Christian Gfeller
- Doktorand
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| seit 2025 | Doktorand, Lehrstuhl für Praktische Theologie, Prof. Dr. Ralph Kunz |
| seit 2023 | Pfarrer, reformierte Kirche Zürich, Kirchenkreis 3 |
| 2023 | Ordination VDM |
| 2022 | Vikariat, reformierte Kirchgemeinde Oberwinterthur |
| 2017–2022 | Studium der evangelischen und katholischen Theologie, Universität Zürich und Universität Fribourg |
| langjährige Tätigkeit als Jugendarbeiter, Gemeindegründer und Leiter | |
| 1982 | geboren |
Politische Ekklesiologie als dialogischer Prozess kirchlicher Entscheidungsfindung. Eine Untersuchung am Beispiel der Semesterkirche (Arbeitstitel)
In einer zunehmend pluralen und polarisierten Gesellschaft stellt sich die Frage, wie kollektive Orientierung entsteht und wie Gruppen tragfähige Entscheidungsprozesse entwickeln können. Das Forschungsprojekt untersucht diese Problematik aus praktisch-theologischer Perspektive mit besonderem Fokus auf kirchliche Gemeinschaften und deren Formen gemeinsamer Entscheidungsfindung. Leitend ist dabei die Forschungsfrage, wie eine politische Kirche, die aus einem dialogischen Prozess hervorgeht, aussieht und welche Wirkungen sie auf ihre Beteiligten entfaltet.
Im Anschluss an Ansätze der politischen Ekklesiologie – insbesondere bei Stanley Hauerwas, Arne Rasmusson, Bernd Wannenwetsch und William T. Cavanaugh – wird erörtert, wie Kirche als dialogischer Prozess verstanden werden kann, in dem religiöse Praxis, Tradition und gegenwärtige Erfahrungen in wechselseitiger Bezugnahme ausgehandelt werden. Kirche erscheint dabei nicht primär als statische Institution oder homogene Gemeinschaft, sondern als relationaler Raum kontinuierlicher Verständigung über kirchliche Gestalt und Praxis.
Dieses Kirchenverständnis wird empirisch am Modell einer sogenannten Semesterkirche untersucht. Diese ist ein partizipatives kirchliches Format, in dem die Beteiligten jeweils für einen Zeitraum von sechs Monaten gemeinsam über Inhalte, Formen und Schwerpunkte kirchlichen Lebens entscheiden. Im Rahmen einer Aktionsforschung werden mittels qualitativer Interviews, Gruppendiskussionen und ethnographischer Beobachtungen die Erfahrungen der Beteiligten sowie die Dynamiken dialogischer Entscheidungsprozesse erforscht.
Die Arbeit verbindet systematisch-theologische, praktisch-theologische und empirisch-sozialwissenschaftliche Perspektiven und trägt zur gegenwärtigen Diskussion über Partizipation, kirchliche Autorität und politische Ekklesiologie in einer pluralen Gesellschaft bei.