{"id":9890,"date":"2021-02-07T19:49:36","date_gmt":"2021-02-07T19:49:36","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9890"},"modified":"2022-10-06T10:53:39","modified_gmt":"2022-10-06T08:53:39","slug":"johannes-17-9-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/johannes-17-9-19\/","title":{"rendered":"Johannes 17, 9-19"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Haben wir schon einmal nachgedacht dar\u00fcber, wer wir eigentlich als Gemeinde sind? Schauen Sie sich doch einfach um in den Kirchenb\u00e4nken! Wen von den Kirchenbesuchern kennen Sie mit Namen und Stra\u00dfe? Wen kennen Sie nicht? Und die Konfirmanden dort \u2013 kennen Sie von Ihnen eine Handvoll? Wir kennen uns vom Sehen, gr\u00fc\u00dfen uns auch fl\u00fcchtig vor und nach dem Gottesdienst. Gelegentlich geben wir uns die Hand als Zeichen des Friedens bei der Abendmahlsfeier. Und dann sind Leute zugezogen in unsere St\u00e4dte und D\u00f6rfer. Manche kommen in die Kirche und sind fremd \u2013 noch immer fremd. \u00dcberhaupt fremd! Wer von den Versammelten hier ist auch schon hier geboren? Auf dem Aufkleber hei\u00dft es: Wir sind Ausl\u00e4nder \u2013 fast \u00fcberall! Wie sehr hat er Recht!<\/p>\n<p>Seht, liebe Schwestern und Br\u00fcder, davon geht unser Brief aus.<br \/>\nWir werden angeschaut und verstanden als ausgesuchte und ausgew\u00e4hlte Fremdlinge. Euch hat Gott irgendwie, irgendwann und irgendwo anger\u00fchrt. Und darum seid ihr hier im Gottesdienst beisammen! Das galt damals den Leuten aus Kleinasien, das gilt ungeschm\u00e4lert heut auch uns allen hier.<\/p>\n<p>Wir sind hier zusammengef\u00fchrt als von Gott anger\u00fchrte, getaufte und von Jesu Wort angesprochene Menschen. Die Predigt des Petrusbriefes spricht alle an ohne jeden Unterschied der Herkunft. Deine Heimat in allen Ehren, aber die Heimatl\u00e4nder der \u00dcbrigen ebenso in allen Ehren! Welche Vision von Zusammengeh\u00f6rigkeit liegt dem zugrunde! Dieser vom Geist Gottes gef\u00fchrte Blick gleitet \u00fcber alle V\u00f6lker wegweisend und sammelnd.<\/p>\n<p>So kann unser Predigtwort mit einem befreienden herrlichen Jubel einsetzen. In der gro\u00dfen Barmherzigkeit Gottes werden die Bahnen der Freundschaft und Vers\u00f6hnung weit ge\u00f6ffnet und die Wege der Feindschaft geschlossen. Wir treten ein in die sch\u00f6ne Freiheit der Kinder Gottes und verlassen die Knechtschaft unter der Angst.<\/p>\n<p>Die Botschaft von der Auferstehung Jesu erneuert uns, sie regeneriert uns aus allen Unstimmigkeiten und Verdrossenheiten heraus zu einer lebendigen Hoffnung. H\u00f6ren wir das mit besonderer Bedachtsamkeit. Nicht sind wir es, die die Hoffnung wie ein F\u00e4hnlein im Wind krampfhaft und mit klammernden H\u00e4nden hochhalten. Gottes Geist versetzt uns durch die Auferstehungsbotschaft selbst in den Stand, existentiell, also ganz und gar selbst eine lebendige Hoffnung zu sein. Sie ist nicht ein Teil unseres Reisegep\u00e4cks. Sie wird zu unserem neuen Status, der uns als neuer Ccharakter zugelegt wird. Ds hei\u00dft in aller Deutlichkeit: Du bist eine lebendige Hoffnung. Dein Leben l\u00e4\u00dft erkennen, Gottes wunderbare Liebe hat durch die Auferstehung Jesu in mir ein Licht entz\u00fcndet. Dieses Licht leuchtet an der Stelle, an der ich mich befinde, bewege, rede, entscheide und arbeite. \u2013 Es kann doch nicht ohne erhebliche Wirkung bleiben, was mir an Ostern verk\u00fcndet wird: Jesus lebt und ist gegenw\u00e4rtig unter uns mit allen seinen heilenden Gaben! Das geht mir doch nach und ruft mich heraus aus meiner Niedergeschlagenheit und aus aller Lethargie. Die Zahlen vom Auf und Ab der B\u00f6rse, das Hoch und Tief der Wetterkarte oder die Prognosen der Weltwirtschaftsinstitute \u2013 sie alle sind es nicht, die mich im Grunde des Herzens bestimmen. Ohne allen Vorbehalt nehme ich in mir heute auf: Jesus lebt, mit ihm auch ich. Das strahlt \u00fcber unserem Leben wie die Sonne \u00fcber dem Meer. Dort sind Untiefen, Bedrohungen und lauernde Gefahren, dennoch \u00fcber allen Abgr\u00fcnden bleibt das sch\u00f6ne Licht der Sonne.<\/p>\n<p>Der Glaube ist dahin ausgerichtet, das unverderbliche Ziel zu sehen und zu bekennen. M\u00f6chte nicht gerade in Not &#8211; und Bedr\u00e4ngniszeiten der Glaube dieses leuchtende Ziel \u00fcber allen Zwischenstationen des Lebens bewahren und vor Augen halten. Nat\u00fcrlich die unverderbliche Bestimmung und Hoffnung nimmt nicht alle Plagen dieser Zeit hinweg. Unter dem Aspekt der Ewigkeit erscheinen unsere Anfechtungen sehr wohl als vielf\u00e4ltig, als schwer und auch als grausam, sind aber nur eine kleine Zeit wirklich wirksam. Unsere Torturen dauern nicht ewig. Ewig aber bleibt das verhei\u00dfende Ziel, die himmlische Berufung. Sie wird alles Leid, alles Weinen und St\u00f6hnen in Gottes N\u00e4he aufl\u00f6sen. Sagen wir das an den unz\u00e4hligen Krankenbetten in unserer Welt. Sagen wir es den Sterbenden, die uns hilfesuchend anschauen: Verlass ist auf Jesu Wort: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt \u00fcberwunden. \u2013 An dieser \u00dcberwindung haben wir Anteil, nicht durch unsere Anstrengung und unser Wollen, wohl aber durch Gottes Zusage. Wenn auch alles Schauen, Greifen und F\u00fchlen versagen wird, die unaussprechliche Freude bleibt uns beigelegt als Herzst\u00fcck des Glaubens.<\/p>\n<p>Darum lasst uns der Bitte des Apostels nachkommen und in den \u00f6sterlichen Jubel mit eigentlich unaussprechlicher Freude einstimmen. Denn es fehlen uns wohl die rechten Worte, mit denen wir die ganze Tiefe und H\u00f6he unserer Hoffnung umschreiben k\u00f6nnten. Aber da sind ja so viele herrliche Lieder, mit ihnen wollen wir den Jubel des Osterglaubens zum Ausdruck bringen.<\/p>\n<p>Lesen wir unsere sch\u00f6nen Osterlieder, singen wir sie mit aller Innigkeit und Begeisterung, stimmt ein in den Jubel der lebendigen Hoffnungstr\u00e4ger!<\/p>\n<p>Amen \u2013 das ist es werde wahr!<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr die Liturgie am Sonntag Quasimodogeniti 18.4.04<\/strong><\/p>\n<p><strong> EG<\/strong> 111 1-5 Fr\u00fchmorgens, da die Sonn aufgeht&#8230;<br \/>\n102 2-3 Jesus Christus, unser Heiland&#8230;<br \/>\n115 1-6 Jesus lebt, mit ihm auch ich&#8230;<br \/>\n99 Christ ist erstanden&#8230;<\/p>\n<p><strong> Als Psalm<\/strong> : EG 746 (Psalm 116)<\/p>\n<p><strong> Lesung<\/strong> : Johannesevangelium 17 9-19<\/p>\n<p><strong> Gebet<\/strong> : Allm\u00e4chtiger Gott, durch deine Gnade sind wir in der Taufe von neuem geboren. Wir bitten dich: Hilf uns, in diesem neuen Leben unserem auferstandenen Herrn Jesus Christus nahzufolgen. Ihm, der mit dir und dem heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.<\/p>\n<p><strong> Schlussgebet<\/strong> : Herr Jesus Christus, guter Meister. Du kommst durch verschlossene T\u00fcren und ermutigst die \u00c4ngstlichen wie die Zweifelnden mit deiner anwesenden G\u00fcte. Du willst, dass wir eine lebendige Hoffnung sind, auch nach Schwerem wieder lachen k\u00f6nnen und fr\u00f6hlich werden. Lass das bei uns geschehen. Schicke deine Freunde und schm\u00fccke sie mit Phantasie und Friedensf\u00e4higkeit. Schicke sie dahin, wo man mauert, wo man Wege versperrt, wo man Fahnen schwingt und b\u00f6se Reden h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Schicke Engel des Friedens in die Niederungen des Krieges im nahen und im fernen Osten, im Balkan und in Afrika.<\/p>\n<p>Gib uns in diesen Zeiten Phantasien der Hoffnung besonders f\u00fcr die Jugend. Schenke der Kirche \u00fcberall Wagemut und befl\u00fcgele sie bei hilfreichen L\u00f6sungen f\u00fcr unsere Zeit.<\/p>\n<p>In deiner Gegenwart und mit deinem Wort bleiben wir stark und auf gutem Wege.<\/p>\n<p>So beten wir mit deinen Worten: Vater unser&#8230;<\/p>\n<p><strong>Friedrich Malkemus<br \/>\nDekan i.R. Kirchenrat<br \/>\nWolfgang-Zeller-Str. 13<br \/>\n34613 Schwalmstadt-Ziegenhain<br \/>\n06691 71642 <\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde! Haben wir schon einmal nachgedacht dar\u00fcber, wer wir eigentlich als Gemeinde sind? Schauen Sie sich doch einfach um in den Kirchenb\u00e4nken! Wen von den Kirchenbesuchern kennen Sie mit Namen und Stra\u00dfe? Wen kennen Sie nicht? Und die Konfirmanden dort \u2013 kennen Sie von Ihnen eine Handvoll? 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