Valeria Sogne
- Freelancerin
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Auf das Theologiestudium bin ich eher zufällig gestossen: Im Ergänzungsfach Religion an der Kanti machte meine Lehrerin, zugleich Pfarrerin, Werbung für den Campus Kappel (eine von der Reformierten Kirche organisierte Themenwoche, die Einblicke ins Theologiestudium und kirchliche Berufe bietet). Die Woche begeisterte mich so sehr, dass ich kurz vor Studienbeginn an der Uni Zürich von Germanistik und Medienwissenschaften zu Theologie wechselte.
Während meines Theologie-Masters im Corona-Jahr 2021 entstand überraschend der Wunsch, mich selbstständig zu machen – ein Gedanke, mit dem ich mich zuvor nie beschäftigt hatte. Gemeinsam mit einer Freundin entwickelte ich eine Website, auf der Blogs zu Theologie, Gesellschaft, Kultur und Reisen erscheinen, ergänzt durch meine journalistischen Beiträge und einen Ratgeber zum Schweizer Stiftungswesen, an dem ich mitgearbeitet habe.
Anfangs brachte mir die kreative Arbeit kaum Einkommen. Also probierte ich Verschiedenes aus: Ich war Office-Managerin in einer NGO, freie Journalistin, Gymnasiallehrerin für das Fach Religion, besuchte einen Radio-Kurs – und bin seit Kurzem in die Leitung des Theologiekurses für Erwachsene sowie der Katechet:innen-Ausbildung der reformierten Landeskirche Aargau eingebunden.
Meine Selbstständigkeit begann erst im Frühling 2025 Früchte zu tragen – dank meiner organisatorischen Fähigkeiten und meinen Fremdsprachenkenntnissen. So übernehme ich administrative Aufgaben – unter anderem für deutsch-, italienisch-, portugiesisch- und spanischsprachige Kund:innen. Darüber hinaus gebe ich private Sprachkurse und Nachhilfeunterricht und biete Beratungen mit Tarotkarten als psychologisches Begleitinstrument an.
Im Herbst 2025 habe ich zudem eine Weiterbildung in Analytischer Psychologie am C. G. Jung-Institut sowie einen Arabischkurs begonnen. Mein Traum ist es, eines Tages vollständig von meiner Selbstständigkeit leben und dabei all meine Interessen vereinen zu können.
Mein Weg war alles andere als gradlinig und oft von Selbstzweifeln begleitet. Doch heute weiss ich: Dranbleiben lohnt sich. Vielfalt und Neuanfänge sind Stärken. Von meinem Theologiestudium profitiere ich dabei bis heute – sei es beim kritischen Reflektieren komplexer Fragen, beim Einbeziehen unterschiedlicher Perspektiven oder beim präzisen und verständlichen Ausdruck. Genau diese Kompetenzen sind für meine Arbeit mit Menschen aus verschiedensten Hintergründen und für den Ausbau meiner Selbstständigkeit zentral.
Das Wichtigste ist, seiner Leidenschaft zu folgen, selbstbewusst über die eigene Arbeit zu sprechen – und sich selbst treu zu bleiben.