{"id":9932,"date":"2021-02-07T19:49:29","date_gmt":"2021-02-07T19:49:29","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9932"},"modified":"2022-10-27T11:04:23","modified_gmt":"2022-10-27T09:04:23","slug":"markus-224","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/markus-224\/","title":{"rendered":"Markus 2,24"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p><strong>Petrus und Jesus <\/strong><\/p>\n<p><strong>1. Ein R\u00fcckblick <\/strong><\/p>\n<p>Petrus schaut um sich herum. Sie sind eine gro\u00dfe Gesellschaft. Da stehen Fischer, Beamte (Mk 2, 24), Handwerker. Alle wundern sich, staunen, was los ist. Die Situation ist fremd, eigenartig.<\/p>\n<p>Na, sie haben manches erlebt. Ein Lehrer, ein Meister, ihr Meister, er sprach ganz anders als all die anderen Meister, die man kennt. Er redete und hat auch gehandelt! Das kam dazu. Er sprach von der N\u00e4chstenliebe und entsprechend gehandelt. Er redete sogar mit Aus-s\u00e4tzigen (!), behandelte sie, heilte sie! Er redete mit diesen Samaritern und sprach freundlich mit ihnen (Lk 10). Unglaublich. Er sagte, dass Gott selbst die Haare auf dem Kopf der Menschen kennt, weil er sie z\u00e4hlt, die Haare! (Mt. 10,31) Da war es fast schon nicht mehr verwunderlich, dass er selbst Liebe zu den Feinden predigte, einen heilte, dem er, Petrus, ein Ohr abschlug, als dieser Jesus verhaften wollte (Lk 22,51. ja, dann hat er auch gesagt, dass Geld nicht das Wichtigste ist. Das Reich Gottes ist wichtiger (Mt 6,24). Geld nicht das Wichtigste!<\/p>\n<p>Petrus wundert sich. Dieser Lehrer war etwas Besonderes. Er ging nach Jerusalem, obgleich er wusste, dass es gef\u00e4hrlich war. Er gab Geld aus der Gemeinschaftskasse Judas. Er wollte mit vielen Menschen sprechen und wollte allein sein. Er suchte nach Nachfolger und warnte sie, ihm zu folgen. Wenn jemand sagte, er sei ein Prophet, zeigte er sich als gew\u00f6hnlicher Mann.<\/p>\n<p>Dann kam das Passahfest. Zuerst hatte man zusammen gesessen und gegessen. Dann ist der Meister in einer Nacht und Nebelaktion verhaftet und anschlie\u00dfend auf Druck des Volkes gekreuzigt worden. Am Kreuz ist er gestorben. Viele haben das gesehen. Beerdigt wurde er in einem der Felsengr\u00e4ber. Es war schrecklich. Der Tod beendete alles. Der Tod zeigte seine Macht, wieder einmal.<\/p>\n<p>Das Besondere, das ganz Besondere, die Steigerung des Besonderen war, dass es mit dem Tod doch nicht zu Ende war. Zu Ostern kam die Nachricht: Der Meister lebt! Ja, er war es. Ein Zweifel war ausgeschlossen. Er trug an seinen H\u00e4nden und F\u00fcssen die Zeichen der Kreuzigung. Die Spuren der N\u00e4gel waren deutlich zu erkennen. Petrus hat das selbst gesehen. Ja, aber etwas war doch anders, neu. Der Meister konnte kommen und gehen, ohne gesehen zu werden (Lk 24 31; Jh 20). Er konnte gar durch geschlossene T\u00fcren gehen (Lk 24). Anderseits war er auch jetzt ein ganz normaler Mensch. Er a\u00df Brot und Fisch (Lk 24; Jh 21,23).<\/p>\n<p>Petrus war jetzt nach Ostern am See Tiberias. Er hatte mit einigen Freunden die ganze Nacht versucht, Fische zu fangen, leider ohne Erfolg. Am Morgen stand ein Mensch am Ufer und sagte: Werft das Netz aus (Jh 21,6). Sie taten es. Das Ergebnis war ein riesiger Erfolg. Sie fingen eine Menge Fische. Da erkannte Petrus den Meister. Er war da, wieder da!<\/p>\n<p>Petrus hat viel mit dem Meister erlebt. Jahre h\u00f6rte er seine Predigten, seine Erz\u00e4hlungen und Ermahnungen. Petrus war zu einem Anh\u00e4nger, einem Nachfolger des Meisters geworden. Ja, sie wurden Freunde. Dann ist alles anders geworden, zun\u00e4chst der Tod, dann Ostern. Das ist nun schon einige Wochen her.<\/p>\n<p>Viele sahen den Meister lebend nach Kreuz und Tod. So etwas war nie fr\u00fcher gesehen worden. So etwas war neu, bislang unbekannt. Tot ist tot, war die bekannte, altbekannte traurige Wahrheit. Das konnte auch nicht passieren, solange die Gesetze der Natur allein galten. Das liegt, wie gesagt, nun schon einige Wochen zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>2. Heute <\/strong><\/p>\n<p>Was geschieht nun? Warum sind wir hier? Von diesem Meister kann man alles erwarten. Warum sind wir hier, ja, warum hier auf dem Berg? Petrus wei\u00df, dass der Meister weggehen soll. Das hat er selbst gesagt. Ist es nun soweit? Nach dem Tod und der R\u00fcckkehr nun ein Abschied?<\/p>\n<p>Der Meister ist da; er spricht. Er lehrt wie fr\u00fcher. Er will etwas wichtiges erledigen. Petrus hat gelernt, dem Meister zuzuh\u00f6ren. Er kennt inzwischen auch die Zwischent\u00f6ne. Petrus merkt so, dass der Meister etwas Besonderes sagt.<\/p>\n<p>Da! Was ist das? Er wird aufgehoben. Er geht weg! Das ist der Abschied! Petrus denkt: Ich wei\u00df, dass der Abschied zum Leben geh\u00f6rt. Auch die liebsten Freunde m\u00fcssen einmal Abschied nehmen. So ist das Leben. Aber es tut weh. Danke, danke f\u00fcr die Freundschaft, danke f\u00fcr die Predigten, die Erz\u00e4hlungen und Ermahnungen. Danke dem Meister.<\/p>\n<p>Sein Weggang \u2026 es sah aus, wie wenn eine Wolke ihn genommen hat. Das passt zu dem Meister, ihm scheint alles m\u00f6glich zu sein. Nun ist er nicht mehr hier. Wir sind allein. Ohne ihn. Einsam. &#8211; Ich muss auch gehen, um Fische zu fangen, denkt Petrus.<\/p>\n<p><strong>3. Wie soll, wie kann es weitergehen? <\/strong><\/p>\n<p>3.1. Der Meister sagte, dass wir den Geist bekommen werden. Er ist eine Kraft, die tr\u00f6stet (Apg 1,8). Mit Hilfe dieser Kraft k\u00f6nnen wir leben, arbeiten. Ist das ein Trost? Der Freund ist fort. Abschied von einem Freund oder Freundin zu nehmen, f\u00e4llt schwer, selbst bei einer Freundschaft von nur kurzer Dauer. Ein Abschied nach Jahren ist umso schwerer. Ein Tr\u00f6ster ist immer gut. Dieser Tr\u00f6ster, der eine Kraft ist, kann und wird tr\u00f6sten!<\/p>\n<p>Da, was ist das? Da stehen zwei M\u00e4nner. Sie haben wei\u00dfe Gew\u00e4nder und sehen nicht gerade allt\u00e4glich aus. Vielleicht sind diese M\u00e4nner Engel. Nun sprechen sie: Der Meister wird wiederkommen. Wirklich, das h\u00f6rt Petrus. Der Meister soll zur\u00fcckkommen! Der Freund soll wieder da sein!<\/p>\n<p>Nun ist Petrus fr\u00f6hlich. Der Freund ist verabschiedet, aber er hat versprochen, eine Kraft als Tr\u00f6ster zu schicken. Ja, er selbst wird zur\u00fcckkommen. Das ist ein wahrer Freund und ihm ist alles m\u00f6glich. Selbst der Tod ist f\u00fcr ihn keine Grenze. Petrus wei\u00df: Er ist mein Freund gewesen, und er wird das auch bleiben. Er versteht mich. Er kommt zur\u00fcck. Wir werden wieder zusammen sein.<\/p>\n<p>3.2. Petrus ist ein Fischer. Er f\u00e4ngt Fische wie andere Fischer. Er ist ein durchschnittlicher Mann, aber jetzt ist er durch den Meister, seinen Freund ein anderer geworden. Jeder Mensch hat seine Grenze. Das ist Petrus bekannt gewesen. Nun wei\u00df er mehr. Der Tot ist kein Ende. Das Leben geht weiter, jedoch nicht wie bisher.<\/p>\n<p>Es gibt auch Anderes als das, was wir sehen und was wir gewohnt sind.. Ein gro\u00dfer Fang ist sch\u00f6n, aber nicht das ganze Leben. Sch\u00f6ner, unvergleichlich sch\u00f6ner ist es, dass der Meister lebt.<\/p>\n<p>Petrus war seit Jahren ein Nachfolger des Meisters. Der Meister suchte nicht seinen eigenen Vorteil. Er wollte kein gro\u00dfer Mann sein; er wollte nicht zum Idol werden. Es ging ihm um die Wahrheit, um die Liebe, um die Menschen, darum, ihnen zu helfen.<\/p>\n<p>Nun wei\u00df Petrus etwas Neues: Der Meister ist gegangen, aber er wird wiederkommen, und er wird schon vorher, den Tr\u00f6ster, eine Kraft, schicken.<\/p>\n<p>Petrus versteht das alles nicht. Es geht ihm auch nicht um das Verstehen. Wichtiger als zu verstehen ist, dass er den Meister, seinen Freund, wieder sehen wird und dass er ihm bis dahin hilft, die Zeit zu \u00fcberbr\u00fccken. Heute hei\u00dft es darum:<\/p>\n<p>Auf Wiedersehen!<\/p>\n<p><strong>Dr. Esko Ry\u00f6k\u00e4s<br \/>\nLektor, Universit\u00e4t zu Joensuu<br \/>\n<a href=\"mailto:ryokas@joyx.joensuu.fi\">ryokas@joyx.joensuu.fi<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Petrus und Jesus 1. Ein R\u00fcckblick Petrus schaut um sich herum. Sie sind eine gro\u00dfe Gesellschaft. Da stehen Fischer, Beamte (Mk 2, 24), Handwerker. Alle wundern sich, staunen, was los ist. Die Situation ist fremd, eigenartig. Na, sie haben manches erlebt. 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