Neue Lebensformen an Orten kontemplativer Gemeinschaften
Die Gegenwart markiert einen bedeutsamen Einschnitt in der Geschichte des christlich-kontemplativen Lebens, gerade auch im deutschsprachigen Raum. Viele Ordensgemeinschaften stehen heute vor der Herausforderung, ihre Lebensorte, ihre Ordenstraditionen und -spiritualitäten in eine Zukunft zu überführen, in der ihre klassischen Lebensformen des Ordenslebens ihre Anziehungskraft verlieren. Das Forschungsprojekt nimmt diesen historischen Moment zum Ausgangspunkt und untersucht, wie Gemeinschaften ihre Lebensorte und -formen für Menschen öffnen, die deren kontemplative Tradition weiterführen möchten, ohne jedoch die Ordenszugehörigkeit zu übernehmen oder in voller Weise zu teilen.
Anhand ausgewählter Fallbeispiele dokumentiert und analysiert das Projekt, wie im Umfeld kontemplativer Gemeinschaften neue Formen des Zusammenlebens entwickelt und erprobt werden. Dabei werden Chancen, aber auch Schwierigkeiten und Spannungen solcher Übergänge gleichermassen in den Blick genommen.
- Wie gehen langjährige Ordensmitglieder mit dem Wandel ihrer Gemeinschaft um?
- Wie finden neu hinzukommende Personen ihren Platz?
- Und welche Formen der Verbindlichkeit tragen eine neue Gemeinschaft?
Die Analyse umfasst theologische, soziologische, kirchenrechtliche und ökonomische Dimensionen.
Die gewonnenen Erkenntnisse sollen wissenschaftlich dokumentieren, was sich derzeit vollzieht, und für laufende Praxisprojekte Einsichten, Orientierungswissen und Vernetzung liefern.
Das von der Jurt-Stiftung finanzierte Forschungsprojekt wird verantwortet von der Theologischen Hochschule Chur und der Professur für Spiritual Care der Universität Zürich in Kooperation mit dem SPI St. Gallen.