{"id":9877,"date":"2021-02-07T19:49:39","date_gmt":"2021-02-07T19:49:39","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9877"},"modified":"2022-10-05T18:51:01","modified_gmt":"2022-10-05T16:51:01","slug":"1-korinther-151-11","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/1-korinther-151-11\/","title":{"rendered":"1. Korinther 15,1-11"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>Gott ist der Sinn des Lebens. Gott ist der Grund des Lebens. Gott ist das Ziel des Lebens. Du, Gott, bist das eine Geheimnis.<\/p>\n<p>Was w\u00e4re die Welt ohne Gott? Was w\u00e4re unser Leben ohne Gott? Eine Illusion. Ein kurzes Aufflackern von Tr\u00e4umen, irgendwo im Nichts des unendlichen Alls. Sterben ohne Wiederkehr. Ein Kreuz ohne Sinn.<\/p>\n<p>Gnade sei mit euch und Friede, von Gott unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus. Amen.<\/p>\n<p><strong>[Lesung 1Kor.15,1-11] <\/strong> 1.Brief des Paulus an die Korinther.<\/p>\n<p>So ists gepredigt. Gestorben, begraben, auferstanden, gesehen. Versteht ihr das? Versteht ihr diese Seligkeit, dieses unfa\u00dfliche Gl\u00fcck?<\/p>\n<p>Christus gestorben und begraben. Wir wissen nicht, wie er aussah, wie seine H\u00e4nde waren, seine Augen. Ein Mensch wie wir, vor etwas weniger als 2000 Jahren: gestorben und begraben. Aus. Kaltes Grab. Ein letzter Schmerz und die Augen brechen. Nichts in Ewigkeit. Die Welt erlischt.<\/p>\n<p>Der einsame Tod: das ist die ganze Welt ohne Gott. Du stirbst, und ich lebe. Was lebe ich? Morgen sterbe ich. Sieg der Sinnlosigkeit. Vergeblichkeit aller Liebe. Bu\u00dfe des einsamen Ich.<\/p>\n<p>Christus gestorben. In diesem Tod ist alle Hoffnungslosigkeit, alle Sinnlosigkeit versammelt. Gott ist unendlich fern. Der Augenblick nach seinem Tod: das ist aller Atheismus. Gestorben. Begraben. Die Religion am Ende. Petrus, Jakobus, Johannes wie zerrissen: auf ihr eigenes Ich zur\u00fcckgeschleudert, in unendlicher, zerrissener, sinnloser Einsamkeit. Christus gestorben f\u00fcr unsere S\u00fcnden.<\/p>\n<p>Er war doch der, der vom Himmelreich erz\u00e4hlte, von der Vergebung, von der Umkehr, und da\u00df Gott kommt. Er war doch der, der von der Zukunft Gottes redete, von der Zukunft seiner Liebe, da\u00df sie uns erf\u00fcllt. Er hatte das doch selbst verk\u00f6rpert. Die Welt war anders geworden. Das Leben hatte begonnen, heil zu werden. Alles, was je von Gott gesagt worden war, hatte er in einer Botschaft versammelt. Es war g\u00f6ttlich.<\/p>\n<p>Aber es war noch nicht auf den Grund gekommen. Es schwebte noch. Das Entscheidende stand noch bevor. Das ganze alte \u00dcbergewicht des Todes in Ewigkeit, die alte, entsetzliche Gottesk\u00e4lte in einem Punkt.<\/p>\n<p>Tot, gestorben, begraben. &#8211; &#8211; &#8211;<\/p>\n<p>Und dann haben sie ihn gesehen! Ist das nicht unglaublich? Versteht ihr diese Seligkeit, dieses Gl\u00fcck?<\/p>\n<p>Es war von Anfang an unglaublich. Die es h\u00f6rten, haben es nicht glauben wollen, nicht glauben <em>k\u00f6nnen <\/em>, haben ungl\u00e4ubig nachgefragt. Das kann doch nicht sein! Sie konnten es nicht verstehen. Wie kann man eine Erfahrung, die tiefer ist als die Welt, verstehen? Andere haben es sich leichter gemacht, die robusteren Naturen, die die Grenze nicht kennen. Die nicht wahrhaben, wie wenig die Sprache des Verstandes versteht. Die nicht wahrhaben, wie angreifbar die Alltagsselbstverst\u00e4ndlichkeit unseres Verstandes ist. Wie d\u00fcrftig. Haben ihren leichten Spott gehabt: Aberglauben. M\u00e4rchen. \u0084Denn die Vernunft ist da und &#8230; sieht schlicht in das Werk, wie es vor Augen ist, da\u00df die Welt so lang gestanden, und stirbt immer einer nach dem andern, und bleibt alles tot und verwest und gar zerpulvert im Grab, und ist noch nie keiner wiederkommen. &#8230; Wenn [die Vernunft] nun in diesen Artikel ger\u00e4t und will ihn nachdenken, so ist es gewi\u00dflich gar verloren. Denn es kommen ihr soviel wunderliche, seltsame, ungereimte Gedanken vor, da\u00df sie mu\u00df sagen, es sei nichts dran.\u0093 Luther. 36,493; zit Ringl 2.<\/p>\n<p>Sie kennen dieses selbstsichere L\u00e4cheln \u0096 ja gut, vielleicht ist Gott der Grund der Welt, vielleicht ist da ein Geheimnis, eine allgemeine Macht \u0096 aber ein Mensch auferweckt aus dem Tod? Gottes Sohn? Ein Mensch erscheint in Gottes Ewigkeit? Gottes Ewigkeit sichtbar auf Erden? Gott so lebendig wie wir? Noch unendlich lebendiger? Schafft Leben im Tod, im Nichts?<\/p>\n<p>Jesus hatte vom Himmelreich erz\u00e4hlt, von der Vergebung, von der Umkehr, von der Zukunft Gottes. Er hatte das selbst verk\u00f6rpert. Da wehte tiefes Gl\u00fcck. Aus dem Nichts wuchs wirkliche Liebe. Wenn er redete, war Gott da. Und dann war er tot. &#8211; Sie waren verzweifelt. Sie waren zerrissen. Sie hatten ihn verraten. Sie hatten ihn verleugnet. Er war tot. Gestorben, begraben.<\/p>\n<p>Und dann haben sie ihn gesehen \u0096 ist das nicht unglaublich? Er war tot, drei Tage \u0096 und dann geschah etwas. Was geschah denn? Wir stammeln. Wir stottern. \u0084Er ist wahrhaftig auferstanden.\u0093 Aber sie haben ja keinen Menschen in der Zeit gesehen. Sie haben nicht eine Leiche gesehen, die wiederbelebt wurde.<\/p>\n<p>Sie haben den Menschen in der Ewigkeit Gottes gesehen. Sie haben Gott gesehen! Unwiderstehlich. Unausdenkbar. In einer Wirklichkeit, die h\u00f6her und tiefer war, als alles in der Welt. Und unendliche Seligkeit hat sie erf\u00fcllt. Unendliches Gl\u00fcck hat sie erf\u00fcllt. Sie waren endlich frei. Sie hatten endlich begriffen. Gott holt uns. Wir atmen aus Gott. Wir leben in Gott. Die g\u00f6ttliche Heimat ist schon bei uns. Wir geh\u00f6ren zu Gott. Seine Liebe wird unsere Liebe in Ewigkeit.<\/p>\n<p>Ein Funken von diesem Wissen. Nur ein Funken!<\/p>\n<p>Wir heute leben in Glaubensnot. Haben wir es schwerer mit dem Glauben? Vielleicht nicht. Man kann sich ja nicht durchringen zum Glauben. Wenn er da ist, ist er ein Wissen. Aber die Glaubensnot gibt es. Wir k\u00f6nnen nicht mehr so kindlich sein wie die Menschen vor der Aufkl\u00e4rung. Wir fragen und fragen. Wir argw\u00f6hnen. Die alten Texte scheinen so vieldeutig menschlich. So unglaublich g\u00f6ttlich. Wo war wirklich Gott? Wir m\u00fcssen es verstehen.<\/p>\n<p>Ist das schlimm? Es ist eben so. Die Natur haben wir verstanden, und nun wollen wir so auch Gott verstehen. Aber das versteht der Verstand nicht. Er versteht den Anfang nicht. Er versteht den Grund nicht. Er versteht die Zeit nicht. Und den toten Menschen, verkl\u00e4rt in Gottes Ewigkeit \u0096 das am allerwenigsten. Gebe Gott, da\u00df wir verstehen. Gott kann es geben.<\/p>\n<p>Gut, da waren die Zeugen. Kephas, die Zw\u00f6lf, mehr als 500 Br\u00fcder, Jacobus, die Apostel und am Ende von Paulus. Aber Glauben hei\u00dft nicht einfach, einem historischen Bericht glauben. Nur weil da diese Menschen etwas gesehen haben, verstehen wirs nicht. Es mu\u00df sich f\u00fcr uns wiederholen, sonst glauben wirs nicht.<\/p>\n<p>Die Ehrlichkeit im Todeswissen. Das \u00dcbergewicht des Sterbens. Der Blick in ein sinnloses Leben. Das Ich gefangen im Spiegel. Christus gestorben f\u00fcr unsere S\u00fcnden.<\/p>\n<p>Und dann warte. Warte. Gott ist der Grund. Gott ist jetzt.<\/p>\n<p>Und dann h\u00f6re. \u0084Ich erinnere euch aber, liebe Br\u00fcder und Schwestern, an das Evangelium\u0093. Er wird uns bewahren. Versteht ihr das? Das ist sein Geist. Gott ist einem Menschen zu uns gekommen. Er wird unser Leben verkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Sein Frieden, der h\u00f6her ist als aller Verstand, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus. Amen.<\/p>\n<p><strong>PD Dr. Tom Kleffmann<br \/>\nG\u00f6ttingen<br \/>\n<a href=\"mailto:tom.kleffmann@theologie.uni-goettingen.de\">tom.kleffmann@theologie.uni-goettingen.de <\/a> <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gott ist der Sinn des Lebens. Gott ist der Grund des Lebens. Gott ist das Ziel des Lebens. Du, Gott, bist das eine Geheimnis. Was w\u00e4re die Welt ohne Gott? Was w\u00e4re unser Leben ohne Gott? Eine Illusion. Ein kurzes Aufflackern von Tr\u00e4umen, irgendwo im Nichts des unendlichen Alls. Sterben ohne Wiederkehr. 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