{"id":9871,"date":"2021-02-07T19:49:43","date_gmt":"2021-02-07T19:49:43","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9871"},"modified":"2022-10-03T07:44:26","modified_gmt":"2022-10-03T05:44:26","slug":"1-petrus-3-18-22","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-petrus-3-18-22\/","title":{"rendered":"1. Petrus 3, 18-22"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>Die Redensart \u201ezwischen den Tagen\u201c ist umgangssprachlich gem\u00fcnzt auf die Zeit zwischen Weihnachten und Altjahrsabend. Recht eigentlich aber ist der heutige der \u201eTag zwischen den Tagen\u201c. Zwischen besonderen, einmaligen Tagen! Zwischen dem Tag der Kreuzigung und dem, der den Beginn eines Neuen, eines ganz Anderen einleitet. Der \u201eTag zwischen\u201c h\u00e4lt diese beiden beieinander. Tod und neues, Tod-\u00fcberwindendes Leben sind beieinander; keins ohne das andere. Beieinander gehalten durch den \u201eTag zwischen den Tagen\u201c.<\/p>\n<p>An diesem Tag, an diesem Abend strecken Menschen sich aus vom Alten zum Neuen, vom Vergehenden zum Bleibenden, vom Dunkel ins Licht. Sie strecken sich aus nach ihrer Taufe. \u00dcber ihr Geheimnis und ihre Kraft unterrichtet wohl der Apostel-Brief; er unterrichtet und ebenso vermahnt und erinnert er; und er spricht zu, er eignet zu die Frucht der Taufe.<\/p>\n<p>Menschen strecken sich an diesem Abend aus nach der Taufe. Es ist \u2013 wie Paulus sagt \u2013 eine Taufe \u201ein den Tod\u201c, aber \u2013 zum Leben! Taufe in den Tod Christi. Der Christus ist \u201eeinmal gestorben\u201c, damals am Kreuz auf Golgatha. Gestorben f\u00fcr \u201eS\u00fcnder und Ungerechte\u201c. F\u00fcr die Menschen \u2013 meint das -, die ihrem Gott und Sch\u00f6pfer nicht gerecht geworden sind und immer noch nicht werden, die ihm nicht vertraut, sondern misstraut haben und so immer noch \u201edavor sind\u201c. Gestorben f\u00fcr Menschen, die nicht im Leben und nicht im Sterben sich auf ihren Gott und Sch\u00f6pfer verlassen und so zu S\u00fcndern werden, &#8211; zu Menschen, die sich selbst \u201e\u00fcber alle Dinge f\u00fcrchten, lieben und vertrauen\u201c. Gestorben ist er f\u00fcr Menschen, die \u2013 wohl wissend um ihre S\u00fcnde oder sie doch ahnend \u2013 in Angst sich vor ihrem Herrn versteckt halten, ihm aus dem Weg gehen, um ihm \u201enicht unter die Augen zu kommen\u201c.<\/p>\n<p>\u201eEinmal gestorben f\u00fcr S\u00fcnder und Ungerechte\u201c \u2013 dieser Tod bleibt nicht ohne Folgen; er ist nicht sinnlos; er f\u00fchrt nicht ins Nichts; es ist freilich auch nicht so, dass er zu nichts f\u00fchren w\u00fcrde. Vielmehr: er \u201ef\u00fchrt\u201c Menschen, die ihn annehmen, ihm vertrauen k\u00f6nnen und m\u00f6gen, \u201ezu Gott\u201c, so, dass sie in ihm v\u00e4terliche Liebe und umfassenden Rettungswillen erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In einer kunstvoll gestalteten Architektur dieser wenigen Verse f\u00fchrt der Apostel den Taufwilligen und denen, die sich ihrer Taufe erinnern, die F\u00fclle der Gnade und des Trostes vor Augen, die in dem Geschehen an Kreuz und Ostermorgen beschlossen sind. Der \u201eeinmal\u201c f\u00fcr \u201eS\u00fcnder und Ungerechte\u201c gestorben ist, den hat Gott durch die Kraft seines Sch\u00f6pfergeistes zu neuem Leben erweckt. Damit ist das \u201ef\u00fcr\u201c wahrhaft und auch ein f\u00fcr allemal in Kraft gesetzt. Darauf k\u00f6nnen bauen, die sich am \u201eTag zwischen den Tagen\u201c nach ihrer Taufe ausstrecken und sich ihrer empfangenen Taufe erinnern.<\/p>\n<p>Mehr noch: diesen Apostel hat \u2013 wie viele andere Menschen auch \u2013 die Frage bewegt und beunruhigt, ob und wie denn Rettung und Heil zuteil werden k\u00f6nnten den Menschen, die den Christus Jesus \u201enach dem Fleisch\u201c nicht kennen, nicht h\u00f6ren, ihm nicht begegnen konnten. Und so artikuliert der Apostel das Umfassende des Rettungswillens Gottes so, dass er bekennt, der Auferweckte\/Gekreuzigte habe auch im Totenreich die Gnade Gottes, das \u201eWort von der Vers\u00f6hnung\u201c gepredigt und zugesprochen, er habe sich vom Sterben \u201enach dem Fleisch\u201c nicht daran hindern lassen, in ein lebendig-machendes Gespr\u00e4ch einzutreten mit denen, die er sucht. \u201eVon Ewigkeit her\u201c ist Gott ein Retter; er schenkt Leben und Heil. Des zum Zeichen erinnert der Apostel-Brief an jene sagenhafte Gestalt des Noah. Er, der vertrauensvoll \u201eaufs Wort h\u00f6rte\u201c, wurde aus der alles ers\u00e4ufenden Flut errettet samt denen, die ihm anvertraut waren. Aus der Flut, aus den t\u00f6tenden Wassern wurde er \u201eheraus-gehoben\u201c, wie sp\u00e4ter \u2013 viel sp\u00e4ter &#8211; Generationen von Kindern \u201eaus der Taufe gehoben\u201c worden sind.<\/p>\n<p>Sie ist ja kein blo\u00dfer \u201eAbwasch\u201c, in Gemeinschaft mit anderen empfangen, schon gar nicht: \u201eein einziger Abwasch\u201c. Vielmehr: Taufe markiert die radikale Wende; sie bedeutet wirklichen Regime-Wechsel; Herrschaft wird ausgetauscht: alte ab-gel\u00f6st , neue installiert. Der H\u00f6hepunkt, die Spitze der architektonisch kunstvoll gestalteten Verse, die den Predigttext ausmachen, findet ihre Vollendung in dieser Taufermahnung und \u2013erinnerung: der T\u00e4ufling wird der Erde, der Welt und ihren Gesetzen ent-nommen; nicht mehr muss das eherne Gesetz gelten \u201ewie du mir, so ich dir\u201c, oder \u201ekannst du was, dann hast du was\u201c; \u201ehast du was, dann bist du was\u201c; nicht mehr muss, weil man nichts oder wenig hat und deshalb nichts oder wenig gilt \u2013 nicht mehr muss ein bedr\u00fccktes Gewissen lasten. Sondern: ein \u201egutes Gewissen\u201c, das sich unwiderruflich in der Obhut v\u00e4terlicher G\u00fcte wei\u00df, ist das Taufgeschenk Gottes. Es kann sich jederzeit besinnen, es kann \u201ebei sich wissen\u201c, kann in einem von herzlichem Dank f\u00fcr G\u00fcte erf\u00fcllten, &#8211; im \u201eguten Gewissen\u201c zuversichtlich und gewiss sein, dem zu geh\u00f6ren, der Ostermorgen \u201elebendig gemacht\u201c ist durch die Kraft des Sch\u00f6pfergeistes Gottes, ja, dar\u00fcber hinaus in die Herrschaft eingesetzt ist \u00fcber all M\u00e4chte und Gewalten. Dieser Lebendige exekutiert \u2013 \u201ezur Rechten Gottes\u201c \u2013 die Macht, die alles vermag, freilich nicht das Beliebige will, sondern die Liebe lebt, \u201edie nicht das Ihre sucht, sich nicht erbittern l\u00e4sst, das B\u00f6se nicht zurechnet, die nimmer aufh\u00f6rt\u201c.<\/p>\n<p>Der T\u00e4ufling wird der Erde, wird der Welt und ihren Gesetzen ent-nommen; freilich: er bleibt mit beiden Beinen auf der Erde, bleibt ihr und dem Leben auf ihr treu.<br \/>\nEr wird mit Wort und Tat Den loben und preisen, der ihn \u201ezu Gott gef\u00fchrt\u201c hat. Am Kreuz dessen, der einmal gestorben und auferweckt ist, sind Ungerechtigkeit und Schuld durch-kreuzt, dagegen an-gekreuzt der Name dessen, der seine Taufe empf\u00e4ngt oder sich ihrer erinnert. Amen<\/p>\n<p><strong><span style=\"font-size: small;\">Dr. Dankwart Arndt<br \/>\nTel. 04383 1472<br \/>\nEmail c\/o <a title=\"mailto:angelikatanha@hotmail.com\nangelikatanha@hotmail.com\" href=\"mailto:angelikatanha@hotmail.com\">angelikatanha@hotmail.com<\/a> <\/span><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Redensart \u201ezwischen den Tagen\u201c ist umgangssprachlich gem\u00fcnzt auf die Zeit zwischen Weihnachten und Altjahrsabend. Recht eigentlich aber ist der heutige der \u201eTag zwischen den Tagen\u201c. Zwischen besonderen, einmaligen Tagen! Zwischen dem Tag der Kreuzigung und dem, der den Beginn eines Neuen, eines ganz Anderen einleitet. Der \u201eTag zwischen\u201c h\u00e4lt diese beiden beieinander. 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