt:<br \/>\nZu dir, Gott kann ich kommen, kein St\u00fcck meiner inneren Heimat brauche ich preiszugeben.<br \/>\nIn deiner N\u00e4he habe ich mich nicht zu entschuldigen, nicht zu verteidigen, brauche ich nichts zu beweisen.<br \/>\n\u00dcber meine ungeschickten Worte, \u00fcber die Urteile hinweg, die mich irref\u00fchren k\u00f6nnten,<br \/>\nsiehst du in mir einfach den Menschen.<br \/>\nDein JA-sagen zu dem was ich bin,<br \/>\nhat dich gegen Haltung und Bekenntnis nachsichtig gemacht, sooft es n\u00f6tig war.<br \/>\nIch wei\u00df dir Dank daf\u00fcr, das du mich so hinnimmst, wie ich bin.<\/p>\n<p>Ohne das geht es nicht, ohne dass w\u00e4ren wir selbst Verlierer, h\u00e4tten wir keine Chance. Wer kann schon immer alles richtig machen?<\/p>\n<p>Dies ist mein Gebot:<br \/>\nliebt einander, seid freundlich zu euren Gef\u00e4hrten,<br \/>\nso wie auch ich euch freundlich bin, jedem in Liebe verbunden.<br \/>\nUnd denkt heute und morgen daran, das die Liebe am gr\u00f6\u00dften ist. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr meine Gebote befolgt.<br \/>\nAber schon vorweg &#8211; nicht erst wenn wir das geschafft und erf\u00fcllt haben, geh\u00f6ren wir dazu, d\u00fcrfen wir mitfeiern, einen kleinen Vorgeschmack vom ReichGottes bekommen.<br \/>\nGott steht zu uns, l\u00e4dt uns ein zu seinem Fest.<br \/>\nDenn wir feiern nicht uns &#8211; sondern unseren Glauben. Schon mal vorweg ein bischen was von seinem Fest.<br \/>\nUnd der Frieden Gottes,<br \/>\nder gr\u00f6\u00dfer ist als alle Vernunft<br \/>\n\u00f6ffne unsere Herzen<br \/>\nbewahre unseren Glauben<br \/>\nst\u00e4rke unsere Hoffnung<br \/>\nund wecke unsere Liebe.<br \/>\nIn Jesu Namen. Amen.<\/p>\n<p>+++++++++++++++++++++++++++++++++++++++<\/p>\n<p><strong>Predigt zur Konfirmation<\/strong><\/p>\n<p>(Nach der Segnung bekommt jede(r) KonfirmadIn eine kleine Led-Taschenlampe \u00fcberreicht)<\/p>\n<p>Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>DSDS:<br \/>\nLiebe Gemeinde, wissen Sie, was das hei\u00dft?<br \/>\nIch denke: ihr wisst es bestimmt alle. Ganz klar! Und weil\u2019s heute um euch ganz besonders geht, sollten wir es alle wissen: wenn uns daran liegt euch zu kennen, zu wissen was euch bewegt und auch mehr oder weniger besch\u00e4ftigt.<br \/>\nDSDS: Deutschland sucht den Superstar:<br \/>\nZu tausenden gehen Jugendliche zu den castings:<br \/>\nVielleicht bin ich\u2019s ja, vielleicht wird mein Talent entdeckt.<\/p>\n<p>Entdeckt werden, ganz gro\u00df rauskommen, bewundert, angehimmelt, geliebt, das geh\u00f6rt zu den Jugendtr\u00e4umen. Ganz normal.<br \/>\nDas ist ganz wichtig, in der Schule, der Clique, wo auch immer. Wie werde ich gesehen, wer kennt mich?<br \/>\nIch erinnere mich an ein M\u00e4dchen &#8211; Jahre her, ich war Jugendgruppenleiter in meiner Heimatgemeinde, die wurde zum Bravogirl des Jahres gew\u00e4hlt. Das war was. Stolz zeigte sie jedem die Bilderserie vom fotoshooting, die Bravo mir ihrem Titelbild, erntete Anerkennung und auch Neid &#8230; Pl\u00f6tzlich kennt jeder meinen Namen, wei\u00df wer ich bin. Und ich kann allen zeigen, was in mir steckt.<br \/>\nEin Star! Heute ist es wochenlang eine riesen Show im Fernsehen. Zum Mitzittern, mitfiebern, mittr\u00e4umen: Was w\u00e4re, wenn ich es w\u00e4re&#8230;.<br \/>\nFaszinierend. Gew\u00e4hlt, erw\u00e4hlt. Durch tausende Telefonanrufe. Die wollen alle mich.<br \/>\nJetzt beginnt das Leben: ein Traum: Scheinbar m\u00fchelos. Ich: im Fernsehen, in den Zeitungen, in aller Munde.<br \/>\nTolles Aussehen, toller Auftritt und ich kann machen was ich will.<\/p>\n<p>Solche W\u00fcnsche und Tr\u00e4ume haben nicht nur Jugendliche, sie begleiten manchen auch noch im Erwachsenenleben.<\/p>\n<p>Und ihr ahnt sicher schon, jetzt wird\u2019s kritisch.<br \/>\nAls Pastor werde ich mal wieder nicht nur gut finden, was da l\u00e4uft.<br \/>\nKlar, ich w\u00fcrde euch einen gro\u00dfen Erfolg gerne g\u00f6nnen, aber ich wei\u00df doch, wie schnell solche Tr\u00e4ume verfliegen, zerplatzen wie Seifenblasen, weit entfernt von der Realit\u00e4t sind.<br \/>\nKaum einer dieser Stars kann machen was er will,<br \/>\nBerater, Stylsten, Choreographen und Gesangslehrer (und wer noch alles) ziehen mit ihnen ein echt strammes Arbeitspensum durch.<br \/>\nVertr\u00e4ge regeln genau, wer wann und wo auftreten darf und muss, und vor allem auch, was nicht erlaubt ist. Alexander wurde freitag abend in der Talkshow drei nach neun eine gelackte casting-Marionette genannt.<br \/>\nDie gro\u00dfe Freiheit ist viel kleiner als ihr sie jetzt habt, der gro\u00dfe Gewinn viel kleiner, der Erfolg viel schneller vorbei. Vom star zur Sternschnuppe.<br \/>\nZumeist ist es nicht mehr als ein kurzes Abenteuer, wie ein sch\u00f6ner Urlaub. Immerhin!<br \/>\nVielleicht ein tolles Erlebnis &#8211; aber nur f\u00fcr ganz wenige.<br \/>\nDie meisten erleben ganz anderes.<br \/>\nDie sich einen Namen machen wollen bei den castings, werden nur zur Nummer, etliche auch zur Lachnummer.<br \/>\nRein raus Ende, abgespeist mit einem \u00e4tzenden Kommentar der Jury.<br \/>\nManche werden ziemlich brutal mies gemacht, von Leuten wie Dieter Bohlen.<br \/>\nSp\u00e4ter vielleicht sogar noch im Fernsehen vorgef\u00fchrt: Ein Film \u00fcber das casting, der zeigt wie die meisten sich doch eher blamieren, sehr<br \/>\nfragw\u00fcrdig!<br \/>\nDas Auf und Ab von Hoffnung und Niederlage.<br \/>\nMich st\u00f6rt vor allem, die Abh\u00e4ngigkeit von der Meinung anderer.<br \/>\nUnd die sagen zu fast allen: ey, du bist vielleicht ganz nett, aber f\u00fcr uns taugst du nichts, f\u00fcr das hier bringst du es nicht.<br \/>\nDie meisten werden abgelehnt, aus der Traum,<br \/>\nKehren mit einer Niederlage oder gar Dem\u00fctigung zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Der Superstar ist wie ein Lottogewinn: einer von ganz vielen bekommt ihn: als unverhofftes Gl\u00fcck.<br \/>\nEs ist auch nicht unbedingt das eigene K\u00f6nnen oder das eigene Talent: Das ganze ist geplant und gemacht: es sind nicht einfach die Besten, die ins Rennen geschickt werden.<br \/>\nEs sind Typen.<br \/>\nDa werden Leute ausgew\u00e4hlt, weil sie in der Kandidatenrunde eine ganz bestimmte Rolle spielen sollen. Jede Gruppe hat ihr Rollenspiel: Das gibt es in jeder Schulklasse, in jeder Kofirmandengruppe in jeder Sportgruppe, im Freundeskreis:<br \/>\nDa gibt es die Queen und ihren Hofstaat, die Konkurrentinnen &#8211; und den Anf\u00fchrer und seinen Herausforderer, den Ewigzweiten, den Soften und den Stillen, Lieben, nat\u00fcrlich auch den Looser, ganz wichtig: den Gruppenclown, der sich selbst zum Affen macht, &#8211; kann auch ein toller Typ sein &#8211; der, die Lacher immer auf seiner Seite hat.<br \/>\nIhr wisst selbst, wer bei uns welche Rolle hatte.<br \/>\nFreiwillig &#8211; oder reingedr\u00e4ngt.<br \/>\nMan f\u00fchlt sich in ihr wohl oder wird sie schwer wieder los,<br \/>\nwer das Spiel wei\u00df, kennt und versteht,<br \/>\nwei\u00df auch, das ist nur eine Seite von mir, die hier in diesem Wechselspiel ihre Rolle spielt.<br \/>\nJe besser diese Rollen auch in so einer Show besetzt sind, desto besser funktioniert sie.<br \/>\nUnd dann steht hinterher so ein Gurkenheini im Mittelpunkt, dem der Erfolg zu Kopf steigt, der sich dann ma\u00dflos \u00fcbersch\u00e4tzt und glaubt er m\u00fcsse jetzt einfach alles k\u00f6nnen, auch Autofahren. Und das soll &#8211; laut Zuschauervoting einer der 10 bedeutendsten Deutschen sein.<br \/>\nAlso, wirkliche Bedeutung l\u00e4sst sich nicht durch Abstimmungen ermitteln.<\/p>\n<p>In der Bibel steht im R\u00f6merbrief: So liegt es nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an Gottes Erbarmen (R\u00f6m 9,16)<br \/>\nMir einer der wichtigsten S\u00e4tze: Soll hei\u00dfen: ich kann\u2019s nicht erzwingen. Und ich muss es nicht erzwingen.<\/p>\n<p>Hei\u00dft auch: Ihr m\u00fcsst nicht erst was werden: ihr seid schon was: von Anbeginn, vom ersten Moment an: Gott hat euch soviel Menschlichkeit mitgegeben auf euren Lebensweg, da k\u00f6nnt ihr alles m\u00f6gliche draus machen.<br \/>\nDas ist mein Wunsch f\u00fcr euch, das dies bei euch angekommen ist: ich bin nicht eine Nummer, schon gar keine Lachnummer. Und der oder die andere auch nicht.<br \/>\nIch denke da auch an unser Wochenende im Anne-Frank-Haus in Oldau, und den Besuch in Bergen-Belsen. Wie viele Menschen haben da nicht nur ihre W\u00fcrde verloren, sondern ihr Leben, gez\u00e4hlt nur noch als Nummer, im Arm eint\u00e4towiert.<br \/>\nGott hat uns ein anderes Menschenbild gegeben:<br \/>\nJaro hatte es f\u00fcr unseren Vorstellungsgottesdienst als power-point Pr\u00e4sentation vorbereitet:<br \/>\nIch bin eine Sehensw\u00fcrdigkeit: made by god.<br \/>\nWer sich dessen bewusst ist, der braucht sich kein Bild von Gott zu machen, braucht keine Bilder von Gott zu suchen. Der braucht nur nach rechts oder links zu schauen, vor sich oder hinter sich &#8211; und er wird etwas von Gott sehen und erkennen.<br \/>\nUnd er kann in einen Spiegel sehen &#8211; und sagen hey, da bist du ja auch: Vergi\u00df es nie, das du lebst war keine eigene Idee: Du bist du.<br \/>\nEin guter Gedanke Gottes! In der Taufe wurde das schon deutlich gemacht.<br \/>\n14 Jahre lang haben euch eure Paten neben den Eltern begleitet. Einst hatten sie versprochen gut darauf zu achten, das ihr genug von Gott erfahrt, nicht von Gott genug habt, so dass ihr jetzt von euch aus sagen k\u00f6nnt:<br \/>\nIch will daran festhalten, was zu mir da in der Taufe gesagt wurde.<\/p>\n<p>Confirmare bedeutet befestigen, best\u00e4tigen.<br \/>\nIm 16. Jahrhundert noch in der Reformation gab es Kritik an der Kindertaufe:<br \/>\ndie Kirche taufe Menschen auf ein Bekenntnis, das sie noch gar nicht begreifen und verstehen k\u00f6nnten.<br \/>\nDann hat man gesagt: dann lassen wir die Jugendlichen an der Grenze zum Erwachsenenleben bewusst selbst entscheiden, ob sie glauben wollen.<br \/>\nSeither lassen sich fast alle evangelisch getauften Jugendlichen konfirmieren, jedes Jahr in Deutschland etwa 260 Tausend.<br \/>\nEin eindrucksvolles Voting. Aber nicht die gro\u00dfe Zahl z\u00e4hlt, sondern jeder einzelne von euch, das ihr glaubt und was ihr glaubt.<\/p>\n<p>Einige von euch haben bei Ihrer Taufe eine Kerze, als symbolisches Lebenslicht bekommen, vielleicht brennt sie heute auf eurer Festtafel. Hier in der Kirche entz\u00fcnden wir die Taufkerzen an unserer Christuskerze, die von der \u00f6sterlichen Auferstehungsfeier an in allen Gottesdiensten brennt. Christus, das Licht der Welt und ihr &#8211; die Lichter dieser Welt.<br \/>\nAm eindrucksvollsten ist mir dieses Bild in Jerusalem begegnet.<br \/>\nIn der Gedenkst\u00e4tte f\u00fcr die Holocaustopfer Yad va Shem wird in einem besonderen Memorial der Kinder gedacht, die damals umgekommen sind.<br \/>\nPausenlos werden alle bekannten Namen verlesen. Der Raum ist fast finster, man tastet sich einen Gang entlang, nur wenige Kerzen geben Licht, das von unz\u00e4hligen aufgeh\u00e4ngten kleinen Spiegel vervielf\u00e4ltigt wird. So f\u00fchlt man sich wie mitten im funkelnden Sternenhimmel.<br \/>\nSoll hei\u00dfen: jedes dieser Kinder war in Gottes Augen als star geboren, einmalig, Einzigartig.<br \/>\nDas ist auch unser christliches Menschenbild:<br \/>\nJeder von uns ist in Gottes Sicht schon als star geboren: einzigartig, einmalig.<br \/>\nEr muss nicht erst von anderen dazu gemacht oder erw\u00e4hlt werden: du bist es schon. Ihr seid nicht nur heute die stars des Tages &#8211;<br \/>\nDeine F\u00e4higkeiten und Eigenschaften machen dich genauso einmalig wie jeden anderen um dich herum.<br \/>\nDarum musst du dich nicht durchsetzen, musst nicht auf anderer Kosten leben, sondern kannst es mit ihnen gemeinsam viel besser.<br \/>\nDieser Gaube verbindet uns. Ich m\u00f6chte euch heute an eure Taufe erinnern, m\u00f6chte euch wieder ein Licht mit auf den Weg geben &#8211; in moderner Form.<br \/>\nJedem eine kleine Leuchte. Funkelnd wie ein einzelner Stern. Gemeinsam wird daraus ein lebendiger Sternenhimmel.<br \/>\nIhr habt das Licht, seid gut ausgew\u00e4hlt &#8211; und ihr habt die Wahl, es einzuschalten, euer Licht leuchten zu lassen, die Welt im Dunkeln zu lassen oder Gottes Licht hineinzubringen.<\/p>\n<p>Und der Frieden Gottes,<br \/>\nder gr\u00f6\u00dfer ist als alle Vernunft<br \/>\n\u00f6ffne unsere Herzen<br \/>\nbewahre unseren Glauben<br \/>\nst\u00e4rke unsere Hoffnung<br \/>\nund wecke unsere Liebe.<br \/>\nIn Jesu Namen.<br \/>\nAmen.<\/p>\n<p><strong>Ele Brusermann, Leeste<br \/>\n<a href=\"mailto:Ele.Brusermann@evlka.de\">Ele.Brusermann@evlka.de<\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Predigt zum Konfirmations-Abendmahl Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, liebe Gemeinde! Heute Vorweg &#8211; das Abendmahl. Bei einem guten Essen bekommt man auch etwas vorweg: Brot und Kr\u00e4uterbutter, zumimdest Schmalz oder gar etwas besonders Leckeres. 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