CONTOC2 - Churches Online in Times of Corona

Zum Forschungsprojekt:

CONTOC2 ist ein Forschungsprojekt zur Nutzung digitaler Medien in evangelischen Kirchengemeinden in Deutschland und Kirchgemeinden in der Schweiz seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie im Frühjahr 2020. Die Studie wurde im Zeitraum von Mitte Juni bis Ende August 2022 in den evangelischen Landes- und Kantonalkirchen in Deutschland durchgeführt. Die Ergebnisse werden sowohl im Vergleich der unterschiedlichen Kontexte als auch mit den Ergebnissen der CONTOC-Studie ausgewertet.

Das Projekt wird durchgeführt unter der Leitung von

  • Prof. Dr. Thomas Schlag, Universität Zürich
  • PD Dr. Sabrina Müller, Theologische Fakultät – Zentrum für Kirchenentwicklung (ZKE), Universität Zürich
  • Prof. Dr. Ilona Nord, Universität Würzburg, Institut für Evangelische Theologie
  • Prof. Dr. Georg Lämmlin, Sozialwissenschaftliches Institut der EKD (SI)

Der Forschungsansatz: Befragung der Akteurinnen und Akteure in den Kirch(en)gemeinden

Die Studie CONTOC2 zielt auf eine empirische, repräsentative Erhebung der Auswirkungen der in der Corona-Zeit entwickelten Anpassungen in der kirchlichen Praxis und in welcher Weise insbesondere die digitalen Medien kirchliche Praxis in unterschiedlichen Bereichen weiterhin und zukünftig prägen.

CONTOC2 richtet sich an alle hauptamtlich Beschäftigen in der gemeindlichen und übergemeindlichen Praxis in der Kirche, nicht nur an Pfarrer*innen, wie es die CONTOC-Studie von 2020 tat. Befragt werden über die landeskirchlichen Verteiler in Deutschland und die kantonskirchlichen Verteiler in der Schweiz Diakon*innen, Gemeindepädagog*innen, Katechet*innen, Kirchenmusiker*innen, Pfarrer*innen, Religionspädagog*innen und Sozialpädagog*innen. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, mit der Durchführung von CONTOC2 einen Einblick in die multiprofessionelle Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen hauptamtlichen Akteur*innen in evangelischen Gemeinden beider Länder zu erhalten.

Der Forschungsgegenstand: Neu entstandene digitalen Kommunikations- und Gemeinschaftsformen

Der Schwerpunkt der Studie liegt in dieser zweiten Durchführung weniger bei der Frage nach der unmittelbaren Bewältigung der Herausforderungen durch die Pandemie, sondern stärker auf den Fragen nach mittel- und längerfristigen Auswirkungen insbesondere der Nutzung digitaler Medien auf die kirchliche und gemeindliche Praxis. Welche Veränderungen der Kommunikation, Präsenz- und Organisationsformen sich in Kirch(en)gemeinden tatsächlich vollzogen haben und was produktiv für die Weiterentwicklung digitaler und hybrider Praktiken in den unterschiedlichen gemeindlichen Handlungsfeldern sein könnte, soll evaluiert werden.

Ausgehend von der aktuellen Situation wollen wir in die Zukunft blicken. Von besonderem Interesse ist dabei, die sich abzeichnenden dauerhaften Transformationsdynamiken von Kirche durch die Nutzung digitaler Medien nachzuzeichnen und insbesondere nach den Bedürfnissen zu fragen, die innerhalb der unterschiedlichen gemeindlichen Aufgabenbereiche durch die Nutzung digitaler Medien erfüllt werden oder offen bleiben.

Dabei interessieren insbesondere die folgenden Fragestellungen:

  • Sind digitale Kommunikationsformen und Medien (vom Smartphone über das Internet und Streamings bis hin zu Social Media) „nach Corona“ zu fest etablierten Elementen gemeindlicher Praxis geworden?  
  • Bieten digitale Angebotsformen (v.a. in Gottesdienst, Seelsorge und Bildung) nachhaltige Chancen für persönliche Begegnung, Gemeinschaftsbildung und Vernetzung?  
  • Welche Verbindungen von hybriden (digitalen online und analogen) religiösen Angeboten und Begegnungen sind entstanden?  
  • Welche Folgen zeichnen sich für gemeindliche Praxis und Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen sowie zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen ab? 

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Projektes.