Certificate of Advanced Studies in Spiritual Care

Dauer des Lehrgangs: 15. - 16. November 2019 bis 29. August 2020

Anmeldeschluss: 15. Oktober 2019

 

Eckdaten

Studienform

12 Kurstage & Fallsupervision in der Gruppe und E-Learning

Gesamtdauer

1 Jahr

Abschluss

Certificate of Advanced Studies UZH in Spiritual Care (15 ECTS)

Zielpublikum

Fachpersonen, die in den Bereichen Spitalseelsorge, Medizin, Pflege, klinischer Psychologie und klinischer Sozialarbeit tätig sind und bereits eine mehrjährige Praxis mitbringen.

Kosten

6900 CHF

Wissenschaftliche Leitung

Prof. Dr. Simon Peng-Keller, Professor für Spiritual Care, Universität Zürich

Studienleitung und Information

Pascal Mösli, Mitglied der Forschungsgruppe Spiritual Care, Universität Zürich: Kontakt

Supervision

lic. phil. Silvia Köster M.Sc. Psychologie, lic. theol. Pascal Mösli, Prof. Dr. Simon Peng-Keller, Rahel Rodenkirch M.Sc. Psychologie

Kooperationspartner

Theologische Hochschule Chur und Schweizerisches Zentrum für Islam und Gesellschaft der Universität Freiburg

 

Anliegen

«Spiritual Care» steht für die in den letzten Jahren vermehrt ins Bewusstsein der Gesundheitspolitik getretene Aufgabe, die «spirituelle Dimension» in die Gesundheitsversorgung einzubeziehen. Empirische Forschung der letzten Jahrzehnte belegt, dass Spiritualität eine wichtige Rolle im Umgang mit Sinnfragen und bei der Bewältigung existentieller Krisen und kritischer Lebensereignisse spielt.
Neu an der aktuellen Entwicklung ist insbesondere das wachsende Bewusstsein, dass es sich dabei um eine interprofessionelle Herausforderung handelt. Jede beteiligte Berufsgruppe hat dabei eine besondere Aufgabe. Gemeinsam sind allen Berufsgruppen die Herausforderungen der interprofessionellen Kommunikation und Zusammenarbeit. Der Lehrgang vermittelt fachliche und persönliche Voraussetzungen dafür.

Die CAS-Weiterbildung ist interprofessionell angelegt und umfasst die beiden Schwerpunkte seelsorgliche und gesundheitsberufliche Spiritual Care. Im Zentrum steht die praxisorientierte Ausbildung interprofessioneller Kompetenzen sowie professionsspezifischer Fähigkeiten und Rollenprofile. Gefördert werden zum einen jene Formen von Spiritual Care, die als Komponente gesundheitsberuflicher Aufgaben wahrgenommen werden. Zum anderen geht es um seelsorgliche Formen von Spiritual Care. Dazu gehören die spezifische Unterstützung von Patienten und Patientinnen mit komplexen religiös-spirituellen Nöten und Bedürfnissen und Begleitung in akuten Krisen sowie religionsspezifische Praktiken und Rituale.

Lernziele

Im Hinblick auf die zu erwerbenden Kompetenzen werden sowohl informative als auch formative und transformative Bildungsaspekte berücksichtigt.

Informative Lernziele: Orientierungswissen
Mit Blick auf internationale und nationale Entwicklungen vermittelt der Studiengang:

  • Kenntnisse zu unterschiedlichen Spiritual Care-Modellen
  • Grundwissen zur Geschichte moderner Spiritual Care
  • Einblicke in die aktuelle interdisziplinäre Forschung zu Spiritualität und Gesundheit
  • Orientierungswissen zu ethischen, interkulturellen und interreligiösen Aspekten der Spiritual Care.

Formative Lernziele: Achtsame Präsenz und Rollenklärung
Mit Blick auf unterschiedliche professionsspezifische Herausforderungen unterstützt der Studiengang:

  • die Ausbildung der Fähigkeit zu achtsamer Präsenz
  • die Klärung der eigenen professionellen Rolle im Feld interprofessioneller Spiritual Care.

Transformative Lernziele:
Unter Einbezug der biografischen und beruflichen Erfahrungen der Kursteilnehmenden fördert der Studiengang:

  • die persönliche Verortung im „spirituellen Feld“
  • die Entwicklung konkreter Handlungskonzepte und -modelle
  • Spiritual Self-Care.

Aufbau des Studiengangs

Der Weiterbildungsstudiengang umfasst 10 Module (12 Kurstage),4 Supervisionssitzungen (Fallsupervision in der Gruppe), e-learning-Einheiten sowie eine Projektarbeit.

Module und Referenten:

1. Modul: Grundlagen Spiritual Care
18. - 19. Oktober 2019

  • Persönliche, biographische Zugänge zur Spiritualität
  • Soziologische, psychologische und medizinische Perspektiven & Forschung zu Spiritual Care
  • Professionelle Rollen und interprofessionelle Zusammenarbeit in der Spiritual Care
  • Der christliche Heilungsauftrag

Prof. Simon Peng-Keller, Professor für Spiritual Care, Universität Zürich; Dr. med. Daniel Büche, Leiter des Palliativzentrums am Kantonsspital St. Gallen; Prof. Dr. Maya Zumstein-Shaha, Dozentin an der Berner Fachhochschule (Departement Gesundheit)

2. Modul: Grundhaltung von Spiritual Care: Achtsame Präsenz
16. November 2019

  • Präsenz als Schlüsselkonzept der Spiritualität
  • Dialog über persönliche Erfahrungen und Wege zur persönlichen Vertiefung achtsamer Präsenz
  • Achtsame Präsenz und Beziehung

Dr. phil. I Ingeborg Peng-Keller, freischaffende Psychotherapeutin und geistliche Begleiterin

3. Modul: Krise und Spiritual Care: Wahrnehmung und Indikation
13. Dezember 2019

  • Konzept und Wahrnehmung der spirituellen Krise
  • Formen „spiritueller Not“ (spiritual distress), Signale und Indikationen
  • Unterstützung eines spirituellen Umgangs mit Kontingenzerfahrungen

Prof. Dr. theol. Traugott Roser, Professur für Praktische Theologie, Universität Münster

4. Modul: Assessment, Kommunikation und Dokumentation
11. Januar 2020

  • Grundlagen der professionellen Aufgaben und interprofessionellen Zusammenarbeit zu spirituellen/religiösen Themen
  • Assessment und Dokumentation: Grundverständnis und Instrumente
  • Kommunikation: "Wie können wir über Spiritualität reden"
  • DocCom-Modul “Spiritual Care bei chronischem Schmerz”

Prof. Dr. phil. Cissel Guttormsen, Direktorin des Instituts für medizinische Lehre, Universität Bern; Dr. med. Beate Brem, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für medizinische Lehre, Universität Bern;  Lic. theol. Annette Meyer, accompagnante spirituelle, Centre hospitalier universitaire vaudois

5. Modul: Spiritual Care und Ethik I: Ethische Fallbesprechungen und Beratungsmethoden
14. Februar 2020

  • Ethik im Spital: Übersicht über Schlüsselkonzepte
  • Care-Ethik und Spiritual Care
  • Ethische Beratung von Patient/innen und Angehörigen
  • Modelle der ethischen Fallbesprechung

PD Dr. Rouven Porz, Leiter Fachstelle klinische Ethik, Inselspital Bern; Lic. theol. Hubert Kössler, Co-Leiter Seelsorge, Co-Leiter Fachstelle Klinische Ethik, Inselspital Bern

6. Modul: Spiritual Care und Ethik II: Ethische Entscheidungs- und Konfliktsituationen am Lebensanfang und -ende
14. März 2010

  • Verständnis von und Umgang mit ethischen Entscheidungs- und Konfliktsituationen
  • Ethische Themen am Lebensbeginn und am Lebensende
  • Ethische und spirituelle Aspekte des Advance Care Planning (ACP)
  • Professionelle Aufgaben im Bereich der Ethik und ACP

Prof. Dr. med. Tanja Krones, Leitende Ärztin Klinische Ethik und Geschäftsführerin Klinisches Ethikkomitee Universitätsspital Zürich; Dr. sc.med., lic. theol. Settimio Monteverde, Co-Leitung Klinische Ethik, Universitätsspital Zürich

7. Modul: Spiritual Care im interkulturellen und interreligiösen Kontext I: Muslimische Patientinnen und Patienten
24. April 2020

  • Muslimische Spiritual Care-Diskussionen
  • Brennpunkte muslimischer Spiritual Care in der Schweiz
  • muslimische Perspektiven auf  Krankheit, Heilung und Sterben

Prof. Dr. Hansjörg Schmid, Professor für interreligiöse Ethik und christlich-muslimische Beziehungen, Geschäftsführender Direktor des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft, Fribourg;  Prof. Amir Dziri, Professor für Islamische Studien, Direktor des Schweizerischen Zentrums für Islam und Gesellschaft Fribourg

8. Modul: Spiritual Care im interkulturellen und interreligiösen Kontext II: Grundlagen
16. Mai 2020

  • Kulturelle Aspekte der spirituellen Begleitung
  • Spirituell-religiöse Konfliktfelder und interkulturelle Mediation
  • Wahrnehmung und Gestaltung interreligiöser Handlungsfelder

Mark Moser, International tätiger Berater und Dozent für interkulturelle Kommunikation und Zusammenarbeit, Bern

9. Modul: Spiritual Care am Lebensende
19. Juni 2020

  • Spirituelle Wahrnehmung und Begleitung im Sterbeprozess
  • Symbolische Kommunikation und visionäres Erleben in Todesnähe
  • Kommunikation bei bewusstseinsveränderten Zuständen
  • Rituale in der Sterbe- und Trauerbegleitung

Prof. Dr. med. Gerhild Becker, Ärztliche Direktorin an der Klinik für Palliativmedizin, Universität Freiburg/Br.; Prof. Dr. theol. Simon Peng-Keller, Professor für Spiritual Care, Universität Zürich

10. Modul: Rituelle Kompetenzen und Fragen des interreligiösen Gebets
29. August 2020

  • Phänomenologie und Funktion von Ritualen im Spital
  • Religiöse Rituale im Kontext von Spiritual Care
  • Spirituelle Wirkung der beruflichen Rolle

Prof. Dr. theol. Birgit Jeggle-Merz, Professorin für Liturgiewissenschaft, Theologische Hochschule Chur/Universität Luzern, Dr. h.c. Erhard Weiher, Mainz

Lernformen

Die Erkundung der erlebten Erfahrungsdimension von Spiritualität spielt ebenso eine Rolle wie deren Reflexion. Lernformen im Einzelnen:

  • Einbezug persönlicher Erfahrung sowie Elementen aus dem Transferprozess zwischen den Modulen
  • Theoretische Inputs und praktische Übungen
  • Bearbeitung von Arbeitsaufträgen, Dialog in Gruppen, Präsentationen (einzelne, Gruppen)
  • Arbeit mit Video-/Filmsequenzen
  • E-Learning/Selbststudium
  • Fallsupervision

Zulassungsvoraussetzungen

Voraussetzungen sind ein Hochschulabschluss oder eine weiterführende Qualifikation auf Pflegestufe HF sowie mehrjährige Berufserfahrung im Bereich der Spitalseelsorge oder in einem Gesundheitsberuf.

Anmeldung

CV und Motivationsschreiben an: cas-spiritual-care[at]theol.uzh.ch
Begrenzte Teilnehmerzahl. Bewerbungen werden nach Eingangsdatum berücksichtigt.