{"id":9975,"date":"2021-02-07T19:49:31","date_gmt":"2021-02-07T19:49:31","guid":{"rendered":"https:\/\/theologie.whp.uzh.ch\/apps\/gpi\/?p=9975"},"modified":"2022-10-24T09:13:15","modified_gmt":"2022-10-24T07:13:15","slug":"apostelgeschichte-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.theologie.uzh.ch\/apps\/gpi\/apostelgeschichte-16\/","title":{"rendered":"Apostelgeschichte 16"},"content":{"rendered":"<div align=\"left\">\n<p>(gehalten im Albert-Schweitzer-Krankenhaus Northeim)<\/p>\n<p>Liebe Gemeinde, eigentlich k\u00f6nnte ich auch sagen, \u201eLiebe bunte Gemeinde\u201c, denn tats\u00e4chlich sind wir hier sehr bunt zusammengesetzt. Da sind die einen, die hier zwar im Krankenhaus sind, aber sie sind gesund. Sie haben hier ihre Arbeit, beruflich oder ehrenamtlich, .mehr oder weniger freiwillig. Die meisten von ihnen empfinden bei ihrer T\u00e4tigkeit ein hohes Ma\u00df von Befriedigung. Sie m\u00fcssen nicht fragen: \u201eWozu bin ich auf der Welt?\u201c Sie haben Gelegenheit genug, sich n\u00fctzlich zu machen. Sie erleben manchen dankbaren Blick und h\u00f6ren manches dankbare Wort. Aber das ist nur \u201edie eine Seite der Medaille\u201c. Mangel an Zeit. Mangel an Arbeitskr\u00e4ften, Mangel an Finanzen und viel Papierkrieg sind die andere. Mit einem h\u00e4sslichem Modewort, das man in meiner Kindheit noch gar nicht kannte, nennt man das \u201eStre\u00df\u201c.<\/p>\n<p>Und dann sind hier die Patienten. Die meisten von ihnen unfreiwillig, gewisserma\u00dfen zwangsimportiert. Sie mu\u00dften feststellen, da\u00df sie nicht mehr so weiterarbeiten, weiterleben konnten wie bisher. Mehr oder weniger pl\u00f6tzlich waren sie aus der Bahn geworfen Sie mussten erfahren, was f\u00fcr uns alle sehr, sehr wichtig ist zu wissen: Da\u00df wir n\u00e4mlich nicht allein der Herr \u00fcber unser Leben sind, sondern da\u00df \u00fcber uns noch ein anderer regiert und uns unerwartet manches Gute , aber auch manches Schwere erfahren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Damit sto\u00dfen wir auf eine Frage, mit der die meisten Kranken sich m\u00fchsam herumqu\u00e4len oder die ihnen auch schlaflose N\u00e4chte bereitet.<br \/>\nDiese Frage lautet: Was habe ich verbrochen, womit habe ich ges\u00fcndigt, da\u00df ich so leiden mu\u00df? Auch wenn uns diese Frage pers\u00f6nlich nicht ber\u00fchrt oder wenn wir sie schon l\u00e4ngst hinter uns haben, lohnt es sich, von Zeit zu Zeit dar\u00fcber nachzudenken. Die Schmerzen anderer Menschen lassen uns ja auch nicht unger\u00fchrt, selbst wenn wir keine eigenen Schmerzen haben. So m\u00f6chte es heute Morgen auch sein, wenn wir gemeinsam dar\u00fcber nachdenken, ob und wie unsere Schuld und die Krankheiten miteinander zusammen h\u00e4ngen.<\/p>\n<p>\u201eWas ist meine Schuld? Was habe ich verbrochen?\u201c \u2013 Wenn wir so fragen, setzen wir voraus, da\u00df da ein Gott ist, der mich f\u00fcr meine Schuld und Fehler bestraft. Dann w\u00e4re es so, da\u00df ein deutlicher Zusammenhang besteht zwischen der Krankheit und der Strafe. Aber ist das wirklich so? Woher wissen wir das?<br \/>\nHaben wir uns das nicht selber ausgedacht? Dann m\u00fcsste man an der Krankheit ablesen k\u00f6nnen, wie schwer ein Mensch ges\u00fcndigt hat.<br \/>\nAuf jeden Fall f\u00fchrt uns dieser Gedankengang nicht weiter. Er macht uns nur noch kr\u00e4nker.<\/p>\n<p>Ehrlich gesagt: Der Gott, der uns bei jedem Fehler ertappt und deswegen krank werden l\u00e4sst, ist uns h\u00f6chst unsympathisch. Haben wir keinen besseren Gott als diesen Strafrichter?<br \/>\nLassen Sie uns einmal \u00fcberlegen, wie Gott sein m\u00fcsste, wenn er so ist, wie wir ihn uns w\u00fcnschen. Ich w\u00fcnsche mir einen Gott, der mich lieb hat, wie ich bin. Der mich nicht bei meinen M\u00e4ngeln und Fehlern behaftet. Einen Gott, der f\u00fcr mich da ist, der mich nicht im Stich l\u00e4sst, wenn Menschen von mir abr\u00fccken.<\/p>\n<p>Sehen wir nun in unseren Predigttext hinein, was f\u00fcr ein Gott uns dort begegnet.<br \/>\n\u201eDas ist je gewi\u00dflich wahr und ein teuer wertes Wort, da\u00df Jesus Christus gekommen ist in die Welt, die S\u00fcnder selig zu machen.\u201c<\/p>\n<p>Das Wort \u201eS\u00fcnder\u201c ist in unserer Zeit nahezu ein Fremdwort. In unserer Umgangssprache ist es fast ausgestorben. Nur die Verkehrss\u00fcnder sind noch \u00fcbrig geblieben. Wenn wir aber \u00fcberlegen, worin wir uns am meisten von Gott unterscheiden, dann ist es dieses, da\u00df wir S\u00fcnder sind und Gott nicht; da\u00df wir nicht alles gut und richtig machen, auch wenn wir uns noch so viel M\u00fche geben. \u201e\u2026da\u00df Jesus Christus gekommen ist in die Welt\u2026\u201c In diesen Worten entdecke ich eine Bewegung von oben nach unten, von Gott auf die Welt zu. \u201eDie S\u00fcnder selig zu machen.\u201c Das ist das genaue Gegenteil von dem Gott, der die S\u00fcnder straft und mit Krankheit plagt.<\/p>\n<p>Wir wissen nicht genau, wer jene Worte niedergeschrieben hat. War es der Apostel Paulus, der zun\u00e4chst die Christen entsetzlich grausam verfolgte, dann aber die Stimme Jesu h\u00f6rte und an sich selbst erfuhr, da\u00df er begnadigt wurde\u2026 oder war es, wie manche Forscher meinen, ein Christ im 2.Jahrhundert, der sich bem\u00fchte, mithilfe der Sprache des Paulus auszudr\u00fccken, was ihm in seinem Glauben besonders wichig war?<\/p>\n<p>Das Gegenteil davon, da\u00df einem Schuld erlassen, da\u00df man freigesprochen wird, haben wir alle am eigenen Leibe erlebt, n\u00e4mlich in der Schule. Da wurden die Fehler mit Rotstift angestrichen. Wer viele Fehler gemacht hatte, bekam schlechte Zensuren. Wer viele schlechte Zensuren hatte, blieb sitzen und musste das Schuljahr wiederholen. Gut, da\u00df es in der Schule nicht nur nach Zensuren geht!<\/p>\n<p>Der Gott, der Schuld vergibt und selig macht, ist kein Rachegott. Es gibt nur wenige Krankheiten, die wirklich als Bestrafung anzusehen sind, wie bei den Kindern, die nicht auf die Mutter geh\u00f6rt und sich, als es kalt war, nicht warm angezogen haben und dann die Grippe bekamen.<br \/>\nNun m\u00f6gen wir neugierig fragen: \u201eWarum gibt es denn \u00fcberhaupt Krankheiten?\u201c Auf die meisten Warum-Fragen gibt es in dieser Welt keine Antworten. Auch Jesus bekam keine Antwort, als er am Kreuz betete: \u201eMein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?\u201c Seien wir bescheiden und begn\u00fcgen uns damit, da\u00df wir wissen: Wir sind nicht von Gott gestrafte, sondern von Gott geliebte. Und das gen\u00fcgt.<\/p>\n<p><strong>Dr. Ernst Arfken<br \/>\nDragonerstr.17<br \/>\n37154 Northeim-Hohnstedt<br \/>\nTel.: 05551-51107<br \/>\nE-Mail: <a href=\"mailto:arfkencoblenz@aol.com\">arfkencoblenz@aol.com<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(gehalten im Albert-Schweitzer-Krankenhaus Northeim) Liebe Gemeinde, eigentlich k\u00f6nnte ich auch sagen, \u201eLiebe bunte Gemeinde\u201c, denn tats\u00e4chlich sind wir hier sehr bunt zusammengesetzt. Da sind die einen, die hier zwar im Krankenhaus sind, aber sie sind gesund. Sie haben hier ihre Arbeit, beruflich oder ehrenamtlich, .mehr oder weniger freiwillig. 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