{"id":9960,"date":"2021-02-07T19:49:42","date_gmt":"2021-02-07T19:49:42","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9960"},"modified":"2022-10-03T08:58:24","modified_gmt":"2022-10-03T06:58:24","slug":"lukas-12-13-21-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/lukas-12-13-21-3\/","title":{"rendered":"Lukas 12, 13-21"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>(d\u00e4nische Perikopenordnung)<\/p>\n<p>Noch immer ein Echo vom letzten Sonntag: Siehe ich bin bei Euch bis an das Ende der Welt. Wir sind auf dem Weg dort hin: an das Ende der Welt. Und die Texte der Trinitatiszeit sind denn auch gr\u00f6\u00dftenteils Anweisungen und Ratgeber, wie wir uns unterwegs verhalten sollen.<\/p>\n<p>Die Trinitatiszeit hat man deshalb mit gutem Grund den Alltag der Gemeinde genannt \u2013 nach all den Festen. Der Alltag lebt in vieler Weise von den Festen, aber es ist wichtig, da\u00df der Alltag nicht nur von dem lebt, was hinter einem liegt, von Erinnerungen aus der Vergangenheit, von denen man zwar lange zehren kann, sondern da\u00df der Alltag auch davon bestimmt ist, da\u00df wir unterwegs sind zu einem Ziel, da\u00df er eine Richtung hat und ein Ziel und deshalb seine eigene Bedeutung erh\u00e4lt als Teil des Zieles, der Gedanke Gottes mit seiner Welt und mit seinen Menschen.<\/p>\n<p>Es ist offenbar ein ganz allt\u00e4gliches Problem, von dem Jesus hier ausgeht. Der Ausgangspunkt ist eine Erbfrage, wo zwei Br\u00fcder sich nicht \u00fcber das Erbe nach ihrem Vater einigen k\u00f6nnen. So etwas ist uns wohl vertraut.<\/p>\n<p>Das ist dieselbe komische und tragische Geschichte jedes Mal \u2013 da\u00df sich Geschwister und Verwandte in dem Ma\u00dfe streiten k\u00f6nnen und aneinandergeraten k\u00f6nnen, wenn das Erbe verteilt werden soll, so da\u00df es zu jahrelangen Streitigkeiten kommt, und es kann zu un\u00fcberwindlichem Zorn und Bitterkeit f\u00fchren, weil man sich nicht \u00fcber das Erbe einigen kann \u2013 auch wenn keiner der Erben \u00fcberhaupt das Erbe braucht.<\/p>\n<p>Wir kennen das, entweder von uns selbst, oder von anderen. Und Jesus kennt das nat\u00fcrlich auch. Aber er lehnt es ab, in dem konkreten Streit Stellung zu beziehen, als er gefragt wird.<\/p>\n<p>Das kann wie Gleichg\u00fcltigkeit wirken. Aber die Haltung Jesu und das Gleichnis, das er erz\u00e4hlt, zeigen eher eine andere Perspektive auf als die, von der der Erbstreit ausgeht.<\/p>\n<p>Ein Kollege hat einmal sehr treffend formuliert, da\u00df die Situation, die hier dargestellt und auf die sich das Gleichnis Jesu bezieht, die ist, da\u00df man sich entscheiden mu\u00df, ob man die Vergangenheit erben will oder die Zukunft.<\/p>\n<p>Es ist fast zu einfach, \u00fcber den reichen Kornbauern zu urteilen, ihn zu kritisieren, weil er etwas mi\u00dfverstanden hat.<\/p>\n<p>Aber es geht ja nicht darum, noch einmal zu zeigen und festzustellen, da\u00df selbst bei allem Reichtum und materiellen G\u00fctern unser Leben nicht darauf beruht.<\/p>\n<p>Das Gleichnis greift tiefer und stellt vielmehr die Frage, wieweit unser Lebenh von dem bestimmt ist, was hinter uns liegt, oder von dem, was vor uns liegt.<\/p>\n<p>So wie der Gro\u00dfbauer seine Scheunen f\u00fcllt und meint, in dieser Weise seine Zukunft zu sichern, findet sich im Alten Testament eine Parallele im Bericht von den Israeliten in der W\u00fcste.<\/p>\n<p>Sie haben die Verhei\u00dfung, da\u00df sie nicht hungern werden, weil jeden Tag Manna aus dem Himmel herabfallen wird, von dem sie Brot machen k\u00f6nnen. Aber Unglaube bewirkt, da\u00df sie mehr hamstern und an sich raffen, als sie f\u00fcr jeden Tag brauchen \u2013 und dann merken sie, da\u00df ihre Vorr\u00e4te schwinden.<\/p>\n<p>Beide Geschichten, die vom reichen Kornbauern und die vom Manna in der W\u00fcste, kann man mit einem Ton einer unterschwelligen Drohung h\u00f6ren \u2013 und man hat sie im Laufe der Zeiten ja auch dazu benutzt, Menschen zu drohen: Memento mori \u2013 und deinen Tod bestimmst du nicht selbst.<\/p>\n<p>Wenn ich die Antwort Jesu an den Mann in der Menge h\u00f6re, dann h\u00f6re ich eigentlich keine Drohung in der Antwort Jesu \u2013 im Gegenteil. Da liegt eher ein trauriger Ton in der Antwort Jesu: Warum k\u00f6nnt ihr in dem Ma\u00dfe die Perspektive verschieben, da\u00df ihr euer Verh\u00e4ltnis zu einander durch Erbstreitigkeiten zerst\u00f6ren la\u00dft?<\/p>\n<p>Und der Trost im Gleichnis liegt darin, da\u00df Jesus indirekt sagt: Habt mehr Vertrauen, habt mehr Glauben an das Erbe, das vor euch liegt. Als Kinder Gottes seid ihr doch Erben des ewigen Lebens \u2013 la\u00dft das euer Leben bestimmen. La\u00dft das das Licht sein, das \u00fcber euerm Alltag scheint. Und das Vertrauen kann allein aus der Auffassung entspringen, da\u00df das Leben Gott geh\u00f6rt und nicht uns, da\u00df das Leben etwas ist, das zu uns kommt. Wenn dann immer wieder versuchen, uns des Lebens zu bem\u00e4chtigen, es zu retten, aufzubewahren, weil wir mehr an das glauben, was wir haben, als auf die Zukunft Gottes, ja dann laufen wir Gefahr, mit leeren H\u00e4nden dazustehen. Amen.<\/p>\n<p><strong>Pastorin Hanne Sander<br \/>\nPrins Valdemarsvej 62<br \/>\nDK-2820 Gentofte<br \/>\nTel.: ++ 45 \u2013 39 65 52 72<br \/>\n<\/strong> <strong><a href=\"mailto:sa@km.dk\"> e-mail: sa@km.dk<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(d\u00e4nische Perikopenordnung) Noch immer ein Echo vom letzten Sonntag: Siehe ich bin bei Euch bis an das Ende der Welt. 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