Markus 14,3–9

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Die Salbung in Betanien | Palmsonntag | 29.03.2026 | Mk 14,39 | Hansjörg Biener

3 Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. 

4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? 5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. 6 Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. 7 Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. 

8 Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis. 

9 Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in der ganzen Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie getan hat. (Markus 14,3–9).

0 Vorschau

Eine Szene, die es in vielerlei Hinsicht in sich hat. Jesus ist in Betanien bei Jerusalem, und es gibt einen außergewöhnlichen Vorfall. Und: Wir haben hier bei Markus den Beginn der Passionsgeschichte.

Jesus ist in einem Haus zum Essen zu Gast, das noch nach einem früheren Bewohner genannt wird. Man isst im Haus Simons des Aussätzigen zu Abend. Eine Frau kommt dazu und zerbricht über Jesus einen Flacon mit kostbarem Öl. Das Öl wurde aus dem Rhizom der Narde gewonnen, einer heute selten gewordenen, offenbar nur wild wachsenden Heil- und Aromapflanze aus dem Himalaja. Die verwendete Pflanze hat also einen langen Weg hinter sich. Einige Anwesende finden die Aktion der Frau unpassend. Sie finden: Man hätte das Öl verkaufen und den Erlös den Armen geben sollen. Die Rede ist von 300 Denaren. Es gibt die Faustregel, die uns die Summe verständlicher machen kann. Mit einem Denar hatte ein Tagelöhner zur Jesus-Zeit Denar „sein täglich Brot“ für sich und seine Familie. 300 Denare, das heißt dann: Davon konnte ein Tagelöhner seine Familie fast ein Jahr lang ernähren. Diese Summe möchte ich im Hinterkopf behalten, denn ich habe mich nach den heutigen Preisen gefragt. Ob es Parfüms gibt, für die „Mann“ ein Jahresgehalt hinlegen muss. Ach, was war ich naiv…

Dazu mehr im ersten Teil der Predigt. Jesus wiederum nimmt die Frau gegen die Kritik in Schutz. Seinen Worten werde ich im zweiten Teil nachgehen. Letzte Worte, die im Nachhinein wie ein Vermächtnis wirken. Ich nenne die vier Sätze schon hier:

(1) Macht ihr das Herz nicht schwer.
(2) Mich habt ihr nicht immer.
(3) Ich werde sterben.
(4) Man wird sich an sie erinnern.

Vor dem Nachdenken für unser Lebenswissen soll es zum Verstehen des Bibeltextes und für unser Allgemeinwissen etwas über wertvolle Parfüme geben.


1 Wertvolle Parfüme

1.1 Verloren in der Vielfalt

Ich kenne Parfüm nur aus der Werbung und von den Regalen, an denen ich vorbei muss, wenn ich beim Müller Zahnpasta und Putzmittel kaufen will. Aber: Gute Werbung ist schwer, und ich kann da oft nicht anders als spotten. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich beim Aldi einen Aufsteller für Axe fotografiert. Primär eine Duschlinie, aber auch ein After Shave. Das Werbebild war offensichtlich mit Künstlicher Intelligenz erstellt worden. Der Mann, der sich auf dem Bild mit einer Frau räkelte, hatte drei Knie. Also habe ich zu meiner Frau gesagt: „Das brauche ich definitiv nicht.“ Und außerdem ist ja legendär, dass jemand in den USA den Hersteller verklagt hat. Der Axe-Effekt war nicht eingetreten, und der arme Kerl hatte immer noch nicht die vielen ersehnten Frauen. Ein anderes Beispiel: Ein Mann pflügt kraftvoll durch den Ozean. (Davidoff Cool Water) Mein erster Gedanke dazu: Das Wasser ist doch kalt! Und: Riecht er, wenn er aus dem Wasser steigt, wie dieses Parfüm? Ein letztes Beispiel (Burberry Hero): Ein Wettrennen am Strand, Mann gegen Pferd, Pferd gegen Mann. Hinein ins Wasser. Bildschnitt. Und dann ein Zentaur, also Mann und Pferd vereinigt. Aber: Was brauche ich so ein Parfum, wenn ich dann einen Pferdekörper habe und womöglich noch rieche wie ein Tier? Sie merken, ich bin bei Parfümen nicht so ganz ernst im Thema drin. Aber ich brauche die etwas leichtere Stimmung, damit wir uns im zweiten Teil den ernsteren Gedanken zuwenden können.

Ein bisschen Vorwissen hatte ich schon. Ich erinnerte mich z. B., dass es fünf Qualitätsgrade gibt. Und ein paar Marken glaubte ich zu kennen. Und wie das beim Internet so ist. Ich habe mich verloren, wie Schülerinnen, die im Drogerie-Markt alle möglichen Düfte probieren. Eigentlich war meine Ausgangsfrage klar: Gibt es ein Parfum, für das man ein Jahresgehalt ausgeben muss? Und bei Jahresgehalt dachte ich an das Durchschnittsgehalt, das einem bei der Rentenversicherung für Angestellte einen Rentenpunkt einbringt. Nach BfA-Angaben bekommt man genau einen Rentenpunkt, wenn man 2026 51.944 Euro verdient und entsprechend in die Rentenversicherung einzahlt.[1]

Wir behalten also in Erinnerung: 1000 Euro brutto sind ein durchschnittlicher Wochenlohn bei den BfA-Versicherten. Damit kann man doch gut rechnen!

 

1.2 Von Qualitäten und Literpreisen

Die Sache mit den Qualitäten war schnell gelöst. Es gibt fünf Qualitätsgrade:

Extrait de Parfum (Intense) enthält 20 bis 30 % Duftstoffe.
Eau de Parfum: 10 bis 20 % Duftstoffe.
Eau de Toilette: 6 bis 10 % Duftstoffe.
Eau de Cologne: 3 bis 5 % Duftstoffe.
Eau Fraîche: 1 bis 3 % Duftstoffe.

Und da hätte ich mich entscheiden sollen. Nimm den mittleren Qualitätsgrad und mach mit dem Eau de Toilette weiter. Habe ich nicht. Ich wollte erst einmal Preisunterschiede beim selben Parfum herausfinden.

Sie wissen längst, ich gehe nicht zum Müller, Douglas oder einen anderen Markt zum Riechen. Aber ein Parfum kenne auch ich dem Namen nach: Chanel No. 5. Und ich habe unterstellt, dass auch Sie das Parfum kennen. Also wollte ich von der Firma wissen: Was kostet Chanel No. 5 in diesen fünf Qualitäten. Vielleicht hätte ich es wissen müssen. Es gibt nicht alle fünf Qualitäten. Beziehungsweise: Nicht mehr. Und ich habe zu meinem Erstaunen gelernt, dass man Parfüm auch antiquarisch kaufen kann. Was es nicht alles gibt! Also nur zwei Preise von der Website der Firma[2]: Das Eau de Parfum kostet 1760 Euro pro Liter, das Eau de Toilette 1380 Euro pro Liter.

Ich weiß schon. Parfum kauft man nicht in Literflaschen, sondern in Flacons. Trotzdem bin ich der Politik dankbar, dass sie für den Einkaufsalltag solche Vergleichbarkeiten durchgesetzt hat. Zurück zum Parfum: 1380 Euro für einen Liter Eau de Toilette. Wenn das Doppelte an Duft drin ist: 1760 Euro. Das ist noch weit weg vom Jahresdurchschnitt der BfA-Versicherten, aber schon mal ein halbes Monatseinkommen vor Steuer, Renten-, Krankenversicherung usw. Ich höre dazu meine Mutter in den Sechziger- und Siebzigerjahren: „Dafür muss Dein Vater lange arbeiten.“ Und tatsächlich ist es ja eine beliebte Rechenform, wenn man Kaufkraft vergleichen will. Wie lange muss jemand arbeiten, wenn er oder sie sich dieses oder jenes leisten will?

Bei Douglas.de habe ich dann doch ein paar hochpreisige Parfums gefunden, wo man zum Beispiel 15.400 Euro für den Liter überweist (Clive Christian Parfum Original Collection No1 Feminine). Das wären dann schon mal drei bis vier Monate Arbeit für so einen BfA-Durchschnittsverdiener oder ein halber VW Golf in der Grundausstattung. Und im Internet allgemein werden auch Parfums angeboten, die in die Millionen gehen. Bevorzugt für eine Klientel mit Golf-Bezug, aber nicht unserem. An der Stelle bin ich dann voll bei den Kritikern im Bibeltext. Bevor ein Ölscheich seiner Frau so etwas schenkt, samt Brillianten und anderen Edelsteinen auf dem Flacon, sollte er diese Millionen den Armen geben. Und wenn er in Kuwait, Dubai oder sonst wo keine Armen hat, dann gibt es Millionen arme Menschen in der ferneren arabischen und islamischen Welt zwischen Mauretanien und Malaysia. Da muss das Geld nicht immer vom Roten Kreuz, den Johannitern oder Brot für die Welt kommen. Und ich spüre den Zorn eines Kindes aus anderen Verhältnissen, der in mir hochkommen will.

Am Ende meiner Exkursion in die Parfümabteilungen von Müller, Douglas und Co. nehme ich mit: Wenn ein Öl im Wert von 300 Denaren über Jesus ausgegossen wurde, dann muss das eine wahre Duftexplosion gewesen sein.

Nach dem Teil für das Alltagswissen nun noch etwas für unser Lebenswissen. Ich nehme vier Worte Jesu auf, die zu einem Vermächtnis geworden sind. Ich will die nicht überstrapazieren, sondern nur Richtungen anlegen. Ich hoffe, dass trotzdem deutlich wird, was mich an diesen Sätzen berührt hat.

2 Letzte Worte – wie ein Vermächtnis

(1) Macht ihr das Herz nicht schwer.
(2) Mich habt ihr nicht immer.
(3) Ich werde sterben.
(4) Man wird sich an sie erinnern.

2.1 Macht ihr das Herz nicht schwer.

300 Denare! Ein Jahresgehalt für einen besonderen Duft! Für eine Duftexplosion, ja gewiss, aber Duft verduftet bald. Da steht das Kind meiner Eltern dann auf der Seite der Bedenkenträger des Bibeltextes. Es gibt schon „unter uns Normalverdienern“ Ausgaben, die es nicht braucht. Und: Es gibt Luxus, der obszön ist, weil er nicht durch eigene Leistung verdient wurde, weil er auf der Armut der Armen aufbaut und weil er die Armut der Armen ignoriert. Und da stehe ich dann auf der anderen Seite und sehe, wie kirchliche Einrichtungen bei ihren Bettelbriefen in 20er-, 50er- oder 100er Größen für die Armen daheim und in der Welt betteln. Deshalb bringt mich auch das Wort vom „Man muss auch gönnen können“ nicht von meinem Zorn über die Reichen weg, auch wenn ich selbst im Weltvergleich auch reich bin. Der Jesus im Predigttext legt mir seine Hand auf die zornbebende Schulter. Als einige über die Verschwendung schimpfen, nimmt Jesus die Frau in Schutz: Macht ihr das Herz nicht schwer. Mich hat das berührt, weil ihr Leben sicher schon schwer genug war. Ja, sie hat es gut gemeint, und ja, manchmal ist gut gemeint auch nicht unbedingt gut. Aber trotzdem: Jesus würdigt die gute Absicht und das gute Werk dieser Frau. Und Punkt.

2.2 Mich habt ihr nicht immer.

„Sie (mit Ausrufezeichen) hat mir was Gutes getan“ – da kann man noch viel mithören. Auch ein: Du bzw. Ihr nicht, wie in einer anderen biblischen Überlieferung. Ich werde mich hüten, über Jesu Innenleben zu spekulieren. Aber ich kann das Innenleben von Leuten aus der Gemeinde heranziehen. Von engagierten Ehrenamtlichen oder auch von Hauptamtlichen. Nicht immer ausgesprochen, aber sicher auch oft gedacht, wenn jemand tut und macht und es kommt mehr Kritik als Lob oder gar Beteiligung. „Mich habt ihr nicht immer“, denn man kann ja gehen, wenn das Bemühen stets ungewürdigt bleibt. Was aber, wenn die Jugendleitung zum Studium der Sozialpädagogik weggeht, die Grundschullehrerin wegen beruflicher Überlastung keine Kinderbibeltage mehr mitgestaltet, sich niemand für den Kirchenvorstand findet, das Licht im Pfarrhaus ausgeht. Oder auch in der politischen Gemeinde keine Kandidaten für das ehrenamtliche Bürgermeisteramt mehr da sind oder niemand mehr den Sportverein am Laufen hält. Lasst uns gute Absichten würdigen und gute Arbeit noch mehr.

Aber im Predigttext ist das „Mich habt ihr nicht immer“ auch ein Wort, das den Schatten der Endgültigkeit über das Erzählte legt.

2.3 Ich werde sterben.

Das wird im Bibeltext anders gesagt. „Sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt zu meinem Begräbnis.“ Das ist eine Vorahnung, die auch wir manchmal erst im Nachhinein genauer erkennen. Ein „Ich glaube, das schaffe ich nicht“ von Kindern, die mehr über ihren Schulweg ahnen als Eltern wahrhaben. Ein „Ich kann nicht mehr“ von Menschen, die nicht mehr älter werden, sondern alt sind. Es ist kein „Ich kann nicht mehr, weil ich nicht mehr will.“ Es ist ein „Ich will nicht mehr, weil ich nicht mehr kann.“ Und wie damit umgehen, wenn man so etwas am Krankenbett bewusst ausgesprochen hört. „Ich werde sterben.“ Man muss reagieren, aber kann nicht. Ein „Kopf hoch“, ein „Das schaffst du schon“ passen nicht. Interessant: Auch das im Predigttext Erzählte geht darüber hinweg. Keine Jünger-Reaktion. Bibelkenner wissen: An anderer Stelle reagieren die Jünger anders.

Aber immerhin gibt es eine Jünger-Reaktion, die bis heute anhält.

2.4 Man wird sich an sie erinnern.

Die Salbung in Betanien eröffnet im Markus-Evangelium die dramatischen Ereignisse der letzten Lebenswoche Jesu. Eine unbekannte Frau tut Jesus noch etwas Gutes, bevor ein paar bekannte und viele unbekannte Männer Jesus viel Böses tun und ihn am Ende zu Tode bringen. Danach werden es wieder Frauen sein, die dem toten Jesus noch einmal etwas Gutes tun wollen. Den Körper waschen und noch einmal beduften. Sie werden das Grab leer finden, aber das ist heute den Ereignissen vorgegriffen. Der letzte Abend Jesu braucht seine Zeit und hat seine Botschaft. Das wird Thema am Gründonnerstag sein. Der Karfreitag braucht seine Zeit und hat seine Botschaft. Der Tag der Grabesstille braucht seine Zeit und hat seine Botschaft. Und Ostersonntag ist heute noch lange nicht.

An einer Stelle aber kann man schon heute froh sein. Wir haben heute wieder wahr gemacht, was Jesus versprochen hat. Eine unbekannte Frau hat ein teures Parfüm über Jesus ausgeschüttet und ihm damit etwas Gutes getan. Man hat bemängelt, dass zu einem echten Erinnern auch ein Name gehört. Wenn man denn schon einen Hausnamen hat, müsste doch auch… Aber seien wir ehrlich: Kennen wir noch alle Namen, wenn wir aus unserem Leben erzählen? Die Lehrerin, die mit einem ein Hörspiel aufgenommen hat. Die Religionspädagogin, die ein Krippenspiel eingeübt hat. Den Nachbarn, der bei einem Auszug geholfen hat. Die entfernte Bekannte, die den entscheidenden Tipp für die Wohnung gegeben hat. Und so weiter und so fort. Lasst uns in der Erinnerung danken, wie es Jesus uns auch für die unbekannte Frau aufgetragen hat. Und Punkt und Amen.

 


Dr. Hansjörg Biener (*1961) ist Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und als Religionslehrer an der Wilhelm-Löhe-Schule in Nürnberg tätig. Außerdem ist er außerplanmäßiger Professor für Religionspädagogik und Didaktik des evangelischen Religionsunterrichts an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. (Hansjoerg.Biener (at) fau.de)


 

ggf. noch verwendbar: 1.3 Noch mal etwas Werbegeschwurbel

Verabschieden wir uns von dem Thema Parfüm noch mit ein paar Werbeworten, wo ich einfach nicht anders kann. douglas.de nennt auch Bestseller[3].

Auf Platz 1 Emporio Armani Stronger With You Intensely (Eau de Parfum): „Die Kreation mit der Würze von rosa Pfeffer offenbart einen Akkord aus Salbei und Zimt sowie Tonkabohne und Wildleder. Ein holzig-orientalischer Duft mit einem fruchtigen Hauch von Sinnlichkeit.

Huh? Riecht Wildleder gut? Die KI sagt: „Wildledergeruch, oft muffig oder chemisch, lässt sich durch ausgiebiges Lüften an der frischen Luft entfernen.“

Auf Platz 2 und 10 Jean Paul Gaultier Le Male, einmal als Eau de Toilette und einmal als intensiveres Eau de Parfum: „Maskulin, sexy, unangepasst: Der Kultduft aus dem Hause Gaultier vereint Frische und Wärme und ist dadurch besonders vielschichtig. Minze und Lavendel treffen auf Vanille und Zimt, während Sandelholz und Tonkabohne eine tiefe, verführerische Basis bilden.“

Schon wieder Tonka-Bohne. Die Wikipedia sagt: Vanille-Ersatz. Und: Wegen krebserregender Inhaltsstoffe Verzehr in den USA verboten, in der EU nur bei Unterschreitung eines Grenzwertes. Routinemäßiges Beimengen zu Speisen verboten. Und noch ein Fun-Fact, den keiner braucht: „Nach der Tonkabohne wurden während des Dritten Reiches mehrere Raketentreibstoffe benannt.“

Platz 3 kannte ich immerhin: Boss Bottled (Eau de Toilette). „Herbe Noten aus Sandelholz und Vetiver treffen auf würzig-süßen Zimt und werden durch zitrische Noten abgerundet. Eine Komposition, die – sensibel und selbstbewusst zugleich – für Männer erschaffen wurde, die Erfolg neu definieren.“

Platz 4 kannte ich nicht, will ihn aber noch erwähnen. In einer Welt, die sich über den Glauben an Gott erhaben glaubt, macht man mit einem Gott Werbung, an den erst recht niemand mehr glaubt. Versace Eros (Eau de Parfum): „Als Teil des mythischen Duftuniversums von Versace zeigt sich der kraftvolle Herrenduft als Manifestation der Gottheit, deren Namen er trägt: Eros, der Gott der Liebe, weiß Leidenschaft zu wecken und unvorhergesehene Lust zu entfachen – mit einem prickelnden Mix aus Minze, Apfel, Gardenie und Salbei. Mit Sandel- und Zedernholz und Vanille in der Basis hinterlässt er einen bleibenden Eindruck.“

Fussnoten:
[1] https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Glossareintraege/DE/E/entgeltpunkte.html
[2] https://www.chanel.com/de/parfum/damen/c/7x1x1x30/n5/
[3] https://www.douglas.de/de/c/parfum/bestseller/herrenduefte/019902