CAS in Sozialräumlicher Diakonie
Kirche und Diakonie am Ort wirksam, vernetzt und zukunftsorientiert gestalten
Wie kann Kirche mitten im Lebensraum der Menschen präsent sein? Wie entstehen tragfähige Netzwerke, lebendige Nachbarschaften und neue Formen diakonischen Handelns?
Der CAS in Sozialräumlicher Diakonie verbindet wissenschaftlich fundiertes Wissen mit praxisnahen Methoden, um Kirche und Diakonie im Sozialraum aktiv und wirksam zu gestalten. Die Teilnehmenden setzen sich mit theologischen, sozial- und diakoniewissenschaftlichen Grundlagen sozialräumlicher Arbeit auseinander. Sie lernen, gesellschaftliche Entwicklungen wahrzunehmen, einen Sozialraum zu erfassen, Menschen miteinander zu vernetzen und gemeinsam innovative Projekte zu entwickeln. Im Zentrum stehen Fragen nach gesellschaftlicher Teilhabe, Kooperation, Freiwilligenarbeit und einer zeitgemässen diakonischen Praxis. Dabei reflektieren die Teilnehmenden ihre eigene Rolle, stärken ihre Handlungskompetenzen und entwickeln konkrete Ideen für ihre eigene freiwillige oder berufliche Praxis.
Der CAS wird von der Universität Zürich in Kooperation mit der HF TDS Aarau angeboten und eröffnet Raum für Austausch, Inspiration und gemeinsames Lernen – damit Kirche und Diakonie dort wirksam werden, wo Menschen leben, sich begegnen und Gemeinschaft entsteht.
Zentrale Inhalte
• Diakonie fachlich verorten und theologisch reflektieren
• Sozialraum wahrnehmen, Vernetzung gestalten und integrale Projekte umsetzen
• Hilfsanfragen triagieren, Teamarbeit entwickeln
• Auseinandersetzung mit der eigenen helfenden Rolle
Der CAS-Lehrgang in Sozialräumlicher Diakonie (2027–2028) startet am 2./3. Juli 2027
Der Programmflyer ist hier erhältlich und folgt später.
Eckdaten
| Studienform | 5 Module (Umfang 10 Studientage), ein selbstorganisiertes Praktikum (5-7 Tage), eine praxisbezogene Abschlussarbeit und ein Abschlusskolloquium. |
| Gesamtdauer | 8 Monate |
| Abschluss | Certificate of Advanced Studies UZH in Sozialräumlicher Diakonie (15 ECTS) |
| Zielgruppe |
|
| Wissenschaftliche Leitung und Direktion | Prof. Dr. Ralph Kunz, Lehrstuhl für praktische Theologie, Universität Zürich Prof. Dr. Christoph Sigrist, Leiter Forschungsstelle Urbane Diakonie, Universität Zürich lic. phil. I Kathrin Hunn-Vogler, Sozialarbeit und Sozialpolitik, Co-Rektorin HF TDS Aarau |
| Studiengangsleitung und Information |
Dr. theol. Stefan Wenger, 062 836 43 33 |
| Kooperationspartnerin | HF TDS Aarau, Höhere Fachschule für Theologie, Diakonie, Soziales |
Einführung
Diakonie im Gemeinwesen, wie sie in der Schweiz eine lange Tradition hat, ist ein Schlüssel für die Diakonie- und Kirchenentwicklung im 21. Jahrhundert. Menschen werden in ihren individuellen Lebenswelten wahrgenommen, unterstützt und dazu befähigt, sich freiwillig und ehrenamtlich für ihre Anliegen sowie für ihre Quartiere und Dörfer zu engagieren. Dies geschieht aus einer diakonisch-sozialräumlichen Haltung heraus und mit einem ganzheitlichen Fokus auf die Bereiche Soziales, Psyche, Physisches und Spiritualität. Wirksame Diakonie basiert auf dem Engagement lokal verwurzelter Menschen, die sich der Not vor Ort annehmen, sich für ihre Mitmenschen einsetzen, Gemeinschaft stiften und Jesus Christus nachfolgen. Dazu ist theologisches und sozialfachliches Wissen erforderlich, das im neuen CAS UZH in Sozialräumlicher Diakonie vermittelt wird.
Curriculum und Termine
| Modulthema | Inhalte | Umfang |
|---|---|---|
| Modul 1 Einführung Diakonie 02.–03.07.2027 |
Einführung Diakonie
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2 ECTS |
| Modul 2 Diakonische Gemeindeentwicklung 17.–18.09.2027 |
Grundlagen und Wesen der Kirche
Hinweis: Dieses Modul findet in Zusammenarbeit mit dem MAS-Programm «Ecclesial Empowerment» der Uni Freiburg statt und wird gemeinsam mit Studierenden anderer CAS-Programme belegt. |
2 ECTS |
| Modul 3 Als Kirche diakonisch-sozialräumlich Handeln 1 22.–23.10.2027 |
Lebenswelt und Sozialraum
Sozialraumanalyse – analysieren und erkunden
Situationsanalyse – objektivieren der Wahrnehmung
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2 ECTS |
| Modul 4 Als Kirche diakonisch-sozialräumlich Handeln 2 12.–13.11.2027 |
Handlungsbedarf – innovatives Vorgehen
Integrale Projektmethodik
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2 ECTS |
| Modul 5 Menschen unterstützen und befähigen 10.–11.12.2027 |
Einzelne Menschen unterstützen
Teams aufbauen, leiten, entwickeln
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2 ECTS |
| Praktikum Herbst/Winter 2027/2028 | Praxiseinsatz Diakonie 5-7 Tage (selbstorganisiert) | 2 ECTS |
| Abschlussarbeit Termin Kolloquium: 31.03.2028, 16–18h |
Abschlussarbeit mit mündlichem Kolloquium | 3 ECTS |
| Total | 15 ECTS |
Modulübergreifende Orientierung für CAS-Teilnehmende
| Geistlicher Rahmen | Alle Module mit geistlichem Tagesstart und Reflexion von Bibeltexten und weiteren geistlichen Texten mit diakonischem Bezug. |
| Selbststudium | Vertiefende Fachliteratur |
| Praxisorientierte Abschlussarbeit | Es wird eine Abschlussarbeit (Thesenpapier, Wirkungskonzept) für den eigenen Praxisort verfasst und im Rahmen eines Kolloquiums besprochen. |
Unterrichtszeiten
Freitags 14–21h
Samstags 09–17h
Durchführungsort
HF TDS Aarau, Frey-Herosé-Str. 9, 5000 Aarau
Der Kursort liegt direkt neben dem Bahnhof Aarau und in unmittelbarer Nähe der Parkhäuser «Bahnhof» und «Behmen». Es stehen rund um den Bahnhof verschiedene Verpflegungsmöglichkeiten zur Verfügung.
Hinweis: Das Modul 2 findet im Jahu in Biel statt.
Dozentinnen und Dozenten im Studiengang
- Prof. Dr. Ralph Kunz ist Professor für Praktische Theologie an der Universität Zürich. Seine Forschung und Lehre verbinden kirchliche Praxis, Gottesdienst, Predigtlehre und spirituelle Kommunikation auf fundierte und zugleich anwendungsnahe Weise.
- Prof. Dr. Christoph Sigrist ist Titularprofessor an der Universität Zürich und Leiter der Forschungsstelle Urbane Diakonie sowie Titularprofessor für Diakoniewissenschaft an der Theologischen Fakultät der Universität Bern. Er wirkte über 20 Jahre lang als Pfarrer am Grossmünster in Zürich und engagiert sich im Vorstand diverser diakonischen Stiftungen und in übergemeindlichen Gremien, so zum Beispiel als Präsident der Gesellschaft Minderheiten der Schweiz (GMS), als Präsident der Stiftung Urbane Diakonie und als Parlamentspräsident des Zürcher Spendenparlaments.
- Dr. des. VDM Benjamin Limbeck ist Fachbereichsleiter Theologie und Dozent an der HF TDS Aarau. Sein Schwerpunkt liegt in der Verbindung von theologischen Grundlagen mit konkreter Gemeindepraxis und diakonischem Handeln. In seiner Dissertation befasst er sich mit Mitgliedergewinnung und was diesbezüglich von Sportvereinen gelernt werden kann. Limbeck ist Co-Host des Podcasts Praktisch.Theologisch.Kirche mit Prof. Michael Herbst.
- Pfr. Dr. Patrick Todjeras ist Praktischer Theologe mit Schwerpunkt auf kirchlicher Praxis und Gemeindeentwicklung. In Lehre und Forschung verbindet er theologische Reflexion mit innovativen Ansätzen für Kirche in gesellschaftlichen Transformationsprozessen. Er ist Direktor des Instituts zur Erforschung von Mission und Kirche.
- Pfr. Dr. Markus Weimer ist Dekan im Ev. Kirchenbezirk Konstanz mit langjähriger Erfahrung in der Leitung und Entwicklung von Kirchgemeinden. Sein Schwerpunkt liegt in der Verbindung von Gemeindepraxis, strategischer Führung und der Begleitung kirchlicher Transformationsprozesse. In seiner Dissertation befasst er sich mit den Voraussetzungen, die zu Aufbrüchen innerhalb der Anglikanischen Kirche geführt haben.
- Urs von Orelli ist Dozent an der HF TDS Aarau. Als Soziokultureller Animator FH und Architekt FH vermittelt er praxisorientiertes Fachwissen für eine sozialraumorientierte Diakonie. Derzeit absolviert er einen Master of Arts (MA) in Transformationsstudien mit Schwerpunkt Soziale Arbeit und Öffentliche Theologie. Er berät zudem Kirchgemeinden in Fragen der sozialräumlichen Entwicklung sowie im Umgang mit ihren Kirchengebäuden.
- Kathrin Hunn, lic phil I Sozialarbeit und Sozialpolitik, ist Co-Rektorin der HF TDS Aarau. Als Dozentin verknüpft sie schwerpunktmässig Fragen des aktuellen sozialen Wandels, der sozialen Ungleichheit und Methoden der Sozialdiakonie mit praktischen Fragen des diakonischen Handelns.
- Thomas Härry, M.A. theol., ist Theologe, Dozent, Autor und Berater von Führungskräften mit Schwerpunkt Neues Testament, Spiritualität und Führung. Seine Arbeit verbindet biblisch-theologische Reflexion mit praxisnaher Anleitung für Leitungspersonen in Kirche und Gesellschaft.
- Astrid Schatzmann, Sozialdiakonin, M.A. theol., leitet die Fachbereiche Gemeindearbeit und berufsbegleitende Praxisausbildung der HF TDS Aarau. Als Dozentin vermittelt sie unter anderem praxisorientiertes Knowhow für Freiwilligenarbeit und Berufliche Identität in der Sozialdiakonie.
- Stefan Wenger, Dr. theol., hat am TSC Basel/Bettingen und an der Universität Bern Theologie studiert und im Fachbereich Neues Testament mit einer Arbeit über das Gottesbild im Jakobusbrief promoviert. Heute wirkt Stefan Wenger als Pfarrer der Landeskirchlichen Gemeinschaft jahu in Thun, als Dozent und im Fachbereich Weiterbildung an der HF TDS Aarau sowie an verschiedenen theologischen Ausbildungsstätten in der Schweiz.
Statements
«Diakonie und Bildung hängen zusammen: Helfen in der Schweiz ist komplex. Wer Menschen hilft, hat zu lernen, wie er helfen kann. Der CAS ist Teil einer christlich begründeten Kunstlehre des Helfens.»
Prof. Dr. theol. Christoph Sigrist
«Die Astronomie befasst sich mit dem Weltraum, die Diakonie schaut zum Sozialraum. Das ist ein Studiengang für alle, die mithelfen wollen, die sorgenden Gemeinschaften aufzubauen.»
Prof. Dr. theol. Ralph Kunz
«In einer Zeit gesellschaftlicher Herausforderungen befähigt der Studiengang engagierte Menschen mit diakonischer Kompetenz, die im Sozialraum Brücken bauen, Menschen in unterschiedlichen Lebenslagen wahrnehmen und begleiten, Teilhabe fördern und so Gottes Liebe in Dörfern und Nachbarschaften konkret erfahrbar machen.»
Kathrin Hunn-Vogler, lic. phil.
«Die Ausrichtung der Kirche auf den Sozialraum ist eine – wenn nicht die – Kernkompetenz für Kirchenentwicklung im 21. Jahrhundert. Ich möchte die Studierenden dazu befähigen, diakonische Praxis als Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit mitzugestalten. Wenn Kirchen sich ihrem Umfeld verschenken, wird das Evangelium verkündet – und die Menschen werden spüren, wer die Kirche ist.»
Urs von Orelli, Soziokultureller Animator FH, Architekt FH, M.A. Transformationsstudien (i. A.)
Lernziele und Kompetenzerwerb
Die Teilnehmenden …
- kennen verschiedene theologische Verortungen der Diakonie und aktuelle Ausprägungen diakonischen Handels in der Gemeinde- und Gemeinwesendiakonie.
- können die Bedeutung der Diakonie als grundlegenden Beitrag einer zukunftsgerichteten Kirchenentwicklung begründen.
- reflektieren ihre eigene Rolle als handelnde Person im Feld der Diakonie.
- kennen Ansätze und Arbeitsprinzipien sozialräumlicher diakonischer Arbeit.
- sind in der Lage, selbständig eine Sozialraumanalyse durchzuführen, Notlagen im Sozialraum wahrzunehmen und einen Handlungsbedarf abzuleiten und passende Projekte zu initiieren und umzusetzen.
- können niederschwellige Hilfsanfragen triagieren und reflektieren die Grenzen ihres helfenden Handelns.
- leiten andere Freiwillige an in der diakonischen Arbeit.
Lernformen und Methodik
Zur Ermöglichung persönlicher Lernprozesse werden unterschiedliche Lernformen und -gefässe genutzt. Neben den klassisch-akademischen Lernformen (Referate, strukturierte Diskussionen, Literaturstudium) kommen auch solche zum Tragen, die eine persönliche (Praxis-) Reflexion (reflexives Schreiben, Gruppengespräche) und die Entwicklung praktischer Kompetenzen (Sozialraumbegehung) fördern.
Zielgruppe
- Freiwillige und Ehrenamtliche in Kirchgemeinden/Pfarreien oder diakonischen Werken mit leitender / begleitender Funktion in Praxisfeldern, in denen diakonische Handlungskompetenz gefragt ist.
- Fachpersonen aus theologischen, diakonischen oder sozialen Berufen, die ihre Kompetenzen in sozialräumlichem Handeln erweitern möchten.
Zulassungsvoraussetzungen und Abschluss
Für die Zulassung ist ein Hochschulabschluss und Praxiserfahrung erforderlich. In Ausnahmefällen können auch Personen mit vergleichbarer Qualifikation sowie mit spezifischer Praxiserfahrung «sur dossier» zugelassen werden.
Bei erfolgreichem Abschluss aller Module, des Praktikums sowie der Abschlussarbeit wird ein
Certificate of Advanced Studies UZH in Sozialräumlicher Diakonie (15 ECTS) verliehen.
Hinweis: Ein Besuch einzelner Module oder des ganzen CAS als Gast zur persönlichen Weiterbildung (ohne Zertifikatsabschluss) ist auf Anfrage ebenfalls möglich. In diesem Fall wird eine Weiterbildungsbestätigung ausgestellt.
Der CAS in Sozialräumlicher Diakonie kann als integraler Bestandteil (Vertiefungsmodul) des ökumenischen MAS Ecclesial Empowerment (Studienzentrum für Glaube und Gesellschaft, Universität Freiburg) besucht werden.
Hinweis: Studierende, die für den MAS-Studiengang der Uni FR immatrikuliert sind, melden sich direkt über ihre Studiengangsleitung (Dr. Elke Pfitzer) für den Vertiefungs-CAS in Sozialräumlicher Diakonie an.
Kosten
Gesamter Studiengang: CHF 3’950
Besuch eines einzelnen Moduls (2 Studientage): CHF 440
Externes Modul 2 (Biel): Es fallen separate Kosten von ca. CHF 150 an (inkl. Verpflegung, vor Ort zu begleichen)
Anmeldung
Es ist das Anmeldeformular (DOCX, 59 KB) sowie ein aktueller Lebenslauf/CV an die Studiengangleitung zu senden: cas.diakonie@theol.uzh.ch
Die Anmeldungen werden in der Reihenfolge ihres Eingangs geprüft.
Anmeldeschluss
31. Mai 2027
Die Bewerbungen werden nach Eingangsdatum berücksichtigt.
Direktion
- Prof. Dr. theol. Christoph Sigrist, Forschungsstelle Urbane Diakonie, Universität Zürich
- Prof. Dr. theol. Ralph Kunz, Professor für Praktische Theologie, Universität Zürich
- Lic. phil. I. Kathrin Hunn-Vogler, Sozialarbeit und Sozialpolitik, Co-Rektorin HF TDS Aarau