Altes Testament
Die alttestamentliche Wissenschaft interpretiert die Schriften des Alten Testaments in ihren historischen, religionsgeschichtlichen, literarischen und theologischen Zusammenhängen. Sie untersucht die Entstehung, Überlieferung und Auslegung der Texte und bezieht dabei die Religionsgeschichte des Alten Orients sowie des antiken Judentums der persischen, hellenistischen und römischen Zeit ein. Zum Einsatz kommen philologische, historische, literarische, theologische und religionswissenschaftliche Fragestellungen und Methoden.
Am Theologischen Seminar der Universität Zürich sind im Bereich des Alten Testaments zwei Lehrstühle angesiedelt, die unterschiedliche, sich ergänzende Forschungsschwerpunkte vertreten.
Altes Testament / Hebräische Bibel und Frühjüdische Religionsgeschichte
Der Forschungs- und Lehrbereich Hebräische Bibel/Altes Testament mit dem zusätzlichen Schwerpunkt Frühjüdische Religionsgeschichte in persischer und hellenistischer Zeit befasst sich mit der Hebräischen Bibel sowie der Literatur aus der Zeit des Zweiten Tempels in ihren literarischen, historischen und theologischen Dimensionen sowie mit den religiösen und kulturellen Entwicklungen des antiken Judentums.
Besondere thematische Schwerpunkte liegen unter anderem in der Forschung am Pentateuch sowie dem Jesaja- und dem Jeremiabuch, der Theologie- und Literaturgeschichte des Alten Testaments sowie in wissenschafts- und rezeptionsgeschichtlichen Perspektiven.
Altes Testament / Hebräische Bibel und Altorientalische Religionsgeschichte
(Schwerpunkt Semitische Sprachwissenschaft)
Der Forschungs- und Lehrbereich Altes Testament / Hebräische Bibel und altorientalische Religionsgeschichte widmet sich der Hebräischen Bibel im Horizont der Kulturen, Sprachen und Religionen des Alten Orients und des Mittelmeerraums sowie Spielarten von Kulturkontakt und Kulturtransfer. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der semitischen Sprachwissenschaft und komparatistischen Zugängen zur Religionsgeschichte. Digitale Methoden und wachsende Textkorpora eröffnen dabei neue Zugänge zur Erforschung antiker Texte und Artefakte und bilden einen wichtigen Bestandteil von Forschung und Lehre.
Konkrete thematische Schwerpunkte liegen derzeit auf der Forschung zur Transformation bildhafter Rede über Tiere in den antiken Übersetzungsketten der Bibel (von der Hebräischen Bibel in die Septuaginta und weiter in verschiedene semitische Sprachen), zur Wahrnehmbarkeit der mesopotamischen Opferschau (barutu) in der südlichen Levante, den biblischen Texten und ihrer Rezeptionsgeschichte, zu Textilwerkzeugen aus der eisenzeitlichen Levante (Verknüpfung archäologischer und literarischer Perspektiven) sowie zu NLP für ge’ez-schrift basierte semitische Sprachen.