Markus 8,31–38 – Büttenpredigt

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Büttenpredigt zur Fastnacht | Estomihi | 15.02.2026 | Mk 8,31–38 | Hosea Heckert |

Dann sprach Jesus mit ihnen zum ersten Mal darüber, dass der Menschensohn viel Schlimmes erleiden müsse und von den führenden Männern des Volkes, den obersten Priestern und den Schriftgelehrten verworfen werde; er werde getötet werden und drei Tage später wieder auferstehen. 32 Als er jedoch so offen mit seinen Jüngern darüber sprach, nahm Petrus ihn beiseite und bedrängte ihn, doch nicht so zu sprechen[2]. 33 Jesus wandte sich um, sah seine Jünger an und wies Petrus scharf zurecht »Fort von mir, Satan! Du betrachtest alles nur aus menschlicher Sicht und nicht aus der Sicht Gottes.« 34 Dann rief er seine Jünger und die Menge zu sich. »Wenn jemand mir nachfolgen will«, sagte er, »muss er sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und mir nachfolgen. 35 Denn wer versucht, sein Leben zu bewahren, wird es verlieren. Wer aber sein Leben um meinetwillen und um der guten Botschaft willen verliert, wird es retten. 36 Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber seine Seele[3] verliert? 37 Gibt es etwas Wertvolleres als die Seele? 38 Wenn sich ein Mensch in dieser treulosen[4] und sündigen Zeit für mich oder meine Botschaft schämt, für den wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Herrlichkeit seines Vaters kommt.«

Ihr lieben mir hier anvertrauten Leute
ich darf ganz offen zu euch sprechen heute.
Die Fastnacht gibt das Recht zu rügen
was wir uns hier zusammen lügen.

Gebt acht, wollt ihr das wirklich hören
oder euch nur selbst betören.
Denn schöner ist man bleibt dabei
und lässt nicht die Gedanken frei.

Von Jesus habt ihr wohl vernommen
er ist auf Erden hier gekommen.
Für Kranke und Arme war’s ein Fest.
Des Volkes Führer wünschten ihm die Pest.

Was für die einen wohl gelitten,
hat die Gelehrten voll zerstritten.
So darf man doch von Gott nicht sprechen!
Er muss doch böse Taten rächen.

Sie gingen auf in ihren Ritualen
und fürchteten den Radikalen,
der einfach zu Verstoßnen ging
und sie mit Gottes Liebe fing.

Gebt acht, wollt ihr das wirklich hören
oder euch nur selbst betören.
Denn schöner ist man bleibt dabei
und lässt nicht die Gedanken frei.

Er sah den Teufel im Detail
und trotzte ihm ins Konterfei.
Doch selbst im Dunkel dieser Fresse,
entdeckte er nen Hauch von Blässe.

So nahm er sich den Teufel vor
und flüsterte selbst ihm ins Ohr:
Du kannst auch anders, glaub mir nur!
Du zündelst doch dir selbst zum Schur.

Doch ehrlich sein, ist unsere Pflicht:
So einfach wandelt man den Teufel nicht.
Es ist ein Wenden und ein Drehen
ein Vorwärts- und ein Rückwärts gehen.

Gebt acht, wollt ihr das wirklich hören
oder euch nur selbst betören.
Denn schöner ist man bleibt dabei
und lässt nicht die Gedanken frei.

Der beste Freund von unserm Jesus
das wisst ihr wohl, der war der Petrus
Ganz felsenfest wollt er vertraun
und nur auf seinen Jesus baun.

Doch dessen Predigt übers Jahr
bringt den Propheten in Gefahr.
Wie lange soll das noch so gehen,
bis die ihm einen Strick draus drehen?

Komm Freund halt lieber deinen Mund
dann bleiben du und ich gesund.
Du kannst nicht alle Herzen kehren.
Mit Fäusten werd’n sie sich wehren!

Mit dreisten Lügen und Gerüchten
werd’n sie Gespenster züchten.
Die Angst wird sie auch dahin bringen,
dass sie dich mit Gewalt bezwingen.

Gebt acht, wollt ihr das wirklich hören
oder euch nur selbst betören.
Denn schöner ist man bleibt dabei
und lässt nicht die Gedanken frei.

So sag mir, Freund, was soll ich tun
am besten brav zuhause ruhn?
Muss ich nicht auf der Straße bleiben
und allen unsre Welt beschreiben?

Es kann doch sein, dass viele raffen
dass Trump und Putin nichts erschaffen.
Sie schrecken nicht vorm Blutvergießen
solang die Gelder prächtig fließen.

Sie gießen nur noch Öl ins Feuer
und machen’s Überleben teuer
für alle die dabei geblieben
zu suchen ihren Feind zu lieben.

Sie pfeifen auf die guten Regeln
und da soll ich mit ihnen segeln?
Da steig ich aus, geh übers Wasser
und leih die Ohren nicht dem Hasser.

Gebt acht, wollt ihr das wirklich hören
oder euch nur selbst betören.
Denn schöner ist man bleibt dabei
und lässt nicht die Gedanken frei.

Komm du mit mir, Fels in der Brandung!
Wir beide bilden jetzt eine gute Umrandung.
Wir fangen an und ist es auch leise.
Wir reden mit allen und es zieht seine Kreise.

So sei nicht traurig, sondern heiter:
Licht vom Himmel bringt uns weiter.
Gibt’s kaum Antworten eher Fragen?
Können wir uns alles sagen!

Und wir rücken raus mit dem, was drückt
heute wird sich nicht gebückt!
Selig werden wir, wenn’s ruckt
und sich keiner von uns duckt!

Achtung! Jetzt habt ihr’s gehört
und ich hoff, ihr seid gar wohl betört.
Ja, ich seh ihr seid dabei.
Jetzt sind die Gedanken frei!

Frisch ans Werk und frei sich regen
das allein bringt uns den Segen.
Ziehen mit Gott und unter Schweiß
seinen, unseren Himmelskreis.

Amen.


Verfasst von:
Pfarrer Hosea Heckert
Email: hoseaheckert@posteo.de